UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Underground Empire 5 → Interview-├ťbersicht → ATROCITY (D)-Interview last update: 02.07.2017, 09:33:50  

”UNDERGROUND EMPIRE 5”-Datasheet

Contents:  ATROCITY (D)-Interview

Date:  13.08.1991 (created), 17.08.2010 (revisited), 16.08.2012 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 5

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue still available, order here!

Comment:

Wenn man sich die Milchb├Ąrte auf dem Bandphoto anschaut, dann kann man wohl mit Sicherheit sagen, da├č dieser eine, der heute noch bei der Band aktiv ist, n├Ąmlich S├Ąnger Alex Krull (bis vor kurzem war auch noch Gitarrist Mathias R├Âderer an Bord gewesen), nicht erahnt hatte, welche Wendungen seine Musikerlaufbahn nehmen w├╝rde - in jeglicher Hinsicht. Dabei sei nur an die Gothic/Industrial/Lack & Leder-Sadomaso-Kehrseite von ATROCITY erinnert oder die Tatsache, da├č Krull heute in seinem "Mastersound Studio" selbst zum begehrten Produzenten aufgestiegen ist, oder seiner Gattin Liv Kristine bei LEAVES' EYES und ihrem Soloprojekt kr├Ąftig unter die Arme greift. Auch alle F├Ąlle war es garantiert keine Floskel, als Krull im Interview mehrfach die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung betonte.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

ATROCITY (D, Ludwigsburg)-Logo

ATROCITY (D, Ludwigsburg)-Headline

Death Metal und Originalit├Ąt sind zwei Komponenten, die leider nicht immer miteinander einhergehen. Einen eindeutigen Beweis, da├č dies absolut der Fall sein kann, lieferten uns ATROCITY mit ihrem Debut ┬╗Hallucinations┬ź, so da├č wir die Band mal etwas genauer untersuchen wollten. Also schickten wir einige Fragen an S├Ąnger Krull, die eigentlich h├Ątten schon sollen in UNDERGROUND EMPIRE 4 zu finden sein sollen. Doch aufgrund des Wirbels wegen der Tour mit CARCASS, auf die Krull sp├Ąter auch noch eingeht, erreichten uns seine Antworten nicht mehr rechtzeitig, so da├č wir hier nun eine aktualisierte Version des Ganzen finden.

ATROCITY (D, Ludwigsburg)-Photo 1

Zun├Ąchst mal die Frage, was Deiner Meinung nach ATROCITY von anderen Death Metal-Bands unterscheidet.

Ich denke erst mal, da├č wir nicht den typischen Death Metal spielen, wie man es vielleicht gewohnt ist. Wir versuchen, originell, anspruchsvoll, aber auch extrem und brutal zu klingen. Wir haben viele Einfl├╝sse, die wir in unserer Musik einzubauen versuchen, wir haben keine Grenzen, wollen vielf├Ąltig und sozusagen "open-minded" bleiben. Au├čerdem haben wir absolut keinen Bock, uns in irgendeine Schublade reinschieben zu lassen, und so, denk' ich mal, klingt auch unsere Musik.
Das soll jetzt aber nicht hei├čen, da├č wir die Inkarnation des Innovativen sind, ich will damit nicht sagen, da├č wir die ultimative Death Metal-Band sind, denke aber, da├č wir eine besondere Death Metal-Band sind, mit einem Schu├č Originalit├Ąt in Bezug auf Musik, Texte und auch Plattencover.

In einer Zeitung hat man Euren Stil als WATCHTOWER meets MORBID ANGEL bezeichnet, was ich sehr treffend finde. Was meinst Du dazu?

Die Bezeichnung lasse ich durchaus gelten, wobei ich aber sagen m├Âchte, da├č wir weder ein MORBID ANGEL, noch ein WATCHTOWER-Rip-off sind. Wir wollen, wie schon erw├Ąhnt, etwas neues, eigenst├Ąndiges auf die Beine bringen, was uns meiner Meinung nach auch gelungen ist.

Besteht eigentlich nicht die Gefahr, da├č Ihr f├╝r Death Metal-Fans zu technisch und umgekehrt f├╝r Progressive-Fans zu brutal seid?

Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, aber vorweg kann ich mal etwas sagen. Wir haben soweit ich wei├č, in den ersten sechs Wochen 16.000 Platten verkauft, aber es kommen bei unserem Musikstil die Bef├╝rchtungen auf, da├č wir zwischen zwei St├╝hlen sitzen. Gott sei Dank ist es aber so, da├č in der Death Metal-Szene auch etwas akzeptiert wird, was noch nicht dagewesen ist. Man geht neue Wege, man betritt neue Ebenen in Sachen Musik, es wird ein viel breiteres Spektrum geboten, als fr├╝her. Nicht nur Kn├╝ppeln ist angesagt, sondern man kann ruhig mal experimentell klingen. Das ist nicht nur in der Death Metal-Szene so, sondern auch in anderen Szenen versucht man, neue Wege zu gehen, um einfach originell zu klingen, um einfach nicht auf einem Punkt stehenzubleiben. Ich glaube, es wird auf jeden Fall akzeptiert, was wir machen, wie zum Beispiel auf der Tour mit SODOM, auf der die Stimmung eigentlich genial war und es keine Durchh├Ąnger gab. Wir k├Ânnen uns wirklich nicht beklagen, wie die Platte ankommt, obwohl sie etwas ungew├Âhnlich ist. Es gibt zwar Momente bei Live-Auftritten, wo die Leute etwas verdutzt dreinschauen, was ich aber gar nicht so schlimm finde, denn es w├Ąre ja langweilig, wenn man eine Gruppe zum ersten Mal h├Ârt und genau wei├č, was man geboten bekommt.

Ihr habt Eure Platte in Florida, im "Morrisound"-Studio aufgenommen, was f├╝r eine deutsche Band vielleicht etwas au├čergew├Âhnlich ist. Warum habt Ihr Euch daf├╝r entschieden? Wie waren Eure Eindr├╝cke von Florida? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht, welche Bands kennengelernt? Erz├Ąhl uns doch mal etwas dar├╝ber!

Es gab zun├Ąchst mehrere Gr├╝nde warum wir uns f├╝r Florida entschieden haben. Nat├╝rlich ist es nicht gerade der normale Weg f├╝r eine deutsche Band, die ihr Debutalbum aufnimmt. Wir wollten zuerst die Platte zusammen mit Harris Jones aufnehmen, jedoch hatte die Sache einen Haken. Es war schon damals geplant, da├č wir mit CARCASS auf Tour gehen w├╝rden und somit war unsere Zeit zu knapp bemessen. Und wie es der Zufall will, war der Terminkalender von Harris Johns zu der Zeit, als wir die Platte aufnehmen wollten, schon voll. Eine andere Alternative war, da├č wir mit Fleming Rasmussen arbeiteten, nur war uns dieser zu teuer. Die ├ťberlegen die Platte von Scott Burns abmischen zu lassen, hatten wir schon l├Ąnger, und so haben wir spontan gesagt: ┬╗Warum abmischen lassen? Nehmen wir doch die ganze Platte dr├╝ben auf!┬ź Im Nachhinein sind wir auch sehr froh dar├╝ber, denn Scott Burns ist wirklich der coolste Typ, den ich kenne, und er ist ein absoluter Meister seines Fachs.
Zu Florida selber mu├č ich sagen, da├č wir durchaus positive Eindr├╝cke und Erfahrungen gemacht haben. Wir haben 'ne Menge Leute kennengelernt, und nat├╝rlich auch die ganzen Bands, da ja viele Floridabands gerade in Tampa wohnen und uns im Studio besucht haben, wie beispielsweise INCUBUS, OBITUARY, die uns das Schlagzeug zur Verf├╝gung gestellt haben; Glen von DEICIDE habe ich kurz getroffen, MORBID ANGEL haben wir getroffen, denn deren Shouter David kenne ich n├Ąmlich schon so zwei Jahre.
Insgesamt war es ein sehr sch├Ânes Erlebnis, es war schade, da├č wir einen etwas k├╝rzeren Aufenthalt hatten, da ja die Tour noch im Gange war und wir am Abend, als wir nach Deutschland zur├╝ckkamen, noch in Hamburg auftreten mu├čten.

Habt Ihr eigentlich keine Gefahr darin gesehen, im "Morrisound" aufzunehmen, da ja in letzter Zeit immer mehr Bands ihre Platten und Demos dort aufnehmen beziehungsweise abmischen lassen?

Die Bef├╝rchtung, da├č viele Bands, die im "Morrisound"-Studio ihre Platte aufnehmen, ├Ąhnlich klingen, ist schon richtig, und bei einigen Bands ist das auch so. Ich kann nur sagen, da├č wir den Sound der ┬╗Leprosy┬ź-Platte von DEATH genial gefunden hatten, oder auch von ┬╗Beneath The Remains┬ź von SEPULTURA. Dies waren die Beweggr├╝nde ins "Morrisound" zu gehen. Ich finde aber, da├č der Sound unserer LP im Vergleich zu anderen Bands, die in Florida aufgenommen haben, doch originell ist. Daher sehen wir bei uns die Gefahr, wie andere Bands zu klingen, nicht so sehr!
Ob wir die n├Ąchste LP wieder mit Scott Burns aufnehmen werden, wissen wir noch nicht genau, allerdings haben wir eine utopische Vorstellung. Und zwar geht es darum, da├č wir nicht nach Florida fliegen um die Platte einzuspielen, sondern Scott Burns r├╝ber nach Deutschland kommt und wir die Platte in einem deutsche Studio einspielen werden. Allerdings ist das im Moment noch nicht so aktuell.

ATROCITY (D, Ludwigsburg)-Photo 2

Um auf Eure ┬╗Hallucinations┬ź-Platte zu sprechen zu kommen, erkl├Ąre uns doch bitte mal den Hintergrund des textlichen Konzepts der Platte.

Dazu mu├č ich vorneweg was sagen - und zwar bin ich Abstinenzler, ich trinke keinen Alkohol und bin auch absolut gegen Drogen eingestellt (Sehr lobenswert! - Red.). Ich habe mich aber, obwohl ich mit diesem Zeug nichts am Hut habe, schon immer damit besch├Ąftigt und mich immer gefragt, warum tun die Leute das, und warum zerst├Âren sich Menschen sinnlos. Ich wollte daher schon immer mal einen Anti-Drogen-Songg schreiben, der die Hintergr├╝nde und die Problematik aufzeigt. Doch leider habe ich festgestellt, da├č die Thematik zu umfangreich ist, um in einem Song verarbeitet zu werden. Ich habe dann den anderen vorgeschlagen, wir machen eine ganze Platte dar├╝ber, wir machen ein Konzeptalbum, wo die ganze Lebensgeschichte eines Drogenabh├Ąngigen geschildert wird. In unserer Geschichte handelt es sich um ein M├Ądchen, welches durch soziale Mi├čst├Ąnde und schlimme Erlebnisse in der Kindheit in Drogenkreise ger├Ąt, aus denen sie nicht mehr herausfindet und schlie├člich den Drogentod stirbt.
Wer zwischen den Zeilen liest, wird feststellen, da├č die Texte sehr sozialkritisch sind, was hei├čen soll, da├č dieses M├Ądchen nicht alleine daran schuld ist. Es wurde irgendwie in diese Ecke hineingedr├Ąngt.

Welche Aussage hat Euer Cover von ┬╗Hallucinations┬ź, und wie seid Ihr eigentlich an H.R. Giger gekommen?

Wir wollten von Anfang an ein abstraktes Cover, quasi passend zum Plattentitel und zur Musik. Dabei kamen nur zwei Leute in Frage: Giger oder Dali. Das Thema Dali war aber ziemlich schnell abgeschlossen, denn sein Erbe wird von irgendwelchen Leuten in Barcelona und New York verwaltet, die als allerletztes ein Werk von Dali f├╝r eine, ich sage mal, Death Metal-Platte opfern w├╝rden. Das machte uns aber nicht allzuviel aus, da wir uns schon auf ein Bild von H. R. Giger aus dem Necronomicon-Buch geeinigt hatten. Es handelt sich hierbei um die Hommage eines Schriftstellers. Die Bedeutung kann man nur so erkl├Ąren: Dieser Schriftsteller schreibt total abgefahrene Sachen, und diese dargestellte Skulptur soll ein Frauenk├Ârper sein, der durch diese Rohre gedr├╝ckt wird. Wenn man genauer hinschaut, kann man auch den Mund, die Zunge und das Kinn noch zu erkennen. Also ich finde es echt gelungen, und da es eine Frau oder gar ein M├Ądchen sein soll, pa├čt es ja um so mehr zu der Platte.
Na ja, dann habe ich einfach den Herrn Giger angerufen, und dabei stellte sich heraus, da├č er ein sehr netter Mann ist, sehr zuvorkommend, und er sagte mir, ich solle ihm einfach ein Advance Tape zuschicken, was ich auch gemacht habe, und so haben wir das Cover dann genommen.
Wir sind nat├╝rlich sehr gl├╝cklich dar├╝ber, da├č wir einen echten Giger als Cover haben. Es haben mich auch schon Fans danach gefragt, wie es denn aussieht, mit dem Herrn Giger. Aber auch andere Leute haben sich daf├╝r interessiert, wie beispielsweise: Mille von KREATOR, Tom und Chris von SODOM, und CARCASS haben auch schon nachgefragt, ob sie ein Bild von Giger als Plattencover verwenden k├Ânnen. Wir sind wirklich gl├╝cklich, da wir die zweite Metalband sind, nach CELTIC FROST, die in dieses Vergn├╝gen kamen. H.R. Giger hat auch schon bei Filmen wie "Alien" mitgemacht, f├╝r den er soviel ich wei├č auch den Oscar bekommen hat. Es ist nun wirklich kein unbeschriebenes Blatt.

Wie steht Ihr eigentlich zu solchen Satanstexten wie beispielsweise von DEICIDE?

Ich finde es eigentlich lustig, wenn eine Band so auf "b├Âse" macht und vom "Satan" singt. Ich stehe auf solche Sachen, wie fr├╝her beispielsweise POSSESSED oder CELTIC FROST. Ich meine, solange die Bands es nicht so arg ernstmeinen, dann finde ich, ist nicht so viel dagegen einzuwenden. Wenn diese Leute solchen Schwachsinn schreiben wollen, dann bitte, es ist ihr Bier. Das meiste ist aber eh nur Image, und solange es ein Image ist, das einfach nur provozierend sein soll, dann ist das auch okay. Ich finde es nicht schlimm, wenn man auf die Gesellschaft schockierend wirkt.
Wenn man so etwas allerdings ernstmeint und Tiere opfert, dann kann ich das als Vegetarier nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Und falls es jemand wirklich ernstmeint, von wegen Menschen peinigen oder Tiere, dann ist wirklich alles zu sp├Ąt, und die Jungs t├Ąten mir dann arg leid. Solange es aber nur Spa├č ist, akzeptiere ich das.

Wie ist Deine Meinung ├╝ber die derzeitige Death Metal-Szene?

Ich finde es spitze, wie vor allem der Underground fungiert, diese Institution ist sehr wichtig f├╝r uns, gerade Fanzines wie Eures. Ich schreibe auch selber f├╝r eine Zeitung, n├Ąmlich f├╝r ┬╗Rockfabrik Live┬ź, wir haben eine Auflage von 30.000, das ist ganz okay, sie kommt allerdings nur im s├╝ddeutschen Raum heraus. Ich versuche dabei, auch unbekannte Bands zu unterst├╝tzen. Ich habe auch schon ein Underground-Festival veranstaltet, sogar schon zweimal, was dann auch sehr erfolgreich war. Bei dem ersten Konzert kamen 700 Leute, beim zweiten Konzert wurden aus einem Konzert f├╝nf in drei L├Ąndern.
Zu den Death Metal-Bands speziell kann ich nur sagen, da├č man vorsichtig sein soll, weil sich einiges gleich anh├Ârt, man kopiert sich gegenseitig, was ich gar nicht gut finde. Sowas hat eigentlich schon immer geschadet, wie man auch in der Thrash-Szene sieht, wo sich auch nicht mehr viel tut.
Man sollte sich auf keinen Fall in eine Richtung zu sehr festreiten, da man auf diese Weise schneller "tot" sein kann, als man denkt. Wenn also die Death Metal-Szene ├╝berleben will, dann ist sie auf Bands angewiesen, die sich auch weiterentwickeln, denn man kann nicht auf einem Punkt stehenbleiben.
Es gibt momentan viele durchschnittliche Bands, die meiner Meinung nach zu viel beachtet werden und dadurch m├Âglicherweise den kreativeren Bands den Weg versperren.
Das soll jetzt allerdings nicht hei├čen, da├č wir denken, wir w├Ąren die tollste und beste Band, wir versuchen zwar kreativ zu sein, sind aber auf den anderen Seite auch nur eine Band unter vielen. Aber ich merke es doch selbst, da ich ziemlich viel Musik h├Âre, und wenn ich dann immer dasselbe h├Âre, wird das mit der Zeit langweilig. Es soll sich auf jeden Fall keiner beleidigt f├╝hlen, denn das Statement war mehr allgemein bezogen.

Auf der Tour mit CARCASS warst Du ja auch sozusagen der Tourveranstalter. Als Band ist es ja schon stressig genug, auf Tour zu sein, hattest Du eigentlich die Zeit, dich um beides zu k├╝mmern? Wie kam man auf CARCASS als Headliner?

Im Oktober '89 hatte ich mein erstes Underground-Festival in der "Rockfabrik" Ludwigsburg veranstaltet, und da es sehr gut ankam, hatte ich die Idee, ich mache ein zweites und als ich im Juni 90 das zweite machen wollte, habe ich ├╝berlegt, wen nehme ich als Headliner? So kam ich dann auf CARCASS, die ich eigentlich nur auf dem Festival sp├şelen lassen wollte, welches ich auch in ihre Europatournee integrieren wollte. Als ich dann bei CARCASS anrief, wu├čten die von keiner Tournee und sagten, hier macht keiner eine Tournee. So kam halt die Idee, da├č wir, ATROCITY und CARCASS, auf Europatournee gehen. Aus dem einen Festival wurden wie schon erw├Ąhnt, f├╝nf, und letzlich habe ich dann alles organisiert.
Es war schon schwer f├╝r mich, Tourveranstalter und Bandmitglied gleichzeitig zu sein, teilweise war ich auch noch ├Ârtlicher Veranstalter, und das war nat├╝rlich sehr hart. Ich hatte kaum noch einen Kopf f├╝r irgendwas, und man kann sich ja denken, da├č es ziemlich stressig war. Es war zwar sehr nervig, aber auf der anderen Seite hat es auch viel Spa├č gemacht, man mu├č das wirklich von zwei Seitens sehen. Die Tour hat uns sehr viel gebracht, und es war f├╝r CARCASS, wie auch f├╝r uns ein Riesenerfolg. Es kamen im Durchschnitt 500 Leute, was nun nicht zu verachten ist, auf einem Konzert in der Tschechoslowakei kamen sogar 2.000. Wir sind durch neun L├Ąnder getourt, und ich habe mich selbst gewundert, wie ich das eigentlich geschafft habe.

Wie steht Ihr eigentlich r├╝ckblickend noch zur ┬╗Blue Blood┬ź-Single, gerade da Ihr Euch meiner Meinung nach ziemlich weiterentwickelt habt?

┬╗Blue Blood┬ź war sowas wie der erste Versuch, brutale Musik mit technischen Elementen zu verbinden. Ich finde die Songs immer noch in Ordnung, wir spielen sie auch immer noch live, doch h├Ârt man da auch einen m├Ąchtigen Unterschied, da wir uns weiterentwickelt haben. Es w├Ąre allerdings schlimm, wenn wir uns nicht weiterentwickelt h├Ątten, und ich denke, wenn wir die Songs heutzutage nochmal einspielen w├╝rden, w├╝rden sie noch um einiges besser klingen.

Gerade anhand dieser Tatsache kann man sich gewi├č sein, da├č ein Stillstand der Kreativit├Ąt bei ATROCITY noch nicht zu bef├╝rchten ist. So l├Ą├čt es sich auch wohl erkl├Ąren, da├č diese s├╝ddeutsche Band die erste Death Metal-Band ist, die per Interview in UNDERGROUND EMPIRE gefeatured wird.

http://www.atrocity.de/

ATROCITY (D, Ludwigsburg)-Logo

Vorbereitung:
Heiko Simonis + Stefan Glas

Interview:
Heiko Simonis

Bearbeitung:
Heiko Simonis + Stefan Glas

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