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  UE-Home → History → Online Empire 50 → Interview-├ťbersicht → ANGELUS APATRIDA-Interview last update: 02.07.2017, 09:33:50  

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Die spanische Szene wird hierzulande trotz der Tatsache, da├č schon seit den fr├╝hen 80er Jahren, als Heroen wie BARON ROJO ihre ersten Alben ver├Âffentlichten und die Region von daher an sich durchaus am Puls der Zeit gelegen hat, immer noch vorwiegend als "exotisch" betrachtet.
Die Ursache ist schnell wie simpel erkl├Ąrt: Da viele Bands nach wie vor auf ihre Muttersprache setzen, ist es eben nicht ganz so einfach, den Texten zu folgen, und von daher ist dieses "Au├čenseitertum" zumindest in gewisser Weise auch nachvollziehbar. Doch es geht sehr wohl auch anders, wie man am Beispiel der Burschen von ANGELUS APATRIDA erkennen kann, die mit ┬╗The Call┬ź vor kurzer Zeit ihren vierten Silberling in die Umlaufbahn gepfeffert haben und einmal mehr unter Beweis stellen, da├č Metal ein globales Ph├Ąnomen ist. Das sieht auch S├Ąnger und Gitarrist Guillermo Izquierdo so, der jede Menge an Informationen f├╝r uns parat hatte.

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F├╝hlt Ihr eigentlich Euch als Ausnahmeerscheinung innerhalb einer noch immer nicht wirklich geb├╝hrend akzeptierten Szene?

Das klingt doch ein bi├čchen ├╝bertrieben, allerdings sehe ich uns sehr wohl als eine jener wenigen Bands, die von Anfang nicht darauf reduziert werden wollten, nur im spanischsprechenden Teil der Erde Akzeptanz zu erlangen. Wir sehen uns als Vertreter einer neuen Generation spanischer Bands, die sich dem Thema Sprachbarriere erst gar nicht stellen wollen.

Nachvollziehbar und durchaus empfehlenswert f├╝r viele andere Formationen. Siehst Du daran aber auch den Schl├╝ssel zu Eurem Erfolg?

Mag sein, allerdings h├Âchstens zu einem bestimmten Grad. Viel entscheidender erscheint mir, da├č wir uns im Vergleich zu anderen - nicht nur spanischen - Bands sprichw├Ârtlich den Arsch abgetourt haben und uns in jedem noch so kleinen Club vor Publikum pr├Ąsentiert haben. Sprache hin oder her, f├╝r mich steht fest, da├č es nur so gehen kann, um eine Band auch entsprechend bekannt zu machen!

Keine Widerrede. In diesem Punkt scheint Ihr generell keinerlei Vergleich scheuen zu brauchen.

Das glaub' ich auch! Wenn man sich in Erinnerung ruft, da├č wir alleine f├╝r unser letztes Album ┬╗Clockwork┬ź knapp 90 Shows hier bei uns absolviert haben, kann man wohl mit gutem Gewissen von einer flei├čigen Band sprechen. Das war aber l├Ąngst nicht alles, im Prinzip sind wir n├Ąmlich schon seit 2010 nahezu permanent auf Achse und haben sowohl hier bei uns jede Chance genutzt, um uns live zu pr├Ąsentieren, waren aber auch ausgiebig in anderen Teilen Europas zu sehen. Zun├Ąchst mit WARBRINGER und SKELETONWITCH, sp├Ąter dann auf der "Bonecrusher"-Tournee mit DYING FETUS, KEEP OF KALESSIN und anderen.

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Danke f├╝r die ├ťberleitung. Auch wenn Ihr reinrassigen, hochklassigen Thrash Metal darbietet, d├╝rfte Euer Sound durchaus auch bei "genrefremden" Fans ankommen, oder nicht?

Scheint so und freut uns auch. Wobei ich allerdings hinzuf├╝gen m├Âchte, da├č wir zwar allesamt Thrash-Maniacs sind, sehr wohl aber auch ├╝ber den Genre-Rand hinausblicken und beispielsweise viele der alten Death Metal-Bands lieben. Was Tournee-Begleitungen betrifft, m├╝ssen wir uns im Vorfeld zwar schon einen Eindruck von den anderen Teilnehmern machen k├Ânnen, allerdings w├Ąren wir verr├╝ckt, wenn wir nicht jede sich bietende Chance beim Schopf packen w├╝rden. Es m├╝├čte also schon ein v├Âllig abartiges Package sein, um abzulehnen. [lacht]

Daraus leite ich ab, da├č Ihr auch das kommende Package, mit dem Ihr Euch auf der "Long Live Heavy Metal"-Tournee mit 3 INCHES OF BLOOD, GOATWHORE und HAVOK quer durch Mitteleuropa bewegen werdet, guthei├čt?

Mehr als das! Wir freuen uns schon riesig darauf, denn es wird mit Sicherheit die ultimative Vollbedienung f├╝r alle Zuseher geben! Was will man mehr? Traditioneller Metal in feinster PRIEST-Machart, gefolgt von r├Ąudigen New Orleans-Sounds und dazu zwei amtlich fetzende Thrash-Truppen - viel mehr Metal geht wohl kaum, oder?

Korrekt, auch meine Wenigkeit scharrt schon ungeduldig mit den Hufen, um sich vom diesem Package die R├╝be abschrauben zu lassen! Bis dahin darf sich der Interessent jedoch zun├Ąchst einmal an Eurem neuen Album ┬╗The Call┬ź laben. Was macht denn Deiner Meinung nach dieses aus?

Es klingt zwar vielleicht ├╝berheblich und f├╝r Dich wohl auch wenig ├╝berraschend, wenn ich jetzt sage, da├č wir unser bislang bestes Album abgeliefert haben, aber glaub' mir - das reicht f├╝r mich nicht einmal aus. [lacht] Ich bin n├Ąmlich felsenfest davon ├╝berzeugt, unser in allen Belangen reifstes Werk vorstellen zu d├╝rfen!

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Und damit liegst Du - zumindest meiner Meinung nach - v├Âllig richtig. Wobei nicht nur die einmal mehr messerscharfen, schneidenden Riffs gesondert zu erw├Ąhnen sind, sondern auch die ├╝beraus anspruchsvollen und kritischen Texte. War das ein Anliegen?

Auf jeden Fall! Schlie├člich wollen wir nicht blo├č unterhalten, sondern haben durchaus auch etwas zu sagen. Deshalb sind uns anspruchsvolle Texte, die zumeist auch einen sehr kritischen Ansatz haben, immer schon wichtig gewesen. SACRED REICH m├Âchte ich in diesem Zusammenhang gesondert erw├Ąhnen, weil sie uns massiv beeinflu├čt haben. Zwar auch musikalisch inspiriert, noch viel mehr aber wissen wir, die kritischen Texte dieser Band zu sch├Ątzen, die es verdient h├Ątte, ganz gro├č zu werden. Versteht uns bitte nicht falsch: Wir wollen keineswegs politisieren, aber diverse Mi├čst├Ąnde aufzuzeigen ist uns schon wichtig! Nichts gegen Party, aber im Leben geht es wohl um mehr.

http://www.angelusapatrida.com/

info@angelusapatrida.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photos: Leandro Garc├şa Hern├índez

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