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  UE-Home → History → Online Empire 44 → Interview-├ťbersicht → FM (GB)-Interview last update: 25.05.2019, 10:10:08  

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Gute zehn Jahre lang sollte der Name FM f├╝r besten AOR und Melodic Rock stehen, die gerade mit ihren ersten beiden Alben echte Genreklassiker ge┬şpr├Ągt haben, doch Mitte der Neunziger wurde das Radio dann ab┬şge┬şschal┬ştet. Nach fast 15 Jahren Sendepause kehren die Briten nun mit einem gelungenen neuen Album zur├╝ck.
Unser geheimer Plan sah vor, da├č wir uns bis zu den Wurzeln der einzelnen Musiker vorgraben wollten. Dankenswerterweise standen alle aktuellen FM-Musiker, die altgedienten Recken Steve Overland (v, g), Merv Goldsworthy (b), Jem Davis (k) und Pete Jupp (d) sowie Neuzugang Jim Kirkpatrick (g), f├╝r dieses Unterfangen zur Verf├╝gung.

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Wenn ich mir das Cover Eurer Comeback-CD ┬╗Metropolis┬ź anschaue, dann kann ich mich nicht gegen den Eindruck wehren, da├č FM sich derzeit wie Batman und Superman in einer Person f├╝hlen: Metropolis ist bekanntlich die Stadt, in der Superman bevorzugt seine Runden drehte, und zudem sieht man auf dem Cover ├╝ber der Skyline der Stadt ein Signallicht, das so aussieht wie jenes, mit der die Polizei von Gotham immer Batman zu seinen Eins├Ątzen gerufen hatte. Ist es wirklich so? Braucht die Szene die Melodic-Superhelden FM?

Pete: Wir haben schon einige Fragen bez├╝glich des Covers erhalten. Letztendlich kamen wir auf den Titel ┬╗Metropolis┬ź nachdem wir in dem ber├╝hmten Londoner Studio gleichen Namen einige Aufnahmen f├╝r die Platte gemacht hatten. Wir dachten, da├č es ein guter Titel sei, fanden das entsprechende Bild und f├╝gten das FM-Fledermaus-Logo hinzu. Ich pers├Ânlich stehe nicht auf Comics, und ich glaube, da├č auch sonst keiner in der Band ein entsprechendes Faible hat. Um ehrlich zu sein, gab es keinerlei Hintergedanken, sondern es sollte einfach ein gutaussehendes Cover sein.

Nach der Ver├Âffentlichung des 3-CD-Packages ┬╗Long Time No See┬ź im Jahr 2003 war schon mal ein FM-Comeback angek├╝ndigt gewesen, das jedoch nicht stattgefunden hat. 2007 seid Ihr dann beim britischen Melodic-Festival "Firefest" aufgetreten, aber es sollten noch drei Jahre ins Land ziehen, bevor Euer neues Album nun erh├Ąltlich ist. Warum hat es jetzt erst geklappt und nicht schon fr├╝her?

Pete: Kieran, einer der "Firefest"-Organisatoren, hatte uns schon unz├Ąhlige Male gefragt, ob wir nicht bei ihnen spielen wollen, aber wir haben immer abgelehnt. Ende 2006 fragte er uns wieder, und wir sagten mit einem "Jetzt oder nie!"-Gef├╝hl zu. Wir dachten damals, da├č es super w├Ąre, wenn vielleicht 400 Leute kommen w├╝rden, so da├č Du Dir unsere ├ťberraschung vorstellen kannst, als wir uns 1.500 Fans aus aller Welt gegen├╝ber sahen, die noch jede Textzeile kannten. Es war ein sehr emotionales Erlebnis, und ich mu├č zugeben, da├č ich mehr als einmal eine Tr├Ąne im Auge hatte. Die Liebe, die uns die Fans nach all' den Jahren entgegenbrachten, war einfach unbeschreiblich, so da├č wir jeden Augenblick in vollen Z├╝gen genossen. Nach dem "Firefest"-Auftritt im Jahr 2007 fiel die Entscheidung, da├č es ein neues Album geben w├╝rde, denn wir hatten das Gef├╝hl, da├č wir es den Fans wegen ihrer Loyalit├Ąt schuldig seien. Doch wir wollten nicht einfach nur zehn Songs schreiben und sie ver├Âffentlichen, sondern wir wollten ein gro├čartiges Comebackalbum auf die Beine stellen. Daher haben wir uns die n├Âtige Zeit genommen, um sicher sein zu k├Ânnen, da├č wir die richtige Songauswahl haben. Wir schrieben mehr als 20 Songs, von denen wir dann die besten f├╝rs Album aussuchten.

Welche Aufmerksamkeit me├čt Ihr FM bei? Gerade Steve hat in den letzten Jahren eine Menge verschiedener Projekte bestritten. Gilt nun Euer aller Hauptaugenmerk FM?

Pete: Wir stecken alle eine Menge Zeit und Energie in FM. Die Reaktionen auf das neue Album waren bislang phantastisch, und demzufolge w├Ąre es bl├Âd, wenn wir das nicht tun w├╝rden. Wir haben zwar weiterhin unsere anderen Projekte, denn wir sind professionelle Musiker und brauchen sie, um unseren Lebensunterhalt verdienen zu k├Ânnen, aber FM ist eindeutig die Priorit├Ąt f├╝r uns.

Wie hat sich die Wichtigkeit von FM in Eurem Leben gegen├╝ber fr├╝her gewandelt, als Ihr noch aufstrebende Musiker wart, die versucht haben, mit der Band den Durchbruch zu schaffen. Heutzutage mu├č doch gerade das Privatleben einen ganz anderen Stellenwert haben.

Pete: Wir haben bis dato noch keinen roten Heller mit FM verdient. Das gesamte Geld, das wir mit FM verdient haben, wurde stets in die Aufnahmen und die Promotion des n├Ąchsten Albums gesteckt. Wir sind aber heute in der gl├╝cklichen Situation, da├č wir unser t├Ągliches Brot mit anderen Besch├Ąftigungen in der Musik verdienen k├Ânnen. Nat├╝rlich haben wir alle Familien, die uns sehr wichtig sind.

Im Vergleich zu den ganz fr├╝hen Tagen klingt das neue Album doch deutlich h├Ąrter und rauher; es gibt weniger Keyboard, keine supers├╝├čen Melodien. Habt Ihr den neuen FM-Sound geplant oder alles einfach auf Euch zukommen gelassen?

Steve: Wir schrieben einfach Songs und hatten keinen Plan, nach dem wir vorgehen wollten. Dennoch war es uns ein Anliegen, Elemente von unseren besten Alben einzufangen. Es sollte nach FM klingen, aber eben ein wenig modern aufbereitet sein.

Pete: Exakt! Der FM-Sound sollte eine gewisse Frischzellenkur verpa├čt bekommen. Es sind fast 15 Jahre vergangen, seit wir ein neues Studioalbum ver├Âffentlicht haben, und ich denke, es ist unm├Âglich, von der modernen Musik komplett unbeleckt zu bleiben. Wir wollten ein "klassisches" FM-Album, das aber zugleich zum heutigen Musikmarkt pa├čt.

Jim: Ein Teil der Songs war schon geschrieben, als ich hinzustie├č, doch ich konnte gl├╝cklicherweise noch ein wenig dazu beitragen und ein, zwei weitere Songs zu Gro├čteil selbst komponieren. Der Hauptgedanke bei der Platte war, da├č sie mit dem besten mithalten konnte, was die Band in der Vergangenheit getan hatte, und ich denke, da├č wir das geschafft haben. Ein FM-Album aus dem Jahr 2010 kann nie und nimmer wie ein FM-Album von 1986 klingen, denn niemand von uns ist mehr 20 Jahre alt, und zudem haben sich die stilistischen Vorstellungen und vor allem die Aufnahmetechniken grundlegend ge├Ąndert. Dennoch denke ich, da├č wir hier viele klassische FM-Elemente vorfinden: gro├če Harmonien, viele doppelte Leadgitarren, melodische Soli. Auf dem Neuling gibt es sch├Ątzungsweise mehr Harmonien als auf jedem anderen FM-Album.

Eine Sache, die sich mit Sicherheit ge├Ąndert hat, sind die Texte: Fr├╝her gab es da sehr h├Ąufig die typischen "Junge trifft M├Ądchen"-Texte, was Euch heutzutage nicht mehr so wirklich gut zu Gesicht stehen w├╝rde. Wovon erz├Ąhlt Ihr uns auf ┬╗Metropolis┬ź?

Pete: Nun, ÔÇ║Still The Fight Goes OnÔÇ╣ k├Ânnte gewisserma├čen als eine Autobiographie mit besten Gr├╝├čen von FM angesehen werden. Ganz anders bei ÔÇ║Flamingo RoadÔÇ╣, wo Merv sein Faible f├╝r Las Vegas zum Ausdruck bringt. Auf der anderen Seite gibt es aber auch heute noch eine Menge Liebe zu gewinnen und zu verlieren. ÔÇ║The Extra MileÔÇ╣ handelt beispielsweise davon, wenn zwei verheiratete Menschen eine Aff├Ąre miteinander haben; der Text thematisiert die Auswirkungen, die dies auf sie und ihre Familien hat, und die ├ťberlegungen, ob sie ihre Partner verlassen oder die Aff├Ąre beenden sollen.

Was sollten wir ├╝ber Jim Kirkpatrick wissen, bei dem es sich um den einzigen neuen Musiker bei FM handelt?

Pete: Steve hat mit Jim bei einigen Projekten zusammengearbeitet und dachte, da├č er die Idealbesetzung sei. Jim ist ein phantastischer Gitarrist, und er liebt zudem den Gitarrenstil von Chris Overland, unserem ersten Gitarristen, so da├č er froh ist, seine Soli nachzuspielen. Andy Barnett, der Nachfolger von Chris, hatte sich im Gegensatz dazu geweigert, einige der Songs von den fr├╝hen Alben zu spielen.

Jim: Ich arbeite derzeit mit Bernie Marsden und spiele au├čerdem mit einigen Musikern von Rory Gallaghers Band in einem Tributeprojekt an ihn zusammen. Wir haben eine Platte aufgenommen und im April einige Shows gespielt. Fr├╝her hatte ich eine eigene Band, mit der ich einige Alben ver├Âffentlicht hatte. Zus├Ątzlich zur Zusammenarbeit mit Steve Overland spielte ich einige Jahre mit der britischen Folk/Americana-S├Ąngerin und Songwriterin Thea Gilmore zusammen. Wir dachten, wir w├╝rden ber├╝hmt. [lacht] Wir tourten ausgiebig in Amerika und England und hatten einige Top 40-Platten.

Warum ist Andy Barnett eigentlich nicht bei der FM-Reunion an Bord? Hatte stattdessen sein Vorg├Ąnger Chris Overland, der Bruder von Steve, zur Diskussion gestanden?

Pete: Andy hatte einen enormen Spa├č bei dem "Firefest"-Auftritt, aber als es dann ans Songwriting ging, schien er nur widerwillig neue Ideen rauszur├╝cken. Es machte den Eindruck, da├č er sie lieber f├╝r andere Projekte aufsparen wolle. Zudem war sein Privatleben etwas konfus, und er war sich nicht sicher, ob er vielleicht nach Kanada, in die USA oder nach Malta auswandern w├╝rde. Er schien einfach nicht mit ganzem Herzen dabeizusein, so da├č wir es respektierten, als er seinen Abschied verk├╝ndete. Chris hat absolut keinen Drang, nochmal bei FM oder irgendeiner anderen Band mitzumischen. Er ist sehr mit seinem jetzigen Leben zufrieden. Wir w├╝rden es gerne sehen, da├č er mal bei einem Song als Gast zu uns auf die B├╝hne kommt, aber selbst das hat er abgelehnt. Wir werden ihn aber weiterhin nerven, in der Hoffnung, da├č er eines Tages nachgeben wird.

Jim: F├╝r mich war es ein Traum, der in Erf├╝llung gegangen ist, als ich gefragt wurde, ob ich bei FM einsteigen wolle. Ich war seit jeher ein Fan von Chris Overland. Daher w├╝rde ich mich auch freuen, wenn er mit uns mal auf die B├╝hne gehen w├╝rde, aber seinen Job kriegt er nicht zur├╝ck! Bevor Steve mich bat vorbeizukommen und f├╝r FM vorzuspielen, sagte ich ihm, da├č er versuche solle, seinen Bruder wieder in die Band zu kriegen. Doch Chris hat - gl├╝cklicherweise f├╝r mich - abgelehnt.

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Wie seht Ihr die momentane Situation f├╝r die Melodic Rock/AOR-Szene? Die Neunziger waren ein einziges Tal der Tr├Ąnen f├╝r diese Musik, doch dann wurde es so langsam aber sicher wieder etwas besser. Dennoch ist die heutige Situation noch meilenweit von jener in den Achtzigern entfernt. Glaubt Ihr, da├č es zu einem echten, gro├čen "Melodic-Comeback" kommen wird?

Pete: Nun, JOURNEY hatten gerade eine Top Ten-Single hier in England mit ÔÇ║Don't Stop BelievingÔÇ╣. Zugegeben, es hatte sehr viel mit Simon Cowell und der TV-Sendung "The X Factor" (die britische Version von "Deutschland sucht den Superstar" - Red.), aber dennoch zeigt es, da├č j├╝ngere Menschen dieses Musikgenre m├Âgen, wenn sie es zu h├Âren bekommen. Die meisten denken jetzt, da├č JOURNEY eine neue Band sind, was ich einfach todwitzig finde. Auf alle F├Ąlle mag meine sechsj├Ąhrige Tochter ÔÇ║Days Gone ByÔÇ╣ von unserem neuen Album, so da├č meine Antwort lautet: Ja - wenn man ihnen die M├Âglichkeit gibt, diese Musik zu h├Âren.

Momentan besteht diese Szene aber zum Gro├čteil aus Musikern, die ihrem Handwerk schon sehr lange nachgehen. Was wird passieren, wenn die Dinosaurier alle abgetreten sind? Seht Ihr irgendwelche neuen Talent am Horizont aufziehen?

Pete: Ungl├╝cklicherweise zeichnet sich meines Erachtens keine Blutauffrischung f├╝r die Szene ab, aber es mag in diesem Moment, in dem wir uns unterhalten, irgendwo eine junge, vielversprechende Band gerade proben. Solange m├╝ssen wir "Dinosaurier" eben die Flagge hochhalten.

Euer erstes Album kam 1986 heraus. Ihr wart also noch fr├╝h genug dran gewesen, hattet einen Majordeal mit der CBS, Euer Stil hat zum Zeitgeist gepa├čt, Ihr hattet einige echte Hits auf Lager, aber der Durchbruch sollte nicht kommen. Was ist damals schiefgegangen?

Pete: Wir standen bei der britischen CBS unter Vertrag, die immer nach dem Schema verfuhren: erst mal ein Hit in England, und dann folgt das restliche Europa. Daher war der Gro├čteil unserer Promotion und Touren auf England konzentriert. Doch wir hatten das Problem, da├č das nationale Radio die Songs nicht spielte. Unsere Singles gingen zwar in die Top 50, aber wir h├Ątten Sender wie "Radio 1" gebraucht, um sie in die Top 20 zu kriegen. Man sagte uns damals immer, da├č wir locker in die Top 20 kommen w├╝rden, wenn man in den Charts nur das Gebiet von Birmingham nordw├Ąrts ber├╝cksichtigen w├╝rde. Der Norden Englands war schon immer die Hochburg f├╝r Rockmusik, was bis heute zutrifft. ┬╗Tough It Out┬ź stieg damals in Schweden in die Top 30 ein, aber wir taten dort rein gar nichts, was wir damals schon f├╝r bekloppt hielten. Wir haben auch nie eine einzige Show in Amerika gespielt. EPIC, das amerikanische Tochterlabel der CBS, wollte damals die A&R-Pflichten f├╝r uns ├╝bernehmen, aber die englische Abteilung untersagte es. Wir waren also in Businessgeschichten gefangen.

Komischerweise hattet Ihr Euch durch die fiesen Grunge-Jahre hindurchgek├Ąmpft, doch dann 1996 l├Âste sich die Band auf - also zu einem Zeitpunkt als es f├╝r melodische Musik ganz allm├Ąhlich wieder besser wurde.

Pete: Das musikalische Klima hatte sich so sehr ver├Ąndert, da├č das Weitermachen sehr schwierig gewesen war. Wir waren damals an dem Punkt angekommen, wo das Geld verdammt knapp wurde und es nahezu unm├Âglich wurde, die Band in finanzieller Hinsicht am Leben zu erhalten. Daher beschlossen wir, da├č wir lieber mit dem Erreichten zufrieden sein sollte und l├Âsten die Band auf. Daher trennten wir uns als gute Freunde, was wir bis heute sind.

Wird es nach ┬╗Long Time No See┬ź noch weitere FM-Re-Releases geben? Mit Ausnahme von ┬╗Dead Man's Shoes┬ź, Eurer letzten, 1995 erschienenen, Scheibe vor der Aufl├Âsung, sind die anderen FM-Werke heute nicht mehr so einfach zu kriegen.

Pete: KRESCENDO RECORDS hatten ┬╗Takin' It To The Streets┬ź (Original von 1991), ┬╗Aphrodisiac┬ź (Original von 1992) und ┬╗No Electricity Required┬ź (das Livealbum von 1993, das gro├čteils Coverversionen enth├Ąlt) wiederver├Âffentlicht, so da├č sie ├╝ber den Shop auf unserer Webseite zu erstehen sind. ┬╗Indiscreet┬ź und ┬╗Tough It Out┬ź (die beiden AOR-Meisterwerke von 1986 und '89) wurden vor ein paar Jahren von einem franz├Âsischen Label neu aufgelegt, aber ich glaube, da├č im Falle von ┬╗Tough It Out┬ź auch eine Wiederver├Âffentlichung mit Bonussongs bei unserem jetzigen Label AOR HEAVEN ansteht.

Jem, Du warst fr├╝her ein Mitglied von TOBRUK, die in ┬╗Wild On The Run┬ź eines meiner Alltime-Lieblingsalben ver├Âffentlicht hatten. Die Kombination von New Wave of British Heavy Metal-Elementen mit sehr melodischen Refrains und einem deutlichen Keyboardgewicht machte die Band einzigartig! K├Ânnten wir bei TOBRUK vielleicht auf eine Reunion hoffen?

Jem: Ich bin immer noch in Kontakt mit TOBRUK-Drummer Eddie Fincher, aber leider gibt es keine Chance f├╝r eine Reunion, denn S├Ąnger Snake starb 2006, und Bassist Mike Brown verlor leider 2009 seinen Kampf gegen Krebs. Es war eine tolle Band, und wir sind stolz auf das, was wir erreicht haben. Daher freut es mich um so mehr, da├č Dir ┬╗Wild On The Run┬ź gef├Ąllt!

Das sind in der Tat traurige Nachrichten, die sich zumindest bis zu mir noch nicht herumgesprochen hatten.
Was ist denn eigentlich mit MIDNIGHT BLUE und CHAIN passiert, den beiden Projekten, in denen Du zusammen mit Doogie White warst? Beide haben ein h├Ârenswertes Album ver├Âffentlicht, sind dann aber verschwunden.

Jem: Es waren beides exzellente Bands, aber sie hatten ein ganz mieses Timing, was das Musikbusiness betrifft. Eventuell werde ich die CDs zu einem sp├Ąteren Zeitpunkt wiederver├Âffentlichen. Ich habe immer noch intensiven Kontakt zu Doogie, der bei unserer Album-Releaseparty im Februar im "Roadhouse" in London vorbeigeschaut hat. Mit Doogie bin ich ├╝brigens auch auf den SACK TRICK-Alben zu h├Âren - den zugeh├Ârigen Stammbaum der Band solltest Du Dir mal anschauen...

Du hattest auch bei den "True Brits"/"English Steel"-Projekten mitgemacht, die Lea Hart von FASTWAY ins Leben gerufen hatte. Welche Erinnerungen hast Du daran, und hast Du eine Erkl├Ąrung daf├╝r, da├č die zugeh├Ârigen Scheiben in Deutschland von einem absoluten Ramschlabel ver├Âffentlicht wurden, so da├č die CDs nahezu ausschlie├člich in W├╝hlkisten beim Supermarkt um die Ecke zu finden waren? Musikalisch waren die Scheiben n├Ąmlich ├╝ber weite Strecken amtlich ausgefallen.

Jem: Ich habe Lea Hart getroffen, als ich 1991 von PRAYING MANTIS gebeten wurde, mit ihnen die Japantour zu bestreiten. Lea bat mich, bei diesen Projekten mitzuwirken, und ich brachte dann auch die anderen FM-Jungs und Doogie daf├╝r ins Gespr├Ąch. Diese Projekte waren toll, und Lea ist ein super Typ, der f├╝rs Musikbusiness lebt. Wie ich zuvor schon gesagt habe: Letztendlich h├Ąngt alles vom Timing ab und die von Dir beschriebenen Umst├Ąnde spiegeln in keinster Weise die Qualit├Ąt unserer Arbeit wider.

Steve, Du hattest auf dem dritten "True Brits"-Album gesungen, wo nur noch ein paar Musiker anstelle einer ganzen Legion wie noch zuvor mitgemacht hatten.

Steve: Genau, ich war einer der S├Ąnger auf diesem Album. Es hat mir eine Menge Spa├č gemacht, bei diesem Projekt mitzumischen!

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Pete und Merv, Ihr hattet beide bei SAMSON gespielt. Pete, Du warst 1982 f├╝r ┬╗Before The Storm┬ź, dem ersten Album ohne Bruce Dickinson, hinzugekommen und hattest Thunderstick abgel├Âst, w├Ąhrend Du, Merv, erst f├╝r das '85er Livealbum ┬╗Thank You And Goodnight┬ź dazugekommen warst. Warum blieben SAMSON immer ein Insidertip, obgleich sie als "Ex-Band des neuen IRON MAIDEN-S├Ąngers" zus├Ątzliche Aufmerksamkeit erhielten und ┬╗Before The Storm┬ź ebenso wie ┬╗Don't Get Mad, Get Even┬ź wirklich tolle Alben waren? Warum seid Ihr bei SAMSON ausgestiegen? Zudem habe ich ger├╝chteweise geh├Ârt, da├č Du, Pete, 2001 nochmal kurzzeitig bei SAMSON mitgemischt hattest. Ist das richtig? Das m├╝├čte dann nach dem 2000er SAMSON-Auftritt in "Wacken" gewesen sein, bei dem aber Thunderstick die Schie├čbude bedient hatte.

Pete: Sowohl ┬╗Before The Storm┬ź als auch ┬╗Don't Get Mad, Get Even┬ź waren erstklassige Rockalben, die nicht die Aufmerksamkeit erhielten, die sie verdient hatten. Der Grund war letzten Endes auch hier der Mangel an Airplay. Wir konnten n├Ąmlich auf eine ordentliche Fanschar bauen, spielten gro├čartige Supportshows f├╝r Acts wie BLACKFOOT, WHITESNAKE oder Gary Moore. Doch Merv und ich beschlossen, da├č wir unsere Karriere in melodischerem Fahrwasser fortsetzen wollten. Daher stiegen wir bei SAMSON aus und gr├╝ndeten FM. Und: Nein, ich wurde nie gebeten, wieder bei SAMSON einzusteigen, so da├č jene Quelle, die das behauptet hat, garantiert falsch informiert war. [grinst]

Merv: Ich verlie├č SAMSON nachdem wir von Irland zur├╝ckgekehrt waren, wo wir mit Gary Moore und MAMA'S BOYS getourt hatten. Auf der F├Ąhre er├Âffnete Pete mir, da├č er die Band verlassen w├╝rde, um eine eigene Band zu gr├╝nden. Kurze Zeit sp├Ąter stand fest, da├č wir gemeinsame Sache machen w├╝rden, und der Rest ist Geschickte. Auch wenn Nicky Moore, der Nachfolger von Bruce bei SAMSON, und Paul gro├čartige Jungs waren, mit denen man super arbeiten konnte, und mit denen ich viel gemeinsam hatte, waren unsere musikalischen Geschm├Ącker doch etwas anders. Daher trennten wir uns, aber es gab kein b├Âses Blut, sondern wir blieben dicke Kumpel. Ich kann mich noch entsinnen, da├č wir mit Nicky an dem Song ÔÇ║Inside OutÔÇ╣ von ┬╗Aphrodisiac┬ź-Album gearbeitet hatten und da├č er auch zusammen mit Robin Beck und Terry Brock die Backing Vocals auf ┬╗Tough It Out┬ź sang.

Paul starb 2002, und Chris Aylmer, der w├Ąhrend Petes Zeiten bei SAMSON den Ba├č bediente, dann jedoch Platz f├╝r Merv machte, ging 2007 von uns. Welche Erinnerungen habt Ihr an sie?

Pete: Paul war einer der witzigsten Typen, die ich je getroffen habe. Er war ein brillanter Gitarrist und sehr leidenschaftlich, was seine Musik betraf. Er hatte auch sehr starke Prinzipien, wie die Band klingen sollte, und in welche Richtung sie sich weiterentwickeln sollte. Er h├Ątte nie einem Ausverkauf in Richtung Kommerz zugestimmt. Ich habe ihn daf├╝r sehr bewundert. Chris war immer der Ruhepol der Band. Er kannte und arbeitete mit Paul schon seit vielen Jahren und konnte immer sehr klar seine Meinung r├╝berbringen. Zwei sehr unterschiedliche, aber gleich wundervolle Menschen, die ich sehr vermisse.

Merv, vor SAMSON warst Du bei DIAMOND HEAD. Kannst Du uns einen R├╝ckblick auf diese Tage geben? Warum ist die Band nach dem '83er ┬╗Canterbury┬ź-Album auseinandergebrochen? Sicherlich ist ┬╗Canterbury┬ź, auf dem Du mitgespielt hast, nicht das urtypische DIAMOND HEAD-Album, aber dennoch warst Du ein Teil dieser Legende.

Merv: DIAMOND HEAD ist f├╝r mich heute ein Name aus l├Ąngst vergangenen Tagen. Ich kann mich noch erinnern, da├č wir damals mit BLACK SABBATH auf Europatour gingen und die Gigs echt riesig waren. Das Stageset von BLACK SABBATH war Stonehenge nachempfunden, so da├č alles ein wenig SPINAL TAP-m├Ą├čig war. Es war meine erste gro├če Tour, und meine erste Englandshow mit der Band fand beim '83er "Monsters Of Rock" in Castle Donington statt - vor 72.000 Leuten. Das waren gro├čartige Zeiten! DIAMOND HEAD haben es leider nie geschafft, selbst gro├č zu werden, aber sie hatten einen gro├čen Einflu├č auf METALLICA, die einige ihrer Songs gecovert hatten.

La├č uns doch noch ein St├╝ck weiter zur├╝ckgehen: Zuvor warst Du bei STREETFIGHTER, die wohl Deine erste Band gewesen sein m├╝├čten, in der ein junger Gitarrist namens John Sykes mitmachte. Der Trommler von STREETFIGHTER war Gary Taylor, der auch bei BUFFALO und TANK spielen sollte. Kannst Du Dich noch an diese Zeit erinnern? Hattest Du damals den Eindruck, da├č John das Potential habe, um sp├Ąter bei solchen Bands wie THIN LIZZY oder WHITESNAKE zu landen?

Merv: John Sykes hatte damals aufgeh├Ârt, Gitarre zu spielen und besa├č noch nicht mal mehr ein Instrument. Im Mai 1978 fuhr ich die knapp 50 Kilometer zu ihm nach Hause und redete vier Stunden lang auf ihn ein, um ihn davon zu ├╝berzeugen, da├č er wieder anfangen m├╝sse, Gitarre zu spielen und bei meiner Band einzusteigen... Es hat geklappt - und immer, wenn ich John treffe, gibt er mir das Gef├╝hl, da├č er mir nie vergessen wird, was ich damals f├╝r ihn getan habe.
Gary ist immer noch ein enger Freund von mir, den ich bei jedem Besuch in Los Angeles treffe. Momentan ist er Mitglied bei den L.A.-Rockern DRAGSTRIP.

Steve, schlie├člich und endlich noch zu dem Thema WILDLIFE. Besteht die Chance, das die einzige Platte irgendwann wiederver├Âffentlicht wird? Wie kam es ├╝berhaupt dazu, da├č Du und Dein Bruder Chris als weitgehend unbekannte Musiker in die Band von Simon Kirke kamen, der als Trommler der damals gerade aufgel├Âsten BAD COMPANY ein bekannter Musiker war? WILDLIFE war ja doch ein eher kurzes Vergn├╝gen, dem nur diese eine Platte entsprang. Sind die Musiker, zu denen ja auch Phil Soussan z├Ąhlte, der sp├Ąter f├╝r Ozzy spielte, dennoch ├╝ber die Jahre in Kontakt geblieben?

Steve: Das WILDLIFE-Album wurde unl├Ąngst von dem amerikanischen Label WOUNDED BIRD RECORDS wiederver├Âffentlicht. Das Label SWAN SONG hatte damals Demos von Chris und mir geh├Ârt und brachte uns in Kontakt mit Simon Kirke. So landeten wir dann bei WILDLIFE. Ich habe Simon seit Jahren nicht mehr gesehen, aber bei unserer Show im "Roadhouse" in London war sein BAD COMPANY-Kollege Mick Ralphs anwesend und hat mit uns gejammt. Bei dieser Gelegenheit haben wir Telephonnummern ausgetauscht. Daher hoffe ich, da├č ich bei der kommenden BAD COMPANY-Tour vorbeischauen und Simon mal wieder treffen kann. Ich kann mir allerdings keinen Grund vorstellen, warum ich Phil Soussan nochmal wiedersehen wollte, denn wir sind nicht gerade im Guten auseinandergegangen.

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Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

FM (GB) im ├ťberblick:
FM (GB) – Heroes And Villains (Rundling)
FM (GB) – Indiscreet 30 (Rundling)
FM (GB) – Long Time No See (Re-Release)
FM (GB) – ONLINE EMPIRE 44-Interview
FM (GB) – News vom 27.01.2010
andere Projekte des beteiligten Musikers Jem Davis:
CHAIN (GB) – Eros Of Love And Destruction (Rundling)
ICE (GB, Motherwell) – News vom 10.03.2001
MIDNIGHT BLUE – Take The Money And Run (Re-Release)
MIDNIGHT BLUE – News vom 24.12.2007
TOBRUK (GB) – Recaptured (Rundling)
TOBRUK (GB) – Wild On The Run (Re-Release)
TOBRUK (GB) – UNDERGROUND EMPIRE 7-Special
Playlist: TOBRUK (GB)-Album »Wild On The Run« in "Cavelist Metal Hammer 10/92" auf Platz C von Stefan Glas
UFO – One Of Those Nights - The Collection (Re-Release)
andere Projekte des beteiligten Musikers Mervyn "Merv" Goldsworthy:
STREETFIGHTER (GB) – News vom 06.03.2009
STREETFIGHTER (GB) – News vom 17.03.2009
andere Projekte des beteiligten Musikers Pete Jupp:
THE LADDER (GB) – Future Miracles (Rundling)
andere Projekte des beteiligten Musikers Steve Overland:
AOR (F) – Dreaming Of L.A (Rundling)
AOR (F) – L.A Ambition - The Best Of AOR 2000-2010 (Rundling)
GROUNDBREAKER – News vom 14.06.2018
Overland – Break Away (Rundling)
Overland – News vom 13.03.2008
RADIOACTIVE (S) – Yeah (Rundling)
SHADOWMAN – Ghost In The Mirror (Rundling)
THE LADDER (GB) – Future Miracles (Rundling)
VOICES OF ROCK – MMVII (Rundling)
WILDLIFE – News vom 27.11.2007
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