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Ein mehr als nur beachtliches Lebenszeichen haben vor kurzer Zeit die Jungs von NO INNER LIMITS in die Umlaufbahn geschossen. Das auf den treffenden, ja geradezu programmatischen Titel ┬╗The Phoenix Is Rising┬ź getaufte St├╝ck beinhaltet zwar lediglich drei Songs, doch diese waren f├╝r mich Grund genug, den Herrschaften ein wenig auf den Zahn zu f├╝hlen. Schlie├člich kann es doch nicht angehen, da├č sich eine begnadete Band wie NO INNER LIMITS derma├čen lange rar macht und manche Metalfans sich noch nicht einmal mehr an den Namen dieser Formation erinnern, geschweige denn an deren erste Scheiben. Der Ausdruck "rar" wirkt sogar fast untertrieben, stammt ihr erstes und bislang auch einziges Langeisen doch aus dem Jahr 1997(!).
Gitarrist Markus T├╝nte nahm den von mir gen Bocholt gespielten Interview-Querpa├č allerdings gekonnt an und zeigte Vollstreckerqualit├Ąten. Bei der Frage nach den Texten durfte auch noch S├Ąnger Daniel Fischer ran, um sich in die Assist-Liste einzutragen.
Lest selbst, was uns die Burschen mitzuteilen haben!

NO INNER LIMITS-Bandphoto 1

Eingangs nochmals ganz herzliche Gratulation zu eurem sehr gelungenen "Comeback", wobei dieser Ausdruck auch gleich die erste Frage aufwirft: Ist denn ┬╗The Phoenix Is Rising┬ź in der Tat als "Comeback" zu betrachten, oder handelt es sich "nur" um ein neues Werk nach l├Ąngerer Pause?

Na ja, uns hat es - trotz diverser Tiefschl├Ąge - die ganze Zeit ├╝ber gegeben, und wir haben eigentlich auch permanent munter musiziert. Viele Bekannte und befreundete Musiker haben uns schon f├╝r verr├╝ckt erkl├Ąrt, weil sich sehr viele Bands aus unserem Umfeld l├Ąngst aufgel├Âst haben, wir dagegen immer am Ball geblieben sind. Ich finde, das Etikett "Comeback" trifft es daher sehr gut. Ganz nach dem Motto: "Totgesagte leben l├Ąnger"! In unserem Fall kommt das absolut passend, denn meiner Meinung nach sind wir nun sogar besser als je zuvor! Unsere aktuelle EP ist aber nur ein kleiner Ausschnitt unseres "Comebacks". Wir haben bereits eine Menge weiteres Songmaterial auf Lager, das es in sich hat und das wir auch schon live zum besten gegeben haben. Aus Spa├č haben wir vor kurzer Zeit f├╝r ein regionales Festival in Emmerich sogar einen deutschen Song geschrieben (ÔÇ║Rosa kann so h├Ą├člich seinÔÇ╣), der auf YouTube oder unserer MySpace-Seite http://www.myspace.com/noinnerlimits zu vernehmen ist. Das war eine interessante Erfahrung...
Apropos, wir haben vor demn├Ąchst noch mehr Live-Material von uns online zu stellen, also checkt bei Gelegenheit YouTube!

Das klingt ja nach dem sehr l├Âblichen Bem├╝hen, neuerlich durchzustarten. Aber: Wo habt Ihr die letzten Jahre gesteckt?

Nach ┬╗The Planet's Pulse┬ź (1997) hat es eine Z├Ąsur in der Band gegeben. Wir haben zwar in nahezu allen einschl├Ągigen Metal-Zeitschriften sehr gute Reviews f├╝r die Scheibe erhalten, dennoch ist es zu diesem Zeitpunkt zu einem Bruch innerhalb der Band gekommen. Daniel hatte - nicht zuletzt aufgrund dieser Spannungen - NO INNER LIMITS f├╝r einige Jahre verlassen, wobei man jedoch auch erw├Ąhnen mu├č, da├č er just zu diesem Zeitpunkt Lust versp├╝rte, sich musikalisch in eine andere Richtung zu orientieren. Wir haben als Band aber auch nach dem zwischenzeitlichen Ausstieg von Daniel weitergemacht und auch einige andere S├Ąnger ausprobiert. F├╝r einige Monate haben wir sogar mit Sven D'Anna von WIZARD, der uns auch jetzt noch promotechnisch unter die Arme greift und ein guter Freund von unserem Basser Arndt ist, zusammengearbeitet, doch im Endeffekt ist es einfach so, da├č Daniel die Stimme von NO INNER LIMITS ist und er derjenige ist, der zu unserem Sound am besten pa├čt. Im Endeffekt hat es - wenn ich mich recht erinnere - knappe neun Jahre gedauert, ehe Daniel wieder zu uns zur├╝ckgekehrt ist. Allerdings haben wir gerade deshalb nun sowohl in musikalischer, wie auch in pers├Ânlicher Hinsicht einen viel besseren Draht zueinander gefunden. Trotz des damaligen Ausstiegs von Daniel hat sich der Rest der Band fast w├Âchentlich getroffen und weitere Songs geschrieben. Gerade deshalb haben uns die Leute ja auch f├╝r verr├╝ckt erkl├Ąrt, denn ist eher ungew├Âhnlich, so lange Jahre ohne festen S├Ąnger zu proben, aber dennoch nicht aufzugeben.

Zum Gl├╝ck habt Ihr Euch ja wiederzusammengefunden und seid nun wieder m├Ąchtig am Musizieren. Mich pers├Ânlich habt Ihr mit ┬╗The Phoenix Is Rising┬ź erneut in vollem Umfang beeindruckt, wie sind denn die Kritiken darauf bislang generell ausgefallen?

Wir haben bisher von einem Gro├čteil der Fanzines sehr positive Reviews erhalten, wobei immer wieder die Frage gestellt wird, warum wir eigentlich noch keinen Deal haben. Genau kann ich Dir das ehrlich gesagt auch nicht sagen, ich denke aber schon, da├č die Band eine Menge Potential und Eigenst├Ąndigkeit mitbringt und wir mit Daniel einen S├Ąnger haben, der ├╝ber exzellente Stimmqualit├Ąt verf├╝gt. Das belegen nicht zuletzt s├Ąmtliche Reviews, die wir f├╝r alle unsere CDs erhalten haben. An sich erf├╝llen wir wohl alle Voraussetzungen, um auch f├╝r Plattenfirmen interessant zu sein. Keine Ahnung, weshalb es noch immer nicht geklappt hat. Selbstkritisch f├Ąllt mir allerdings auch auf, da├č wir jene Energie, die unsere Musik ausstrahlt, nur bedingt auf CD vermitteln k├Ânnen. Wir h├Âren des├Âfteren nach Konzerten, da├č wir live noch wesentlich besser r├╝berkommen w├╝rden. Speziell von unseren neuen Songs sind die Fans begeistert und meistens regelrecht erstaunt, da├č NO INNER LIMITS nicht schon viel bekannter sind.

Kann ich gut nachvollziehen, auch wenn ich Euch noch nie live erleben durfte. Seid ihr eigentlich mit einer bestimmten Erwartungshaltung an die Ver├Âffentlichung herangegangen?

Irgendwie schon. Rein idealistisch sind wir der Auffassung, da├č unser aktuelles Material einfach viel zu gut ist, um es im Proberaum "versumpfen" zu lassen. Zumal ich auch denke, da├č es Bands in unserer Richtung nicht wie Sand am Meer gibt und da├č auch hier in Deutschland Bedarf nach melodischem und handwerklich solide gemachtem Prog-Metal besteht. Andererseits haben wir aber doch damit gelieb├Ąugelt, eventuell einen Deal an Land ziehen zu k├Ânnen, so da├č die EP zun├Ąchst eher als Promo-Aktion gedacht war. Ehrlich gesagt haben wir uns bisher auch noch nicht wirklich intensiv um die Bemusterung von Labels gek├╝mmert. Das steht auf jeden Fall jetzt erst einmal an, mal gucken, was wir erreichen k├Ânnen. Im Moment sind wir bereits in losem Kontakt mit einem italienischen Label, mehr kann ich dazu aber noch nicht sagen.

Schade. Verst├Ąndlich ist es f├╝r mich jedenfalls nicht, da├č trotz aller Qualit├Ąt noch immer kein Label zugegriffen hat, um Euch unter Vertrag zu nehmen, weshalb ┬╗The Phoenix Is Rising┬ź zun├Ąchst einmal auch in Eigenregie erscheit. Wird sich daran in B├Ąlde etwas ├Ąndern?

Im Moment haben wir, wie eben kurz angedeutet, Kontakt zu einem italienischen Label, aber dazu ist wirklich noch nichts spruchreif. Wir kl├Ąren momentan erst einmal ab, was hier in Deutschland ├╝berhaupt m├Âglich w├Ąre, m├╝ssen aber eine intensive Bemusterung aller in Frage kommender Labels erst angehen. Wir w├Ąren prinzipiell an einer Zusammenarbeit interessiert, allerdings nicht um jeden Preis. Wenn es nun doch nicht klappen sollte, wird das aber keineswegs das Ende von NO INNER LIMITS darstellen, soviel ist sicher.

Davon bin ich ausgegangen. Wie w├╝rdet Ihr denn Eure aktuellen Kompositionen im Vergleich zu den fr├╝heren Exponaten kommentieren?

Wir sind deutlich reifer und auch strukturierter geworden. Daniels Vater Horst, der uns bei Konzerten immer vorbildlich als Fahrer und "guter Geist des Hauses" unterst├╝tzt, brachte es vor kurzer Zeit exakt auf den Punkt: Er kennt uns schon l├Ąnger und uns zuletzt mehrmals mitgeteilt, da├č die neuen Songs und auch wir bei unserer Live-Performance jetzt grooven ohne Ende. Fr├╝her waren die Songs relativ verspielt und hin und wieder bestanden Songs nahezu ausschlie├člich aus einer Aneinanderreihung von Riffs, wodurch der Groove einfach zu kurz gekommen ist. Wenn ich mir beispielweise ÔÇ║BalanceÔÇ╣ von unserem ersten Output aus dem Jahr 1995 anh├Âre, kommt mir in den Sinn, da├č manch' andere Band aus der Anzahl an Riffs wohl ganze Doppelalben gemacht h├Ątte. [lacht]
Zwar besitzen unsere Songs immer noch viele kleine Details, doch das ohne den H├Ârer in einer derartigen F├╝lle zu erschlagen. Vor allem aber ist das aktuelle Material eing├Ąngiger geworden, ohne den Anspruch zu verlieren. ÔÇ║The JourneyÔÇ╣ von unserer aktuellen EP ist ein sch├Ânes Beispiel daf├╝r. Dabei handelt es sich definitiv um unseren bisher eing├Ąngigsten Song, der mit einem Ohrwurmrefrain daherkommt, gleichzeitig aber immer noch eindeutig nach NO INNER LIMITS klingt. Auch die weiteren neuen Songs, die wir komponiert haben, kombinieren diese Marschrichtung, sprich verf├╝gen sowohl eing├Ąngige Hooklines, als auch ├╝ber anspruchsvolle Song- und Riffstrukturen.

NO INNER LIMITS-Bandphoto 2

Mit ein Grund f├╝r die Tatsache, da├č Ihr erneut absolut hochwertiges Material anzubieten habt, ist f├╝r mich der Umstand, da├č Ihr auch nach l├Ąngerer Absenz in fast unver├Ąnderter Besetzung antreten konntet. Wie seht Ihr das?

Da stimme ich Dir vollkommen zu! So wie wir jetzt klingen, liegt letztlich darin begr├╝ndet, da├č wir immer noch in einem konstanten Line-up zusammen sind und vor allem keinen Wechsel am Gesangsposten vorgenommen haben. Wie vorhin schon erw├Ąhnt, war die R├╝ckkehr von Daniel f├╝r uns ein absoluter Gl├╝cksfall. Er ist die Stimme von NO INNER LIMITS, und mit seinem Gesang klingen die St├╝cke einfach exakt so, wie sie klingen m├╝ssen. Ich wage es sogar zu sagen, da├č sich seine Stimme ├╝ber all die Jahre noch weiter verbessert hat, da er sie jetzt viel kontrollierter und gezielter einsetzen kann. Fr├╝her hat er zwar zum Teil h├Âchste T├Âne in bester John Arch-Manier aus dem ├ärmel sch├╝tteln k├Ânnen, aber mittlerweile klingt seine Stimme im gesamten Spektrum satter und auch aggressiver. Gleichzeitig kann Daniel aber noch immer sehr gef├╝hlvoll singen. Wir haben da beispielsweise einen Song mit dem Titel ÔÇ║Rock Like Hell To Roll In HeavenÔÇ╣ im Programm, der sehr rifforientiert und durchaus brachial ist. Live gibt Daniel dabei am Anfang manchmal eine Gospel- und Souleinlage zum besten, wobei er keineswegs albern, sondern tats├Ąchlich authentisch klingt!

Besteht denn die Chance f├╝r Eure Fans, in absehbarer Zeit auch ein neues Langeisen mit s├Ąmtlichen neuen Songs bejubeln zu d├╝rfen?

Vieles wird davon abh├Ąngen, ob wir letztlich ein Label finden, oder ob wir die Sache wieder in Eigenregie absolvieren m├╝ssen. F├╝r uns sind grunds├Ątzlich beide Optionen vorstellbar. Die Alternative auf eigene Faust w├╝rde aber deutlich mehr Zeit beanspruchen und zudem mehr kosten, da wir die Sache erst einmal vorfinanzieren m├╝├čten. Wir haben n├Ąmlich sehr wohl den Anspruch, unsere Ver├Âffentlichungen vern├╝nftig umzusetzen. Klar, in der heutigen Zeit ist durch Computertechnologie vieles einfacher und kosteng├╝nstiger geworden, aber f├╝r einen Longplayer mu├č man unter Einrechnung aller Kosten nichtsdestotrotz mit Sicherheit eine nicht unerhebliche Summe veranschlagen. Vielleicht schaffen wir ja demn├Ąchst noch einige Gigs mehr, so da├č sich die aktuelle CD einigerma├čen gut verkaufen l├Ą├čt. Neues Songmaterial f├╝r einen Longplayer haben wir auf jeden Fall bereits, und das ist nicht von schlechten Eltern! [lacht]

Das glaube ich Dir aufs Wort! Sehr interessant fand ich an Euren Ver├Âffentlichungen bisher nicht nur die Musik an sich, sondern sehr wohl auch die lyrische Komponente. K├Ânnt Ihr die Texte beziehungsweise die Hintergr├╝nde zu den Songs kommentieren?

Daniel: Manchmal h├Âr' mich mir einen Song, den die Jungs im Proberaum zusammengebastelt haben, blo├č einmal an und wei├č ganz genau, wor├╝ber ich schreiben will. Mitunter klappt das aber doch nicht so einfach, und in einer solchen Situation mu├č man schon durch so manches tiefe Wasser gehen, um einen Text zu kreieren. Die Idee zu ÔÇ║Judas In UsÔÇ╣ kam mir, nachdem mich ein "guter Freund" regelrecht abgezockt hatte. Eine ganz ├╝ble Geschichte, die wahrscheinlich jeder von uns kennt. Ich hab' mir die Frage gestellt, ob ein solches ├ťbel in uns allen steckt und wie es dazu kommen kann, da├č man einen anderen Menschen ohne mit der Wimper zu zucken, einfach so ├╝ber die Klinge springen l├Ą├čt. Ganz anders dagegen entstand ÔÇ║The JourneyÔÇ╣. Die Idee dazu kam mir auf einem Rastplatz irgendwo im Nirgendwo, auf einer meiner endlos erscheinenden Reisen in meiner nebligen Heimat, dem lieblichen M├╝nsterland. Ich hab' wohl ein wenig vor mich hergetr├Ąumt als er pl├Âtzlich da war, der Geistesblitz! Dem einen oder anderen Autofahrer d├╝rfte es den Puls ordentlich in die H├Âhe getrieben haben, als ich mein hektisches Lenkman├Âver durchgef├╝hrt habe, um die Ausfahrt zum Rastplatz ├╝berhaupt noch zu bekommen, um meine Gedanken festhalten zu k├Ânnen. [lacht] Der Song behandelt im Grunde genommen das Gef├╝hl von Freiheit, wenn man unterwegs ist. Da scheinen s├Ąmtliche Sorgen immer ganz weit weg zu sein. Der Titeltrack selbst handelt von der Tatsache, da├č einzig wir selbst es sind, die Endscheidung dar├╝ber treffen m├╝ssen, was wir mit unserem Leben anfangen wollen. Irgendwann kommt ohnehin der "graue Schnitter", um uns zu holen, und das kann an sich jeden Tag passieren. Das mag jetzt hart klingen, aber es ist nun mal eine Tatsache, da├č unsere Lebenszeit begrenzt ist. Also: Kopf hoch und weiter!
Es gibt da aber noch etwas, da├č ich gerne loswerden m├Âchte. Ja, wir verwenden mitunter auch biblische Metaphern. Aber das liegt keineswegs daran, da├č wir so f├╝rchterlich fromm sind, sondern einfach daran, da├č diese zumeist sehr aussagekr├Ąftig und gehaltvoll sind. Das haben schon viele andere Bands vor uns gemacht, und ich denke auch, da├č das so okay ist. Man ist deshalb aber nicht zwangsl├Ąufig ein sogenannter "Bibelrocker", nur weil man sich ab und an mal ein Abs├Ątzchen aus diesem Schm├Âker ausleiht. Wir wollen in erster Linie die Leute bei unseren Konzerten rocken, und wenn irgendwelchen Hampelm├Ąnnern nicht gef├Ąllt, was wir machen, ist uns das egal! Daf├╝r m├Âchte ich noch einmal eine Lanze f├╝r alle Menschen brechen, die immer noch Spa├č daran haben, uns zu h├Âren und uns auch unterst├╝tzen. Ein fettes Dankesch├Ân daf├╝r! Wir sehen uns sp├Ątestens auf den n├Ąchsten Konzerten, Leute!

Wenn wir Dich schon einmal da haben, kannst Du auch gleich fortsetzen. Woher kamen (und kommen) denn die Inspirationen f├╝r die Texte?

Daniel: Die Inspirationen kommen bei mir eigentlich von ├╝berall her, wie es eben meistens so l├Ąuft. Man darf sich einfach nicht vor Eindr├╝cken verschlie├čen. Sie kommen aus dem Alltag, entstehen auf Reisen wie auch durch Freunde, Familie und Feinde, aber nat├╝rlich auch auf dem "stillen ├ľrtchen". Und wenn eine Idee mal nicht so toll ist, wird sie gleich den Lokus runtergesp├╝lt. [lacht] Frei nach dem Motto: "Es war echt sch├Ân mit dir, aber deine Eltern lernst Du trotzdem nicht kennen".
Spa├č beiseite, wenn man ab und zu einmal dar├╝ber nachdenkt, was auf dieser verr├╝ckten Kartoffel, die sich Erde nennt, so los ist, kommt einem schon das eine oder andere nette kleine Ideechen. Was l├Ą├čt Menschen scheitern, was bringt sie dazu, jeden Morgen weiterzumachen. Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen m├╝ssen bis irgendwann der letzte Vorhang f├Ąllt, sollten Inspiration genug sein, um ab und an einen brauchbaren Text zu schreiben.
So das war es von mir. Ich ├╝bergebe das Heft wieder an Markus!

Besten Dank auch. Gibt es denn auch Interessantes zu eventuellen musikalischen "Fremdg├Ąngen" zu berichten, oder war da in den letzten Jahren au├čer NO INNER LIMITS wirklich nichts zu vermelden?

Die meisten von uns konzentrieren sich vornehmlich auf NO INNER LIMITS. Fremdg├Ąnge hatten wir zwar auch, zum gr├Â├čten Teil aber nur f├╝r kurze Zeit. Daniel hat zwischendurch ein bi├čchen Covermusik gemacht und rund ein dreiviertel Jahr bei einem Rock-Musical namens ┬╗Brosius Satanus┬ź mitgewirkt, das trotz guten Materials im Endeffekt aber leider nie aufgef├╝hrt wurde. Ich habe nicht wirklich viel "abseits" getrieben, sondern lediglich ein paar Leads f├╝r die geplante Soloscheibe von WIZARD-Bassist Volker eingespielt. Der einzige von uns, der momentan eine weitere Band am Start hat ist unser Schlagzeuger Manfred. Er spielt in einer niederl├Ąndischen Band, die sich SOUNDCRAVE nennt und in Richtung neuere RAGE oder ANNIHILATOR geht.

NO INNER LIMITS-Bandphoto 3

Gab es eigentlich eine bestimmte Intention hinsichtlich der Musik, als Ihr die Band aus der Taufe gehoben habt?

Da unterscheiden wir uns mit Sicherheit nicht von anderen Bands. Zun├Ąchst mu├č festgehalten werden, da├č wir uns schon relativ fr├╝h - zum Gro├čteil im Teenageralter (also in den 80ern) - mit Rock und Metal vertrautgemacht haben und waren zun├Ąchst in erster Linie einmal Fans und Zuh├Ârer. Einige von uns haben dazu auch einen musikalischen Fr├╝herziehungskurs in der Grundschule genossen (Glockenspiel und Blockfl├Âte lassen gr├╝├čen), und von daher war es naheliegend, es auch mal mit einem richtigen Instrument zu versuchen. Intuitiv haben wir jedoch von Anfang an versucht, qualitativ gute und melodische Musik zu machen, wobei nicht alles immer umzusetzen war, da wir uns an den Instrumenten ja auch erst entwickeln mu├čten. Da ich schon relativ fr├╝hzeitig viel amerikanisches Zeug geh├Ârt habe und ich auch den anderen Bandkollegen des├Âfteren neue Scheiben mitgebracht und vorgespielt habe, ist dieser Einflu├č auch in unsere Musik eingeflossen, ob bewu├čt oder unbewu├čt, sei einmal dahingestellt. Allerdings war uns von Anfang an klar, da├č wir nie einem Trend hinterherhecheln werden. Als wir Anfang der 90er Jahre die Band gr├╝ndeten, war Death Metal gerade auf seinem H├Âhepunkt und die sogenannte "Kopfsocken- und Ziegenbartmusik" schon wieder auf dem aufsteigenden Ast. Musik wie wir sie zum damaligen Zeitpunkt gemacht haben, aber auch traditioneller Metal, waren derma├čen out, da├č man h├Ąufig als "ewig Gestriger" beschimpft wurde. Dadurch war f├╝r uns aber wieder klar, da├č wir uns um solch' ein Geschw├Ątz nicht k├╝mmern und ausschlie├člich Musik kreieren wollen, die wir auch pers├Ânlich m├Âgen. V├Âllig verschlie├čen vor anderen Einfl├╝ssen kann man sich ohnehin nicht, aber nur opportunistisch sein und bei der erstbesten Gelegenheit auf den "Nachahmer-Zug" aufspringen, das wollten wir auch nicht.

Welche Bands sind denn nun zu nennen, wenn wir ├╝ber "Inspirationsquellen" sprechen?

Das sch├Âne an dieser Band ist, da├č wir alle einen wirklich breitgef├Ącherten Geschmack haben und dementsprechend unterschiedlich sind auch unsere Inspirationsquellen. Nat├╝rlich sickert das eine oder andere durch, aber wir sind vielen musikalischen Dingen aufgeschlossen und versuchen das Beste f├╝r uns herauszuholen. Unsere Vorlieben reichen von Bands wie MEGADETH, QUEENSR┼ŞCHE, VICIOUS RUMORS, PSYCHOTIC WALTZ, RUSH, DEATH, CYNIC, SAVATAGE oder SYMPHONY X, bis hin zu David Bowie, COLDPLAY und DEPECHE MODE. Dazu kommen auch noch einige Soundtracks, die wir sehr sch├Ątzen, sowie klassische Musik. Wir fahren mittlerweile alle auch ziemlich auf die Popschiene der 80er Jahre ab, was fr├╝her ja bekanntlich ein Unding war. Im Metal-Bereich mag ich vor allem S├Ąnger, die wirklich singen k├Ânnen und ein breites stimmliches Spektrum haben (John West, Jorn Lande etc.) und zudem Musik, die sch├Âne Melodieb├Âgen besitzt.

Wie sieht es denn an der Live-Front aus? Welche Gigs waren denn bislang die Highlights?

Also, wir haben noch nie auf den ganz gro├čen Festivals gespielt, aber wir erinnern uns gerne an kleine Festivals und Clubgigs, die wir absolviert haben. Sch├Ân war in diesem Jahr auf jeden Fall unsere CD-Pr├Ąsentation, zu der wir eine sehr gute und nette Band namens STORMGARDE eingeladen haben und der Gig mit den Jungs von WIZARD, die ihr 20j├Ąhriges Bandjubil├Ąum gefeiert haben. Woran ich mich auch noch - jedoch mit gemischten Gef├╝hlen - erinnere, war ein Festivalangebot kurz nach dem Erscheinen von ┬╗The Planet's Pulse┬ź im Jahr 1997. Damals hatte ein Zeitschriftredakteur den Kontakt zu einer bekannten Promotion- und Bookingfirma hergestellt und die suchten, just an dem Tag, als wir dort einen Gespr├Ąchstermin hatten, kurzfristig eine Band f├╝r kein anderes Festival als das "Wacken Open Air". Leider entgleisten uns nach diesem spontanen Angebot die Gesichtsz├╝ge ein wenig, da unser Basser Arndt im Ausland auf Urlaub war und wir so das Angebot ausschlagen mu├čten. Wir wissen - r├╝ckblickend betrachtet - nicht, wie wir uns heute entscheiden w├╝rden, doch damals war die Sache f├╝r uns gelaufen. Interessanterweise wurden dann, so glaube ich, EDGUY kontaktiert, die heute eine der bekanntesten deutschen Metalbands sind, zum damaligen Zeitpunkt aber noch relativ unbekannt waren.

Die letzten Worte sollen nun die Euren sein, aber nat├╝rlich nicht, bevor Du uns noch einen kurzen Ausblick in eure Zukunft gegeben hast.

F├╝r 2010 haben wir uns einige Konzerte und auch das eine oder andere Festival vorgenommen. Zun├Ąchst ist aber erst mal Abwarten angesagt, ob das denn auch klappt! Ein weiterer Longplayer ist auf jeden Fall in Planung, allerdings m├╝ssen wir erst sehen, ob wir die Chose erneut in Eigenregie, oder vielleicht doch mit einem Label im R├╝cken durchziehen k├Ânnen. In der Zwischenzeit hoffe ich nat├╝rlich, da├č uns auch weiterhin Fans unterst├╝tzen und sich dazu entschlie├čen, sich ┬╗The Phoenix Is Rising┬ź zuzulegen. F├╝r Konzerte sind wir nat├╝rlich auch immer zu haben, und ich m├Âchte auch betonen, da├č wir keine ├╝berzogenen Forderungen stellen. [lacht]
In diesem Sinne hoffen wir weiter auf gute Resonanz und m├Âchten uns selbstredend auch f├╝r dieses Interview bedanken! Rock on!

http://www.noinnerlimits.com/

nil@noinnerlimits.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

NO INNER LIMITS im ├ťberblick:
NO INNER LIMITS – The Planet's Pulse (Do It Yourself)
NO INNER LIMITS – ONLINE EMPIRE 41-"Known'n'new"-Artikel
NO INNER LIMITS – ONLINE EMPIRE 42-Interview
NO INNER LIMITS – News vom 22.02.2008
NO INNER LIMITS – News vom 24.03.2012
andere Projekte des beteiligten Musikers Daniel Fischer:
NITEWALK – News vom 30.10.2011
andere Projekte des beteiligten Musikers Arndt Ratering:
WIZARD (D) – News vom 16.12.2013
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