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AGE OF NEMESIS-Headline

Progressive Sounds und abgefahrene Geschichten in Kombination als Kon­zept­al­ben sind ja bei Gott nicht mehr wirklich als innovativ in diesem Genre zu bezeichnen. Den Ungarn AGE OF NEMESIS ist zuletzt mit ┬╗Terra Incognita┬ź aber ein wahres Meisterst├╝ck diesbez├╝glich gelungen und sollte nicht nur in diesem Genre Freunde finden k├Ânnen.
Zwar ist das Album bereits vor l├Ąngerer Zeit in ungarischer Sprache erschienen und so gesehen nicht mehr wirklich neu, doch da die "internationale Version" erst jetzt ver├Âffentlicht wurde, werden wohl nur ganz wenige Fanatiker zuvor schon etwas davon mitbekommen haben.
Weshalb man sich erst gute f├╝nf Jahre sp├Ąter mit der englischsprachigen Version von ┬╗Terra Incognita┬ź auf internationales Parkett wagt und vieles mehr zum Thema AGE OF NEMESIS, erz├Ąhlt uns Gitarrist Zoltan Fabian.

Hierzulande f├╝hren AGE OF NEMESIS trotz hochwertiger Alben leider immer noch ein Schattendasein. Exakt daran gilt es nun etwas zu ├Ąndern. Erz├Ąhl' den Lesern also erst einmal etwas ├╝ber AGE OF NEMESIS.

Wir haben die Band im Jahre 1997 gegr├╝ndet, damals jedoch noch unter dem Namen NEMESIS. Mittlerweile haben wir drei Alben in ungarischer Sprache aufgenommen und eben so viele in Englisch. Zus├Ątzlich basteln wir auch noch an einem Instrumentalalbum, das demn├Ąchst fertig sein wird.
Die bisherigen Highlights in der Karriere der Band waren folgende: 2001 wurden AGE NEMESIS von den Lesern vom ROCK HARD unter 26 Bewerbern zur besten "Unsigned Band" gek├╝rt. Unser Debut ┬╗Eden?┬ź erschien am 3. September 2002 in mehr als 16 L├Ąndern. Wir durften als Support von Bands wie KING'S X, THE FLOWER KINGS, URIAH HEEP, QUEENSRYCHE, JUDAS PRIEST und DEADSOUL TRIBE spielen. Wir haben einen Plattenvertrag bei MAGNA CARTA unterzeichnet, der die Ver├Âffentlichung aller unserer Alben in englischer Sprache beinhaltet. Als erstes haben MAGNA CARTA ┬╗Psychogeist┬ź ver├Âffentlicht. ┬╗Terra Incognita┬ź, unser drittes Album, ist vor kurzer Zeit in der englischen Version weltweit ├╝ber MAGNA CARTA erschienen und genau daf├╝r gilt es nun Werbung zu machen.
Das war nun quasi eine Art Kurzfassung der Highlights der bisherigen Karriere von AGE OF NEMESIS. Das Line-up besteht im Moment aus Zoltan Kiss (v), Gyorgy Nagy (k), Gabor Krecsmarik (b), Laszlo Nagy (d) und mir an der Gitarre. Und hier stehen wir nun, bereit zu weiteren Taten.

AGE OF NEMESIS-Bandphoto 1

Zun├Ąchst sollten wir aber noch einige Angelegenheiten aus der Vergangenheit kl├Ąren. Weshalb denn die Umbenennung von NEMESIS in AGE OF NEMESIS?

Wir hatten den Bandnamen NEMESIS zwar bereits seit dem Sommer 1997 benutzt und auch nie Probleme deswegen, allerdings mu├čte ich bei einer Recherche im Internet feststellen, da├č es insgesamt bereits 13 Bands mit diesem Namen gibt bzw. gegeben hat und da wollten wir nicht unbedingt mit dabei sein. Zudem bin ich der Meinung, da├č der Name einer Band ohnehin nicht so wichtig ist wie die Musik an sich. Auch Peter Morticelli von MAGNA CARTA war nicht begeistert vom Namen NEMESIS und er war es im Endeffekt auch, der uns AGE OF NEMESIS vorgeschlagen hat. Eine gute Wahl, denn AGE OF NEMESIS klingt nicht nur gut, unser urspr├╝nglicher Name wurde ja trotzdem beinhalten und somit auch unsere musikalische Herkunft. Allerdings stellt der Begriff AGE OF NEMESIS in der Zwischenzeit leider auch einen Bezug zur Gegenwart und Realit├Ąt dar.

Eure Musik beherbergt Unsummen an unterschiedlichen Anleihen, was wohl auch von sehr unterschiedlich aufspielenden Vorbildern gepr├Ągt worden sein wird. Welche Bands haben NEMESIS, oder sp├Ąter eben AGE OF NEMESIS, am meisten beeinflu├čt? Bei Eurem sehr umfangreichen musikalischen Angebot, stelle ich mir vor, da├č da einiges zu berichten ist.

Wir sind alle um 1970 herum geboren worden und haben dadurch noch sehr viel von der Musik dieser Epoche mitbekommen. Als Kinder waren es wohl in erster Linie etwaige ungarischen Bands, aber auch bereits die BEATLES, die wir verehrt haben. Als ich ein Teenager war, verehrte ich IRON MAIDEN und habe wegen diesen Herrschaften auch damit begonnen, Gitarre zu spielen. Dann kamen als Einflu├č f├╝r alle Mitglieder von AGE OF NEMESIS die goldenen Jahre des Heavy Metal. Allerdings haben wir in jenen Jahren auch bereits unsere Liebe zu progressiven Kl├Ąngen entdeckt.
Somit ergibt sich eine breite Palette an Einfl├╝ssen, egal ob Bands oder Solo-K├╝nstler: QUEEN, WHITESNAKE, DEEP PURPLE, STYX, JOURNEY, TOTO, KANSAS, YES, MARILLION und RUSH.
Als Musiker m├╝ssen vor allem folgende K├╝nstler genannt werden: Ian Gillan, Bruce Dickinson, Geoff Tate, Glenn Hughes, Steve Morse, Gary Moore, Al Di Meola, Joe Satriani, Frank Gambale, Steve Lukather, Neal Schon, Steve Vai, Allan Holdsworth, Steve Harris, Geddy Lee, Randy Coven, John Myung, Billy Sheehan, Steve Smith, Simon Philips, Gregg Bisonette, Omar Hakim, Akira Jimbound und noch viele mehr.
Wichtig war mir pers├Ânlich immer die Tatsache, da├č es Bands gelingen konnte, mich in der Seele zu ber├╝hren, und genau das m├Âchte ich auch mit meiner Musik erreichen.

Genau das ist Euch zumindest bei mir gelungen. Wie w├╝rdest Du denn die musikalische Entwicklung von AGE OF NEMESIS im R├╝ckblick betrachten?

Als wir begannen, gemeinsam Musik zu machen, starteten wir nicht wirklich mit einer Intention. Wir lie├čen es eher auf uns zukommen und warteten erst einmal ab, was dabei herauskommen w├╝rde. Allerdings hatten wir recht schnell gemeinsame Ansatzpunkte und Ideen entdeckt, weshalb eben die Kl├Ąnge von NEMESIS geradezu "gewachsen" sind. Ob das Ganze im Endeffekt als "Progressive Metal" enden w├╝rde, war zu Beginn ├╝berhaupt nicht abzusehen. Aber wir waren mit dem Ergebnis zufrieden. Um noch n├Ąher auf die Frage einzugehen, schlie├če ich mich wohl vielen Musikerkollegen an, wenn ich sage, unsere Alben sind zwar in sich geschlossen, aber dennoch gibt es keinen wirklichen Abschlu├č. Es gibt immer wieder Nuancen die einem Musiker im Nachhinein an einer Ver├Âffentlichung auffallen, die er ├Ąndern w├╝rde. Perfektion ist eben doch eine Krankheit. [lacht]
Ich denke, man kann uns die Weiterentwicklung von Album zu Album anh├Âren. Auch ┬╗Terra Incognita┬ź ist nun bereits eine Zeitlang fertiggestellt, die Aufnahmen zur Urversion davon stammen ja bereits aus dem Jahre 2002. Denkt Ihr nun, da├č ich rundum damit zufrieden sein kann? Wohl eher nicht, oder?
Ich bin aber sehr wohl der Meinung, da├č es ein sehr gutes Album geworden ist und es zeigt ganz genau, wo wir im Jahre 2002 gestanden sind. Wir haben versucht, AGE OF NEMESIS als einzigartig klingende Band zu etablieren, und ich als Songwriter hatte exakte Vorstellungen, wie ich mir die weitere Entwicklung der Band vorstellte. Unter anderem wollte ich vermehrt ungarische Folklore in unsere Kl├Ąnge einarbeiten, schlie├člich darf man unsere Herkunft durchaus kennen. Allerdings habe ich es vermieden, diese Anleihen zu offensichtlich zur Schau zu stellen. S├Ąmtliche Elemente, die man auf ┬╗Terra Incognita┬ź erkennen kann, sollten sich dem H├Ârer erst im Laufe der Zeit erschlie├čen. Genau darum geht es uns bei der Band. Wir sind stolz darauf was wir sind und wo wir sind.

┬╗Terra Incognita┬ź als Album existiert nun also bereits seit f├╝nf Jahren, wenn auch in der ungarischen Version. Gab es einen Plan, wann das Album in der englischsprachigen Version erscheinen sollte?

Als die ungarische Version erschien, waren wir gerade bei SENSORY RECORDS unter Vertrag. Allerdings waren sie b├Âse auf uns, weil wir das Album in unserer Heimat dennoch ├╝ber ein ungarisches Label ver├Âffentlicht haben. Sie waren der Meinung, da├č wir dadurch die Fans verwirren w├╝rden, deshalb wurde der Vertrag auch in beiderseitigem Einverst├Ąndnis aufgel├Âst. Vor der Ver├Âffentlichung von ┬╗Psychogeist┬ź hatten wir uns zun├Ąchst um ein anderes Label zu k├╝mmern. Wenn wir es fr├╝her geschafft h├Ątten, einen Partner wie MAGNA CARTA zu finden, w├Ąre die englische Ausgabe von ┬╗Terra Incognita┬ź bereits viel fr├╝her ver├Âffentlicht worden, theoretisch h├Ątte es auch schon im Jahre 2003 sein k├Ânnen, zumindest waren die Version damals bereits soweit fertig, da├č man das Album h├Ątte ver├Âffentlichen k├Ânnen..

Im Endeffekt aber auch gar nicht so schlimm, denn viel zeitloser kann Musik kaum klingen. Das Interessante an der Scheibe ist f├╝r mich in erster Linie, da├č ich Elemente der letzten 20 Jahre jenes Genres entdecken kann, das man als Progressive Rock bezeichnet. Gab es irgendeine Intention diesbez├╝glich, als Ihr damals mit dem Schreiben der Songs begonnen habt?

Nein, keineswegs. Wir mu├čten lediglich Songs schreiben, die perfekt mit der Geschichte und den Texten harmonierten. Wie das Ergebnis ausfallen w├╝rde, war zu Beginn keineswegs absehbar. Allerdings mu├č ich zugeben, da├č es mich gl├╝cklich stimmt, da├č Du all diese unterschiedlichen Elemente erkennen kannst. Du hast damit nat├╝rlich recht! [lacht]

Die Geschichte an sich ist ja ohnehin eine sehr interessante. K├Ânntest Du die Geschichte in K├╝rze wiedergeben, damit alle wissen, worum es im Detail geht?

Die Geschichte handelt davon, da├č wir im Tagebuch eines toten M├Ądchens lesen. Dieses M├Ądchen hat keinen Namen; sie k├Ânnte jedermann sein oder auch niemand von uns allen. Ich habe Realit├Ąt und meine Phantasie in dieser merkw├╝rdigen Geschichte gemischt und versucht, die Zuh├Ârer zum mitdenken zu animieren. Ich stellte vor mich, was geschehen w├╝rde, wenn jemand die F├Ąhigkeit besitzen w├╝rde, das Leben nach dem Tod vorauszusehen.
Das M├Ądchen wurde von einem Engel besucht, der sie ins "Land der Lichter" mitnimmt, dorthin, wo die Seelen nach ihren irdischen Ableben hinwandern. Sie ging dabei einen Pakt mit einem Engel ein und mu├čte versprechen, alle Geheimnisse und alles was sie dort zu sehen bekam und an Emotionen f├╝hlte, f├╝r sich behalten. Als sie wieder zur├╝ck in ihrem Bett war, schaffte sie es aber nicht, sich daran zu halten und fl├╝sterte ihre Eindr├╝cke ihrem schlafenden Freund zu. Das M├Ądchen dachte, sie verletzte dadurch ihren Eid nicht, weil ihr Freund dabei ja nicht aufwachte. Damit lag sie aber v├Âllig falsch.
Morgens, als die beiden aufwachten, erz├Ąhlte er ihr von seinem merkw├╝rdigen Traum, in dem sie ihm von einem Engel erz├Ąhlt hatte und von den wundervollen Erlebnissen im Leben im Jenseits. Er war sich sicher, da├č es nun seine Mission w├Ąre, die Menschheit ├╝ber das "Land der Lichter" zu informieren. Er wurde dadurch zu einem selbsternannten Propheten, der ├╝ber ewiges Leben zu berichten hatte. Er war nun davon ├╝berzeugt, da├č das Leben f├╝r jeden Menschen auf die selbe Art und Weise enden w├╝rde und, da├č danach ein Zustand erreicht werden w├╝rde, der den Menschen in eine mystische Welt f├╝hrt, in der die Seelen weiterexistieren k├Ânnten. Doch im Endeffekt kommt es auch in jener Welt zu massiven Problemen zwischen den dort residierenden Seelen, die abermals in Menschengestalt auftreten.
Auch dort gibt es welche, die sich vor Autos werfen, Gift nehmen oder sich ihre Pulsadern zerschneiden, um das Leben zu beenden, doch eben dort ist das nicht mehr m├Âglich. Zudem werden "Propheten" von Beh├Ârden gesucht, weil sie das Geheimnis gel├╝ftet haben. Dadurch wandten sich alle anderen vom Propheten ab, der nun v├Âllig auf sich allein gestellt war und in Erwartung seines weiteren Schicksals dahinvegetierte. Dabei m├╝├čte er sich definitiv nicht verstecken, weil er an sich ja nicht schuldig ist, aber es mu├č schlie├člich immer einen "S├╝nder" geben, der f├╝r alle Menschen leidet, w├Ąre ja auch nicht das erste Mal...
Okay, mehr m├Âchte ich aber nicht mehr ├╝ber die Geschichte erz├Ąhlen, denn jeder sollte sich selbst in dieser Geschichte zurechtfinden und sich sein eigenes Bild dar├╝ber machen. An Themen beinhaltet das Alben also menschlichen Egoismus, blinden Glauben, den Schmerz der Hilflosigkeit und des Gewissens, aber auch den Schmerz, wenn man jemanden verliert. Das klingt nicht wirklich positiv, das ist mir auch bewu├čt, aber ich wollte einige St├Ârungen der Menschheit in dieser Geschichte aufzeigen.

Was inspiriert einen Musiker immer wieder zu derart abgefahrenen Geschichten, denn auch ┬╗Psychogeist┬ź war ja nicht unbedingt leicht verdauliche Kost?

Ich versuche, mit ge├Âffneten Augen und einer Seele zu leben. Aber tief im Inneren bin ich wohl ein Kind geblieben, deshalb verwende ich meine Phantasie derma├čen oft.

Also kommen die Inspirationen tief aus deinem Inneren. Wie kann man das auf die Band umlegen?

Als Band k├Ânnen wir versuchen, dem Alltag durch unsere Musik zu entfliehen. Damit sind wir ja ohnehin nicht die einzigen, denn egal, ob man Musik macht oder diese nur h├Ârt, man kann damit in eine andere Welt eintauchen. Eben deshalb wollen wir uns auch keinesfalls stilistisch festnageln lassen, sondern versuchen alles, was inspirativ zur Musik pa├čt, zu verarbeiten. Dasselbe gilt auch f├╝r die Texte: Bei AGE OF NEMESIS soll es keinerlei Beschr├Ąnkungen geben. Was pa├čt, wird umgesetzt! Dadurch k├Ânnen wir uns auch besser f├╝r die Zuh├Ârer verst├Ąndlich machen. Egal, wie abstrus das Thema auch klingen mag, ein F├╝nkchen Wahrheit und eigene Erfahrung ist immer dabei.

Deine Geschichten, sowohl jene f├╝r ┬╗Terra Incognita┬ź, aber auch schon das Konzept, auf dem ┬╗Psychogeist┬ź basierte, w├Ąren doch geradezu pr├Ądestiniert, als Drehb├╝cher Verwendung zu finden, um in Folge auch verfilmt zu werden. Gibt es derlei Ideen bereits?

Gute Idee! Als ich die Geschichte von ┬╗Psychogeist┬ź schrieb, wurde ich durch einen Roman beeinflu├čt, also kann ich nicht wirklich an die Umsetzung irgendeines Films zu ┬╗Psychogeist┬ź herangehen. Aber das Konzept von ┬╗Terra Incognita┬ź stammt von mir und deshalb w├Ąre es zumindest denkbar. Ich hatte zwar bislang keinerlei Plan f├╝r so etwas, aber jetzt wo Du es erw├Ąhnst, kann man zumindest einmal dar├╝ber nachdenken.
Danke daf├╝r! Aber Du solltest mir auch noch erkl├Ąren, wo ich um das n├Âtige Kleingeld bitten kann, um diese Idee zu realisieren: [lacht] In der Vergangenheit hatte unser Produzent Lajos Gulyas die Idee; ┬╗Terra Incognita┬ź mit einem Orchester umzusetzen, auch das ist eine gute Idee, denke ich, aber leider auch nicht billig.

AGE OF NEMESIS-Bandphoto 2

Geld, ein leidiges Thema. Offenbar hat euer Budget aber zumindest ein perfektes Artwork zugelassen. Wer hat es denn entworfen?

Gyula "Hjules" Havancsak. Er hat ein wahrlich gutes H├Ąndchen f├╝r die Umsetzung von Musik in Bilder und hat ja auch schon mit diversen anderen Bands zusammengearbeitet. DESTRUCTION, GRAVE DIGGER oder auch ANNIHILATOR stehen auf seiner Liste, aber auch noch viele andere mehr. Wer mehr ├╝ber diesen K├╝nstler erfahren will, sollte am besten einmal seine Website anchecken.

Du hast bereits kurz erw├Ąhnt, da├č Euer Vertrag mit SENSORY aufgel├Âst wurde und Ihr relativ lange gebraucht habt, bis ein neuer Businesspartner gefunden werden konnte. Wie seid Ihr mit MAGNA CARTA RECORDS in Kontakt gekommen?

Wir sind im nachhinein dankbar daf├╝r, was SENSORY f├╝r uns getan haben, aber dennoch war die Zusammenarbeit nicht unbedingt einfach und wir mu├čten dadurch quasi von vorne beginnen. Auch unser Mangement hatte den Kontrakt mit SENSORY aufgel├Âst und begann, eine neuerliche Promo-Kampagne f├╝r uns zu starten.
Wir stellen ein ├╝ppiges Promo-Package zusammen, in dem unter anderem eine DVD-ROM mit jeder Menge Informationen ├╝ber die Band enthalten war. Zus├Ątzlich haben wir einige unver├Âffentlichte Songs darauf verewigt und auch noch einige Videos.
Damit haben wir uns dann in die H├Ąnde von VENETOWEST, einer amerikanischen Promo-Agentur, begeben und diese Damen und Herren haben dann auf der MIDEM in Frankreich ungef├Ąhr 50 Labels damit bemustert. Das Ergebnis davon war, das wir insgesamt f├╝nf konkrete Angebote erhielten! Unser Management hat sich im Endeffekt f├╝r MAGNA CARTA entscheiden, wo wir einen Deal f├╝r s├Ąmtliche englischsprachigen Alben unterzeichen durften.

Und MAGNA CARTA legen sich schwer f├╝r Euch ins Zeug, was die Promotion f├╝r Euer aktuelles Album angeht. Wo denkst Du, sollten AGE OF NEMESIS richtig gute Verkaufszahlen einfahren k├Ânnen?

Ich wei├č leider nicht wirklich ├╝ber genaue Details hinsichtlich etwaiger Verkaufszahlen Bescheid, aber ich kenne die L├Ąnder, aus denen viele Leute unsere Website besichtigen. Diesen Monat wurde unsere Website von Fans aus insgesamt 79 unterschiedlichen L├Ąndern besucht und ich kann auch sagen, da├č dabei Regionen aller Kontinente vertreten waren. Der Gro├čteil allerdings stammte offenbar aus Holland, Schweden, Norwegen, der Schweiz, Deutschland, Gro├čbritannien, Italien, Frankreich und Ru├čland. Von der anderen Seite der Welt kommen unsere Fans aus den USA, Mexiko, Brasilien, Peru und Argentinien, aber auch im Osten scheinen AGE OF NEMESIS viele Fans zu haben. In China, Taiwan, Japan und S├╝dkorea haben wir ebenso Interessenten f├╝r unsere Musik gefunden, wie auch in Kasachstan. Ich wei├č, da├č unsere Alben in manchen Regionen nicht offiziell erh├Ąltlich sind und viele Fans illegale Downloads ben├Âtigen, um unsere Musik h├Âren zu k├Ânnen, aber daran k├Ânnen wir als Band wohl kaum etwas ├Ąndern.

Interessant, wo man sich ├╝berall f├╝r die Band interessiert. Mit Sicherheit schon sehr bekannt seid Ihr in Eurer Heimat. Wie ist es denn um die Szene in Ungarn generell bestellt? Leider bekommt man hierzulande kaum etwas davon mit.

Es gibt jede Menge Bands hier in Ungarn, die auch in allen erdenklichen Genres unterwegs sind. Zudem ist auch gerade eine Art Revival der gro├čen Namen des Heavy Metal zu erkennen. Das ist zwar gut, aber anderseits nimmt es j├╝ngeren Bands die M├Âglichkeit f├╝r gut besuchte Konzerte, da sich die Fans ihr Geld f├╝r ihre "alte Helden" aufsparen. Das gilt im ├╝brigen auch f├╝r ungarische Bands, wo einige der ehemals gro├čen Namen abermals unterwegs sind. Mit ungarischen Lyrics bist du als Musiker allerdings regional sehr stark eingeschr├Ąnkt, deswegen haben wir uns auch daf├╝r entschieden, uns nunmehr in einer internationaleren Sprache mitzuteilen. Ich will den Bands hier nicht unterstellen, da├č sie schlechte Musiker w├Ąren, aber irgendwie macht es auf mich den Eindruck, da├č sich diese erst gar nicht weiterentwickeln wollen, sondern schlichtweg exakt das tun, was man von einer ungarischen Band auch erwartet. Zudem habe ich es noch immer nicht verstanden, weshalb sich manche dieser "alten Helden" unbedingt abermals zusammenfinden m├╝ssen um eine Reunion-Tour durchzuf├╝hren. Aber dieses Ph├Ąnomen ist ja ein weltweites.
Hier in Ungarn kommt f├╝r alle Bands noch erschwerend hinzu, da├č es kaum Medien gibt, die ├╝ber Heavy Metal berichten. Deshalb sind die Bands fast alle auf sich selbst angewiesen und obendrein gibt es auch nur zwei Labels, die sich mit derlei Kl├Ąngen besch├Ąftigen. Deshalb besteht auch nicht unbedingt gro├če Nachfrage an individuell klingenden ungarischen Metal-Bands. Wenn dann auch noch ein international renommierter Act bei uns zu Gast ist, sieht die Sache dann allerdings ganz anders aus. Trotz der Tatsache, da├č wohl zahlreiche Fans die Texte dieser Formationen nicht wirklich verstehen k├Ânnen, werden diese Bands auch bei uns in allen Medien pr├Ąsentiert, damit die Konzerte m├Âglichst ausverkauft sind.
F├╝r den heimischen Nachwuchs wird jedoch kaum etwas gemacht, es sei denn eine Company riecht den Profit. Dementsprechend wird dieses Thema dann auch ausgeschlachtet. Die jeweilige Band wird dabei aber ihrer Individualit├Ąt beraubt und hat sich den zust├Ąndigen Herrschaften regelrecht zu unterwerfen. Ich denke, das ist aber auch nicht nur bei uns so. Das gr├Â├čte Problem ist an und f├╝r sich, da├č aufgrund der Ignoranz der Medien hierzulande der Gro├čteil der Menschen, die sich sehr f├╝r unterschiedliche Metal-Kl├Ąnge interessieren w├╝rden, nicht einmal die M├Âglichkeit hat, sich damit zu besch├Ąftigen. Dadurch kann sich zwar manche Band sehr gut entwickeln, weil man dadurch auch kaum Einfl├╝sse von au├čen mitbekommt, allerdings fehlt dann eine Plattform, um seine Musik auch dementsprechend pr├Ąsentieren zu k├Ânnen. AGE OF NEMESIS sind in der gl├╝cklichen Lage, ├╝ber die Entscheidungen hinsichtlich ihrer Musik keinerlei Kompromisse eingehen zu m├╝ssen und dennoch international agieren zu k├Ânnen.

Das klingt ja nun doch recht gut und l├Ą├čt auf weitere Taten hoffen. Was ist es denn, das wir in Zukunft von AGE OF NEMESIS erwarten d├╝rfen?

Da ┬╗Terra Incognita┬ź ja im Prinzip bereits ein Teil unserer Vergangenheit ist, darf man schon ruhig auch ├╝ber die Zukunft sprechen. Zuletzt waren wir mit den Arbeiten zu THE GODDESS NEMESIS PROJECT besch├Ąftigt. Dabei handelt es sich um eine Art Nebenprojekt der gesamten Band. Wir haben ein Instrumentalalbum aufgenommen, an dem zus├Ątzlich noch acht Gastmusiker beteiligt waren. Allerdings sind wir noch nicht ganz fertig damit. Da uns der erste Mix nicht wirklich gefallen hat, haben wir diesen wieder verworfen und sind im Moment dabei,das gesamte Werk nochmal neu abzumischen.
Zudem arbeiten wir auch bereits wieder an neuen AGE OF NEMESIS-Songs. Wenn nach wie vor die Ideen geradezu aus uns heraussprudeln, wie es im Moment der Fall ist, k├Ânnte es durchaus sein, da├č eine Doppel-CD dabei entsteht. Allerdings wollen wir in Sachen Klangbild unseren eigenen Stil derma├čen festigen, da├č zahlreiche Ideen sogar schon wieder verworfen wurden, da sie unserem perfektionistischem Anspruch nicht gerecht werden konnten. Es gibt also eine Menge zu tun in den n├Ąchsten Monaten.
Au├čerdem w├Ąre es wohl auch an der Zeit,unsere Songs europaweit auf den B├╝hnen zu pr├Ąsentieren. Das w├Ąre noch dazu unser gro├čer Traum von uns allen, aber leider ist diesbez├╝glich noch nichts geplant.
Au├čerdem m├Âchten wir uns f├╝r die M├Âglichkeit dieses Interviews bedanken und hoffen irgendwann einmal, auch bei Euch live spielen zu k├Ânnen!

http://www.ageofnemesis.com/

info@ageofnemesis.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

AGE OF NEMESIS im ├ťberblick:
AGE OF NEMESIS – Psychogeist (Rundling)
AGE OF NEMESIS – Terra Incognita (Rundling)
AGE OF NEMESIS – ONLINE EMPIRE 31-Interview
AGE OF NEMESIS – News vom 31.05.2012
unter dem ehemaligen Bandnamen NEMESIS (H):
NEMESIS (H) – Eden? (Rundling)
NEMESIS (H) – ONLINE EMPIRE 12-"Rising United"-Artikel
andere Projekte des beteiligten Musikers Zoltán Kiss:
CLASSICA (H) – News vom 03.12.2006
EGO-PROJECT – Ego II (Rundling)
EGO-PROJECT – News vom 17.09.2010
andere Projekte des beteiligten Musikers Gabor Krecsmarik:
CLASSICA (H) – News vom 03.12.2006
andere Projekte des beteiligten Musikers Gy├Ârgy Nagy:
DREYELANDS – News vom 18.02.2010
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