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Eine Dekade ist es her, da├č DOMAIN innerhalb kurzer Zeit einen ko┬şme┬şten┬şhaf┬şten Aufstieg erlebten und anschlie├čend vergl├╝hten. Bei der zweiten In­thro­ni­sa­tion, die Gitarrist Axel Ritt gerade mit einem neuen Musikerstamm vollzogen hat, wird es sicherlich schwerer werden. Die Zeiten haben sich ge├Ąndert und die Band ist im wahrsten Sinne des Wortes ┬╗One Million Lightyears From Home┬ź. Ein Lagebericht von Axel Ritt.

Warum hast Du DOMAIN wiederbelebt?

Eigentlich haben sich DOMAIN nie offiziell aufgel├Âst, sondern die Band hat quasi eine l├Ąngere Ruhepause eingelegt ÔÇô so ├Ąhnlich wie die EAGLES bei ihrem Comebackalbum ┬╗Hell Freezes Over┬ź behauptet haben, sie h├Ątten lediglich 15 Jahre Urlaub gemacht. Es w├╝rde den Rahmen sprengen, alle Gr├╝nde zu erl├Ąutern, weshalb DOMAIN irgendwann nicht mehr weitergearbeitet haben. Ich hingegen habe w├Ąhrend der letzten Jahre darauf gewartet, da├č die H├Ârer wieder offener f├╝r den melodi├Âsen Hard'n'Heavy-Rock werden. Anfang der Neunziger kam der Grunge und hat alles platt gemacht, so da├č es f├╝nf, sechs Jahre lang f├╝r melodischen Hard Rock keinen Markt gab. Wir h├Ątten nat├╝rlich auf kleiner Flamme weitermachen k├Ânnen, was wir aber nicht taten. Von der heutigen Position aus bin ich der Meinung, da├č es ein Fehler war, da ich jetzt den Leuten in m├╝hsamer Kleinarbeit klarmachen mu├č, da├č es die Band wieder gibt. Mittlerweile wird diese Musik wieder akzeptiert und auch bei Plattenfirmen redet man endlich wieder vern├╝nftig ├╝ber dieses Thema. Die Zeit war also reif, so da├č ich zugeschlagen habe.
Es gibt eine Theorie, da├č sich das menschliche Leben etwa alle sieben Jahre ver├Ąndert: Im Alter von etwa sieben Jahren wirst Du eingeschult, mit vierzehn beginnt die Pubert├Ąt, mit einundzwanzig verlassen viele das Elternhaus und mit achtundzwanzig bindet man sich f├╝rs Leben. Wenn ich das auf die Musik ├╝bertrage, geht diese Rechnung ebenfalls auf: Vor sieben Jahren kam der Grunge, sieben Jahre zuvor kam in Amerika die Melodicwelle auf und nochmals sieben Jahre fr├╝her war die New Wave Of British Heavy Metal. Ich glaube, da├č jetzt der Kreis wieder von vorne beginnt.

Inwiefern haben die alten mit den aktuellen DOMAIN etwas gemein ÔÇô sieht man davon ab, da├č der Gitarrist in beiden F├Ąllen Axel Ritt hie├č.

In meinen Augen hat DOMAIN seinen Horizont erweitert, da die neuen Musiker in der Lage sind, das alte Material auf dem gleichen Level r├╝berzubringen wie DOMAIN damals. Aufgrund unseres musikalischen Backgrounds k├Ânnen wir jetzt jedoch Grenzen ├╝berschreiten, die wir fr├╝her nicht passieren konnten. Ich habe mich bem├╝ht, mit der neuen Platte das traditionelle Songwriting der alten DOMAIN beizubehalten als auch ├╝ber den Tellerrand hinauszuschauen und neue Einfl├╝sse geltend zu machen. In dieser Hinsicht stellt unser neuer S├Ąnger Carsten Schulz einen absoluten Gl├╝cksgriff dar, da er eine klassisch geschulte Stimme hat, mit der er ein enormes Spektrum abdecken kann.

Auf ┬╗One Million Lightyears From Home┬ź befindet sich noch ein Song, ÔÇ║Wings Of DestinyÔÇ╣, an dem die beiden ehemaligen DOMAIN-Mitglieder Bernie Kolbe und Volker Sassenberg mitgeschrieben haben. Handelt es sich dabei um ein ├ťberbleibsel aus den vergangenen Tagen?

Wir hatten Mitte der Neunziger mit den alten DOMAIN an einigen neuen Titeln gearbeitet, die musikalisch allerdings in eine ganz andere Richtung gegangen w├Ąren. Es h├Ątte sich um eine Popproduktion gehandelt, die zum Gl├╝ck nie Realit├Ąt wurde. Ich habe mich relativ schnell von diesem Projekt distanziert, da ich gemerkt habe, da├č ich musikalisch nichts damit anfangen kann. Ich denke, den DOMAIN-Fans w├Ąre es ebenso ergangen und dar├╝ber hinaus haben auch die Plattenfirmen negativ drauf reagiert. ÔÇ║Wings Of DestinyÔÇ╣ war der einzige Song, der DOMAIN-typisch war, so da├č wir ihn f├╝r die neue Platte verwendet haben. Da ich ein sehr fairer Mensch bin habe ich den beiden ehemaligen Musiker die songwriting credits gegeben, obwohl sie an dem nicht in dem Ma├če beteiligt waren wie ich. Allerdings m├Âchte ich niemand ├╝ber den Leisten ziehen im Gegensatz zu einigen anderen ehemaligen DOMAIN-Musikern, die sich sehr unfein verhalten haben.

Das klingt so als sei da Stunk im Verzug!

Die Credits sind tats├Ąchlich das einzige, was mich mit einigen ehemaligen Gruppenmitgliedern noch verbindet. Leider haben sich sehr unsch├Âne Szenen abgespielt: Ich hatte alle ehemaligen Mitglieder gefragt, ob sie wieder bei DOMAIN mitmachen wollen und erhielt von allen die Antwort, da├č sie entweder keine Lust oder keine Zeit h├Ątten. Daher habe ich auf eigene Faust die Band neu zusammengestellt und daf├╝r haben meine ehemaligen Kollegen mir eine Klage an den Hals geh├Ąngt. Das ist ein unglaubliches Verhalten, das ich verabscheue, um es auf den Punkt zu bringen! Das Recht an dem Namen DOMAIN hatten au├čer mir zwei weitere Musiker, die nun eine einstweilige Verf├╝gung erwirkt haben, um mir den Namen zu verbieten. Zwar habe ich das Recht, den Namen auch ohne diese beiden Herren zu nutzen, aber bis dazu ein rechtskr├Ąftiges Urteil vorliegt k├Ânnen sie den Namen eventuell ├╝ber Jahre hinweg blockieren. Letzten Endes waren mir so lange die H├Ąnde gebunden, bis ich sie ausbezahlt habe: Ich habe ihnen n├Ąmlich den Namen abgekauft. Ich bin sehr entt├Ąuscht davon, da├č wir uns heute nur noch durch unsere Anw├Ąlte unterhalten und uns vor Gericht sehen anstatt das Problem auf die freundschaftliche Weise aus der Welt zu schaffen, die fr├╝her zwischen uns ├╝blich war. Daher m├Âchte ich ├╝ber dieses Thema nicht weiter reden.

Fr├╝her wurden bei DOMAIN Bernie und Cliff in den Vordergrund gestellt, da sie als ehemalige Mucker von den deutschen Krautrocker EPITAPH die bekanntesten Figuren waren. Heute bist Du hingegen der Routinier bei DOMAIN. Inwiefern hat sich dadurch das Bandfeeling ge├Ąndert?

Wir liegen altersm├Ą├čig nicht so weit auseinander wie man glauben mag: Die Musiker sind zwischen Ende Zwanzig und Ende Drei├čig und ich bin zudem nicht der ├älteste in der Band! Daher harmonieren wir problemlos miteinander. Au├čerdem haben wir einen enormen Vorteil dadurch, da├č ich mich in den letzten zehn Jahren nicht nur als K├╝nstler sondern auch als Gesch├Ąftsmann weiterentwickelt habe. Dank meines Labels HUMBUCKER MUSIC habe ich die andere Seite des Gesch├Ąfts kennengelernt und von diesen Erfahrungen k├Ânnen DOMAIN nat├╝rlich profitieren.

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Du hast f├╝r die neuen DOMAIN quasi den Rhein rauf und runter abgeklappert und Dir dabei ein kleines Underground-All-Star-Team zusammengestellt: Mit dem neuen DOMAIN-Basser Dirk Beckers spielst Du schon seit l├Ąngerem zusammen bei Z├ťNDER und REISSFEST, die Deutsch-Rock-Combo von Keyboarder Erdmann, steht bei Deinem Label HUMBUCKER MUSIC unter Vertrag. Die beiden anderen neuen DOMAIN-Musiker stammen aus Mannheim: Carsten sang fr├╝her bei den Heavy Rockern MR. HATE und Edgar spielte bei der erstklassigen Melodic-Formation SCARLET ROSE Schlagzeug.

Es war f├╝r mich wichtig, mit erfahrenen Musikern zusammenarbeiten zu k├Ânnen. Wir haben am Wochenende die Proben f├╝r die Tournee mit BONFIRE begonnen und man hat sofort gemerkt, da├č wir alle ├╝ber eine gro├če Routine verf├╝gen. Es ist sehr erfrischend, wenn man sehr effektiv und zielgerichtet arbeiten kann.
Wenn meine Mitmusiker so jung w├Ąren, da├č ich ihr Vater sein k├Ânnte, dann w├Ąre es l├Ącherlich. Es ist zwar sehr sch├Ân, wenn man junge, hungrige Musiker um sich wei├č, aber die sind manchmal so hei├č, da├č man sie nicht b├Ąndigen kann. Auf Tour h├Ątte ich dann das Problem, da├č ich mehr oder minder Babysitter spielen m├╝├čte. Au├čerdem: Wor├╝ber soll ich mich denn mit einem Achtzehnj├Ąhrigen unterhalten? Da liegen die Interessen viel zu weit auseinander. Es ist jedoch innerhalb einer Band enorm wichtig, da├č auch in pers├Ânlicher Hinsicht eine gemeinsame Basis existiert.
Wer will mir denn etwas ├╝ber Metal oder Hard Rock erz├Ąhlen? Irgendwelche Buben, die KORN h├Âren? Wer mit der Hard Rock- und Metalgeneration aufgewachsen ist, der ist zwangsl├Ąufig zwischen 30 und 40 Jahren alt und die Leute k├Ânnen diese Musik am besten interpretieren. Daher war es klar, da├č DOMAIN mit gestandenen Musikern best├╝ckt werden mu├čte.

Man hat Dir gewi├č unterstellt, da├č hinter der neuen DOMAIN-Episode nur gesch├Ąftliches Kalk├╝l steht.

Richtig! Und ich kann sogar verstehen, da├č manche Leute so denken, aber mich pers├Ânlich interessiert das nicht! Mich interessiert einzig und allein der Fan, der einen Teil seines Monatslohns beim H├Ąndler l├Ą├čt. Und wenn eine Band bei den Fans ankommt und von den Journalisten wohlwollend besprochen wird hat sie ihre Daseinsberechtigung!

Und welchen Erfolg k├Ânnen DOMAIN heutzutage noch absahnen?

Auch diese Frage kann ausschlie├člich von den Fans beantwortet werden. Ich pers├Ânlich gehe in solchen Fragen immer von dem Schlechtesten aus und freue mich ├╝ber alle Resultate, die ├╝ber den Super-GAU hinausgehen. Ich denke, da├č man mit unserer Art Musik schwierige Startbedingungen hat, die jedoch durch den Bekanntheitsgrad unseres Namens ausgeglichen werden. Zudem haben wir den Vorteil, da├č der Name DOMAIN f├╝r eine bestimmte Musikrichtung steht. Unser Ziel ist es zun├Ąchst, den Namen wieder zu etablieren ÔÇô also zum einen den alten Fans klar zu machen, da├č es die Band wieder gibt und zum anderen dahingehend ├╝berzeugen zu k├Ânnen, da├č wir neue Fans hinzugewinnen k├Ânnen. F├╝r die Zukunft wollen wir konsequent weiterarbeiten, uns weiterentwickeln und den Horizont erweitern.

Der Titelsong von ┬╗One Million Lightyears From Home┬ź erinnert mich an das Shanty ÔÇ║What Shall We Do With A Drunken SailorÔÇ╣. Absicht?

Du bist nicht der einzige, der das gesagt hat und diese Assoziation steht jedem frei. ÔÇ║One Million Lightyears From HomeÔÇ╣ ist der einzige Konzepttitel auf der Platte: Ich habe mich gefragt, welcher Song der gr├Â├čte Hit von DOMAIN in der Vergangenheit war und das war zweifelsohne ÔÇ║Lost In The CityÔÇ╣. Also wollte ich einen Song komponieren, der unweigerlich mit dem Namen DOMAIN verbunden sein sollte und so entstand ÔÇ║One Million Lightyears From HomeÔÇ╣, den manche auch als ÔÇ║Lost In The City ÔÇô Part 2ÔÇ╣ bezeichnen.

Hattet Ihr keine Angst, da├č Ihr angesichts des Titelsongs als Tr├Ąller-Metal-Band verschrien werdet.

Ich denke, da├č sich der Vorwurf "Tr├Ąller-Metal" eher auf den Gesang bezieht und man wird Carsten nicht ernsthaft vorwerfen k├Ânnen, da├č er tr├Ąllern w├╝rde. Und wer das Bild einer Band von einem einzigen Titel abh├Ąngig macht, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen! Ganz abgesehen davon mu├č man sagen, da├č der Titel live einen Heidenspa├č macht.

Ist die Musik von DOMAIN ├╝berhaupt noch zeitgem├Ą├č? Man wird Euch bestimmt des├Âfteren vorhalten, da├č DOMAIN keine Daseinsberechtigung mehr h├Ątten.

Ja, v├Âllig richtig! Genauso wie die ROLLING STONES keine Daseinsberechtigung mehr haben, weil Keith Richards schon seit 20 Jahren die gleichen Akkordfolgen benutzt und genauso m├╝├čte man dar├╝ber nachdenken, da├č AC/DC das zwanzigste Album so klingen lassen wie das erste. Wir haben unser Spektrum ein bi├čchen erweitert - aber die Betonung liegt auf "ein bi├čchen"! Eine Entwicklung mu├č langsam vonstatten gehen, so da├č sie f├╝r den H├Ârer nachvollziehbar bleibt.

Wie siehst Du, der Du seit mehr als 15 Jahren professionell Musik machst die aktuelle Szene?

Die technischen M├Âglichkeiten im Studio haben sich derart weiterentwickelt, da├č sich die musikalischen F├Ąhigkeiten der K├╝nstler proportional zur├╝ckgebildet haben ÔÇô je besser die Technik wurde, desto schlechter wurde das Handwerk. Ich bin davon ├╝berzeugt, da├č 95 Prozent aller aktuellen Metalbands nicht f├Ąhig sind, irgendeinen x-beliebigen Song mit Akustikgitarre und Cleangesang zu spielen ÔÇô von zweistimmigem Gesang oder ├Ąhnlichem ganz zu schweigen. Das war fr├╝her undenkbar, da es unm├Âglich war, eine Gitarre so fett klingen zu lassen, da├č sie alles andere niedermacht. Schau Dir doch mal die Produktionen von KORN oder LIMP BIZKIT an: Da klingt die Gitarre derart fett und liegt im Frequenzbereich des Basses, so da├č der Ba├č slappen mu├č, wenn man ihn ├╝berhaupt noch h├Âren soll. Man kann also alles hinter einer gigantischen Soundmauer verstecken, so da├č handwerkliche F├Ąhigkeiten vollkommen unn├Âtig sind. Das finde ich zwar sehr traurig, aber wenn ich heute 15 Jahre alt w├Ąre h├Ątte ich bestimmt auch keinen Bock, jahrelang tagt├Ąglich stundenlang Finger├╝bungen zu machen, nur um dann zu sehen, da├č zeitgleich andere Bands mit einem gigantischen Minimalismus Millionenums├Ątze erzielen. Parallel zu den instrumentalen F├Ąhigkeiten haben leider auch die F├Ąhigkeiten in Sachen Songwriting zur├╝ckentwickelt. Mir gef├Ąllt hingegen sehr gut, da├č die Bands heute sehr viel mehr herumexperimentieren als fr├╝her.

Gestatte uns trotz aller Schwierigkeiten mit Deinen ehemaligen Mitmusikern einen Blick zur├╝ck: Wie bist Du damals zu DOMAIN gekommen?

Ich spielte fr├╝her in Essen in einer f├╝rchterlichen Band namens WISEMAN. Wir hatten eine EP gemacht, auf der wir >Paranoid< von BLACK SABBATH gecovert hatten und anschlie├čend folgte eine komplette LP. Doch musikalisch war das Ganze nur ein schlechter Versuch, die New Wave of British Heavy Metal nachzuahmen. Damals erhielt ich das Angebot, bei KINGDOM - wie DOMAIN zun├Ąchst hie├čen- mitzumischen. Den Namen wechselten wir bekanntlich nach der ersten Platte, da etwa zeitgleich Lenny Wolf KINGDOM COME ins Leben gerufen hatte. Ich habe mittlerweile schon mehrfach erz├Ąhlt bekommen, da├č die Urversion von ┬╗Lost In The City┬ź mit dem KINGDOM-Schriftzug dreistellige Verkaufspreise erzielt. Damit h├Ątten wir damals bestimmt nie gerechnet!

DOMAIN hatten 1989 zu dem ARD-Dreiteiler "Bastard" als Titelmusik den Song ÔÇ║Hearts Of StoneÔÇ╣ beigesteuert. Wie kam es zu dieser Liaison zwischen TV und Hard Rock?

Die BAVARIA-Filmstudios, die den Dreiteiler gedreht und finanziert hatten, suchten einen passenden Soundtrack und fragten bei verschiedenen Plattenfirmen an. Damals wurde in solchen F├Ąllen bei Heavy Metal sofort die T├╝r zugeschlagen, aber eine Hard Rock-Band wie DOMAIN war gerade noch okay. Also produzierten wir unseren Beitrag, der der BAVARIA- Filmgesellschaft am besten gefiel, so da├č wir den Zuschlag erhielten.

Wenn ich recht informiert bin, bist Du studierter Musiker.

Richtig: Ich habe parallel zu DOMAIN Musik und Architektur studiert und als die Sache mit DOMAIN auf Touren kam mu├čte ich mich entscheiden, so da├č ich die Architektur in den Wind geschossen und lediglich weiterhin die Musikkurse belegt.

Und das gro├če Geld, das die Architektur versprach, hat Dich nicht gelockt?

Nein, obwohl mein Vater ein Architekturb├╝ro hat, so da├č ich den Namen sowie seinen Kundenstamm h├Ątte ├╝bernehmen k├Ânnen. Wirtschaftlich h├Ątte mir dann gewi├č nichts mehr passieren k├Ânnen. Aber das Wort 'Beruf' kommt von 'Berufung' und die meisten Menschen f├╝hlen sich im Leben eben nur zu einer Sache berufen. Bei mir war es die Musik und ich habe daher den steinigen Weg gew├Ąhlt.
Ich bin in der gl├╝cklichen Lage, da├č ich seit etwa 15 Jahren von der Musik leben kann. Zwischendurch gab es zwar immer mal wieder Konstellationen, bei denen ich nicht vom Rock'n'Roll allein leben konnte. Aber dann habe ich in Coverbands ausgeholfen oder habe Kompositionsauftr├Ąge f├╝r andere Bands angenommen. Es gibt in jedem Beruf Phasen, in denen man kurzfristig die Faust in die Tasche stecken und auch Auftr├Ąge annehmen mu├č, bei denen man sich nicht selbst verwirklichen kann, sondern nur eine Dienstleistung vollbringt.
Andererseits k├Ânnen solche anderen Dinge auch sehr viel Spa├č machen: Ich habe beispielsweise vor zwei Tagen einen Transkriptionsauftrag angenommen und mu├č nun ein Klavierarrangement f├╝r eine Operette von F-Dur nach C-Dur transponieren und bin gerade dabei, die Noten zu setzen. Meine Firma HUMBUCKER MUSIC umfa├čt eine Plattenfirma, ein Tonstudio sowie einen Verlag und dadurch kommen auch mal eher artfremde Auftr├Ąge rein. Ich habe die Sache als Herausforderung gesehen und daher akzeptiert. Zudem kommt man mit der Zeit in Sachen Notenlesen aus der ├ťbung, so da├č ich mit diesem Auftrag meine Kenntnisse wieder etwas aufzufrischen kann.
F├╝r mich ist die F├Ąhigkeit, Noten zu lesen oder Kenntnisse in der Harmonielehre nicht zwangsl├Ąufig mit klassischer Musik verkn├╝pft, sondern ich sehe das einfach als eine fachspezifische Terminologie an ÔÇô genauso wie beispielsweise ein Ingenieurberuf seine eigene Terminologie hat. Das ist f├╝r mich das R├╝stzeug eines jeden Musikers und es erleichtert die Kommunikation im Proberaum enorm, wenn jeder diese Sprache beherrscht.

P.S.: Als letzte News sei zu vermelden, da├č Keyboarder Erdmann Lange aus Zeitgr├╝nden nicht mehr bei DOMAIN mitmischen kann, so da├č unterbesch├Ąftigte Tastendr├╝cker sich mit DOMAIN in Verbindung setzen k├Ânnen:

http://www.domainband.de/

axel@domainband.de

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

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siehe auch: Axel Ritt & David DeFeis & Thomen Stauch gr├╝nden neue, noch unbenannte Band
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