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ARCH ENEMY (S) – Khaos Legions

CENTURY MEDIA RECORDS/EMI ELECTROLA

»Khaos Legions« stellt das erste "echte" Studioalbum dieser Truppe seit mittlerweile vier Jahren dar, schließlich befanden sich auf »The Root Of All Evil« vor zwei Jahren, mit dem die Fans durchaus bei Laune gehalten werden konnten, lediglich Neueinspielungen von Band-Klassikern. Die Schweden mit ihrer deutschen "Legionärin" am Mikro hatten also in den letzten Monaten nicht wirklich etwas Neues zu kredenzen und hätten sich im Regelfall wohl sputen müssen, um nicht zuvor gewonnene Fans wieder einzubüßen, die in unserer kurzlebigen Zeit schlichtweg das Interesse an ARCH ENEMY erneut wieder verlieren könnten. Doch ARCH ENEMY stellen diesbezüglich eine Ausnahmeerscheinung dar, denn man muß der Truppe sehr wohl attestieren, daß Faulheit etwas Anderes ist. Im Gegenteil, hält man sich vor Augen, welches Tourneeprogramm diese Band innerhalb der vergangenen Monate und Jahre abgespult hat, wird sich kein Fan mehr darüber aufregen, aus dem Lager der Band würde nichts zu vernehmen sein, eher darf man sich Gedanken darüber machen, wo und wann die Truppe überhaupt die Zeit gefunden hat, sich an das Komponieren von neuen Songs zu machen. Doch das umtriebige Quintett hat auch das locker hinbekommen, und von daher wird wohl nicht nur die Fangemeinde, sondern darüber hinaus die gesamte Metalszene brennend auf das aktuelle Scheibchen gewartet haben.

Inwiefern der Titel »Khaos Legions« als Programm zu verstehen ist, vermag ich zwar nicht zu beurteilen, ein gewisser Hauch von "Chaos" ist allerdings durchaus zu vernehmen, wenngleich dieser durchaus positiv zu bemerken ist und zudem das Album auch nicht wirklich prägt. Der Fünfer scheint sich im Laufe der letzten Zeit jedoch zusehends an seiner eigenen Vergangenheit orientiert zu haben und die Heftigkeit früherer Elaborate erneut für sich entdeckt zu haben. Eine ungemein heftige Breitseite - die phasenweise durch die brutale und rasante Gangart wahrlich gen "Chaos" tendiert - bekommt man dabei fraglos von ARCH ENEMY verabreicht, doch keine Bange, die Truppe hat weder ihre Melodik, noch die zwingenden Hooks über Bord geworfen, sondern kommt nunmehr in Summe wieder wesentlich heftiger und noch ein wenig gitarrenorientierter daher als auf den letzten Studiodrehern.

Ich persönlich empfinde »Khaos Legions« sogar als das brutalste Werk der Band seit »Anthems Of Rebellion«, wobei es aber einmal mehr die Vielfalt ist, die das Werk entscheidend prägt. Beispiele dafür gibt es einige - allen voran ›Through The Eyes Of A Raven‹, dessen Grundthema geradezu dunkel, düster und fast schon doomig wirkt, durch die schneidenden Riffs aber durchaus auch Referenzformationen wie AT THE GATES gerecht werden würde und auch hinsichtlich seiner Wucht keinerlei Vergleiche zu derlei Größen scheuen braucht. Aber auch ›Vengeance Is Mine‹ vermag zu überraschen, könnten die Riffs und das rasende Tempo doch durchaus auch aus der Feder von Gary Holt stammen, während die Band auf der anderen Seite mit ›No Gods No Masters‹ fast schon einen Feger für Dunkelheimer-Kneipen vom Stapel läßt, aber auch dabei nicht auf die bandtypischen Trademarks verzichtet.

Von diesen lebt auch »Khaos Legions«, wobei die prägnante Stimme von Angela Gossow einmal mehr polarisieren wird, während die herzhaften Gitarrenklänge der erneut in trauter Eintracht aufgeigenden Gebrüder Amott, die auch die Muse für drei intensive Instrumentalnummern gefunden haben und damit zusätzlich Abwechslung in dieses Album bringen, außerhalb jeglicher Diskussion stehen werden.

Als Fazit läßt sich festhalten, daß ARCH ENEMY ihre "Legionen" mit Sicherheit erneut verstärken werden können, denn »Khaos Legions« stellt einmal mehr unter Beweis, daß diese Band in allen Lagen zu überzeugen weiß.

http://www.archenemy.net/

beeindruckend 12


Walter Scheurer

 
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Playlist: ARCH ENEMY (S)-Album »Anthems Of Rebellion« in "Playlist Heavy, oder was!? 71" auf Platz 4 von Stefan Glas
Playlist: ARCH ENEMY (S)-Song »No Gods, No Masters« in "Playlist Heavy 135" auf Platz 3 von Stefan Glas
siehe auch: ARCH ENEMY-Poster als Requisite im Film "Knights Of Badassdom"
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