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EKPYROSIS (A)

All You Can Eat

(16-Song-Doppel-CD: Preis unbekannt)

Der Einladung zu einem BĂŒffet kommt man im Normalfall nur zu gerne nach, ganz besonders dann, wenn dem mehr oder weniger ausgehungerten Gast dieses mit den Worten »All You Can Eat« offeriert wird. Zu einem Festmahl unter dem genannten Motto hat in vorliegendem Fall die österreichische Metal-Institution EKPYROSIS geladen, die getreu dieses Titels, mit der "doppelten" Menge an VorrĂ€ten auffĂ€hrt. Es ist mit Sicherheit ein ungemein mutiges Unterfangen als Band, die keinerlei finanzielle UnterstĂŒtzung seitens eines Businesspartners im Hintergrund hat, mit einem Doppeldecker an den Start zu gehen, doch meiner Meinung nach spiegelt diese Courage die Einstellung der Steirer geradezu perfekt wider. Wenn man sich vor Augen hĂ€lt, daß die Burschen bereits seit zwei Dekaden aktiv sind und uns »All You Can Eat« quasi als Einladung zu ihrem 20. Geburtstag aufgetischt wurde, wird man auch schnell feststellen, daß die fĂŒnf Jungs mit EKPYROSIS keineswegs auf etwaigen kommerziellen Erfolg aus sind, sondern die Band mit Herz und Seele, dafĂŒr ohne etwaige Abstriche machen zu mĂŒssen, betreiben und dadurch auch tun und lassen können, was sie wollen.

In all den Jahren ihrer Karriere waren die Jungs (zumindest fĂŒr österreichische) VerhĂ€ltnisse sogar durchaus erfolgreich und durften, neben unzĂ€hligen absolvierten Einzel-Gigs, ihre Tracks auch als Support fĂŒr illustre Formationen wie DEEP PURPLE, KREATOR, METAL CHURCH, Paul Di'Anno, KINGDOM COME, SKYCLAD, GOTTHARD oder HELLOWEEN vor Publikum prĂ€sentieren. Als weiteres Highlight in der bisherigen Schaffensperiode steht auch noch eine gut zweiwöchige Tournee in Venezuela auf der Haben-Seite der Truppe, was ja nicht unbedingt alltĂ€glich sein dĂŒrfte. NatĂŒrlich wußten die Jungs aber auch schon in der Vergangenheit mit gelungenen Veröffentlichungen aufzuwarten. Nach den ersten Schritten ins Business mit den als Eigenproduktionen aufgelegten Scheiben »Last And Only« (1995) und »Grey« (2000), gab es zwischenzeitlich sogar einen Deal bei MAUSOLEUM RECORDS, die im Jahr 2003 »After War« in die LĂ€den wuchteten. Doch diese Liaison war nur von kurzer Dauer, so daß man im Lager von EKPYROSIS schon kurz darauf abermals beschlossen hatte, weitere Alben erneut in Eigenregie aufzulegen, wie zuletzt »Irrational« im Jahr 2005.

Wer beim "Doppler" »All You Can Eat« im Zusammenhang mit dem Zwanzig-Jahr-Band-JubilĂ€um jedoch an eine Art "Best Of" oder dergleichen denkt, liegt definitiv falsch, denn das Quintett aus der Steiermark hat darauf ausschließlich brandaktuelle Kompositionen anzubieten, die sich in den letzten zweieinhalb Jahren angesammelt haben. Der Grund, weshalb die Burschen bislang fĂŒr so unterschiedliche GrĂ¶ĂŸen den Opener machen durften, erklĂ€rt sich anhand dieses Werkes einmal mehr von selbst, nĂ€mlich an ihrer ungemein vielschichtigen Musik. EKPYROSIS zu kategorisieren ist ein nicht gerade einfaches Unterfangen, da das Quintett ihren Heavy Metal auf sehr eigenwillige, wie auch originelle Machart prĂ€sentiert. Vom rauhen Thrash Metal, ĂŒber deftigen Power Metal und progressive Sequenzen, bis hin zu melodischem Metal, aber auch eher dem Hard Rock zuzuordnenden Sounds, wird auch auf dem aktuellen Dreher eine sehr breite Palette geboten, wobei all diese Zutaten durch die Bank zu einer schlĂŒssigen und stimmigen Melange verquickt werden konnten.

Basierend auf den prĂ€gnanten und markigen Riffs aus der Feder von Frontmann Christian Gruber und seinem Kompagnon an der Sechssaitigen, Mario "Luis" Scheiber, bauen die Burschen ihre Songs auf und legen sich nicht nur hinsichtlich der Heftigkeit, sondern auch tempomĂ€ĂŸig kaum fest. Einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Gelingen, vor allem zu den melodischen Passagen, stellt auch die schwer in den 70er Jahren verankerte Tastenarbeit von Richard Edlinger dar. Dadurch ergibt sich ein mitunter fast skurriles Gesamtklangbild, das aber durch die pfiffigen Arrangements sehr wohl in sich stimmig wirkt.

Neben der rauhen, in manchen Phasen sogar ein wenig punkig wirkenden Stimme von Christian, kommt auch Bassist Thomas Prethaler als SĂ€nger zu Ehren, wodurch die Jungs zusĂ€tzlich Abwechslung und Vielfalt in die Kompositionen einbringen konnten. Der Bursche ist nicht nur deshalb gesondert zu erwĂ€hnen, sondern auch fĂŒr seine formidable Rhythmusarbeit, die er zusammen mit Schlagzeuger Helmut Winter immerzu effektiv, aber unaufdringlich erledigt. Wie auch schon auf ihren Alben zuvor, haben EKPYROSIS einen sehr kritischen Blickwinkel fĂŒr jegliches Geschehen auf dieser Erde, was sich einmal mehr in den ebenso kritischen, aber keineswegs anprangernden Texten manifestiert. Diese fĂŒgen sich perfekt in das entstandene Gesamtbild ein und lassen die vielschichtigen Kompositionen als Gesamtheit zur Wirkung kommen.

Neben den allerbesten GlĂŒckwĂŒnschen zum Band-Geburtstag an die Band selbst, gibt es von meiner Seite aus nur die dringende Empfehlung, sich mit EKPYROSIS auseinander zusetzen, denn derlei eigenstĂ€ndige Bands gibt es viel zu selten, und wenn, dann wohl kaum in den Charts, sondern einmal in den Tiefen des Business. â€șThe Underground Is Where It Happensâ€č, so nennen die Burschen ihren, meiner Meinung nach, tiefschĂŒrfendsten Track und sprechen mir damit aus der Seele, denn daran besteht fĂŒr mich nicht der geringste Zweifel.

http://www.ekpyrosis.com/

christian.gruber@hiway.at

Das BĂŒffet ist eröffnet!


Walter Scheurer

 
EKPYROSIS (A) im Überblick:
EKPYROSIS (A) – After War (Rundling)
EKPYROSIS (A) – All You Can Eat (Do It Yourself)
EKPYROSIS (A) – Fire (Do It Yourself)
EKPYROSIS (A) – Irrational (Do It Yourself)
EKPYROSIS (A) – ONLINE EMPIRE 38-Interview
EKPYROSIS (A) – News vom 29.10.2009
andere Projekte des beteiligten Musikers Christian "Chris" Gruber:
ELIS – Catharsis (Rundling)
ELIS – News vom 10.05.2006
ELIS – News vom 28.12.2006
ELIS – News vom 10.05.2011
ELIS – News vom 17.06.2011
ELIS – News vom 24.02.2012
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