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MARTYR (NL, Utrecht)-Logo

Befragt man Traditions-Metaller nach ihren Favoriten aus den Niederlanden wird wohl des├Âfteren der Name MARTYR fallen. Kein Wunder, schlie├člich konnten die Herrschaften aus Utrecht in den 80er Jahren mit den beiden Alben ┬╗For The Universe┬ź und ┬╗Darkness At Time's Edge┬ź f├╝r Furore sorgen. Wie so oft war aber auch bei MARTYR in den 90er Jahren Sendepause, und es sollte bis ins Jahr 2001 dauern, ehe sich die Niederl├Ąnder erneut zusammentaten, um einen Gig zu absolvieren. Aus jener vermeintlich einmaligen Reunion f├╝r ein Festival ist in der Zwischenzeit aber zu unserem Gl├╝ck erheblich mehr geworden. S├Ąnger Robert "Rop" van Haren, die Gitarristen Marcel Heesakkers und Rick Bouwman, sowie Bassist Antoine van der Linden und Schlagzeuger Wilfried Broekman halten MARTYR nicht nur seit geraumer Zeit erneut am Leben, sondern haben in ┬╗Fear┬ź vor einigen Wochen auch endlich wieder ein brandneues Studiowerk anzubieten.
Grund genug also, bei Originalmitglied, Riffmeister und Sympathikus Rick ein klein wenig nachzufragen.

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Auch wenn die Old School-Fraktion nicht ganz einer Meinung ist und ┬╗Fear┬ź bislang nicht in jenem Ausma├č bejubelt wurde, wie es diesem Metal geb├╝hren w├╝rde, meine ich, da├č Ihr den Zeitpunkt f├╝r die Ver├Âffentlichung ideal ausgew├Ąhlt habt. Die "alte Schule" ist erneut in aller Munde (und Ohre), und Ihr konntet auch schon auf einigen Festivals spielen. Alles bestens, oder?

Das kann man mit Sicherheit so sagen. Es tut verdammt gut, wieder mit dabei zu sein und alte Bekannte bei unseren Gigs wiederzusehen. Allerdings freut es uns ebenso zu wissen, da├č wir uns auch jede Menge an j├╝ngeren Fans erspielen konnten. Die Mischung pa├čt f├╝r uns und gibt uns zudem jede Menge an Energie, die wir fortan umzusetzen versuchen.

Bevor wir uns weiter der Gegenwart widmen, wollen wir das Rad der Zeit ein wenig zur├╝ckdrehen, um ├╝ber die Vergangenheit zu diskutieren.
F├╝r meinen Geschmack haben sich MARTYR schon zu ihrer Fr├╝hzeit deutlich von den anderen niederl├Ąndischen Bands unterschieden. Als Grund vermeine ich nicht nur den Kollegen "Zufall" daf├╝r zur Verantwortung ziehen zu k├Ânnen.

Exakt. Es war von Anfang an unsere Intention, uns mit unserer Musik von allen anderen Bands abzugrenzen. Zun├Ąchst nat├╝rlich von jenen aus unserer Heimat, von denen wir uns im Endeffekt recht deutlich unterscheiden konnten. Uns schwebte definitiv etwas anderes vor, als sofort als "Holl├Ąnder" entlarvt zu werden. Wir wollten uns auf internationales Niveau begeben und dabei nicht nur anders, sondern auch heavier, aber auch technisch anspruchsvoller klingen.

Das ist Euch auch definitiv gelungen. Wie kam es zu Eurem Beitrag auf dem legend├Ąren ┬╗Dutch Steel┬ź-Sampler, der damals einen guten ├ťberblick ├╝ber die "Oranje-Szene" gegeben hat?

Zu jener Zeit hatten wir bereits das ┬╗Metal Torture┬ź-Demo in Umlauf gebracht und waren damit auch recht erfolgreich. Im Endeffekt k├Ânnen wir mit Stolz behaupten, davon mehr als 1.000 Exemplare weltweit verkauft zu haben, was selbst f├╝r die damalige Zeit kein schlechtes Ergebnis f├╝r einen Underground-Act gewesen ist. Danach waren wir mit ÔÇ║Snow And FireÔÇ╣ auf einem weiteren Sampler (┬╗When The Hammer Falls Down┬ź) vertreten und konnten dadurch auch einige Auszeichnungen, wie den Titel "Best Song", aber auch "Best New N' Upcoming Dutch HM Band" einsacken. Aus diesem Grund wurden dann schlie├člich auch ROADRUNNER auf uns aufmerksam, und wir durften zwei Tracks (ÔÇ║Snow And FireÔÇ╣ und ÔÇ║Speed Of SamuraiÔÇ╣) f├╝r ┬╗Dutch Steel┬ź abliefern, wobei im Endeffekt doch nur ÔÇ║Snow And FireÔÇ╣ darauf verewigt wurde. Aus welchem Grund im Endeffekt aber doch ÔÇ║Speed Of SamuraiÔÇ╣ zum Klassiker geworden ist, vermag ich nicht zu beurteilen, auf diesem Sampler war die Nummer jedenfalls nicht.

Qualit├Ąt setzt sich eben durch, Sampler hin oder her. Waren denn die Songs f├╝r das Debut ┬╗For The Universe┬ź schon im Kasten als in Folge MEGATON an Euch herangetreten sind, um Euch unter ihre Fittiche zu nehmen, oder mu├čtet Ihr Euch erst um das Komponieren k├╝mmern?

Nein, da wir das Album bereits als Demo vorliegen hatten, bedufte es diesbez├╝glich keiner gro├čartigen Arbeit mehr. Da MEGATON auch einen Plattenladen mit dem Namen "Boudisque" in Amsterdam betrieben haben und sich das Demo dort wie warme Semmeln verkauft hatte, blieb ihnen wohl gar nichts anderes ├╝brig, als uns einen Deal anzubieten. [lacht]

Schon kurz nach der Ver├Âffentlichung von ┬╗For The Universe┬ź hattet Ihr die Chance, zusammen mit GRAVESTONE auf Deutschland-Tournee zu gehen. Gab es dabei besondere Momente, an die Ihr Euch nach all den Jahren noch immer gerne erinnert?

Besonderns ein Gig in Singen ist mir nach wie vor in Erinnerung, denn nie zuvor hatte ich ein derma├čen enthusiastisches Publikum erlebt! Erst vor kurzer Zeit traf ich einen Bekannten, der damals ebenfalls mit von der Partie war, und wir schwelgten in Erinnerungen. Herrlich! Auf der B├╝hne f├╝hlte es sich an, als ob wir uns mitten in einem Hurrikan befinden w├╝rden. Auf jener Tour konnten wir uns generell viele Fans bei Euch erspielen, die uns auch danach lange Zeit die Treue gehalten haben und das zum Gro├čteil sogar immer noch tun! Zudem mu├č ich den Veranstaltern noch heute attestieren, sich m├Ąchtig ins Zeug gelegt zu haben, denn die meisten Shows dieser Tour waren nahezu perfekt organisiert. An viel mehr kann ich mich allerdings beim besten Willen nicht erinnern. Du wei├čt, der Zahn der Zeit... [lacht]

Wie bitte? Ich h├Âr' so schlecht. Ah ja...
Danach folgte in ┬╗Darkness At Time's Edge┬ź ein Album, das f├╝r mich mit zu den wohl bis heute am meisten unterbewerteten Ver├Âffentlichungen des Heavy Metals auf dem europ├Ąischen Festland ├╝berhaupt zu z├Ąhlen ist. F├╝r Euch h├Ątte diese Werk den Durchbruch weltweit bedeuten m├╝ssen, doch leider kam alles anders. Denkst Du heutzutage noch dar├╝ber nach, was alles h├Ątte sein k├Ânnen?

Das habe ich wirklich ├╝ber lange Zeit getan, denn f├╝r uns bedeutete ┬╗Darkness At Time's Edge┬ź einen gro├čer Schritt vorw├Ąrts. Wir waren in vieler Hinsicht gereift und hungrig wie L├Âwen. Doch leider hatte unser Label METALLOID RECORDS es vers├Ąumt, wirklich Promotion daf├╝r zu betrieben. Zudem waren auch die Vertriebsm├Âglichkeiten besagter Firma mehr als nur limitiert, weshalb ich immer noch der Meinung bin, da├č wir es mit diesem Album schaffen h├Ątten k├Ânnen, richtig bekannt zu werden. Best├Ątigt f├╝hle ich mich von Personen wie Dir, die mir zu diesem Album auch noch Jahre sp├Ąter gratulieren und mich wissen lassen, da├č nicht nur ich daran geglaubt habe. Aber Gr├╝beln und Meckern bringt ohnehin nichts mehr, deshalb versuchen wir es jetzt eben erneut.

So weit sind wir aber noch nicht. Inwiefern war denn diese - mit Verlaub - eher besch...eidene Situation in Sachen Plattenfirma im Endeffekt f├╝r die Aufl├Âsung von MARTYR nur kurze Zeit sp├Ąter verantwortlich?

Unschuldig an unserer Situation und am daraus resultierenden Frust war diese Firma mit Sicherheit nicht. Zudem hatten METALLOID noch nicht einmal mehr das Budget, um uns ein weiteres Album zu finanzieren, was sich auch nicht unbedingt positiv auf unseren Gem├╝tszustand ausgewirkt hat. Wir erhielten in Folge zwar von der niederl├Ąndischen POLYDOR ein Angebot, allerdings mit der Bedingung, fortan auf eher kommerziellere Sounds zu setzen, was f├╝r uns nicht einmal im Ansatz in Frage gekommen w├Ąre. Wir h├Ątten es ohnehin nicht geschafft, eine Hitsingle mit der Brechstange zu komponieren, aber abgesehen davon, lag es uns auch fern, vorgeschrieben zu bekommen, wie und welche Art von Songs wir zu schreiben hatten. Unsere Demos fanden im Endeffekt dann logischerweise kaum Anklang bei den Verantwortlichen von POLYDOR, weil sie ihnen zu aggressiv waren. Deshalb entschieden sich die Herrschaften auch daf├╝r, andere Musiker unter Vertrag zu nehmen und uns fallenzulassen. Als letzte Folge des aufgestauten Frustes wurden MARTYR 1987 schlie├člich vor├╝bergehend beerdigt.

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Aus den sp├Ąten 80er Jahren sollen aber noch einige Demos existieren. Was hat es damit auf sich?

Damit k├Ânnen nur die "POLYDOR-Demos" gemeint sein. Zwar waren wir nicht zuletzt durch einige Line-up-Wechsel ein wenig melodischer als zu Beginn unterwegs, doch gro├čartige stilistische ├änderung gab es dennoch nicht. Durch den Umstand, da├č wir diese Teile nur f├╝r POLYDOR eingespielt haben, sind sie aber mittlerweile mehr oder weniger in Vergessenheit geraten.

V├Âllig Schicht im Schacht war aber auch in den 90er Jahren nicht. Im Gegenteil, Ihr seid alles andere als unt├Ątig gewesen, wenn auch nicht unter dem Banner MARTYR.

Das stimmt und stellt im Endeffekt unter Beweis, da├č alle bei MARTYR aktiven Musiker vielmehr aus Liebe zur Musik an sich gehandelt haben, als blo├č, um kurzfristig Geld damit zu verdienen. Einige - mehr oder weniger - bekannte Namen, bei denen wir involviert waren, lauteten: PICTURE, MY BROTHER JAKE, SYRENADE, MINDSCAPE, GUM CONTROL und MEDALLION. Heutzutage bezeichnen wir diese Phase als das "MARTYR-Labyrinth", denn im Endeffekt kreuzten sich unsere Wege immer wieder, wenn auch bei v├Âllig unterschiedlichen Formationen. Marcel und Antoine waren zudem auch als Techniker f├╝r gr├Â├čere Bands im Einsatz und haben das Business auch von dieser Seite kennengelernt.

Im Jahr 2001, einer Zeit also, in der traditioneller Metal sch├Ân langsam, aber sicher, auch in "wichtigeren" Medien erneut Akzeptanz erhalten hatte, fand das "Heavy Metal Maniacs"-Festival statt, bei dem es dann zum ersten MARTYR-Gig nach langen Jahren gekommen ist.

"Heavy Metal Maniacs" nennt sich eine ├╝berregionale, niederl├Ąndische Vereinigung von Metal-Freaks, die besagtes Festival auch organisiert. Von jenen Herrschaften wurden wir im Jahr 2001 nach der M├Âglichkeit f├╝r einen Reunion-Gig befragt und - ganz ehrlich - wirklich lange mu├čten wir nicht ├╝berlegen. [lacht] So kam es, da├č wir uns im Vorfeld, zum ersten Mal nach 14 Jahren, wieder zum Proben getroffen haben. Da wir innerhalb k├╝rzester Zeit bemerkten, da├č das Feuer erneut lichterloh brannte, waren wir von Anfang an zuversichtlich f├╝r diesen Auftritt und sollten damit auch recht behalten. Wir, also die Musiker von MARTYR, waren trotz der Aufl├Âsung der Band ja nie zerstritten, sondern verblieben in - mehr oder weniger loser - Freundschaft, so da├č eben jener Moment im Endeffekt blo├č die Initialz├╝ndung f├╝r unser Comeback darstellte. Allerdings war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht abzusehen, da├č erneut mehr daraus werden sollte, als dieser einmalige Auftritt.

Zun├Ąchst einmal wurden kurz darauf eure beiden Studioscheiben als Re-Releases erneut in Umlauf gebracht. Nichtsdestotrotz kehrte erneut Funkstille ein.

HIGH VAULTAGE/METAL FOR MUTHAS legten die beiden Alben nochmals auf, da sie gro├če Nachfrage erhielten, und es dem Macher dieses Labels auch nicht entgangen war, wie rar die Originale in der Zwischenzeit geworden waren. Von daher sprach nichts gegen die Neuauflage, zumal ohnehin keines unserer Alben zuvor ├╝berhaupt jemals auf CD erschienen ist. Oliver Klemm von HIGH VAULTAGE verhielt sich dabei wie ein echter Gentleman und versuchte, uns tatkr├Ąftig zu unterst├╝tzen und keineswegs uns ├╝ber den Tisch zu ziehen. Nicht zuletzt durch die Re-Releases stieg das Interesse an MARTYR erneut massiv an und brachte uns zu einer weiteren, legend├Ąren Auftrittsm├Âglichkeit, n├Ąmlich beim "Keep It True"-Festival.

Bei besagtem Gig war Gerard Vergouw am Mikro mit dabei, der jedoch nicht lange im Line-up verbleiben ist und durch Rop ersetzt wurde.

Auch in diesem Fall kam es zu einer freundschaftlichen Trennung. Da Gerard mit einer Kolumbianerin verheiratet ist und die beiden f├╝r ihr weiteres Leben geplant haben, sich in Kolumbien niederzulassen, lag es auf der Hand, sich in beiderseitigem Einverst├Ąndnis zu trennen. Rop brauchten wir allerdings erst gar nicht lange zu bitten, erneut ein MARTYRer zu werden. [lacht] Da er ja unser Originals├Ąnger gewesen ist, wu├čte er, was auf ihn zukommen w├╝rde, und schon bei unserem Gig beim "Headbanger's Open Air" konnte er uns und den Fans beweisen, welch' begnadeter S├Ąnger und Frontmann er ist.

Auf Eurem aktuellen Silberscheibchen ┬╗Fear The Universe┬ź ist Rop zum ersten Mal in seiner Karriere bei MARTYR auch auf "Konserve" zu h├Âren. Weiters sind mit Antoine, Marcel und Dir drei weitere Mitglieder jener Besetzung mit dabei, die bereits auf dem Debut zu h├Âren waren. Dadurch macht der offensichtlich an den Erstling angelehnte Titel auch so richtig Sinn.

Genau so ist es. Es handelt sich in de Tat um ein "echtes" MARTYR-Album, denn alles andere w├Ąre Betrug gewesen. Anmerken m├Âchte ich in diesem Zusammenhang aber auch noch, da├č Rop in den 80ern sehr wohl in das Songwriting zu beiden Alben involviert gewesen ist, auch wenn Gerard im Endeffekt die Tracks eingesungen hat. Auch unser Drummer Wilfried geh├Ârt quasi zur "Familie" und war schon einmal im Verlauf der Geschichte bei uns. Er stie├č bald nach ┬╗Darkness At Time's Edge┬ź zur Band und war auch bei den Aufnahmen der Demos in den sp├Ąten 80er Jahren dabei.

War denn euer urspr├╝nglicher Drummer Elias Papadopoulos nicht mehr f├╝r weitere T├Ątigkeiten zu gewinnen? Bei der Show beim "Heavy Metal Maniacs"-Festival war er zumindest noch dabei.

Elias hatte schlicht und ergreifend keinen Bock mehr weiterzumachen, und so war Wilfried unser erster Ansprechpartner f├╝r diesen Posten. Mit ihm verbindet mich eine langj├Ąhrige Freundschaft, die schon vor der Gr├╝ndung von MARTYR entstanden ist. Zudem war er auch in den "MARTYR-losen Jahren" zusammen mit Rop bei MEDALLION und MINDSCAPE t├Ątig, weshalb auch diese beiden ein recht inniges Verh├Ąltnis zueinander aufgebaut haben. Aus Elias ist ├╝brigens ein sehr renommierter T├Ątowierer hier in den Niederlanden geworden, wodurch ihm aber kaum Zeit f├╝r andere Verpflichtungen geblieben ist.

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Womit wir endlich in der Gegenwart angelangt w├Ąren. Das neue Album kommt als schicker Doppeldecker im Digipack in die L├Ąden, wobei das Debut als separater Silberling enthalten ist, wie auch euer brandneues Material unter dem Titel ┬╗Fear┬ź. Keine schlechte Idee, von wem stammt diese denn?

Urspr├╝nglich wollten RUSTY CAGE RECORDS nur unser Debut im Rahmen ihrer "Dutch Cult Classics"-Serie wiederver├Âffentlichen. Sie lagen mir nahezu drei Jahre lang damit in den Ohren, bis ich schlie├člich einwilligte, jedoch nur unter der Bedingung, etwas Besonderes daraus zu kreieren. Als sie "gr├╝nes Licht" daf├╝r gegeben haben, wollten wir zun├Ąchst unsere neuen Songs als Bonusmaterial verwenden, doch anstelle von einem oder zwei zus├Ątzlichen Tracks, hatten wir in der Zwischenzeit f├╝nf St├╝ck parat, f├╝r unser Empfinden schlichtweg zu viel und zu gut, um "nur" als Bonustracks ver├Âffentlicht zu werden. Daraus entstand dann im Endeffekt zusammen mit den Machern von RUSTY CAGE die Idee zu ┬╗Fear Of The Universe┬ź in der aktuellen Form.

Wird es denn auch ┬╗Darkness At Time's Edge┬ź in ├Ąhnlicher Form als Re-Release geben?

Nein. Zumindest im Moment bestehen daf├╝r noch keinerlei Pl├Ąne.

Auf ┬╗Fear┬ź zeigen sich MARTYR meiner Meinung nach von ihrer "zeitgem├Ą├čen" Seite, ohne jedoch dabei den traditionellen Metal zu vernachl├Ąssigen. Wie w├╝rdet Ihr das aktuelle Album beschrieben?

Damit kommst du der Sache verdammt nahe, zumal unsere Intention genau diese gewesen ist. Die 80er-Roots sollten immer noch vorhanden sein, durch die lange Zeitspanne seit unserem letzten Album hatten wir aber durchaus auch im Sinn zu beweisen, da├č wir nicht blo├č von der Vergangenheit zehren. In erster Linie sollten die Tracks heavy sein, aber dennoch melodi├Âs. Wir wollten den eingefleischten Fans Nachschub sichern, aber auch ausreichend attraktiv sein, um j├╝ngere Metaller anzusprechen zu k├Ânnen. Ich denke, dieser Mix ist uns gelungen.

Jau, isser. Was gibt es denn zum Thema Texte zu berichten?

Rop ist daf├╝r verantwortlich, ich hab' keinen Schimmer, was der Kerl da von sich gibt. [lacht] Nein, Spa├č beiseite. Rop ist ein gro├čartiger Texter, dessen Lyrics immerzu einen gewissen Hang zur Mystik haben. Seine Inspirationsquellen sind dabei ebenso vielseitig wie die Ergebnisse.

Wer hat das Cover bzw. Artwork entworfen, das zwar recht schlicht wirkt, aber dennoch sehr effektiv ausgefallen ist?

Im Endeffekt war das eine Co-Produktion unseres Drummers Wilfried und Remco von RUSTY CAGE RECORDS. Ich hatte die Idee des Auges, in dem der "Reaper" zu sehen ist, um den Begriff "Fear" auszudr├╝cken und teilte diese Wilfried mit. Da wir auch auf ┬╗For The Universe┬ź den Sensenmann abgebildet hatten, dachte ich, da├č somit auch ein Querverweis dazu hergestellt werden k├Ânnte. V├Âllig unabh├Ąngig davon schickte uns Remco nur wenige Tage sp├Ąter seine Vorstellung und diese enthielt ebenfalls ein Auge, blo├č mit dem Unterschied, da├č darin das komplette Cover unseres Debuts zu sehen gewesen ist. Nicht schlecht, oder? Wilfried und Remco haben sich dann gemeinsam daran gemacht, die Sache zu finalisieren, und zumindest ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Vor allem die "Doppel-Packung" kann sich sehen lassen, da im Endeffekt beide Covermotive verewigt wurden und zudem auch noch einige Fotos von damals und heute enthalten sind. Ganz nach dem Motto "Finde den Unterschied". [lacht]

Wann habt Ihr denn beschlossen, Euren Fans abermals ein neues Album anzubieten?

Zwar hatten wir schon einige Shows zuvor absolviert, doch im Endeffekt l├Ą├čt sich das "Keep It True" als Zeitpunkt f├╝r unseren Wiedereinstieg in die Szene bezeichnen. Die Reaktionen der Fans waren derma├čen ├╝berschwenglich, da├č wir gar nicht anders konnten und uns daran machen mu├čten, neue Songs zu schreiben, um uns auf diese Art zu bedanken.

Wie lange habt Ihr denn f├╝r die Aufnahmen in Summe ben├Âtigt?

Insgesamt werden es wohl an die sechs Monate gewesen sein. Allerdings gingen wir in mehreren Etappen und mit einigen Pausen an die Sache heran. Die Produktion selbst, das Mastering, sowie der Mix haben nicht mehr als drei Wochen Zeit in Anspruch genommen.

Das bedeutet, es hat wirklich nicht sonderlich lange gedauert, ehe die f├╝nf Tracks mit dem zu vernehmenden imposanten und druckvollen Sound ausgestattet waren?

Keineswegs. Unser Produzent Jack Nobelen wei├č eben, wie eine Metal-Band zu klingen hat. Zudem kennt er uns sehr gut, da wir nicht zum ersten Mal mit ihm gearbeitet haben. Als Gitarrist konnte er uns zus├Ątzlich immer wieder Tips geben und hatte auch so manche Kniffs auf Lager, die uns beeindruckten. Von daher l├Ą├čt sich die kurze, aber ungemein intensive Arbeitweise erkl├Ąren.

Neben Euren Ver├Âffentlichungen seid Ihr auch seit langer Zeit als beeindruckende Liveband bekannt. Welche Konzerte seht Ihr denn bisher als Eure Highlights in Eurer Karriere an?

Der absolute Oberhammer war mit Sicherheit das "Keep It True"-Festival. Nicht nur deshalb, weil gerade dadurch der Stein wieder ins Rollen gekommen ist, sondern auch, weil die Organisation schlichtweg sensationell gewesen ist. Sehr beeindruckend war auch die Release-Show f├╝r ┬╗Fear The Universe┬ź am 20. Februar hier bei uns. Unsere Tournee zusammen mit LIZZY BORDEN im letzten Jahr war aber auch durchweg erfolgreich. Vor allem an eine Show Polen erinnere ich mich noch sehr gut, weil das Publikum unsere Songs von den ersten Takten an mitgesungen hat und ├╝ber die gesamte Spielzeit regelrecht ausgeflippt ist.

Wie schon erw├Ąhnt, seid Ihr momentan bei RUSTY CAGE RECORDS unter Vertrag. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Die Betreiber des Labels, Remco und Manfred, kontaktierten uns schon vor einigen Jahren. Ich wei├č es zwar nicht mehr ganz genau, aber ich denke es war so gegen 2004, als die beiden zum ersten Mal an uns herantraten. Da diese Jungs ebenfalls aus "unserer" Zeit stammen, also die 80er Jahre hautnah miterlebt haben, waren wir f├╝r sie keine Unbekannten, und da urspr├╝nglich ja angedacht war, da├č sie unsere Scheiben blo├č als Art "Tribute" an die Vergangenheit neu auflegen wollten, wurden wir uns auch bald darauf einig. ├ťber die weiteren Bedingungen habe ich ja schon kurz berichtet, und zu unserem Gl├╝ck waren sie auch von unserem neuen Material ├╝berzeugt. Von daher denken wir, da├č die Konstellation RUSTY CAGE RECORDS und MARTYR f├╝r beide Seiten die ideale Besetzung darstellt.

Bleibt nur zu hoffen, da├č die Verkaufszahlen halbwegs halten, was Ihr Euch versprecht. In welchen L├Ąndern waren MARTYR denn "gro├č", und wo wird es denn erneut so werden?

Ich denke, daran hat sich trotz der relativ langen Zeitspanne nicht viel ge├Ąndert. Wir lieben Deutschland und Deutschland liebt uns! Das war fr├╝her so und wird hoffentlich auch noch lange so bleiben! Nirgendwo anders auf dieser Erde gibt es mehr Fans des traditionellen Heavy Metal als bei Euch. Zwar gab und gibt es auch noch andere Regionen, in denen wir ganz gut angekommen sind, doch im direkten Vergleich waren die Abs├Ątze doch nicht so stark wie in Deutschland. Gut gelaufen ist es f├╝r MARTYR aber auch in unserer Heimat, in Belgien, Polen, Italien, Japan und Teilen S├╝damerikas.

Sp├Ątestens nach dem Erstkontakt mit ┬╗Fear The Universe┬ź wird dann der Rest der Erde ebenfalls zum erweiterten Fankreis zu z├Ąhlen sein, da bin ich mir ganz sicher.
Auch wenn es noch ein wenig zu fr├╝h ist um ├╝ber detaillierte Zukunftspl├Ąne zu philosophieren, wollte ich gerne wissen, was uns von MARTYR demn├Ąchst noch so ins Haus steht.

Wir versuchen, Vollgas zu geben! Schon eine Woche nach der Release-Party haben wir damit begonnen, Material f├╝r das n├Ąchste Album zu schreiben. Wir hoffen, im Laufe des n├Ąchsten Jahres mit einem weiteren Langeisen am Start sein zu k├Ânnen und wollen zuvor, also noch im Laufe dieses Jahres, m├Âglichst viele Gigs absolvieren. Einige Festivalauftritte sollten dabei noch drin sein, ebenso eine kurze Clubtour so gegen Herbst hier in Europa. Haltet also Ausschau nach MARTYR! Es wird auch in Zukunft Alben und Konzerte von uns geben, denn MARTYR sind definitiv zur├╝ck und zwar mit unb├Ąndiger Energie und ebensolchem Einsatz! Knapp 20 Jahre hat es gedauert, aber jetzt sind wir endlich wieder am Start, um doch noch das Universum zu erobern! [lacht]

http://www.martyronline.nl/

info@martyronline.nl

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

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