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John Wetton gibt nur selten Interviews, so da├č es mich sehr freute, den Mann mit der Stimme, die mich schon seit Jugendbeinen fasziniert, am anderen Ende der Strippe zu w├Ąhnen. Logischerweise hatte ich endlos viele Fragen, die ich loswerden wollte, aber John kaufte mir gleich mal den Schneid ab und er├Âffnete das Interview selbst...

Von wo aus rufst Du an?

In der N├Ąhe von Stuttgart...

Oh, Stuttgart! Ich war neulich in Stuttgart, denn ich fahre einen Porsche 911 und man hatte mich eingeladen, die Fabrik zu besuchen. Es war unglaublich, all diese Fertigungshallen zu sehen und die Entstehung eines Autos Schritt f├╝r Schritt zu verfolgen.

Interessierst Du Dich sehr f├╝r Autos?

Eigentlich nicht. Ein Auto ist f├╝r mich nur ein Hilfsmittel, das mich von einem Ort zu anderen bringt. Ich lege lediglich Wert darauf, ein m├Âglichst gutes Auto zu besitzen und ein Porsche ist in meinen Augen das Beste, das man bekommen kann. Neben dem Porsche habe ich einen noch ein 4-Wheel-Drive Jeep. Wei├čt Du, ich bin vor drei Jahren Vater geworden und es ist enorm schwierig, einen Kinderwagen in einen Porsche zu packen...

Dein erstes Kind?

Ja - ich habe sehr sp├Ąt angefangen und bin mit 49 Jahren zum ersten Mal Vater geworden, aber ich glaube, da├č ich zuvor noch nicht bereit war, solch eine gro├če Verantwortung zu ├╝bernehmen. Es bedeutet eine Menge Arbeit und viele schlaflose N├Ąchte. Au├čerdem stehe ich morgens um 6 Uhr auf, um seine Milch vorzubereiten. Nachdem ich ihn gef├╝ttert habe spiele ich mit ihm, bis meine Frau aufsteht. Anschlie├čend k├╝mmert sie sich bis zum Mittagessen um ihn, so da├č ich mich der Musik widmen kann und so weiter, und so weiter - definitiv kein Rock'n'Roll, aber ich liebe es, ein Vater zu sein. Er ist solch ein lieber Junge und er gibt mir so viel zur├╝ck. Seit mein Sohn auf der Welt ist hat sich vieles f├╝r mich ge├Ąndert: Ich bin beispielsweise sehr f├╝rsorglich geworden. In dem Moment, in dem ich meinen Sohn zum ersten Mal in den Arm nahm wurde mir bewu├čt, da├č er das einzige auf der Welt ist, f├╝r das ich sterben oder t├Âten w├╝rde. Ich glaube, da├č dieser Trieb in uns allen steckt.

Du hast Dir bestimmt schon Gedanken ├╝ber die Zukunft Deines Sohnes gemacht. Was w├╝rdest Du sagen, wenn er eines Tages auch Musiker werden wollte?

Ich w├╝rde mir w├╝nschen, da├č er ein musikalischer Mensch wird, aber ich werde ihm alle Freiheiten lassen, das zu tun was er will. Aber ich habe die schreckliche Vorahnung, da├č er Schlagzeuger wird. Er spielt zwar auch gerne auf meinem Piano, aber immer wenn ich ihn ins Studio mitnehme st├╝rzt er sich sofort auf das Drumkit und f├Ąngt sofort an, wild herumzutrommeln. Vielleicht ist es nur eine Phase, die er gerade durchl├Ąuft, aber irgendwie werde ich das ungute Gef├╝hl nicht los, da├č er ein Drummer wird...

Zumindest hoffe ich, da├č er Deine magische Stimme haben wird. Das w├Ąre das gr├Â├čte Geschenk, das die Natur ihm machen k├Ânnte.

Oh, danke f├╝r das Kompliment. Und ich kann dir garantieren, da├č er meine Stimme hat: Er klingt wirklich verteufelt nach mir - vor allem wenn er schreit...

Empfindest du ein Gef├╝hl von Dankbarkeit daf├╝r, da├č du eine Stimme hast, mit der du so viele Menschen bewegen kannst?

Ich danke Gott jeden Tag daf├╝r! Ich bin ein gl├Ąubiger Christ, wenngleich ich nicht jede Woche in die Kirche gehe, und ich glaube, da├č meine Stimme ein Geschenk Gottes ist. Ich glaube an die Kraft der G├╝te, denn es gab Phasen in meinem Leben, in denen ich nahe dran war, nicht mehr auf der Erde zu sein. Ich wei├č, da├č ich einen Schutzengel hatte, der damals auf mich aufgepa├čt hat, so da├č ich diese Zeit ├╝berstanden habe.

Wann war diese Zeit?

Es war der Kokain-Wahnsinn der Achtziger, der mich fast ins Verderben gerissen h├Ątte. Ich habe keine Probleme dies zuzugeben, denn ich bin dr├╝ber hinweg. Auf meiner Platte ┬╗Arcangel┬ź befindet sich ein Song namens ÔÇ║EmmaÔÇ╣, in dem ich schildere, wie ich am Ende eines Kokaintrips war und meine kleine Nichte zu Besuch kam. Sie war damals gerade zwei Jahre alt und sollte an jenem Abend ihr Babysitter sein. Ich nahm zusammen mit ihr ein Bad und in diesem Moment wurde mir bewu├čt, auf welch einem selbstzerst├Ârerischen Trip ich mich befand. Dieser Augenblick hat mein Leben ver├Ąndert, denn seither habe ich nie wieder Kokain anger├╝hrt. Es ist erstaunlich, wie sehr Kinder uns bewu├čt machen k├Ânnen, was die wahre Realit├Ąt ist. Im Rock'n'Roll-Gesch├Ąft kann man sehr schnell den Blick f├╝r die Wirklichkeit verlieren. Mein Sohn sorgt nun daf├╝r, da├č mir dies nie wieder passieren wird. Dennoch ist es momentan nahezu unm├Âglich, auf Tour zu gehen, weil mein Sohn so viel Zeit beansprucht. Wei├čt du, es ist im Grunde v├Âllig schizophren: Im einen Moment spiele ich noch mit meinem Sohn und im n├Ąchsten Moment stehe ich im Studio, um einen Song f├╝r meine neue Platte einzuspielen; gerade habe ich seine Windeln gewechselt, da mu├č ich schon los zum Soundcheck f├╝r eine Einzelshow am Abend. Manchmal f├╝hle ich mich Dr. Jeckyl und Mr. Hyde... Aber jetzt genug davon - la├č uns endlich mal ├╝ber Rock'n'Roll reden!

Okay - dann mache ich einen extrem weiten Sprung zur├╝ck in der Zeit: Kannst Du Dich noch daran erinnern, wie es war, als Du in den Sechzigern in Deinen ersten Bands gespielt hast?

Ich wei├č noch, da├č ich damals panische Angst vor dem Publikum hatte, w├Ąhrend ich mich heute auf der B├╝hne extrem wohlf├╝hle. Fr├╝her baute ich eine Mauer zwischen mir und dem Publikum, weil ich eine Todesangst hatte. Seit etwa neun Jahren kann ich jedoch ganz anders mit dem Publikum umgehen: Ich kann den Leuten ins Gesicht schauen, mich mit ihnen auseinandersetzen und mich mit ihnen unterhalten. Und sie antworten mir, weil sie mich lieben. Ich bin unbeschreiblich froh, da├č ich nun ein besseres Verh├Ąltnis zu meinem Publikum habe und kenne auch den Grund daf├╝r: Seit ich 1991 bei ASIA ausgestiegen bin habe ich begonnen, pers├Ânlichere und emotionalere Lieder zu schreiben. Daher ist es einfacher, sich mit meinen Songs zu identifizieren - und zwar vor allem f├╝r Frauen, wie mir schon oft von weiblichen Fans best├Ątigt wurde. Als wir mit ASIA durch die Arenen der Welt zogen f├╝hlte ich mich v├Âllig allein: Ich stand auf dieser gigantischen B├╝hne und sah eine riesige Menschenmasse vor mir, zu der ich keinen Kontakt herstellen konnte. Ich war dazu verdammt, meine Show auf der B├╝hne abzuspulen, ohne je herauszufinden, ob es dem Publikum gef├Ąllt oder nicht. Ich kann mich noch haargenau an den Moment erinnern, als ich in Rio de Janeiro auf der B├╝hne stand und genau wu├čte, da├č ich dies nicht mehr weitermachen wollte. Und es war tats├Ąchlich der Abend, an dem ich meinen Koffer packte und nicht mehr zur├╝ckkehrte. Ich ging nach Los Angeles und begann an einem Album zu arbeiten, das v├Âllig anders ausfallen sollte. Das Resultat war ┬╗Battlelines┬ź und erschien 1994. Heute gibt es nur noch wenige Acts, die Stadien f├╝llen k├Ânnen, aber ich bin froh, da├č ich nicht dazu geh├Âre. Es sind zwei v├Âllig unterschiedliche Welten! Du hast recht, wenn Du sagst, da├č ich ohnehin keine Wahl habe, aber ich bevorzuge es, in kleinen Clubs aufzutreten! Apropos: Hast Du mich schon mal live gesehen?

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Ich mu├č zugeben, da├č ich Dich nur einmal gesehen habe und das war keine Deiner Shows: Es war bei der SAGA-Jubil├Ąums-Show, die am 13. Juni 1997 in Offenbach stattfand. SAGA hatten damals jede Menge G├Ąste geladen, die jedoch aufgrund eines schweren Unfalls auf der Autobahn fast allesamt nicht rechtzeitig kamen. Damals hattest Du Dir spontan eine Akustikgitarre geschnappt und vier Songs gespielt. Dennoch war ich mehr als beeindruckt!

Ich auch... Aber aus einem ganz anderen Grund: An diesem Abend lernte ich meine Frau kennen. Nach der Show fuhren wir von Offenbach nach Olching, wo ich eine Frau traf, die mich ganz und gar fesselte. Auf jeden Fall haben wir jetzt einen kleinen Jungen. Irgend etwas mu├č in dieser Nacht passiert sein...

Du hast Dein Herz also an eine deutsche Frau verloren?

Ja, meine Frau stammt aus Deutschland, genauer aus F├╝rstenfeldbruck. Sie lebte allerdings schon eine Zeitlang in England bevor wir uns kennenlernten. Wenn ich ├╝ber diese Konstellation nachdenke und mir vorstelle wie und wo wir uns kennenlernten - eine seltsame Sache! Sie ist zudem sehr viel j├╝nger als ich: Sie ist 31 Jahre alt.

Gibt es da keine Probleme wegen des Altersunterschiedes?

Nein absolut nicht, wir verstehen uns blendend und f├╝hren eine sehr harmonische Beziehung - aber wir sind schon wieder vom Rock'n'Roll abgeschweift...

Okay - machen wir erneut eine Kehrtwende! Du hast zwischen 1971 und '73 zusammen mit Roger Chapman bei FAMILY gespielt. Kann man sagen, da├č dies Deine erste professionelle Band war?

Nicht unbedingt meine erste professionelle Band, aber meine erste erfolgreiche. Auch mit THE PALMER-JAMES GROUP, TETRAD/GINGER MAN, SPLINTER und MORGUL THRASH haben wir bereits professionell gearbeitet. Ich erinnere mich gerne an die Zeit bei FAMILY zur├╝ck und bin auch heute noch sehr gut mit Roger Chapman befreundet.

Du bist 1973 von FAMILY zu KING CRIMSON gewechselt, als Robert Fripp die Band komplett neu zusammengestellt hatte. H├Ąttest Du damals gedacht, da├č die neue KING CRIMSON-Formation so wichtig f├╝r die Musikgeschichte werden w├╝rde?

Es ist seltsam, denn als ich letzte Woche von Tour zur├╝ckkam waren die ersten Menschen, mit denen ich gesprochen hatte, Ian McDonald, Michael Giles und Robert Fripp, die Musiker von KING CRIMSON - und man sollte bedenken, da├č seit damals 30 Jahre vergangen sind. Ich habe hingegen keinerlei Kontakt mehr zu den ehemaligen ASIA-Musikern, au├čer zu Carl Palmer. Das beweist, da├č zwischen den KING CRIMSON-Musikern eine enorm starke Bindung existiert hat, die uns erm├Âglicht hat, Musik von solcher Bedeutung zu machen. Ganz abgesehen davon waren KING CRIMSON f├╝r mich das Sprungbrett in der Musikszene: KING CRIMSON hat mir die Zuversicht gegeben, da├č ich ein Projekt in der Gr├Â├čenordnung von ASIA bew├Ąltigen kann.

Ich habe auf Deiner Webpage ├╝berrascht festgestellt, da├č Du anschlie├čend eine Zeitlang bei ROXY MUSIC warst.

Es war ein purer Zufall, da├č ich zu ROXY MUSIC stie├č und es war ein Engagement, das ich just for fun angenommen hatte. Ich war schon l├Ąnger mit den Musikern von ROXY MUSIC befreundet. ROXY MUSIC hatten damals Auditions angesetzt, um einen neuen Bassisten zu finden und sie hatten mich gebeten, dabei zu sein, um die Meinung eines Bassisten ├╝ber seine Kollegen zu h├Âren. Am Ende des Tages gingen wir zusammen essen und waren der einhelligen Meinung, da├č alle Kandidaten lausig waren. Daher boten sie mir an, den Job f├╝r die anstehende Englandtour zu ├╝bernehmen. Ich sagte zu und prompt folgte nach den England-Dates Tourneen durch Europa, Amerika und Australien und ich spielte auf dem Album ┬╗Viva!┬ź mit. Ehe ich mich versah war bei diesem "Quickie-Job" ein Jahr verstrichen und ich wu├čte, da├č es Zeit war, meinen Hut zu nehmen. Nichtsdestotrotz besteht immer noch eine starke Freundschaft zu den ROXY MUSIC-Musikern und ich habe auf mehreren Soloalben von ROXY MUSIC-S├Ąnger Brian Ferry gespielt. Au├čerdem habe ich mit dem ROXY MUSIC-Gitarristen Phil Manzanera zusammen ein Album gemacht. (Das Projekt trug den Namen WETTON MANZANERA, das Album erschien 1987 unter dem schlichten Titel ┬╗Wetton Manzanera┬ź und beinhaltet grandiosen, eing├Ąngigen AOR. - Red.)

ROXY MUSIC arbeiten gerade an Ihrer Reunion und haben bereits einige Shows gespielt. Was denkst Du dar├╝ber? Reunions sind bekanntlich ein zweischneidiges Schwert.

Es hat mich sehr gefreut, als ich h├Ârte, da├č ROXY MUSIC wieder zusammen sind. Sie wissen zwar noch nicht, ob sie auch ein neues Album zusammen machen werden, aber es war sch├Ân, die Band wieder zusammen auf der B├╝hne zu sehen. Und solange das Bandklima und die Musik stimmen interessiert es mich auch nicht, ob es wie angek├╝ndigt ihre definitiv letzten Shows sein werden oder ob sie mit 75 noch zusammen spielen werden.

So ungef├Ąhr wie Ozzy Osbourne, der (gl├╝cklicherweise) auch schon seine dritte oder vierte "No More Tours"-Tour absolviert hat...

Genau - nie, nie, nie wieder! Und tsch├╝├č bis zum n├Ąchsten Jahr...

Nach ROXY MUSIC warst Du zwischen 1975 und '76 bei URIAH HEEP aktiv, wo Du die Stelle von Gary Thain ├╝bernommen hast (Gary ist entweder am 8. Dezember 1975 oder am 19. Mai 1976 an einer ├ťberdosis gestorben. ├ťber das genaue Datum gibt es widerspr├╝chliche Angaben. - Red.) Wie kam es dazu?

HEEP-Drummer Lee Kerslake stammt aus der gleichen Stadt wie ich. Ich wurde n├Ąmlich in Derby geboren, das etwa in der Mitte von England liegt, wuchs jedoch in Bournemouth, ganz im S├╝den Englands auf, wo ich auch heute noch lebe. In Bournemouth absolvierte ich sozusagen mein musikalisches Training, bei dem ich viele Freunde kennenlernte und einer davon war Lee. Er lud mich damals ein, bei URIAH HEEP einzusteigen. Das Kapitel KING CRIMSON lag damals hinter mir und mein Engagement bei ROXY MUSIC war ebenfalls beendet, so da├č ich Lees Angebot annahm. Es war ein sehr produktives Jahr bei URIAH HEEP, denn wir produzierten w├Ąhrend dieser Zeit das bis damals bestverkaufte URIAH HEEP-Album ┬╗Return To Fantasy┬ź. Der Nachfolger ┬╗High And Mighty┬ź wurde nahezu komplett von Ken Hensley und mir gemeinsam geschrieben. Zwar war die Zusammenarbeit mit URIAH HEEP nicht die einfachste, aber es war definitiv die lustigste Band, mit der ich je auf Tour war.

Anschlie├čend war f├╝r Dich UK angesagt.

Ja, ich habe die Band formiert. Es gab zun├Ąchst eine Version, in der Rick Wakeman vertreten sein sollte, doch er machte sich wieder aus dem Staub. Auf der Australientour mit ROXY MUSIC hatte ich Bill Bruford wiedergetroffen, mit dem ich bei KING CRIMSON gespielt hatte, und fragte ihn, ob er die vakante Stelle ├╝bernehmen wollte. Er sagte zu und brachte den Gitarristen Alan Holdsworth ins Spiel, mit dem er schon l├Ąngere Zeit zusammenarbeitete. Da ich bereits Eddie Jobson in UK-Boot geholt hatte, beschlossen wir, beide Arbeitsgemeinschaften zu vereinen und UK war geboren. Nach UK habe ich ein Soloalbum namens ┬╗Caught In The Crossfire┬ź ver├Âffentlicht bevor ich mich ASIA anschlo├č.

ASIA waren im Grunde eine konstruierte Superband, die aus Musikern von bekannten Bands formiert wurde. Warum fiel die Wahl damals auf Dich?

Wir begannen etwa 1981, mit ASIA zu arbeiten. Ich wurde damals haupts├Ąchlich durch einen A&R-Mann geleitet: John David Kalodna von GEFFEN RECORDS. Er brachte mich bei ASIA ins Spiel und er legte mir eindringlich nahe, bei ASIA mitzumachen.

Bei ASIA gab es - wie nicht anders zu erwarten - jede Menge Ego-Probleme. Wie siehst Du das im R├╝ckblick?

Es war unsere Variante von "Star Wars". W├Ąhrend der ersten Platte war alles noch in Butter, was auch unserem phantastischen Produzenten Mike Stone zu verdanken war, der zuvor schon mit Bands wie QUEEN, KISS oder JOURNEY gearbeitet hatte. Er war sehr gut darin, uns zu kontrollieren und H├Âchstleistungen aus uns herauszuholen. Bei der zweiten Platte ┬╗Astra┬ź sah alles ganz anders aus: Wir nahmen die Scheibe in Kanada auf, etwa 75 Kilometer n├Ârdlich von Montreal. Es war mitten im Winter bei Temperaturen von 30 Grad Celsius unter Null - man konnte drau├čen nicht mal pinkeln, ohne da├č das Urin sofort gefroren w├Ąre... Ich sa├č dort mit unserem Produzenten Mike fest und wir mu├čten quasi allein das ganze Album kreieren. Die anderen Musiker schneiten mal am Wochenende rein und spielten ihre Parts ein. Ich sa├č hingegen ├╝ber vier Monate in dieser eisigen Ein├Âde fest, so da├č die Arbeiten immer schwieriger wurden.

Das resultierte darin, da├č ASIA nach dieser Platte auseinanderbrachen. Es seither gab mehrere Versuche, die Band im Original-Line-up wieder zusammenzutrommeln, was jedoch nie allzu lange gelang. Glaubst Du, da├č es ASIA nochmal in der Urform geben wird?

Nein, diese Zeit ist endg├╝ltig vorbei. Wir hatten vor etwa zwei Jahren einen Versuch unternommen und ich glaubte damals, da├č es klappen w├╝rde, aber dem war leider nicht so. Ich denke, das war die letzte Chance f├╝r die Original-ASIA.

Warum scheiterte der Versuch?

Weil Geoff Downes absprang. Ich vermute, da├č er es wegen John Payne getan hat, mit dem er bekanntlich seit vielen Jahren ASIA in neuem Gewand fortf├╝hrt. Da John Payne die Rechte am Namen "ASIA" erworben hat w├Ąre es ohnehin etwas schwierig geworden... Aber was soll's - ich bin ohnehin froh, ein Solok├╝nstler zu sein!

Was denkst Du ├╝ber die aktuellen ASIA mit Geoff und John?

Not too keen... Ich glaube, da├č viele Leute genauso denken - but that's the way it is.

Welche Projekte waren Deiner Meinung nach die wichtigsten f├╝r Dich?

Zweifelsohne FAMILY, KING CRIMSON, UK und ASIA. Aber mein Leben geht weiter und ich kann nicht in der Vergangenheit leben. Das Publikum ist immer gemischt: Manche m├Âgen die alten Nummern andere bevorzugen das neue Material. Wenn ich jedoch live ausschlie├člich alte Songs spielen w├╝rde w├Ąren die Leute bestimmt schnell gelangweilt. Daher ist es perfekt, eine Mischung von alten und neuen Songs zu spielen - wenngleich man es mit der Auswahl nie allen recht machen kann. Aber ich probiere meinen Set so zusammenzustellen, da├č m├Âglichst viele Fans zufrieden sind.

Neben Deinen vielen Bands hast Du jede Menge Projekte oder Gastauftritte absolviert (um nur einige von unz├Ąhligen Beispielen zu nennen: 1973 bei Brian Eno auf ┬╗Here Come The Warm Jets┬ź, im gleichen Jahr bei RARE BIRD auf ┬╗Somebody's Watching┬ź, 1976 bei David Byron auf ┬╗Take No Prisoners┬ź, 1985 schrieb er zusammen mit seinem ASIA-Kollegen Geoff Downes f├╝r Ex-ABBA-S├Ąngerin Agnetha F├Ąltskog einen Song f├╝r deren Soloalbum ┬╗We Move As One┬ź, 1987 co-produzierte er die VOW WOW-Scheibe ┬╗Revivie┬ź, 1987/'88 wirkte er bei der zweiten PHENOMENA-Episode ┬╗Dream Runner┬ź mit und in den Neunzigern tat er sich vor allem dadurch hervor, da├č er Songs f├╝r andere K├╝nstler schrieb: ÔÇ║PrisonerÔÇ╣ f├╝r und mit David Cassidy (1990) oder ÔÇ║I'll Never Stop Loving YouÔÇ╣ f├╝r Cher (1991), wobei der Song f├╝nf Jahre sp├Ąter von HEART f├╝r ihre Balladen-"Greatest Hits"-Scheibe erneut verwendet wurde.) Welche erachtest Du im R├╝ckblick als besonders wichtig? Gibt es Dinge, an die Du Dich sofort erinnerst?

Hmm, nein! Es waren einfach nur Jobs f├╝r mich. Es ging f├╝r mich stets darum, Arbeit zu haben. Ich bin ein Mensch, der lieber besch├Ąftigt ist als faul rumzuh├Ąngen. In den Zeiten, in denen ich in keiner Band war oder in denen meine Bands eine Pause einlegten habe ich mich immer nach Jobs umgesehen. Das ist bei Dir nicht anders: Wenn Du arbeitslos bist mu├čt Du Dich nach einem Job umsehen, damit Du f├╝r Deine Familie das Brot auf dem Tisch verdienen kannst. Um Geld zu verdienen habe ich folglich Bands produziert, Soundtracks f├╝r Filme geschrieben, bin bei Bands als Gastmusiker aufgetreten oder habe St├╝cke f├╝r andere Bands komponiert. Viele Musiker lehnen diese Dinge ab, weil sie sich nicht prostituieren wollen. Das empfinde ich als v├Âlligen Bl├Âdsinn! Es ist sehr inspirierend, mit anderen kreativen Musikern zusammenzuarbeiten und hat mit Prostitution nicht das Geringste zu tun.

Mal abgesehen von Deinen Soloaktivit├Ąten zeichnet sich am Horizont eine Band ab, bei der Du beteiligt sein wirst: QANGO. Sie wurde geboren als eine Kooperation zwischen Dir und Carl Palmer und mittlerweile habt Ihr mit David Kilminster einen Gitarristen und mit John Young einen Keyboarder.

Ahhh - QANGO... QANGO wird m├Âglicherweise ├╝berleben oder auch sterben - ich wei├č es nicht. Es h├Ąngt davon ab, ob Carl und ich in diesem oder im n├Ąchsten Jahr Zeit dazu haben werden. Ich sehe QANGO nicht als eine ma├čgebliche Band an. QANGO ist da, wenn Carl und ich zusammen sind. Und ob wir die Idee von QANGO weiterverfolgen werden kann nur die Zukunft zeigen.

Was k├Ânnen wir von QANGO erwarten, wenn es Wirklichkeit wird?

Schwer zu sagen, aber ich vermute mal, da├č es irgendwo zwischen meinem Solomaterial und E.L.P. liegen wird und vielleicht gewisse KING CRIMSON-Elemente enthalten wird.

Wie seid Ihr eigentlich auf den Namen gekommen?

QANGO ist ein Akronym, das bedeuten soll... Äh... Tja... Verdammt, ich kriege einfach nicht mehr zusammen, wofür die einzelnen Buchstaben stehen sollen! Generell gesagt soll QANGO eine Regierung innerhalb einer Regierung darstellen - also quasi ein Wachhund, der die Handlungen einer Regierung überwacht.

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La├č uns doch endlich mal ├╝ber dein neues Album ┬╗Sinister┬ź sprechen. Die Platte wurde schon vor l├Ąngerer Zeit in Japan ver├Âffentlicht. Warum tr├Ągt die Platte in Fernost den Titel ┬╗Welcome To Heaven┬ź?

Die Japaner mochten den Titel ┬╗Sinster┬ź nicht im Geringsten, weil der Begriff in Japan ein Synonym f├╝r den Ku├č des Todes ist. Daher baten sie mich, den Titel zu ├Ąndern. Also erz├Ąhlte ich dem K├╝nstler, der das neue Artwork gestalten sollte die Geschichte und sagte grinsend: "Warum nennen wir die Platte nicht ┬╗Welcome To Hell┬ź?" Er entgegnete jedoch, da├č das zu sehr nach Alice Cooper klingen w├╝rde und schlug vor, "Hell" durch "Heaven" zu ersetzen. Ich faxte den Vorschlag nach Japan und prompt kam von den Japanern nur eine kleine Antwort zur├╝ck: "Wir liiiiieben den Titel!" Als es dann um den Release in Europa ging, war die Firma mit dem Namen ┬╗Welcome To Heaven┬ź nicht gl├╝cklich, so da├č wir zu der urspr├╝nglichen Idee zur├╝ckkamen.

In den letzten Jahren hast Du viele Liveplatten ver├Âffentlicht (1994 ┬╗Chasing The Dragon┬ź, 1995/'96 ┬╗Akustika - Live In Amerika┬ź, 1997 ┬╗Live In Tokyo 1997┬ź und 1998/'99 ┬╗Nomansland┬ź) w├Ąhrend die Studioalben eher etwas kurz kamen. Daher haben viele Leute gesagt, da├č John Wetton nur noch vom Glanz seiner Vergangenheit zehren w├╝rde.

Ich bin der Meinung, da├č ein Studioalbum innerhalb von zwei bis drei Jahren v├Âllig genug ist. Diese Zeit brauche ich, um das Material zu schreiben und aufzunehmen. Der Grund f├╝r die vielen Liveplatten ist ein ganz anderer: Ich werde bei jedem Konzert gebootlegt und irgendein Arschloch zockt mit meinem Namen von meinen Fans Kohle ab. Ich hasse das! Daher ver├Âffentliche ich m├Âglichst viel Liveplatten, so da├č die Fans die M├Âglichkeit haben, offizielle Ver├Âffentlichungen zu kaufen und nicht gezwungen sind, auf Bootlegs zur├╝ckzugreifen. Das Problem existierte schon bei KING CRIMSON und ich unterhielt mich stundenlang mit Robert Fripp dar├╝ber: Die einzige M├Âglichkeit, gegen Bootleger anzugehen ist eigene Liveplatten zu ver├Âffentlichen, die bessere Qualit├Ąt anbieten und besser aussehen. Oder kennst du eine bessere Alternative?

Wie Du schon festgestellt hast, sind Deine Texte sehr pers├Ânlich und viele haben einen gewissen depressiv-melancholischen Touch.

Absolut richtig! Ich glaube, man k├Ânnte mich problemlos als einen manisch-depressiven Menschen hinstellen. Allerdings sieht es doch so aus, da├č die wenigsten Menschen, etwas ├╝ber einen wundersch├Ânen Morgen h├Âren wollen. "Oh what a beautiful morning - tralala!" Wer will das schon h├Âren. Die Menschen wollen Dinge, die tiefer gehen und die sie bewegen. Meine pers├Ânliche Herausforderung besteht darin, meine Texte so tiefgr├╝ndig wie m├Âglich zu gestalten. F├╝r mich war diese "Cliff Richard-Musik" nie ein Ma├čstab.

Zudem sind viele deiner Texte wie beispielsweise ÔÇ║Hold Me NowÔÇ╣ oder ÔÇ║Twist Of A KnifeÔÇ╣ auf Beziehungen gem├╝nzt und haben gleichfalls einen negativen Touch. Deiner Philosophie zufolge m├╝├čtest Du damit pers├Ânliche Erlebnisse verarbeiten. Damit w├╝rde die Zeile "Hold me now, maybe just pretend, and make believe in a kiss that means nothing to you, but it means the world to me" eine sehr deutliche Sprache sprechen.

ÔÇ║Hold Me NowÔÇ╣ handelt von meiner Mutter, zu der ich wahrlich keine gute Beziehung hatte. Aber deswegen tue ich alles Menschenm├Âgliche, es f├╝r meinen Sohn besser zu machen: Ich sage meinem Sohn jeden Tag, da├č ich ihn liebe. Denn diese drei Worte, "Ich liebe Dich", wurden in meiner Kindheit nie zu mir gesagt. Ich h├Ątte als Kind alles daf├╝r gegeben, meine Mutter sagen zu h├Âren, da├č sie mich liebt, aber ich konnte sie nie dazu bringen.
Das war mit einer der Gr├╝nde, warum ich meine Texte pers├Ânlicher gestaltet habe: Ich hatte die Nase voll davon auf der B├╝hne zu stehen und bei ÔÇ║Heat Of The MomentÔÇ╣ zum gro├čen Salut zu blasen. Ich spiele ÔÇ║Heat Of The MomentÔÇ╣ heute zwar immer noch, aber in einer anderen Art und Weise: Ich spiele es akustisch und gebe ihm dadurch einen nachdenklichen Touch.
Aber es ist vollkommen richtig, da├č ich sehr viele schlechte Erfahrungen in Beziehungen gemacht habe. ÔÇ║Twist Of A KnifeÔÇ╣ habe ich w├Ąhrend der Scheidung von meiner ehemaligen Frau geschrieben. Es war eine f├╝rchterliche Zeit f├╝r mich, die ich in einer Zeile wie "You and me are words collide, all is left is pain and pride, another twist of the knife" verarbeitet habe. Daher bin unendlich froh, da├č ich jetzt eine solch harmonische Partnerschaft erleben darf. Allerdings will ich betonen, da├č ich nicht in der Vergangenheit, sondern in der Gegenwart lebe.

Ist es f├╝r einen Musiker ├╝berhaupt m├Âglich, ein normales Familienleben zu f├╝hren, wenn er in einer Band der Gr├Â├čenordnung wie ASIA in den Achtzigern spielt.

Unm├Âglich! Man ist fast nie zu Hause, sondern reist quer ├╝ber die ganze Welt, ist st├Ąndig von Fans, Journalisten oder Photographen umgeben. Aber das sind Dinge, deren man sich bewu├čt sein mu├č, bevor man sich diesem Business zuwendet. Niemand wird gezwungen, Rockmusiker zu werden. Wenn man diesen Schritt unternimmt mu├č man bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. Ich wu├čte zu ASIA-Zeiten, worauf ich mich einlie├č und war bereit, alles mitzumachen. Heute jedoch bin ich ein gl├╝cklicher Familienvater und m├Âchte das selbe nicht noch einmal erleben. Der Starrummel bedeutet zwar, da├č man unglaublich viel Geld verdient, aber f├╝r mich ist es das nicht mehr wert. Ich bin froh, auf kleinem Level meine Musik fortf├╝hren zu k├Ânnen.

Es gibt mittlerweile eine John Wetton-Biographie, die eine Journalistin namens Kim Dancha geschrieben hat (Bei Interesse findet Ihr auf der John Wetton-Homepage Infos wie man das Buch beziehen kann. - Red.) Wie kam es dazu?

Ich habe Kim f├╝nf oder sechsmal in einem Zeitraum von mehreren Monaten getroffen und ihr dabei alle Informationen gegeben, die sie brauchte. Sie hat ihre Sache sehr gut gemacht, aber die ganze Geschichte wird erst ans Tageslicht kommen, wenn ich meine Autobiographie schreiben werde. Ich glaube, da├č ich schon bald damit anfangen werde.

Wie kann sich der Fan das Leben des John Wetton vorstellen? Ich kann mir vorstellen, da├č viele Dich wie einen M├Ąrchenprinzen sehen, der in einem Schlo├č lebt.

Wie man sich mein Leben vorstellen kann? Das ist nicht so einfach. Mein Leben ist voller L├Âcher wie ein Schweizer K├Ąse und hat bestimmt nichts mit einem M├Ąrchen zu tun. Es beinhaltet harte Arbeit, den verzweifelten Versuch, ein Leben als Privatmensch und Musiker on the road unter einen Hut zu bringen und die Aufgabe, Dinge aus meinem Innersten heraufzubef├Ârdern, um daraus Platten zu machen. Am Ende einer Aufnahmesession f├╝r eine Platte erlebe ich immer den Moment, in dem ich mir schw├Âre, da├č ich nie wieder einen Song schreiben werde und einige Zeit sp├Ąter ertappe ich mich dabei, da├č ich wieder von vorne anfange. Aber im Grunde ist es das gleiche wie da├č jeder tagt├Ąglich zur Arbeit geht: Ich mu├č mich eben jeden Tag meiner Musik widmen. Im Grunde unterscheide mich nicht im Geringsten von allen anderen Menschen.

Das klingt so, als sei Musik f├╝r dich mittlerweile eher ein Job als eine Leidenschaft.

Nein! Musik beinhaltet beides. Die Leidenschaft wird nie vergl├╝hen und es gibt immer neue Horizonte, die man erreichen will. Aber das ├Ąndert nichts an der Tatsache, da├č ein Teil der Musik immer normales Handwerk darstellt. Das Faszinierende an der Musik ist jedoch, da├č man sie nicht kontrollieren kann: Ein Freund von mir, Pete Suntale, hat ÔÇ║Think TwiceÔÇ╣ f├╝r Celine Dion geschrieben und der Song traf ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Er wollte keinen Song komponieren, aber pl├Âtzlich war die Idee da und n├Âtigte ihn dazu, sie auszuarbeiten. Und das Ende des Liedes ist, da├č es sich ├╝ber zehnmillionenmal weltweit verkauft hat. Wenn man die F├Ąhigkeit dazu besitzt, dann kann man es auch tun. Wie David Geffen sagte: "Once a star - always a star!"

Mit ┬╗Sinister┬ź spielst Du erneut ganz deutlich auf Tatsache an, da├č Du Linksh├Ąnder bist. Sind Linksh├Ąnder andere Menschen als Rechtsh├Ąnder?

Ja! Die linke Hand wird n├Ąmlich durch die rechte Gehirnh├Ąlfte repr├Ąsentiert und umgekehrt. Und in den unterschiedlichen Gehirnh├Ąlften sind v├Âllig verschiedene Zentren beheimatet wie beispielsweise das motorische oder das sensorische Sprachzentrum, das Geschmackszentrum oder das Sehzentrum. Es kann nicht von ungef├Ąhr kommen, da├č all meine besten Freunde Linksh├Ąnder sind; oder da├č bei KING CRIMSON drei Linksh├Ąnder beisammen waren. Wei├čt du, wie selten eine solche Kombination unter Musikern ist? Die Tatsache, da├č Linksh├Ąnder sich von anderen Menschen unterscheiden liegt meiner Meinung nach besonders darin begr├╝ndet, da├č wir als Heranwachsende in den Sechzigern regelrecht verfolgt wurden. Das ist die Wahrheit! Wenn ich in der Schule, etwas mit meiner linken Hand machte oder beispielsweise mit links schrieb schlug der Lehrer mich mit seinem Lineal. Damals legte es jeder darauf an, einen Linksh├Ąnder umzuerziehen und zu einem Rechtsh├Ąnder zu machen. Aber das ist nicht m├Âglich! Man wird als Links- oder Rechtsh├Ąnder geboren. ┬╗Sinister┬ź ist mein pers├Ânliches Statement, da├č es vollkommen in Ordnung ist, Linksh├Ąnder zu sein - man ist deswegen nicht verr├╝ckt oder ein Nachkomme von Dracula. Zum Gl├╝ck ist es heute nicht mehr wie fr├╝her und ein Linksh├Ąnder auch einer bleiben.

Auf einem Photo im Booklet von ┬╗Sinister┬ź sieht man Dich mit einer Katze. Weshalb kam sie zu dieser Ehre?

Meine Katze ist ein gro├čes und ziemlich wildes Tier, obwohl sie schon 15 Jahre alt ist. Sie ist wunderbar und ich liebe sie. Sie ist das erste, um das ich mich am Morgen und das letzte, um das ich mich am Abend k├╝mmere. In den schweren Zeiten w├Ąhrend meiner Scheidung war sie das einzige Lebewesen, das bei mir war.

Lange bevor ┬╗Sinister┬ź erschien wurden via Internet Ger├╝chte verbreitet, da├č Du dem Untergang nahe seist. Es hie├č, Du w├╝rdest Dich nur noch dem Alkohol, aber nicht mehr Deiner Musik widmen. Ich m├Âchte dir hiermit die Gelegenheit geben, dazu Stellung zu nehmen.

Dazu kann ich nur sagen: "Wo Rauch ist, ist auch Feuer." Nicht alles, was gesagt wurde ist wahr, aber es war auch nicht alles falsch. Mehr m├Âchte ich dazu nicht sagen. Das Wichtigste ist jedoch, da├č ich heute in Ordnung bin. Meine Familie hat mir geholfen, mein Leben zu stabilisieren.

Ich wei├č jetzt, warum John Wetton so selten Interviews gibt. Derartig tiefgreifende Gespr├Ąche wie dieses sind auf Dauer zu auszehrend f├╝r einen Menschen.

http://www.johnwetton.co.uk/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

Photos: Stefan Glas [Photo 1 & 2]

John Wetton im ├ťberblick:
John Wetton – Anthology - The Studio Recordings (Rundling)
John Wetton – Caught In The Crossfire (Re-Release)
John Wetton – Hazy Monet - Live In New York City, USA, May 27, 1997 (Rundling)
John Wetton – Live In Tokyo 1997 (Rundling)
John Wetton – Nomansland (Rundling)
John Wetton – Raised In Captivity (Rundling)
John Wetton – Rock Of Faith (Rundling)
John Wetton – Rock Of Faith (Rundling)
John Wetton – Sinister (Rundling)
John Wetton – ONLINE EMPIRE 7-Interview
John Wetton – ONLINE EMPIRE 19-"Eye 2 I"-Artikel: ┬╗Amorata┬ź
John Wetton – ONLINE EMPIRE 22-"Eye 2 I"-Artikel: ┬╗The Ultimate Anthology┬ź
Playlist: John Wetton-Album »Sinister« in "Jahrescharts 2001" auf Platz 10 von Stefan Glas
andere Projekte des beteiligten Musikers John Wetton:
ASIA – Archiva 1 & 2 (Re-Release)
ASIA – Archiva 1 & 2 (Re-Release)
ASIA – Archiva I (Re-Release)
ASIA – Live In Moscow 1990 (Re-Release)
ASIA – Phoenix (Rundling)
ASIA – Spirit Of The Night (Rundling)
ASIA – Symfonia - Live In Bulgaria 2013 (Rundling)
ASIA – XXX (Rundling)
ASIA – ONLINE EMPIRE 32-"Living Underground"-Artikel
ASIA – ONLINE EMPIRE 64-"Eye 2 I"-Artikel: ┬╗Axis XXX Live In San Francisco MMXII┬ź
ASIA – News vom 06.08.2007
ASIA – News vom 10.01.2013
ASIA – News vom 10.01.2013
Playlist: ASIA-Liveshow "Night Of The Prog"-Festival 21.07.2007 in "Jahrescharts 2007" auf Platz 5 von Stefan Glas
siehe auch: Musik von ASIA und ein Plakat als Requisite im Film "Jungfrau (40), m├Ąnnlich, suchtÔÇŽ"
siehe auch: ÔÇ║Heat Of The MomentÔÇ╣ von ASIA als Bestandteil der Storyline einer Episode der f├╝nften Staffel der TV-Serie "South Park"
GENIUS – Episode 1: A Human Into Dreams' World (Rundling)
Ken Hensley – Running Blind (Rundling)
Ken Hensley/John Wetton – ONLINE EMPIRE 14-"Eye 2 I"-Artikel: ┬╗More Than Conquerors┬ź
Martin Orford – The Old Road (Rundling)
PHENOMENA (GB) – Project X (Rundling)
QANGO – Live In The Hood (Rundling)
THE DECEMBER PEOPLE – Sounds Like Christmas (Rundling)
UK – News vom 18.06.2007
URIAH HEEP – ONLINE EMPIRE 24-"Eye 2 I"-Artikel: ┬╗The Ultimate Anthology┬ź
Wetton ┬Ě Downes – Icon 3 (Rundling)
Wetton ┬Ě Downes – Icon 3 (Rundling)
Wetton ┬Ě Downes – Icon II - Rubicon (Rundling)
Playlist: Wetton ┬Ě Downes-Album »Icon II - Rubicon« in "Jahrescharts 2006" auf Platz 3 von Stefan Glas
John Wetton ┬Ě Geoffrey Downes – Acoustic TV Broadcast (Rundling)
John Wetton ┬Ě Geoffrey Downes – Icon (Rundling)
John Wetton ┬Ě Geoffrey Downes – Never In A Million Years (Rundling)
John Wetton ┬Ě Geoffrey Downes – ONLINE EMPIRE 25-"Living Underground"-Artikel
Playlist: John Wetton ┬Ě Geoffrey Downes-Album »Icon« in "Jahrescharts 2005" auf Platz 2 von Stefan Glas
John Wetton + Richard Palmer-James – Monkey Business 1972-1997 (Rundling)
Wetton/Manzanera – News vom 29.04.2008
siehe auch: John Wetton verstirbt am 31. Januar 2017
┬ę 1989-2017 Underground Empire


SPV-Promoter Mirko Marten ├╝berraschend verstorben. Mehr dazu in den News.
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