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"Tuska"-Festival 2012

Helsinki (Finnland), Suvilahti

29.06.-01.07.2012

Wie in jedem Jahr verwandelte sich Helsinki am letzten Juniwochenende in einen Treffpunkt für Metalheads, noch dazu feierte das legendäre "Tuska"-Festival 2012 sein 15-jähriges Jubiläum.

''Tuska''-Impression 1

Diesmal hatten die Finnen PROFANE OMEN am Nachmittag die Ehre, das Festival auf dem "Suvilahti"-Gelände zu eröffnen. Gleich danach lieferten EXODUS "a lesson in violence": Eine ansehnliche Menge hatte sich versammelt, und tanzte den "toxic waltz" in einem riesigen Circle Pit. Jedoch war man wie schon im Vorjahr wegen den vier Bühnen desöfteren gezwungen, eine Münze zu werfen - bei BARREN EARTH (sie übernahmen den wegen eines verpaßten Fluges überraschend freigewordenen Slot von ANIMALS AS LEADERS) versus SUIDAKRA gewannen die Deutschen, deren Folk-Metal die Menge begeisterte. Generell betrachtet bot der erste Tag wenig Überraschungen, sei es im positiven oder negativen Sinn. LOCK UP entpuppten sich als geiler Old School-Grind-Live-Act, ebenso die Stoner-Doom-Veteranen SAINT VITUS. EDGUY sowie TRIVIUM kann ich indes nach wie vor einfach nicht ab, obwohl ich beiden Acts Können und Publikumswirksamkeit zugestehe. ARCTURUS fielen mit skurriler Bühnenshow auf, definitiv die schrägste Band des Tages. MEGADETH, mein persönliches Festivalhighlight, folgte gleich danach - und lieferten einen Hammer-Gig, der nahezu den letzten "Tuska"-Auftritt in den Schatten stellte. Überdies zeigte sich Dave Mustaine beim letzten Gig der "13"-Tour bester Laune und ausgesprochen "dankbar" (ich hörte irgendwann auf zu zählen, wie oft er "Thank you so much" sagte). Die Setlist enthielt neben Hits wie ›Symphony Of Destruction‹ und ›Peace Sells‹ unter anderem auch ›Never Dead‹, ›Head Crusher‹, ›Trust‹, ›She-Wolf‹, ›Guns, Drugs & Money‹.

''Tuska''-Impression 2

Der Samstag brachte wechselhaftes Wetter, was die Esten METSATÖLL und die Finnen AMORAL am Nachmittag mit spärlicher und noch zurückhaltender Menge zu spüren kriegten. Bei MOKOMA versus WINTERWOLF siegten letztere, jedoch erwies sich die Sound-Situation der kleinen "Musamaailma"-Stage nicht optimal für groovigen Black-Metal. Ein erstes Highlight schon am frühen Abend: RAMIN KUNTOPOLKU, eine 2-Mann-Guerilla-Grind-Band, die unangekündigt einfach überall auftritt - ich erwischte sie im "Tuska"-Barbereich. Ein Video erklärt mehr als 1.000 Worte: Schaut einfach hier.
Nach TEXTURES aus Holland, die einen positiven Eindruck hinterließen, lieferten NAPALM DEATH ein weiteres "Tuska"-Highlight. Das Programm war gewürzt mit Klassikern wie ›Suffer The Children‹, ›Scum‹, ›Human Garbage‹, ›Next Of Kin To Chaos‹. Als INSOMNIUM mit BATTLE BEAST konkurrierte, gab ich wegen der kraftvollen Stimme von Nitte Valo letzterer Pagan/Viking-Band den Vorzug. An diesem Tag gab es keine Spielplanänderungen, aber SONATA ARCTICA mußten improvisieren, da ihr Gepäck verlorengegangen war. So spielten sie dann mit geliehenen Instrumenten und traten in unmittelbar vor dem Gig noch schnell eingekauften Bühnenklamotten auf ... und leider fing es mitten bei ihrer Show an zu regnen. Das Wetter konnte SWALLOW THE SUN egal sein im "Inferno"-Zelt, das wohl ohnehin aus den Nähten geplatzt wäre. Außerdem paßt die Atmosphäre einer Zeltbühne viel besser zu ihrem melancholischen Sound. BEHEMOTH hielten sich bei ihrer vielbejubelten Show mit Pyros zurück, dafür setzten SABATON da einiges drauf. Dieser Power-Metal-lastige Sound ist zwar nicht so meins, aber den Reaktionen der Menge zu urteilen, war der Headliner-Slot gerechtfertigt.
Die Qual der Wahl herrschte wieder einmal bei den zahlreichen hochkarätigen "Jatkoklubi"-Veranstaltungen, wobei jener am Samstag im "Nosturi" wohl der bemerkenswerteste war. Spielten die nach acht Jahren reformierten Doom-Rocker SHAPE OF DESPAIR den ersten Livegig überhaupt: minimalistische Beleuchtung, keine Ansagen und ein hochdepressiver Sound - geil! BEFORE THE DAWN - kurzfristig für BLACK SUN AEON eingesprungen, deren Sänger sich eine Lebensmittelvergiftung eingehandelt hatte - und KYPCK lieferten erwartungsgemäß souveräne und viel umjubelte Shows.

''Tuska''-Impression 3

Der sonnige Sonntag folterte all jene, die sich die Nacht zuvor eventuell zu viel beim "Jatkoklubi" amüsiert hatten ... und überraschte mit der dramatischsten Programmänderung des Festivals: OVERKILL spielten anstelle LAMB OF GOD (deren Sänger war verhaftet worden) auf der großen Bühne, und die kurzfristig angeheuerten FINNTROLL ersetzten OVERKILL auf der kleineren. Da legten sich die finnischen Eröffnungsbands THE MAN-EATING TREE und APOCALYPTICA extra ins Zeug, um die Enttäuschung bei den LAMB OF GOD-Fans geringer zu halten. Meine persönlichen Neuentdeckungen an diesem Tag waren erstmal BARONESS mit exzellenten ProgRock/Hard Rock mit Death-Ausflügen, und später Jess AND THE ANCIENT ONES - dafür mußte ich die energiegeladene Show von FINNTROLL nach zwei Songs sausen lassen. Jedoch bereute ich es nicht, angesichts dieser wahrhaft hypnotischen Band mit noch hypnotischerer Frontfrau, ProgRock meets Psychedelic meets Metal meets Blues. OVERKILL machten definitiv eine gute Figur, die Zeit schien an den Old School-Thrash-Heroen fast spurlos vorbeigegangen zu sein - das "Tuska"-Publikum feierte die Jungs ab ohne Ende. Wenn man die Stimmung hier und die Größe der Menschenmenge verglich, stanken MINISTRY doch ziemlich ab, und das als eigentliche Tagesheadliner. Dabei zeigte sich Mastermind Al Jourgensen sehr gesprächig, viel agiler und gesünder als noch vor einigen Jahren beim "Metalcamp". Vielleicht wären MINISTRY bei Nacht und mit massiver Lichtshow mit Songs wie ›Ghouldiggers‹, ›LiesLiesLies‹, ›Watch Yourself‹, ›Life Is Good‹ oder ›The Last Sucker‹ auch etwas besser zur Wirkung gekommen.

Fazit: Wieder ist ein erfolgreiches "Tuska"-Jahr mit 26.000 Besuchern zu Ende. Auch wenn die neue Location immer noch nicht so viele Leute anzieht wie die alte "damals" in "Kaisaniemi", wo die 30.000er Marke jedes Jahr erreicht wurde. Bis zum nächsten Mal im Jahr 2013!


Klaudia Weber

Photos: Klaudia Weber


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