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Wenn es eine Band gab, der beim diesjährigen Wacken-Festival alle Nostalgiker entgegengefiebert haben dann waren es gewiß CULPRIT. Wer jedoch ein paar vertrocknete Feierabendmucker erwartet hatte wurden von einer der agilsten Bands des gesamten Festivals förmlich überrollt. Jeff L'Heureux (v), John DeVol (g), Scott Earl (b) und Bud Burrill (d) legten einen furiosen Gig hin, bei dem die Euphorie vor der Bühne keine Grenzen kannte. Diesem Phänomen mußten wir auf den Zahn fühlen, um endgültig die letzten Lücken zu unserem "Cult Complete"-Artikel schließen zu können.

Ihr seid Euch hoffentlich bewußt, daß das, was gerade passiert ein Ding der Unmöglichkeit ist: CULPRIT haben vor achtzehn Jahren ein Album veröffentlicht, das nie offiziell in Deutschland erschien und dennoch seid Ihr hier, um beim Wacken Open Air eine Reunion-Show zu spielen. Wie lautet Eure Ausrede?

"Wenn das für dich einen Schock bedeutet, dann ist es für uns genau das gleiche", schüttelt Scott nachdenklich den Kopf. "Wir hatten bis vor ein paar Tagen keinen blassen Schimmer, daß wir hier so populär sind. Der Grund für alles ist Terry Gorle von HEIR APPARENT: Er spielte im letzten Jahr hier und viele Leute sprachen ihn auf CULPRIT an. Als er uns davon berichtete nahmen wir Kontakt zu HELLION RECORDS auf und beschlossen, die Platte wiederzuveröffentlichen und haben in die Wege geleitet, daß wir hier spielen können. So kommen wir also zu unserer vierten Reunion-Show innerhalb der letzten zehn Jahre..."

Über den Anfangstagen von CULPRIT liegen immer noch viele undurchdringliche Schleier. Bitte helft uns, sie zu lüften.

"Es begann damit, daß Scott sich in meine jüngere Schwester verliebte...", grinst John. "Wir beiden gründeten zusammen mit Bud eine Instrumentalband namens ORPHEUS und spielten ausschließlich auf Privatparties, weil es in Seattle keinen Club gab, der uns buchen wollte. Wir waren damals die einzige Band in der Stadt, die Metal machte und zudem noch eigenes Material spielte. Darauf hatten die Clubs keinen Bock, obwohl wir auch Songs von RAINBOW oder SCORPIONS coverten. Irgendwann fanden wir einen Sänger und bekamen wirklich einen Gig in einem Club namens "Mr. Bill's". An diesem Abend spielte die Band HAMMERFEST als Opener, bei denen Jeff und unser zukünftiger zweiter Gitarrist Kjartan Kristoffersen aktiv waren. Die beiden schlossen sich uns an und wir feuerten unseren Sänger, so daß CULPRIT geboren waren. Und quasi über Nacht, genauer gesagt binnen eines Monats, erhielten wir unseren Deal mit SHRAPNEL RECORDS. Es ging alles rasend schnell - eigentlich zu schnell für Kids im Alter zwischen 17 und 19 Jahren."

Leider fehlt eines der CULPRIT-Members in Wacken: Kjartan.

"Er wäre sehr gerne gekommen", erklärt Scott. "Aber seine berufliche Situation hat ihm leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er ist ein sehr erfolgreicher Architekt in den Staaten und er hat einen Vertrag mit MICROSOFT, der ihm momentan keinen Freiraum läßt. Wir hatten schon die letzten beiden Reunion-Shows ohne ihn gespielt und die Band klingt besser ohne ihn." John nimmt seinen ehemaligen Saitenkollegen in Schutz: "Das soll nicht gegen Kjartan gehen, aber wir klingen ohne ihn tighter, weil alle unsere Songs für eine Gitarre geschrieben wurden. Wir hatten die Songs bereits fertig, bevor Kjartan zu uns stieß."

Apropos - sein Name klingt so skandinavisch...

"Richtig! Er stammt aus Norwegen, aber er zog schon als kleines Kind mit seinen Eltern nach Amerika um."

Warum hat Mike Varney sich für Euch interessiert? Schließlich hat er für SHRAPNEL doch mehrheitlich Gitarrengötter gesignt.

"Ich habe keine Ahnung, denn wir haben uns nie als Gitarrenband gesehen", sinniert John. "Für uns haben immer die Songs und nie irgendwelche Gitarrensoli im Vordergrund gestanden." Scott spinnt den Faden weiter: "Letztendlich würde ich mir wünschen, wir hätten den Deal nie unterschrieben, denn wir paßten nicht in diese Musik-Kategorie und die Platte klang einfach fürchterlich. Aber wir waren froh, daß uns jemand zur Kenntnis genommen hatte, denn damals konnte keine einzige Band aus Seattle einen Deal bekommen - bis QUEENSRYCHE den großen Durchbruch schafften. Ich kann es einfach nicht glauben, daß so viele Leute »Guilty As Charged« so sehr mögen, denn sie spiegelt absolut nicht wider, wie die Band wirklich klang. Aber ich glaube das Feeling muß trotz der katastrophalen Produktion rübergekommen sein, denn sonst wären wir nicht hier!"

Warum ging eigentlich alles so schnell? 1982 erschien Euer Demo, im nachfolgenden Jahr kam die Platte und dann war schon nahezu Feierabend.

"Wir waren zu jung und konnten einfach kein Management finden. Daher machten wir alles selbst und haben endlos viele Fehler gemacht", gesteht Scott. "Wir waren die Laborratte für die gesamte Seattle-Szene: Die nachfolgenden Bands analysierten, wo wir Fehler gemacht hatten und versuchten, diese zu umgehen. Du hast recht: Es ist alles superschnell vonstatten gegangen. Kjartan schickte unser Demo an Mike Varney und einen Monat später fanden wir uns in Kalifornien wieder, um unsere Platte aufzunehmen. Kurze Zeit später begann sich die Musikszene, rapide zu wandeln und kam auf den Glamtrip, so daß CULPRIT völlig fehl am Platze schienen. Wir hatten kurz vor unserer Auflösung einige sehr gute Demos aufgenommen, die kommerzieller ausgerichtet waren. Die Songs hatten die gleiche Energie, aber sie waren dem Dreieinhalb-Minuten-Radio-Schema angepaßt. Wir nahmen die Demos mit Mike und Roger Fisher, dem Soundmann und dem Gitarristen von HEART auf, aber ich glaube sie haben uns nicht gut beraten."

Eine Kleinigkeit hat mich an dem Song ›Player's‹ irritiert: Was soll der Apostroph in dem Wort, der meiner Englischkenntnissen zufolge völlig grundlos dort steht...

"Da mußt du denjenigen fragen, der den Apostroph eingefügt hat", knurrt John. "Ich habe den Text geschrieben und es gab nie einen Apostroph. Allerdings ist das nicht der einzige Fehler, der Varney unterlaufen ist: Es gibt einige Exemplare des Albums auf dem ›Tears Of Repentance‹ als ›Tears Of Repuntane‹ bezeichnet wurde. Dummerweise hat man für den Re-Release das Original-Artwork gescannt, so daß der Apostroph überlebt hat. Nebenbei - eine gute Frage, die man uns in all' den Jahren noch nie gestellt hat..."

Haben CULPRIT eigentlich nur in Seattle oder auch außerhalb stattgefunden?

"Wir haben viele Shows an der Westküste und in Kanada gespielt. Wir haben beispielsweise etliche Shows mit METALLICA und EXODUS in San Francisco gespielt."

Auf der Rückseite des »Guilty As Charged«-Re-Releases steht der Satz von Bret Hartman, der die Liner-Notes verfaßt hat: "As IRON MAIDEN was to England and METALLICA was to San Francisco... CULPRIT was to Seattle." Entspricht dies den Tatsachen oder haltet Ihr es für überzogen?

"Es ist nicht so, daß ich glaube, daß dies die Wahrheit ist. Ich weiß, daß es die Wahrheit ist", bekräftigt Scott. "Wir waren eben die ersten und wir wurden sehr oft von jüngeren Bands angesprochen, daß sie durch uns inspiriert wurden, Musik zu machen. Wir schafften es damals vor Veröffentlichung der Platte das "Paramount Theatre" in Seattle zwei Nächte in Folge mit 3000 Zuschauern auszuverkaufen. Das mag vom heutigen Standpunkt aus nicht viel sein, aber damals war das eine kleine Sensation. Es war uns damals eigentlich nicht bewußt und haben all diese Reaktionen erst nach unserer Auflösung erhalten."

Was waren letztendlich die Gründe, die CULPRIT den Kragen kosteten?

"Wir waren jung, dumm und ungeduldig, hatten kein Management und wußten nicht, welche Richtung wir einschlagen sollten", erinnert sich Scott. "Jeder von uns fühlte sich gleichzeitig in mehrere Richtungen hin- und hergerissen. Außerdem waren wir maßlos darüber enttäuscht, wie »Guilty As Charged« ausfiel und das hat uns den Wind aus den Segeln genommen. Ich wünschte wir hätten noch ein Jahr lang durchgehalten..." "Die beste Musik, die wir geschrieben haben", unterbricht ihn John, "haben wir nie aufgenommen. Ich will dir eine wahre Geschichte erzählen: Als wir »Guilty As Charged« zum ersten Mal hörten, sind wir schier verrückt geworden. Wir waren überzeugt, daß wir das Gehörte nie im Leben eingespielt hatten. Abgesehen davon, daß wir die Platte quasi live eingespielt hatten und jeder in einem eigenen Raum saß, Kopfhörer auf den Ohren hatte und wir die Songs gemeinsam spielten, wurden teilweise Spuren, die wir nur testweise eingespielt hatten, verwendet." Scott: "Als Kjartan und ich damals die Chance bekamen, unser Glück bei Brad Sinsel und TKO zu probieren, nahmen wir sie wahr."

Wie kam der Kontakt zu Brad Sinsel zustande? Immerhin hatte er schon 1979 mit TKO eine Platte namens »Let It Roll« veröffentlicht. Auf dem '84er Nachfolger »In Your Face« seid hingegen Ihr schon mit von der Partie.

"Wir waren miteinander befreundet, aber TKO waren damals nur eine Coverband", löst Scott auf. "Erst als Brad einen Deal mit COMBAT abschloß brauchte er plötzlich dringend eine Band, um auf Tour gehen zu können. So kamen Kjartan und ich zur Band und folglich spielten wir auch die beiden Alben »In Your Face« und »Below The Belt« ein. Leider haben auch TKO den Durchbruch nicht geschafft - aus den gleichen Gründen wie CULPRIT: Obwohl QUEENSRYCHE mittlerweile groß waren schien sich niemand für Seattle zu interessieren und wir hatten kein Management, das uns aus dieser Zwickmühle befreien konnten. Daher zogen wir damals aus busineßtechnischen Gründen nach Los Angeles um, aber Brad schaffte es einfach nicht, seine ganzen Angelegenheiten in Seattle zu regeln, um endlich nachzukommen. Das bedeutete das Ende von TKO, woraufhin Kjartan und ich eine Band namens THE BANG GANG gründeten. Wir spielten Glam-Metal, nahmen ein Album für MCA auf und unser Video zu ›Young And Restless‹ wurde eine Zeitlang sehr erfolgreich bei MTV rotiert."

Derweil hat Jeff sich bei MISTRUST engagiert.

"Ich war zu diesem Zeitpunkt immer noch bei CULPRIT", unterstreicht Jeff. "MISTRUST waren sehr junge Musiker, die mich gefragt hatten, ob ich nicht den Song ›Running For My Life‹ einsingen könnte, den sie zu dem »Pacific Metal Project«-Sampler beisteuern sollten. Ich sagte zu und unsere Zusammenarbeit klappte so gut, daß ich auch die komplette Platte »Spin The World« einsang. Zwar waren die Jungs deutlich jünger wie ich, aber mir gefiel ihre Musik sehr gut, so daß ich froh bin, bei ihnen mitgemischt zu haben. Es gab nur eine Sache, über die ich mich geärgert habe, für die die Band allerdings nicht verantwortlich war: Der Boß von C.O.M.A. RECORDS, der »Spin The World« veröffentlichte, veranlaßte, daß ein Sticker auf die Platte kam, auf dem zu lesen war, "featuring Jeff L'Heureux - formerly of Culprit." Das fanden auch meine CULPRIT-Mitmusiker nicht sonderlich witzig, aber wenn ich ehrlich bin, hatte ich damals schon so eine düstere Vorahnung, daß CULPRIT nicht mehr lange Bestand haben würden."

Alle Bands, bei denen CULPRIT-Musiker am Start waren, konnten keinen nennenswerten Erfolg einstreichen. Gibt es einen Fluch, der auf Euch liegt?

"Ich habe nicht die geringste Ahnung, aber vielleicht gibt es wirklich den CULPRIT-Fluch, so daß es besser war, daß wir aufgehört haben...", orakelt Scott und übergibt das Wort an Jeff: "Ich bin zwar kein Christ und ich würde niemals in meinen Songs predigen, aber ich bin ein sehr positiv denkender Mensch und versuche dies, in meinen Texte rüberzubringen. Vielleicht hat Satan das bemerkt und arbeitet deswegen gegen mich, damit ich ihm nicht zu viele Seelen abspenstig mache."

Etwa 1985 starteten CULPRIT einen weiteren Versuch - immerhin habe ich zwei Tapes mit unveröffentlichten Songs.

"Ich war nach dem Split nach LA gezogen", grübelt John. "Als ich nach Seattle zurückkehrte, stellten Jeff und ich eine neue Version von CULPRIT zusammen. Wir nahmen zwar ein paar Songs im Proberaum auf und spielten einige Shows, doch letztendlich kamen wir nicht sonderlich weit. Wir waren immer noch zwei bis drei Jahre zu früh dran: Zu diesem Zeitpunkt wurde jede Band in der Stadt gesignt nur weil sie aus Seattle kam. Die hätten sogar uns genommen und anschließend festgestellt, daß wir keinen Grunge machen..."

Was habt Ihr ansonsten seit den CULPRIT-Tagen getrieben?

"Ich spielte bei mehreren Bands", holt John aus. "Mit PORK FINGER habe ich heute noch einen Deal bei einem kanadischen Label. Die Musik ist nicht unähnlich wie die von CULPRIT, aber sie ist nicht ganz so hektisch und schnell und hat einen größeren Schwerpunkt auf der lyrischen Seite." Scott fährt mit seinem Teil der Geschichte fort: "Nach BANG GANG schloß ich mich der Band SHAKE THE FAITH von Tommy Thayer von BLACK'N BLUE an. Tommy ist heute übrigens der Roadmanager von KISS. Ich spielte etwa ein Jahr bei SHAKE THE FAITH bis ich dem Musikbusiness den Rücken kehrte und nach Boston zog. Dort schrieb ich neue Songs und kehrte nach einem Jahr nach LA zurück. Ich wollte eine neue Band ins Leben rufen und baute außerdem ein Tonstudio. Die Bauarbeiten waren gerade abgeschlossen als das große Erdbeben von 1992 das Gebäude komplett zerstörte. Ich kam zu der Überzeugung, daß Gott mir damit klarmachen möchte, daß ich mich aus dem Musikbusiness zurückziehen solle. Seit 1992 habe ich also mit Musik nichts mehr am Hut - sieht man von den CULPRIT-Reunion-Shows ab." Doch auch Jeff war nicht untätig: "Ich hatte eine Band namens WAY FAR OUT, und wir spielten ebenfalls sehr heavy. In der Band spielte mein damaliger Zimmergenosse mit: ein dunkelhäutiger Drummer, der einer der besten Musiker ist, die ich im Leben kennengelernt habe. Er konnte in Seattle einfach keine Musiker mehr finden, die ihm ebenbürtig waren, und ich bedrängte ihn permanent, nach LA zu gehen. Ich bin mir sicher, daß er es dort zum absoluten Superstar gebracht hätte. Aber auf mich hört ja nie irgend jemand... Vielleicht ist das auch besser so, denn ich hatte nach WAY FAR OUT nur noch Zeit für gelegentliche Jobs bei Coverbands, da ich von den letzten Jahren etwa viereinhalb im Knast gesessen habe. Ich bin im Grunde ein gutmütiger Mensch, aber man sollte mich nicht über einen gewissen Punkt hinaustreiben. Es begann damit, daß wir uns bei einer Probe tierisch zerstritten hatten und ich völlig geladen den Proberaum verließ. Draußen lief ich einem Typen in die Arme, der mich ohne Grund dumm anmachte. Mit Mühe und Not konnte ich mich beherrschen und bat ihn, mich in Ruhe zu lassen. Doch dieser Typ begann, mich herumzuschubsen, und ich sagte ihm noch einmal, er solle sich verziehen. Doch er machte weiter, so daß ich ausholte und ihn mit einem Schlag K.O. schlug. Der Typ lag einige Tage im Krankenhaus, und ich ging wegen Körperverletzung in den Bau. Ein ähnlicher Fall ereignete sich, als ich versuchte habe, einen Streit zu schlichten, der sich jedoch in ein richtiges Handgemenge verwandelte. Dabei habe ich auch ein paar Leute schachmatt gesetzt, und bei der Polizei war ich ja kein Unbekannter mehr - was auch daher rührt, daß ich ein absoluter Helldriver bin und mir mit den Cops einige Verfolgungsjagden geliefert habe. Ich habe ein echtes Monsterauto und die Geschwindigkeitsbeschränkung von 55 Meilen hat mich noch nie interessiert. Daher bin ich schon seit Jahren ein gern gesehener Gast auf dem Polizeirevier. Um es genau zu sagen, bin ich im Moment nur auf 5.000 Dollar Kaution frei und dürfte eigentlich nicht mal die Stadt verlassen. Stattdessen habe ich gleich den ganzen Kontinent verlassen. Es wäre also gesünder für mich, wenn Du den Artikel nicht veröffentlichen würdest... Sobald ich wieder in Amerika bin, werde ich die restlichen neun Monate meiner Strafe abbrummen."

Dennoch scheint es so, daß es unveröffentlichtes CULPRIT-Material gibt. Denkt Ihr nicht, daß wir ein Recht darauf haben?

"Wir hatten bei dem »Guilty As Charged«-Re-Release darüber nachgedacht, das Material zu verwenden, haben aber die Livestücke vorgezogen", antwortet Scott. "Diese alten Demos waren einfach nur Arbeitstapes, die wir für uns mitgeschnitten hatten. Ich kann mir nicht erklären, wo du diese Aufnahmen her hast! [(-: Ich sage nur Tapetrading... :-) - Red.] Wie auch immer... Diese Aufnahmen waren nie zur Veröffentlichung bestimmt. Wenn wir diese Songs veröffentlichen würden müßten wir sie zuvor vernünftig aufnehmen. Wir sind ohnehin immer noch angefressen wegen »Guilty As Charged«, so daß wir keinesfalls noch mal solch' ein unprofessionelles Album machen würden."

Stand denn jemals zur Debatte, »Guilty As Charged« komplett neu einzuspielen?

"Wir haben mehrfach drüber gesprochen", nickt John. "Aber wir sind zu dem Schluß gekommen, daß wir es als historisches Dokument so belassen wie es ist. Immerhin haben wir »Guilty As Charged« zu verdanken, daß wir jetzt hier sitzen. Eines Tages vielleicht, wenn wir alt und grau sind, werden wir die Platte noch mal komplett nur für uns aufnehmen. Vielleicht würden wir den ein oder anderen Song neu einspielen, aber im Moment glaube ich nicht daran, obwohl ich die Songs gerne so hören würde wie sie gedacht waren."

Wie kamen die anderen Reunion-Shows zustande und warum wurde nie mehr daraus?

"Bei der ersten Show etwa sieben bis acht Jahre nach dem Split hatten wir darüber nachgedacht weiterzumachen", verdeutlicht Scott. "Allerdings lebe ich seither in Kalifornien und war damals außerdem in einer anderen Band, so daß es nicht klappte. Die beiden anderen Shows spielten wir einfach nur, weil wir Bock hatten - zumal es sich einmal um eine Outdoor-Show vor 4000 Leuten handelte. Es ist immer eine gewisse Magie da, wenn wir zusammenkommen. Zudem konnten wir uns nicht vorstellen, daß wirklich jemand Interesse an uns haben könnte."

Seltsamerweise hat es nie eine Band gegeben, die versucht hat, CULPRIT zu kopieren. Waren CULPRIT nicht bekannt genug oder ist Eure Musik so einzigartig, daß man sie nicht imitieren kann?

"Ich glaube, es ist eine Kombination von beidem", überlegt John. "In Seattle gab es etliche Bands, die wir beeinflußt haben. Allerdings wurde keine dieser Bands außerhalb von Seattle bekannt. Ich glaube, daß es letztendlich für Bands interessanter war, METALLICA nachzueifern."

http://www.culpritlives.com/

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Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

Photo: Stefan Glas

CULPRIT im Überblick:
CULPRIT – Guilty As Charged (Re-Release-Review von 2001 aus Online Empire 7)
CULPRIT – Heavy, oder was!? 59-Interview (aus dem Jahr 2001)
CULPRIT – Online Empire 5-"Cult Complete"-Artikel (aus dem Jahr 2000)
CULPRIT – Online Empire 8-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2001)
CULPRIT – Online Empire 9-Interview (aus dem Jahr 2001)
CULPRIT – News vom 10.08.2010
CULPRIT – News vom 27.12.2011
CULPRIT – News vom 28.09.2018
CULPRIT – News vom 07.02.2019
CULPRIT – News vom 23.07.2020
CULPRIT – News vom 26.10.2021
Playlist: CULPRIT-Album »Guilty As Charged« in "Playlist Heavy, oder was!? 59" auf Platz 1 von Stefan Glas
Playlist: CULPRIT-Liveshow Wacken, "Wacken Open Air"-Festival 04.08.2001 in "Jahrescharts 2001" auf Platz 1 von Stefan Glas
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