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It's The Singer...

Nicht da√ü wir es nicht ohnehin schon gewu√üt h√§tten, aber das in den n√§chsten Tagen erscheinende Soloalbum von Slash (respektive die Vorabversion, die der Presse schon seit einigen Wochen vorliegt) verdeutlicht, welche Wichtigkeit der Gesang in der Musik hat - selbst bei einer Stilrichtung, die l√§ngst nicht so gesangsorientiert ist wie beispielsweise der Pop. Obgleich die Gitarre des Ex-GUNS N' ROSES-Musikers fraglos extrem charismatisch und jederzeit wiederzuerkennen ist, wirkt Slashs Soloplatte v√∂llig zerrissen, da jeder Song von einem anderen bekannten S√§nger eingetr√§llert wurde - und es geht sogar so weit, da√ü letztendlich jeder Song mit seinem S√§nger steht und f√§llt. Und siehe da: Die St√ľcke, denen Ozzy und Lemmy ihren Stempel aufgedr√ľckt haben, z√§hlen eindeutig zu den st√§rksten auf dem ganzen Album - was uns einen weiteren Fakt einh√§mmert, der uns ebenfalls schon l√§ngst bekannt gewesen war: Es ist nicht so wichtig, wie "gut" ein S√§nger ist, sondern da√ü er das "gewisse Etwas" hat.

Wenn man dies also mal wieder ganz taufrisch eingesch√§rft bekommen hat, ist es um so tragischer, da√ü momentan die "Lead Singer Disease" ganz extrem zu grassieren scheint - und zwar in einer ganz neuen Auspr√§gung... Normalerweise steht dieser Begriff ja f√ľr ein oberzickiges Verhalten eines Frontmannes respektive einer Frontfrau, die den Mitmusikern das Leben zur H√∂lle macht. Doch momentan scheinen sich stattdessen ohne erkennbaren Grund Bands und S√§nger, die eigentlich schlicht perfekt zueinandergepa√üt hatten, ohne erkennbaren Grund getrennte Wege einzuschlagen. Die besten aktuellen Beispiele sind dabei DRAGONFORCE oder EQUILIBRIUM, wo es in beiden F√§llen schlicht unvorstellbar ist, da√ü der Nachfolger stimmlich so ideal mit der Musik der Band harmonieren wird, wie wir es von den bisherigen Aufnahmen gew√∂hnt waren, so da√ü man als Fan schon mal vorab eine Tr√§ne zerdr√ľcken kann. Ein √§hnlicher Fall ist auch bei SONIC SYNDICATE eingetreten, wo man die Auswirkungen schon miterleben kann: Die Schweden haben sicherlich einen sehr guten Ersatz f√ľr den ausgestiegenen S√§nger Roland Johansson gefunden, und doch pa√üt dieser einfach l√§ngst nicht so perfekt, so da√ü die Vorabversion des neuen Albums allenfalls f√ľr verhaltene Freude sorgt.

Mal abgesehen von den bisher erw√§hnten, willentlichen Entscheidungen mu√ü man an dieser Stelle leider auch an so manche Trag√∂die denken, die in sich in den letzten Jahren ereignet hat, bei denen ein herausragender K√ľnstler aus dem Leben gerissen wird: Sicherlich war der pl√∂tzliche Tod von Mike Baker von SHADOW GALLERY oder Midnight von CRIMSON GLORY nicht nur f√ľr die Freunde und die Familien eine schmerzliche Erfahrung, sondern auch f√ľr so manchen Fan fehlt seither ein wichtiges St√ľck seiner bisherigen Welt.

Als vers√∂hnliche Nachricht zu diesem Thema kann man allerdings das erneute Zusammenr√ľcken von WATCHTOWER und Alan Tecchio anf√ľhren - wobei Jason McMaster sicherlich einen genauso guten, wenn auch ganz anders gearteten Job gemacht h√§tte, wenn er denn endlich mal wieder bereit gewesen w√§re, etwas Zeit f√ľr den TOWER zu opfern. Das unterstreicht √ľbrigens doppelt und dreifach die Ausnahmestellung eines Alan Tecchio, der schlie√ülich schon seinerzeit bei WATCHTOWER "nur" der "Neue" gewesen war.

Ergo, es mu√ü auch bei einer Trennung von einer singenden und einer musikzierenden Partei, die wie der sprichw√∂rtliche Arsch auf den Eimer zusammengepa√üt hatten, nicht grunds√§tzlich alles vorbei sein, aber dennoch gibt es gen√ľgend Anla√ü f√ľr ordentliche Sorgenfalten.

Klar - bei einem miesen Song hat auch der beste S√§nger der Welt nix zu melden, aber versucht Euch mal vorzustellen, da√ü Euer Lieblingssong von einem St√ľmpershouter verhunzt werden w√ľrde (oftmals reicht es dabei ja schon, sich die Leistung einer Coverband vor Augen zu f√ľhren...) ‚ÄļSmoke On The Water‚ÄĻ ohne den Gesang von Ian Gillan? Undenkbar! ‚ÄļHighway To Hell‚ÄĻ ohne die kesse Lippe von Bon Scott? Unm√∂glich! ‚ÄļStairway To Heaven‚ÄĻ ohne die Stimme von Robert Plant? Eine Utopie!

...and the song!

Stefan Glas

P.S.: Auf dem aktuellen Cover k√∂nnt Ihr ein Werk des Finnen Juha Vuorma bewundern, den Ihr unter anderem durch seine Arbeiten f√ľr KALMAH, DEW-SCENTED, EDGE OF SANITY, WHIPLASH oder NEW EDEN kennt. Auf Juhas Homepage k√∂nnt Ihr Euch einen Eindruck von seinem ganz charakteristischen Stil verschaffen.

 
Ein geniales, superwitziges Buch, das jeder Metaller kennen muß!
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