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VIRGIN STEELE
CHINCHILLA
THE PAST ALIVE

Bad Wimpfen, Alte Kelter

03.09.2004

Da David DeFeis sich schon seit längerer Zeit auf seine Musicalprojekte konzentriert, haben sich VIRGIN STEELE mehr als rar gemacht. Daher war es um so bemerkenswerter, daß David sich zu einem nur zwei Gigs umfassenden Euroabstecher hatte überreden lassen: Neben einer Show in der "Laiterie" in Strasbourg hatten ihn unsere Kollegen von www.metalinside.de für ihr Festival nach Bad Wimpfen gelockt.

THE PAST ALIVE-Liveshot

Als Veranstaltungsort hatte man die urige "Alte Kelter" gewählt, die einen würdigen Rahmen für diese Akustikattacke bieten sollte. Den Anfang machten THE PAST ALIVE aus dem nahegelegenen Heilbronn, die wie auch die nachfolgenden CHINCHILLA ihren ersten Akustikgig spielten. THE PAST ALIVE nutzen den naturgemäß ein wenig engen Spielraum, den solche stromverpönten Auftritte boten: So zockten mal alle Musiker gemeinsam, dann gab Sänger und Gitarrist Nik eine Solodarbietung und ein anderes mal durfte die Rhythmusgruppe pausieren - geiler Paul McCartney-Gedächtnisbaß übrigens!

CHINCHILLA [D]-Liveshot

CHINCHILLA wagten einen kleinen Abstecher aus dem Studio, wo sie gerade ihre neue Platte einspielen, und erfreuten uns mit einem etwa halbstündigen Set: Zur Eröffnung gab sich THIN LIZZYs ›The Boys Are Back In Town‹ die Ehre und den Schlußpunkt setzte das Geständnis ›I Stole Your Love‹ von KISS. Dazwischen gab es einige eigene Songs inklusive einer neuen Ballade. Jedoch präsentierte sich die Band optisch heftigst verändert: Zu Sänger Tommy Laasch, der mit Sonnenbrille und Kurzhaarfrisur fast nicht wiederzuerkennen war, Mister CHINCHILLA himself, Gitarrist Udo Gestenmeyer, und Drummer Chris Schwinn hat sich ein neuer Basser gesellt, ein seeehr bärtiger Spanier namens Roberto Palacios. Außerdem hatten die Schwabennager einen Gastgitarristen namens Klaus nach Bad Wimpfen importiert.

Doch dann war die Zeit der Big Bands vorbei: Lediglich David DeFeis und Ed Pursino vertraten VIRGIN STEELE bei den Akustikshows - doch mehr war nicht nötig wie man schon bald feststellen sollte: Ed manövrierte seine Klampfe so souverän, daß keine Lücken im Soundgewand klafften. Ein leichtes Problem stellte eher David dar: Sein affektierter Gesangsstil trat auf dem schlichten Akustikbackground viel deutlicher zutage und war manchmal hart an der Grenze, nervig zu werden.

VIRGIN STEELE-Liveshot

Dennoch sollte es ein ergreifender und einzigartiger Auftritt werden, der knapp 90 Minuten plus 15 Minuten Zugabe währte und den Ed und David nutzten, die beiden »Marriage Of Heaven And Hell«-Parts nahezu komplett durchzuspielen. Daher setzt der letzte Kritikpunkt bei der Setlist an, die einige Wünsche offenließ. So fehlte eindeutig ›A Cry In The Night‹, das geradezu prädestiniert für diese Veranstaltung gewesen wäre. Doch das Keyboard auf der Bühne, das nicht nur bei mir bis zum Ende des Auftritts die Hoffnung auf ergreifendste aller VIRGIN STEELE-Balladen wachhielt, wurde nur für das Intro bei der Zugabe eingesetzt. Doch damit leider nicht genug der schmerzlich vermißten Nummern: ›Noble Savage‹ fehlte ebenso wie ›On The Wings Of The Night‹. Auch ein Song wie ›Guardian Of The Flame‹ hätte im Akustikgewand sicherlich schick ausgesehen und es wäre sogar ein cooles Experiment gewesen, ›Fight Tooth And Nail‹ stromfrei zu spielen. Das ›Purple Rain‹-Cover konnte vor diesem Hintergrund leider kaum entschädigen.

VIRGIN STEELE-Liveshot

Es steht zu hoffen, daß VIRGIN STEELE sich nicht bei jenen Bands einreihen wollen, die ihre Vergangenheit totschweigen. Dennoch war es erfreulich, diesen STEELE-Rumpf in Europa begrüßen zu dürfen.


Stefan Glas

Photos: Stefan Glas

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