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  UE-Home → Online Empire 84 → Interview-├ťbersicht → SHOK PARIS-Interview last update: 27.09.2020, 23:00:01  

SHOK PARIS-Logo

In den letzten anderthalb Dekaden hatten wir zwar mehrfach die Chance, SHOK PARIS bei ausgew├Ąhlten Festivalshows zu erleben, ansonsten aber blieb es still rund um die kultigen Metaller aus Cleveland, Ohio. Ger├╝chte besagten zwar, ein weiteres Studioalbum w├Ąre in Arbeit, doch die seit jeher vom Fronth├╝nen Vic Hix angef├╝hrte Truppe schien es nicht unbedingt eilig gehabt zu haben. Der Jubel der Fans d├╝rfte daher um so gewaltiger ausfallen, wenn sie das neue Ger├Ąt mit dem unmi├čverst├Ąndlichen Titel ┬╗Full Metal Jacket┬ź zum ersten Mal probieren.

SHOK PARIS-Headline

Um mehr ├╝ber das Album und die nicht ganz unkomplizierte Entstehungsgeschichte zu erfahren, mu├čte Vic f├╝r uns die letzten Jahre der Bandgeschichte aufrollen.

Erste Ank├╝ndigungen f├╝r eine neue Scheibe gab es schon vor etlichen Jahren. Was war denn los?

Es gab eine ganze Menge zu erledigen, vor allem f├╝r mich. Bis 2008 war ich n├Ąmlich eher damit besch├Ąftigt, AFTERSHOK voranzutreiben. Da ich mich aber mit den Jungs nicht auf die musikalische Ausrichtung des dritten Albums einigen konnte, beschlo├č ich, mich doch wieder auf SHOK PARIS zu konzentrieren.

Und ich dachte bislang, die beiden Bands w├Ąren zumindest eine gewisse Zeit lang parallel betrieben worden. Schlie├člich habt Ihr SHOK PARIS doch schon 2004 reaktiviert. Oder war das eine einmalige Geschichte f├╝r das "Bang Your Head!!!"-Festival?

Genau das war es! Damals gab es noch ├╝berhaupt keine Bestrebungen, SHOK PARIS weiter am Leben zu halten. Mein Ziel war es lediglich, so viele Originalmitglieder wie nur m├Âglich zusammenzutrommeln, um den Fans in Europa bei unserer Premiere bei Euch dr├╝ben eine volle Breitseite servieren zu k├Ânnen. Ich denke, da├č ist mir an diesen Tagen gelungen. F├╝r uns als Musiker war es jedenfalls unfa├čbar. Etwas Besseres h├Ątten wir uns nicht vorstellen k├Ânnen!

Zu recht, denn auch Ihr wart einfach Hammer! Ihr habt in dieser Zeit aber auch in der Heimat gespielt. Wie waren denn die Reaktionen darauf?

Ganz okay. Aber das waren im Prinzip nur Warm-up-Shows. Uns ging es in erster Linie darum, wieder zu einer Einheit zu werden, bevor wir zu Euch kommen. Auch von der Gr├Â├čenordnung l├Ą├čt sich das nicht vergleichen, denn wir haben lediglich in kleinen Clubs rund um Cleveland gespielt.

So wirklich los ging es ohnehin erst 2010, als Ihr f├╝r ein weiteres Open Air nach Deutschland gejettet seid.

Das stimmt. Ich befand mich in einer eher unsicheren Phase und konnte mich nicht so recht entscheiden, ob SHOK PARIS oder doch AFTERSHOK meine Priorit├Ąt genie├čen durften. Das Angebot, mit SHOK PARIS beim "Headbangers Open Air" 2010 aufzutreten, kam mir also sehr gelegen. Zwar mu├čte ich zun├Ąchst ein Line-up zusammenstellen, doch dabei hatte ich offenbar Gl├╝ck. Die damals rekrutierte Besetzung ist n├Ąmlich bis heute stabil und besteht seit diesen Tagen aus meinem alten Kumpel Ken Erb an der Klampfe und mir sowie den Neuzug├Ąngen Donovan Kenaga am Schlagzeug, dem alten Haudegen Ed Stephens am Ba├č und John Korzekwa an der zweiten Gitarre. Die Jungs sind stammen allesamt aus dem Raum Cleveland und haben mit Ausnahme von Ed, der hier in der Umgebung schon f├╝r so ziemlich jede Band aktiv war, bislang kaum Erfahrung. Alle drei sind seit ihrer Jugend SHOK PARIS-Fans, von daher war es nicht allzu schwierig, sie zum Mitmachen zu animieren. Da Donavan obendrein ein Halbbruder von Ken ist, kann ich sogar guten Gewissens behaupten, die drei geh├Âren zur SHOK PARIS-Familie. [lacht]

SHOK PARIS-Bandphoto 1

Die Besetzung harmoniert also wunderbar und durfte ihre Live-Power einige Zeit sp├Ąter erneut unter Beweis stellen. 2015 hat man Euch n├Ąmlich f├╝r das "Keep It True" erneut nach Europa geholt. Dennoch habt Ihr Euch damit ein wenig unter Druck gesetzt, denn seit diesem Wochenende gibt es hartn├Ąckige Ger├╝chte, da├č ein neues SHOK PARIS-Albums mit dem Titel ┬╗Full Metal Jacket┬ź in Mache sein und bald erscheinen soll...

Das war ja nicht einmal gelogen. [lacht] Okay, das "bald" war vielleicht ein wenig ├╝bertrieben. [lacht] Die Geschichte unseres neuen Albums geht an sich bis ins Jahr 2008 zur├╝ck, auch wenn ich mich damals eigentlich auf das dritte AFTERSHOK-Album vorbereitet hatte. Doch nach einigen Unstimmigkeiten und meinem Ausstieg behielt ich meine Ideen lieber f├╝r mich. Im Prinzip bin ich auf diese erst wieder zur├╝ckgekommen, als wir nach der SHOK PARIS-Show in Norddeutschland in die Heimat zur├╝ckgekehrt sind.

Seit damals ist aber trotzdem eine weitere Dekade ins Land gezogen. An mangelnder Motivation wird es wohl nicht gelegen haben, oder?

Im Gegenteil! Der Auftritt in Norddeutschland war im Prinzip die Feuertaufe und die erste Zerrei├čprobe f├╝r das neue Line-up. Im Endeffekt l├Ą├čt sich sagen, da├č dort die Initialz├╝ndung f├╝r unser neues Album stattgefunden hat. Denn erst die Euphorie der Fans und deren Verlangen nach neuem Material hat uns so richtig die Augen ge├Âffnet. Und zwar geh├Ârig! Dieses Festival hat uns derma├čen angespornt, da├č wir fast unmittelbar nach unserer R├╝ckkehr in die Staaten mit dem Schreiben neuer Songs begonnen haben. Wir warten auch ganz gut im Rennen, denn unsere EP mit dem Titel ┬╗Decharge Electricque┬ź war fast fertig.

Das Teil ist aber nie ver├Âffentlicht worden. Warum?

Weil wir nach unserem n├Ąchsten Auftritt in Europa unsere Pl├Ąne wieder ge├Ąndert, und uns dazu entschlossen, stattdessen einen Longplayer aufzunehmen. Grund daf├╝r war unser Auftritt beim "Up The Hammers" in Athen im Jahr 2012. An diesem Abend haben wir mit ÔÇ║Those EyesÔÇ╣ und ÔÇ║Full Metal JacketÔÇ╣ zwei brandneue Tracks erstmals vor Publikum gespielt und die Fans waren derma├čen aus dem H├Ąuschen, da├č wir gar nicht anders konnten, als auch diese Songs auf Tontr├Ąger zu verewigen. So ist aus der EP schlie├člich ein Langeisen geworden.

Woran habt Ihr Euch beim Komponieren orientiert?

Es gab eine einzige Vorgabe: Die Songs mu├čten nach SHOK PARIS klingen. Das war alles, und das ist uns auch gelungen. Oder?

Auf jeden Fall! Wie ist die Produktion generell abgelaufen?

Sehr lehrreich. Da wir komplett auf uns allein angewiesen waren und weder von einem Label noch von sonst irgendjemandem Unterst├╝tzung hatten, mu├čten wir vieles in Eigenregie erledigen. Im Nachhinein betrachtet war das aber eine gute Sache, denn wir haben dabei viele Erfahrungen machen k├Ânnen und viel gelernt. Zu Beginn war es allerdings etwas m├╝hsam, da wir uns erst da entsprechende Equipment zulegen mu├čten. Aber wer einen Ken Erb in der Band hat, braucht sich keine Sorgen zu machen! Ken hat sein Wohnzimmer zum Studio umfunktioniert und danach sogar seine Toilette umgebaut, um einen Aufnahmeraum zu schaffen. Das alles hat nat├╝rlich jede Menge Geld und Zeit beansprucht, doch es war uns die M├╝he wert! Und wenn man bedenkt, da├č wir allein zwei Jahre f├╝r Umbau und Installation ben├Âtigt haben, gingen die Aufnahmen an sich sogar recht rasch ├╝ber die B├╝hne.

Durchaus. Au├čerdem habt Ihr scheinbar vieles richtig gemacht, denn ┬╗Full Metal Jacket┬ź klingt ├╝berraschend satt. Das Album kann sich generell mehr als nur h├Âren lassen und wird von den Fans auch ganz sicher nicht beanstandet werden. Apropos: Zu den griechischen Fans scheint Ihr generell ein spezielles Verh├Ąltnis zu pflegen. Der letzte Track des Drehers d├╝rfte wohl aus gutem Grund ÔÇ║Up The HammersÔÇ╣ betitelt sein, oder?

Generell schon. Allerdings ist diese Nummer keineswegs nur als Hommage an unsere griechischen Fans zu sehen. Wir wollten damit allen Fans in Europa die Ehre erweisen! Sie haben uns die Treue gehalten, egal was gekommen ist. In den 80ern hatten wir zwar auch in den Staaten ein ordentliches Following, doch als der Metal in traditioneller Form bei uns nicht mehr "up to date" war, sah es d├╝ster f├╝r Bands wie uns aus. Bei Euch war das schon immer anders. Wenn wir unsere Fans in Europa nicht h├Ątten, w├Ąre die Band wohl schon l├Ąngst Geschichte. Deshalb haben wir diese Nummer f├╝r Euch aufgenommen!

Geradezu logisch erscheint dadurch die Tatsache, da├č ┬╗Full Metal Jacket┬ź auf einem europ├Ąischen Label erscheint. Ist der Kontakt denn bei einer Eurer Festivalshows entstanden?

Schon, allerdings sind Chris von NO REMORSE RECORDS und AUBURN-Chef Bill Peters schon l├Ąnger befreundet. Von daher war es nicht allzu kompliziert, einen Vertrag unter Dach und Fach zu bringen (Bill war und ist der M├Ązen von SHOK PARIS: Das erste Album ┬╗Go For The Throat┬ź erschien 1984 via AUBIRN RECORDS; Bill war zudem ma├čgeblich an den erw├Ąhnten Trips der band nach Europa beteiligt - Stefan). Da Bill im Begriff war, sich ein Konzept zu ├╝berlegen, wie wir das Album optimalerweise weltweit vermarkten und vertreiben k├Ânnten, kam die Vertragsunterzeichnung in Athen zur richtigen Zeit. Jetzt hei├čt es f├╝r uns also nur noch: Dranbleiben!

Und zudem bleibt zu hoffen, da├č sich in absehbarer Zeit ein weiteres Mal die Chance f├╝r Gastspiele von SHOK PARIS in Europa bietet!

http://www.shokparis.com/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

SHOK PARIS im ├ťberblick:
SHOK PARIS – Full Metal Jacket (Rundling)
SHOK PARIS – Go For The Throat (Re-Release)
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