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  UE-Home → History → Online Empire 49 → Interview-Übersicht → IN SOLITUDE (S)-Interview last update: 04.07.2020, 00:03:53  

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Nach nur einer Single, ihrem selbstbetitelten Debut und einigen umjubelten Festivalauftritten schafften die aus Uppsala stammenden IN SOLITUDE quasi aus dem Nichts den Sprung an die Spitze des Undergrounds. SÀnger Pelle Ahman versucht das PhÀnomen zu erklÀren und hatte zudem jede Menge zum zweiten Album der Band mit dem vielversprechenden Titel »The World. The Flesh. The Devil« zu vermelden.

IN SOLITUDE (S)-Headline

Man kann Euren Aufstieg durchaus als kometenhaft bezeichnen. Hast Du irgendeine Idee, weshalb IN SOLITUDE auf dermaßen reges Interesse stoßen?

Ich kann mir vorstellen, daß es die Metalfans einfach satthaben, immer wieder viel zu glattgebĂŒgeltes Zeug untergejubelt zu bekommen. Bei uns war von Anfang an klar, daß wir uns einzig darauf festlegen wollen, höchst emotionsgeladene KlĂ€nge zu offerieren. Es kann fĂŒr einen Zuhörer nicht wirklich zufriedenstellend sein, wenn er sich um eine neue Band bemĂŒht, deren Musik er zwar als durchaus beeindruckend empfindet, die mit ihrem Material in ihm aber keinerlei Emotionen wecken kann. Unser Ansatz ist ein völlig anderer. In welche Richtung ein Song geht, spielt weniger Rolle, einzig packend muß er sein, aber ordentlich!

IN SOLITUDE (S)-Bandphoto 1

Gut nachvollziehbar, zumal Euer neues Album »The World. The Flesh. The Devil« geradezu vor Emotionen ĂŒberquillt. Geht Ihr mit einer bestimmten Erwartungshaltung an den Start?

Um von Erwartungen zu sprechen, ist es noch viel zu frĂŒh (das Interview wurde im Mai dieses Jahres gefĂŒhrt, wenige Wochen vor dem offiziellen Veröffentlichung - der Verf.). Zwar haben wir im Laufe des Songwritingprozesses, wie auch wĂ€hrend der Aufnahmen selbst, ein ungemein gutes GefĂŒhl verspĂŒrt, wie das Album ausfallen und klingen wird, mehr lĂ€ĂŸt sich aber noch nicht abschĂ€tzen.

Eine bestimmte Zielgruppe habt Ihr dafĂŒr aber doch vor Augen, oder etwa nicht?

Ganz und gar nicht. Wir haben schon fĂŒr »In Solitude« positives Feedback aus unterschiedlichen Fangruppen zu hören bekommen, weshalb ich auch fĂŒr »The World. The Flesh. The Devil« annehme, daß sich Metalheads aus nahezu allen Genres angesprochen fĂŒhlen. Wer es grundehrlich mag und Heavy Metal mit reichlich Herzblut und ehrlichen GefĂŒhlen zu schĂ€tzen weiß, ist bei uns auf jeden Fall an der richtigen Adresse.

Demnach wird also auch kein besonderer Wert auf eine eventuelle Genre-Zuordnung gelegt, oder?

Ganz genau. Unsere Musik ist fĂŒr alle Metaller geeignet. Voraussetzung ist bloß die richtige Einstellung. Wir haben in der Vergangenheit schon mehrfach erleben dĂŒrfen, daß sich selbst auf hĂ€rtesten Stoff eingeschworene Fans zu uns hingezogen fĂŒhlen. Es ist aber ohnehin völlig egal, ob ein Fan Black, Death, Doom oder einfach nur Heavy Metal bevorzugt, im Endeffekt kommt es auf die Emotionen an! Uns ist es offenbar gelungen, mit unserer Musik direkt in die Herzen der Fans einzudringen, und genau das ist es auch, worauf wir abzielen. Man muß unsere Musik nicht unbedingt mögen, aber es wird kaum einen Zeitgenossen geben, der IN SOLITUDE ignorieren wird

Auch das ist eine Frage der EmotionalitĂ€t. Es ist Euch demnach lieber, auf Abneigung zu stoßen, als höchstens beilĂ€ufig vernommen zu werden?

Auf jeden Fall! Es gibt fĂŒr eine Band generell nichts Schlimmeres, als mitzubekommen, daß man mit seinem Werk und Wirken die Zuhörer vollkommen kaltlĂ€ĂŸt.

Eine Ă€hnliche Einstellung ist ja auch von diversen anderen GrĂ¶ĂŸen bekannt. Gibt es bestimmte Namen, an denen Ihr Euch auch orientiert? MERCYFUL FATE beispielsweise ja werden immer wieder gerne als Referenz herangezogen...

Um ganz ehrlich zu sein, kann ich diesen Vergleichen nicht wirklich etwas abgewinnen. Nicht, daß ich irgendetwas gegen King Diamond und MERCYFUL FATE hĂ€tte - im Gegenteil, ich schĂ€tze ihre Musik sehr - aber bei IN SOLITUDE haben wir immer versucht, uns nicht direkt an diversen Heroen zu orientieren. Es gibt bei uns keine diesbezĂŒglichen Orientierungshilfen.

Wie erklÀrst Du dann die immer wieder aufkommenden Vergleiche?

Am ehesten damit, daß die Zuhörer bei uns ein Ă€hnliches GefĂŒhl vermittelt bekommen. Anstelle uns nur von der Musik anderer Bands inspirieren zu lassen, versuchen wir, etwas tiefgrĂŒndiger an die Sache heranzugehen, und von daher sind es auch in erster Linie die Emotionen, die bestimmte Bands transferieren, die uns massiv beeinflussen. Egal, ob diese von der Musik, den Texten, oder aber auch dem Image oder der kĂŒnstlerischen Umsetzung ausgelöst werden.

IN SOLITUDE (S)-Bandphoto 2

Diese Einstellung hat Seltenheitswert. Besteht denn eventuell die Ursache dafĂŒr darin, daß Ihr aus Uppsala stammt und nicht aus einer der anderen Metal-Metropolen Schwedens?

Kann sein, auch wenn wir uns darĂŒber nicht wirklich Gedanken machen. Es ist zwar durchaus richtig, daß hier bei uns eine vergleichsweise verschwindend geringe Anzahl an Bands existiert, doch gerade dadurch ist die Metalgemeinde hier in Uppsala zu einer richtigen Familie zusammengewachsen. Es besteht ein mehr als nur freundschaftliches VerhĂ€ltnis zwischen WATAIN, IN SOLITUDE und den wenigen anderen Formationen, die aus der Region stammen. Jede fĂŒr sich versucht zwar, ihren eigenen Weg zu gehen, doch wir stehen uns allesamt sehr, sehr nahe.

Was wohl auch dazu fĂŒhrt, daß Ihr allesamt nicht nur bei IN SOLITUDE aktiv seid?

Schon, aber alle weitere BeschĂ€ftigungen werden nicht ganz so intensiv betrieben, denn der Fokus liegt klar bei IN SOLITUDE. Mein Bruder Gottfrid und ich sind zwar auch bei INVIDIOUS aktiv und werden demnĂ€chst unsere erste EP »In Death« auf den Markt bringen, diese Truppe lĂ€uft aber in der Tat nur "nebenbei". Und auch unser Gitarrist Henrik Palm, der bei den Stockholmern SONIC RITUAL mitmacht, bekommt diesbezĂŒglich kaum Streß. Einzig unser Drummer Uno Bruniusson legt sich nicht ganz so fest, hat reichlich um die Ohren und zuletzt sogar bei den Chilenen PROCESSION ausgeholfen.

Diese Einstellung und Hingabe zur Musik ist diesen Burschen immerzu anzuhören. Ganz egal ob man sich das Album zu GemĂŒte fĂŒhrt oder sich den Genuß gönnt, IN SOLITUDE live zu beaugapfeln - bei dieser Truppe ist Metal Programm!

http://myspace.com/insolitudeheavymetal

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photos: Pontus Eklund

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