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”UNDERGROUND EMPIRE 7”-Datasheet

Contents:  "Foundations Forum" 1993-Special

Date:  13.10.1993 (created), 16.09.2021 (revisited), 16.09.2021 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 7

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue sold out! Several earlier issues still available; find details here!

Comment:

Ich persönlich war leider nie bei einem "Foundations Forum" anwesend, doch Geralds Bericht ist sehr plastisch, so daß man das Gefühl hat, wirklich dabeizusein.

Für das Design plückte ich das "Foundations Forum"-Logo etwas auseinander: Ganz oben war das Wort "Foundations" zu sehen, ab den beiden Querbalken war dann alles in einem dezenten Grau gehalten, das unter den Text gelegt wurde. Dabei hatte ich das Wort "Forum" auch um die Jahreszahl ergänzt und mit einem Verlaufsraster versehen, wie es nun auch am Start der Story zu sehen ist.

P.S.: Der von Gerald am Anfang erwähnte Sal Italiano ist übrigens der ehemalige CITIES- und ANVIL-Bassist.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

Foundations Froum 1993-Logo

Daß es sich beim alljährlichen Kultfestival im Mekka der rockenden Zunft (L.A.) um etwas Besonderes handelt, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Deshalb ist es mir auch unverständlich, warum es trotz Superprogramms doch einige Nörgler gibt (nach dem Motto, "Im letzten Jahr gab es aber mehr CD-Promos..."?). Trotz Platzproblemen zum Beginn noch schnell ein paar Worte des Dankes für die mustergültige Betreuung durch das CONCRETE MANAGEMENT; hierbei insbesondere an Sal Italiano und Dave Kramer (manchem vielleicht noch von BEYOND REASON bekannt).

So, nun sind wir auch schon mitten im Geschehen. Nach dem Empfang der obligatorischen Promotüte traf ich einen sichtlich gutgelaunten Lizzy Borden, der uns erst einmal das Ende seiner einstigen Kultband offerierte. Nach diesem kleinen Wermutstropfen erzählte er uns jedoch recht zuversichtlich von seinem neuen Projekt DIAMOND DOGS, von welchem aber noch keine Demokopie existiert. In den Clubs von L.A. ist die Band jedoch schon präsent. Das Gespräch wurde dann schnell durch das Gerücht, Steve Vai gäbe einen Showcase, beendet. Auf dem Organisationsplan war zwar nichts vermerkt, jedoch fand dieser Gig tatsächlich am späten Nachmittag statt. Dadurch verpaßten wohl eine Menge Leute dieses eindrucksvolle Ereignis. Im Gegensatz zur neuen CD »Sex & Religion«, bei welcher für mich der berühmte zündende Funken einfach nicht überspringt, war diese Show reinstes Dynamit. Neben dem Meister an der Gitarre überzeugte vor allem der charismatische Sänger Devin Townsend, der stellenweise gar in Hardcore-artiger Manier das Publikum fesselte. Bis zu den am frühen Abend beginnenden Showcases unterhielt ich mich dann noch mit einer Unmenge Musiker neuer Bands, von denen ein paar bereits in dieser Ausgabe näher vorgestellt wurden. Die erste Show des Abends war dann auch gleich unheimlich ernüchternd. GRETA, eine neue Band des Majors MERCURY, langweilten mit einer Mischung aus L.A.-Hype und aufgesetzt wirkendem Alternativgeplänkel. Da waren die folgenden M. F. PITBULLS dagegen eine wahre Freude. Deren Sound möchte ich am ehesten als eine Mischung aus BIOHAZARD und PANTERA umschreiben. Der Gig ist auf jeden Fall gut rübergekommen, und ich hoffe, die Jungs sind bei den Plattenbossen nicht auf taube Ohren gestoßen. Auf der größeren Bühne spielten dann TAD mit ihrem schweren, zähen Soundgebilde auf. Mir hat das zwar weniger zugesagt, aber das ist wohl reine Geschmackssache. Anschließend überzeugten so lala ATUNGA zumindest das weibliche Publikum. Wie vielleicht einige Insider wissen, singt bei dem Bostoner Quartett der Bruder von Gary Cherone, Sänger der wesentlich bekannteren EXTREME, wobei fairerweise erwähnt sei, daß die Band dies nicht zu ihren Gunsten ausgenutzt hat. Bei Interesse findet Ihr auf den Demoseiten die deutsche Kontaktadresse der Band. Dort könnt Ihr die aktuelle Tape-EP ordern. Über das darauffolgende HOLLYWOOD-Signing ELEVEN spare ich mir lieber jeglichen Kommentar, da schlicht überflüssig (warum hat man nicht THE SCREAM präsentiert?). Wie auch immer - einer der Höhepunkte des Abends waren sicher 40 YEARS. Deren elektrische Show (in etwa eine Mischung aus LIVING COLOUR und KING'S X) war einfach superb. Besonders angetan hat es mir die Bühnenshow des schwarzen Gitarristen Jim Crow. Daß nicht nur ich von dieser Band beeindruckt war, scheinen die Offerten zweier Recordcompanies an das NY-Trio nach Beendigung der Show zu beweisen. Bis das Debut jedoch in den Läden stehen dürfte, wird noch einiges an Zeit vergehen. Das empfehlenswerte 4-Track-Demo solltet Ihr deshalb unbedingt noch anchecken:

40 YEARS · c/o FOREFRONT MANAGEMENT INC. · 853 Broadway, Suite 1001 · New York, NY 10003 · U.S.A.

Anschließend folgte für mich der Gig des diesjährigen "Foundations" schlechthin - MY SISTERS MACHINE live. Yeah, genauso wie ich sie mir vorgestellt habe, ungezügelte Energie, höllische Lautstärke und knapp 40 Minuten ihrer beiden Superscheiben, wobei besonders der Live-Abräumer ›I Hate You‹ brachial rüberkam. Als dann die unsigned IVORY TOWER spielten (bei welchen der ehemaligen Drummer der Band 9.0 spielt), konnten sie nur mühsam beim Publikum auf Resonanz stoßen. War wohl auch kein Wunder bei diesem Sebastian Bach-Sänger-Verschnitt. Der erste Tag wurde dann endlich von den alternativ angehauchten QUICKSAND beendet.

Noch leicht verschlafen kreuzte ich am Freitag gegen Mittag wieder im Hilton Burbank auf. Es wurden bereits zu dieser Zeit fleißig Demotapes und vereinzelt auch selfmade CDs von Bands aus ganz Amerika an die Besucher ausgehändigt. Ansonsten herrschte neben einigen langweiligen Gesprächen und Gelabere von diversen Plattenfirmen sowie Statements von weniger bekannten Musikern vorerst gähnende Langeweile. So gegen 17.00 Uhr kam dann langsam Stimmung auf, denn der vom HEAVEN'S METAL MAGAZINE organisierte Gig im Freien begann. Den christlichen Reigen eröffneten MORTAL (Mischung aus Metal, Hardcore und Tekkno-Beat-Samples), zu deren Sound ich keinen Zugang fand. Dann war es so weit - PRECIOUS DEATH enterten die Bühne, und statt des erwarteten Todesbleis dröhnte mir superber Power Metal entgegen. Angestachelt durch das kuriose Stageacting und vor allem diesen einzigartigen Sänger, schwappte die gute Stimmung schnell auf das Publikum über. Selten habe ich eine Power Metal-Band gesehen, die es so verstand, Melodie und Heavyness zu verbinden. DELIVERANCE spielten dann einen makellosen Gig, in dessen Verlauf auch Songs ihrer brandneuen CD »Learn« vorgestellt wurden. Ziemlich beeindruckend, wie das Trio das Publikum in seinen Bann zog. In der Menge lauschten übrigens auch Musiker von TOURNIQUET und MYSTIC-FORCE gebannt den beiden letztgenannten Bands. Irgendwo im Convention Center traf ich dann auch noch die Jungs von PSYCHOTIC WALTZ und THE ORGANIZATION (ex-DEATH ANGEL). Bei den späteren Showcases enttäuschte zuerst einmal Joey Vera (ex-ARMORED SAINT) auf ganzer Linie. Songs, die auf ultrakommerziell getrimmt waren, verfehlten auch beim Publikum ihre Wirkung, so daß ich mich wieder in die Vorhalle begab. Wie es der Zufall wollte, traf ich dort auf Gonzo und seine Kumpel von LIFE AFTER DEATH. Durch einen längeren Plausch verpaßte ich zwar einige Bands, war jedoch pünktlich zurück, um mich an der Powerperformance von SOULS AT ZERO zu laben. Über die Briten LaSALLE decken wir lieber den Mantel des Schweigens. Die SCORPIONS überzeugten zwar im Artist Panel am Tag zuvor mit Witz und Intelligenz, waren live aber eher lau.

Der letzte Tag zeigte sich bis zum späten Nachmittag abermals wie gehabt. Gegen 19.30 Uhr stieg im Convention Center die Stimmung schlagartig, als ACCEPT mit ihrem Set begannen. Mit Hymnen wie ›Metal Heart‹, ›Princess Of The Dawn‹, ›London Leatherboys‹ und natürlich einigen Songs von »Objection Overruled« brachten sie genauso wie auf ihrer Eurotour auch das US-Publikum zum Kochen. Auch soundmäßig wurde hier perfekte Arbeit geleistet, und die Phonzahl blies mit gewaltiger Stärke durch die Halle. Kurzum - einfach nur gut! Die Jungs von BIBLE BLACK hatten zwar anfangs einen schweren Stand, doch zogen sie sich mit ihrem Sound aus etwas alternativ gehaltenen, aber wuchtigen Metal, den man am besten als eine Mischung aus ALICE IN CHAINS und NON-FICTION bezeichnen kann, mehr als achtbar aus der Affäre. Irgendwann in der Mitte des Showcases tauchte in der Halle Rob Halford nebst Bodyguards auf, der nachmittags etwas Promotion für seine neue Band FIGHT betrieben hatte. Nun, ich hatte den Eindruck, daß ihm die Performance von BIBLE BLACK ebenfalls zusagte. Kann schon sein, daß er die Fühler nach dieser Band für seine Company E.M.A.S. ausgestreckt hat. Bei Interesse könnt Ihr übrigens für ein paar bucks das aktuelle Demo bei folgender Adresse ordern:

BIBLE BLACK · c/o Chris Lino · 231 B 135 · St. Rockaway, NY 11694 · U.S.A.

Danach war der Ring wieder für eine Majorband namens MINDBOMB frei. Diese waren das klassische Beispiel dafür, wie gut eine Band auf CD klingen kann und wie übel das Stageacting und vor allem die Liveumsetzung gleichzeitig sein können. Ich war wirklich enttäuscht, denn das Debut dieser Band hatte doch Hoffnungen bei mir geweckt. Aufgrund einer kurzen Verschnaufpause, bei welcher ich die Halle verließ, verpaßte ich fast die genialen PSŸCO DRAMA vollends. Über I MOTHER EARTH kann man geteilter Meinung sein, jedoch bin ich hier der Ansicht, daß deren Performance lediglich dazu diente, um mit einem namhaften Vertreter jener neuen Stilart im Fahrwasser von den STONE TEMPLE PILOTS und ALICE IN CHAINS als Zugpferd zusätzliches Publikum aus dem alternativen Bereich anzulocken. Eine weitere unsigned Band waren BATTERY CLUB, die ich mir jedoch aufgrund Übermüdung nicht mehr zu Gemüte geführt habe. Das große Finale bestritten dann KISS, welche bereits am Nachmittag beim Signieren von Photos, CDs, etc. für größere Warteschlangen gesorgt hatten. Ich bin zwar nicht allzu sehr mit ihrem Songmaterial vertraut, jedoch konnte ich erkennen, daß das Schwergewicht ihrer Songauswahl aus ihrem Backrepertoire stammte. Also mehr ein gelungenes Ereignis für die Die Hard-Fans.

Als Fazit möchte ich noch bemerken, daß mir das "Foundations" und natürlich auch das ganze Drumherum riesig Spaß gemacht hat. Ich hoffe, diesem Spektakel auch im nächsten Jahr wieder beizuwohnen.


Gerald Mittinger


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