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  UE-Home → History → Online Empire 24 → Interview-Übersicht → PAINMUSEUM-Interview last update: 10.06.2024, 23:20:47  

PAINMUSEUM-Logo

Metal For Life«, nennt sich ein vor kurzer Zeit veröffentlichtes Album, das noch vor dem ersten Hörkontakt unmißverständlich die Einstellung der Band wiedergibt. PAINMUSEUM, die jenen programmatischen Titel für ihr Debut auserkoren haben, mögen ein vielleicht noch unbeschriebenes Blatt in der Szene sein, der musikalische Kopf der Band ist dies aber mit Sicherheit nicht mehr: Metal Mike Chlasciak, ein aus Polen stammender amerikanischer Gitarrist, gibt bei PAINMUSEUM den Ton an. Spätestens seit seinem Engagement als Gitarrist bei HALFORD konnte sich der Mann auch in Europa einen guten Ruf erspielen. Diese Liaison sollte für ihn nachträglich gewinnbringend sein, denn seit dem Jahre 2000 wurde Mike desöfteren zu Gastauftritten eingeladen und darüber hinaus veredelte er mit seinem Gitarrenspiel auch einige Beiträge zu diversen Tribute-Alben.
Auch als Tourgitarrist ist der Mann inzwischen sehr gefragt. So war er letztes Jahr mit TESTAMENT in Balingen zu bewundern und seit einiger Zeit steht er an der Seite von Sebastian Bach.
Nichtsdestotrotz versteht es Mike, Prioritäten zu setzen und diese sind im Moment offensichtlich auf PAINMUSEUM gerichtet. Verständlich, wenn man sich die Kompositionen erst eingehend zu Gemüte geführt hat, denn der Titel ist dieser Scheibe durchaus würdig.
Mike ist aber nicht nur an der Gitarre sehr kompetent und hurtig unterwegs, was aufgrund der musikalischen Ausbildung am Berklee College aber kein Wunder darstellt, sondern offenbar auch an der Tastatur, da er es im Rekordtempo geschafft hat, die an ihn übermittelten Fragen zu beantworten:

PAINMUSEUM-Einzelshot: Metal Mike Chlasciak

Der Großteil der Fans kennt Dich seit Deinem Engagement bei HALFORD als versierten Gitarristen. Allerdings kann es nicht so ganz einfach sein, soweit zu kommen. Erzähl' uns doch erst einmal Deinen Werdegang!

Es war in der Tat nicht einfach. Ich habe mich früher immer gewundert, weshalb Bands die Musiker suchen, das nicht in irgendeiner Form öffentlich machen. Nun weiß ich aber, daß es über Beziehungen wesentlich einfacher ist an geeignete Mitstreiter zu kommen. Dadurch erspart man sich als Band unglaublich viel Zeit und aufwendige Auditions. So ähnlich bin ich auch zu Rob gekommen. Freunde von mir gaben mir den Tip und über die Webpage habe ich dann Kontakt zu HALFORD aufgenommen, der Rest der Geschichte dürfte bekannt sein.
Meine "Karriere" begann 1990 in einer Band namens ROXXI, die allerdings nicht sonderlich viel einbrachte. Besser abschneiden konnte ich mit einem Instrumental-Album »Grind Textural Abstractions«, das unter dem Namen ISOLATION CHAMBER veröffentlicht wurde. Diese, sowie unzählige Video-Tapes von Auftritten, hatte ich damals auch an Robs Management geschickt, um die Sache ins Laufen zu bringen. Ich wußte damals aber noch nicht einmal, ob HALFORD wieder ein echtes Metal-Projekt werden sollte, oder ob Rob etwas in der Art von TWO auf die Beine stellen wollte. Offensichtlich mochte Rob meine Art, Gitarre zu spielen und meine Einstellung zum Metal an sich, denn schon kurze Zeit später befanden wir uns in Los Angeles, um an Songs zu arbeiten, die später auf dem »Resurrection«-Album verewigt werden sollten.

Was geschah mit der Band HALFORD als bekannt wurde, daß Rob und JUDAS PRIEST einen Neustart wagen werden? Obwohl HALFORD ohne Rob keinen Sinn ergeben würde, war nie vom offiziellen Ende der Band die Rede.

Das ist richtig. HALFORD befinden sich in einer Art "Ruhezustand". Die Band wurde nie aufgelöst, aber es wäre wahrlich nicht sehr schlau, irgendetwas ohne Rob machen zu wollen. Es besteht eine sehr gute, fast schon freundschaftliche Beziehung zwischen HALFORD und JUDAS PRIEST. Trotz Robs derzeitigem Engagement bei PRIEST wird es auch wieder ein HALFORD-Album geben. Im Moment sind wir, Roy Z., Bobby Jarzombek, Mike Davies und ich, sogar dabei, erste Songs dafür aufzunehmen. Klar wird es noch dauern bis Rob seinen Teil dazu beitragen kann, aber so eilig haben wir es auch wieder nicht.

Abgesehen davon konntest Du in den letzten Wochen Deine Fans mit PAINMUSEUM erfreuen. Was war denn der Grund dafür, noch eine Band aus der Taufe zu heben?

Die Idee kam während der Phase des Songwritings zu »Crucible«. Ich hatte damals einige Songs geschrieben, die dafür zu heavy geraten waren. So gesehen ist PAINMUSEUM aus Mangel an freier Kapazität entstanden. Außerdem wollte ich etwas kreieren, das zu 100 Prozent mit meinem Namen in Verbindung gebracht wird. Ich brauchte mir keinerlei Sorgen über eventuelle Vorgaben der Plattenfirma zu machen, sondern konnte aus dem Bauch heraus Heavy Metal-Songs komponieren und aufnehmen. Für einen Musiker wie mich sieht so das Paradies aus.

Ganz allein hast du »Metal For Life« aber auch nicht eingespielt. Wie kam denn das aktuelle Line-up zusammen?

Auch für PAINMUSEUM bin ich so vorgegangen, daß ich zunächst meinen Freundeskreis abklapperte, um geeignete Musiker zu finden. Zu allererst nahm ich mit Bobby Jarzombek Kontakt auf. Der Kerl ist nicht nur einer der besten Metal-Drummer der Welt, sondern auch ein Typ zum Pferdestehlen. Sänger Tim Clayborne stieß erst nach längerer Suche zu uns. Seine Bewerbungsphotos und Videos vermittelten ein wenig den Charme von Chuck Schuldiner, der einer meiner Lieblingsmusiker war und vor dem ich großen Respekt für sein Lebenswerk habe. Als ich Tim singen hörte, war ich völlig begeistert und wußte, daß ich ihn in der Band haben mußte. Einen Studiobassisten zu finden ist nicht sehr schwierig, aber ich wollte eine Koryphäe an den dicken Saiten, weshalb Steve DiGiorgio die erste Adresse war. Im Moment sieht es sogar so aus, daß Steve auch für weitere Aktivitäten mit PAINMUSEUM zur Verfügung steht, da er von der Band begeistert ist.
Für mich muß immer alles zusammenpassen. Die Musik, die Musiker und natürlich auch die Rahmenbedingungen. Wenn dem nicht so ist, fehlt der Band etwas und in weiterer Folge natürlich auch den Fans. Wir hatten für einige Auftritte hier in den Staaten zwar auch schon Joe Comeau (ex-OVERKILL, -ANNIHILATOR) und Mike LePond (SYMPHONY X) am Baß, doch ich bin in der glücklichen Lage sagen zu können, daß auf dem nächsten Album wird das selbe Line-Up zu hören sein wird wie auf »Metal For Life«.

PAINMUSEUM-Einzelshot: Tim Clayborne

Tim ist hier bei uns in Europa ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Stell' uns den Kerl doch bitte etwas näher vor!

Er stammt ursprünglich aus Virginia und ist ebenso wie ich ein absoluter Metal-Freak. Seine ersten musikalischen Erfahrungen machte er bei einer Band namens HATRED, die übrigens auch bei DEMOLITION RECORDS unter Vertrag waren und dort ein Album veröffentlichen konnten. Mit meinem Manager hatte ich zwar so manche Diskussion zu führen, aber ich war derart von seiner Stimme überzeugt, daß ich mich nicht davon abbringen lassen konnte, den Kerl zu uns zu holen. Mit seiner aggressiven Stimme schafft er es immer wieder, mich als Gitarristen herauszufordern und ans Limit zu gehen, genau deshalb ist er bei PAINMUSEUM.

Laß' uns ein bißchen näher auf »Metal For Life« eingehen. Der Titel ist Programm, die dabei verarbeiteten Aggressionen deuten auf eine Art "Selbsttherapie" hin, oder täusche ich mich da?

PAINMUSEUM bereitet mir zwar eine Menge Spaß und Freude, allerdings gebe ich zu, Musik als Ablaßventil für angestaute Aggressionen zu verwenden. Offensichtlich hat sich im Laufe der Zeit reichlich Frust aufgestaut, den ich aber mit »Metal For Life« kontrolliert abbauen konnte. Die Musik und meine Familie sind jene Dinge, die mich am Leben erhalten. Ohne diese beiden Faktoren wäre ich wohl in einer erschreckende Leere. Der Metal ist mein Leben!

Was dürfen wir denn vom bereits angekündigten zweiten PAINMUSEUM-Platte erwarten?

Natürlich ein richtiges Metal-Album. Egal, was oder wer gerade "in" ist, PAINMUSEUM werden auch in Zukunft für unverfälschten, echten Metal stehen!
Ein echtes Metal-Album muß bei den Fans den Zwang verursachen, zu dieser Scheibe headzubangen. Erst dann ist die Mission der Band geglückt. Ich gehe beim Komponieren immer als Fan an die Sache heran und hoffe dieses Gefühl auch vermitteln zu können. Auf diese Art entstehen alle Alben, an denen ich beteiligt bin.

Werden wir auch die Möglichkeit bekommen, PAINMUSEUM live zu erleben?

Ja, wir haben vor, bei Euch in Europa aufzutreten. Allerdings muß im Vorfeld die Finanzierung einer Tournee gesichert sein, ansonsten macht es keinen Sinn. Unsere Fans sollen ein möglichst perfektes Konzert erleben können und PAINMUSEUM positiv in Erinnerung behalten. Gerade für mich als gebürtigen Europäer, der in diesem Kulturkreis aufgewachsen ist, wäre es phantastisch, eine flächendeckende Europa-Tournee spielen zu können. Wir haben bei Euch eine gute Promo-Agentur und eine hart arbeitende Booking-Agentur an unserer Seite. Von daher sollten die Voraussetzungen optimal sein, um ein solches Abenteuer zu wagen.

Wo wir gerade beim Geschäft angelangt sind, müssen wir uns ein wenig über deine Firma C.M.M. unterhalten. Neben einer Agentur existiert mittlerweile auch schon ein Label unter diesem Namen.

C.M.M. kümmert sich um sämtliche Geschäftsbelange meiner Person. Egal, ob es um PAINMUSEUM geht oder um einen Gastauftritt bei einer anderen Band. Sämtliche Kontakte und Vertragsunterzeichnungen laufen über C.M.M. Was das Label betrifft, werde ich mich nicht um andere Bands kümmern, das wäre zuviel Aufwand. Aber für PAINMUSEUM scheint es mir die beste Lösung zu sein, denn ich brauche mich nur noch um Lizenzen zu kümmern und kann den Rest in Eigenregie durchziehen.

PAINMUSEUM-Einzelshot: Bobby Jarzombek

Du scheinst überhaupt ein sehr beschäftigter Mensch zu sein. Neben PAINMUSEUM, deiner Familie und C.M.M. erledigst du auch immer wieder Gastauftritte. Hast Du selbst noch den Überblick, was alles zu erledigen ist?

Ja. Ich kann mich zwar nicht über Unterbeschäftigung beklagen, schaffe es aber ganz gut, mir meine Zeit einzuteilen. Meine bisherige Discographie kann sich durchaus sehen lassen und auch auf die Gastauftritte bin ich sehr stolz. Es besteht kein Bedarf, mich für eine Beteiligung an einem anderen Projekt zu entschuldigen. Diesbezüglich erledige ich "nur" meinen Job, aber ich liebe ihn auch.

Da ich annehme, daß sich daran auch nichts ändern wird, bitte ich noch um einen kurzen Blick in die Zukunft.

Meine Priorität liegt im Moment ganz klar bei PAIMUSEUM und einer anstehenden Tournee, allerdings steht demnächst die Fertigstellung nächsten HALFORD-Albums an. Mittlerweile bin ich auch Mitglied der Band von Sebastian Bach, mit dem ich nicht nur auf Tournee gehen, sondern auch für das nächste Album mit von der Partie sein werde. Erst dann kann mit den Aufnahmen zur zweiten PAINMUSEUM-Scheibe begonnen werden. Was sonst noch so kommen wird, weiß ich noch nicht, aber ich bin sehr glücklich und zufrieden mit meiner derzeitigen Situation.

PAINMUSEUM-Headline

Zum Abschluß sei noch auf die umfangreiche Discographie des Herrn hingewiesen:

PAINMUSEUM - Metal For Life (C.M.M./DEMOLITION, 2005)
CANS - Beyond The Gates (NOISE/SANCTUARY, 2004)
HALFORD - Forging The Furnace (JVC-VICTOR/METAL-IS/SANCTUARY, 2003)
HALFORD - Crucible (METAL-IS/SANCTUARY, 2002)
John West - Earthmaker (FRONTIERS/YAMAHA, 2002)
HALFORD - Live Insurrection (METAL-IS/SANCTUARY, 2001)
Metal Mike Chlasciak - The Spilling (BEYOND FLAT NINE, 2001)
HALFORD - Resurrection (METAL-IS/SANCTUARY, 2000)
Mike Chlasciak - Territory: Guitar Kill!! (BEYOND FLAT NINE, 2000)
ISOLATION CHAMBER - Grind Textural Abstractions (BEYOND FLAT NINE, 1996)

Als Gastmusiker war Metal Mike an folgenden Alben beteiligt:

DOCTOR BUTCHER - Doctor Butcher (BLACK LOTUS, 2005)
DREAM EVIL - The Book Of Heavy Metal (CENTURY MEDIA, 2004)
CONSORTIUM PROJECT III - Terra Incognita (CENTURY MEDIA, 2003)
MICHAEL VESCERA PROJECT/MVP - The Altar (MASCOT/AVALON-MARQUEE, 2003)
PRIMAL FEAR - The History Of Fear-DVD (NUCLEAR BLAST, 2003)
PRIMAL FEAR - Black Sun (NUCLEAR BLAST, 2002)
Tribute To JUDAS PRIEST: A Tribute To The Priest (NUCLEAR BLAST, 2002)
Tribute To LED ZEPPELIN: The Music Remains The Same (LOCOMOTIVE, 2002)
Heavy Metal Geomatrix-Game Soundtrack (METAL-IS/SANCTUARY, 2001)
Tribute To Joe Satriani: Crushing Days (PROGRESSIVE ARTS MEDIA, 2001)
Tribute To Jason Becker: Warmth In The Wilderness (LION MUSIC, 2001)
Tribute To Yngwie Malmsteen: Guitar Odyssey (GNW/JVC-VICTOR, 2000)

http://www.painmuseum.com/

CmmEnt@Planetshred.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

PAINMUSEUM im Überblick:
PAINMUSEUM – Metal For Life (Rundling-Review von 2005 aus Online Empire 23)
PAINMUSEUM – Online Empire 24-Interview (aus dem Jahr 2005)
PAINMUSEUM – News vom 07.08.2003
PAINMUSEUM – News vom 29.04.2005
PAINMUSEUM – News vom 29.04.2006
PAINMUSEUM – News vom 30.11.2006
Soundcheck: PAINMUSEUM-Album »Metal For Life« im "Soundcheck Heavy 81" auf Platz 20
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