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  UE-Home → History → Online Empire 31 → Interview-├ťbersicht → ANGER AS ART-Interview last update: 08.11.2017, 20:42:13  

ANGER AS ART-Logo

Hinter ANGER AS ART verbirgt sich in erster Linie das Szene-Original und Urgestein Steve Gaines, der bereits zum zweiten Mal mit dieser Band f├╝r Freudenspr├╝nge in der Thrash Metal-Community sorgt.
Viel mehr "Old School"-Thrash, der etwas ungehobelten und sympathisch chaotischen Art, als auf ┬╗Callous And Furor┬ź kann man im Moment wohl auf einem Album nicht bekommen, weshalb ich die Ver├Âffentlichung besagter Scheiblette zum Anla├č nahm, um Steve mit meinen Fragen zu l├Âchern.

ANGER AS ART-Headline

Bevor wir uns in Geschehen st├╝rzen, um ├╝ber Deine aktuelle Band ANGER AS ART zu sprechen, sollten wir einiges zu Deiner musikalischen Vergangenheit in Erfahrung bringen.
Den Anfang Deiner Karriere stellten wohl ABATTOIR und sp├Ąter BLOODLUST dar, beides Bands, die im Underground ob ihrer Ver├Âffentlichungen hoch gesch├Ątzt werden, von der ├ľffentlichkeit jedoch eher nie wirklich geb├╝hrend gefeiert wurden.
Bei ABATTOIR war nach dem zweiten Album Schicht im Schacht und auch bei BLOODLUST war es nach der Ver├Âffentlichung der zweiten Scheibe verd├Ąchtig still.

Es w├Ąre wohl unfair den anderen Ex-Mitgliedern gegen├╝ber, wenn ich mich zum Thema "Ende von ABATTOIR" hier gro├čartig auslassen w├╝rde, zumal ich zu jenem Zeitpunkt gar nicht mehr bei ABATTOIR aktiv gewesen bin. Aber ich kann Euch zumindest verraten, da├č Band, Label und Management v├Âllig kontr├Ąre Vorstellungen davon hatten, wie sich die Band weiterentwickeln sollte und zudem die Chemie innerhalb der Truppe durch die Line-up-Wechsel nicht mehr die beste gewesen ist.
Was BLOODLUST betrifft, so sieht die Sache ein wenig anders aus: Eigentlich begann meine musikalische Karriere bei dieser Band im Jahre 1983. Ich stieg 1984 wieder aus, um zu ABATTOIR zu gehen, kehrte 1987 aber zu BLOODLUST zur├╝ck und war bis zum vor├╝bergehenden Ende Mitglied dieser Band. Hier war in erster Linie unser Verh├Ąltnis zu den Businesspartnern ausschlaggebend f├╝r das Aus. Obwohl wir mit METAL BLADE RECORDS nur gute Erfahrungen machen durften, gab es innerhalb der Band endlose Diskussionen, ob sich dieser Deal f├╝r uns wirklich lohnen w├╝rde. Im Endeffekt haben wir uns dann an WILD RAGS gehalten, die uns f├╝r ┬╗Terminal Velocity┬ź einen Deal anboten, der aber wohl daf├╝r gedacht war, nicht nur der Band zu helfen, sondern in erster Linie das Label zu etablieren. Irgendwie waren wir von Beginn dieser Kooperation an unsicher, ob diese Liaison wirklich gut w├Ąre. Auch hinsichtlich der musikalischen Ausrichtung von BLOODLUST waren wir uneinig. Ein Teil der Band wollte eher im harten und traditionellen Bereich aktiv bleiben, w├Ąhrend der Rest in Richtung technisch variantenreicher Musik tendierte, weshalb es zu immensen internen Spannungen gekommen ist. Daher hat es sich im Endeffekt auch als beste L├Âsung herausgestellt, diese Band aufzul├Âsen. So sind die Musiker immerhin Freunde geblieben und haben sich nicht aufgrund dieser Angelegenheiten zerstritten.

Danach waren es dann die Bands TACTICS, PAGAN WAR MACHINE und DREAMS OF DAMNATION, bei denen du mitgewirkt hast.

Unmittelbar nach dem ABATTOIR f├╝r mich Geschichte waren, gr├╝ndete ich TACTICS. Dieses Unternehmen war allerdings nur ein sehr kurzzeitiges, da ich ja 1987 schon wieder bei BLOODLUST gespielt habe. TACTICS existierten dann wieder ab 1989, und wir spielten in der Umgebung von L.A. in den 90er Jahren unz├Ąhlige Gigs. Es war ein reinrassiges Thrash Metal-Projekt und konnte dennoch problemlos in jener, f├╝r diese Art von Musik eigentlich unm├Âglichen, Phase ├╝berleben. Von dieser Band existieren ein Album und zwei Demos, wir haben mehrere Tourneen in den USA bestritten und zudem auch ein Video ver├Âffentlicht. Eine an und f├╝r sich recht erfolgreiche Historie, die wir im Jahre 1999 aus Mangel an Orientierung aber dennoch beendeten. Allerdings ging es hier wirklich freundschaftlich ab, denn wir sind allesamt noch immer in Kontakt und ich bin davon ├╝berzeugt, da├č wir mit besseren Vertriebspartnern und Marketingm├Âglichkeiten es auch bei euch in Europa schaffen h├Ątten k├Ânnen. Zu PAGAN WAR MACHINE ist das erste, das mir einf├Ąllt, die Tatsache, da├č ich diese Band wohl bis an mein Lebensende lieben werden, denn diese Art von Musik mache ich immer noch und ich werde auch immerzu derlei Songs schreiben. Allerdings gelang es mir nicht, die anderen Musiker davon zu ├╝berzeugen, da├č dieses Konzept einmal aufgehen k├Ânnte. PAGAN WAR MACHINE war von Anfang an lediglich eine Art Nebenprojekt, denn damals war nicht nur gerade das Thema "Reunion" bei ABATTOIR hei├č, sondern ich war auch schon bei DREAMS OF DAMNATION aktiv. Bei denen habe ich auch nicht wesentlich andere Kl├Ąnge von mir gegeben, sieht man vom eher Death Metal-lastigen Gesang einmal ab. In den letztgenannten Truppen war ├╝brigens auch Jim Durkin aktiv und als er diese Bands damals aufgel├Âst hatte, waren diese eben Geschichte. Es w├Ąre wohl auch in diesem Fall besser, Jim nach dem Ende zu befragen. Ich m├Âchte mich auch dazu nicht weiter ├Ąu├čern.

ANGER AS ART-Bandphoto 1

Verst├Ąndlich und sehr diplomatisch. Doch nun endlich zu einem Thema, das Dich sehr wohl betrifft: ANGER AS ART. Das zweite Album der Band mit dem Titel ┬╗Callous And Furor┬ź kann zwar den alteingesessenen Thrasher durch Kompositionen der "alte Schule" ├╝berzeugen, unterscheidet sich aber dennoch deutlich von den anderen Ver├Âffentlichungen jener Bands mit Deiner Beteiligung. Weshalb?

Das ist schwierig zu beantworten, denn ich wei├č nicht genau, was du hier als Vergleich herangezogen hast. Bei ABATTOIR und BLOODLUST war ich am Songwriting nicht wirklich beteiligt, sondern nur als Musiker. Deswegen ist mein "Einflu├č" auf diese Scheiben mit Ausnahme der Texte sehr gering. Seit ich Musik schreibe und Songs komponiere hat sich mein Stil n├Ąmlich nicht wesentlich ver├Ąndert. Im Prinzip hat sich mein Stil sehr nat├╝rlich ├╝ber all die Jahre weiterentwickelt, wenn auch ┬╗Callous And Furor┬ź hinsichtlich des Aggressionspotentials wahrscheinlich noch eine Spur heftiger ausgefallen ist.
Wenn du beispielsweise das ABATTOIR-Reunion-Material, das PAGAN WAR MACHINE-Demo und das erste ANGER AS ART-Album direkt zueinander vergleichst, wirst du merken, da├č sich mein Stil keineswegs ver├Ąndert hat, die Songs an sich aber durchaus eine Entwicklung erkennen lassen.
Ich kann mich mit diesem ungeschriebenen Gesetz in dieser Branche, da├č nur Gitarristen Songs schreiben und die S├Ąnger sich um die Texte k├╝mmern, w├Ąhrend der Rest der Band zum Zuh├Âren verdammt ist, nicht wirklich anfreunden. Mir pers├Ânlich war und ist es immer willkommen, wenn sich s├Ąmtliche Bandmitglieder am Songwriting beteiligen. Weshalb sollte ein Drummer keinen Song schreiben k├Ânnen? So ein Bl├Âdsinn! Wer sagt, da├č sich die Rhythmusfraktion nur darauf beschr├Ąnken sollte, im Hintergrund zu agieren? Ich war selbst jahrelang Bassist und habe dennoch unz├Ąhlige Songs geschrieben, und wen hat es gest├Ârt? Niemand, au├čer einigen selbsternannten Gitarrenhelden vielleicht.
Interessanterweise wagt es kein Kritiker so etwas zu Steve Harris zu sagen, verst├Ąndlich, oder? Was machen die Leute denn? Sie knien vor Gitarristen wie Michael Schenker nieder, die seit 30 Jahren keinen guten Song mehr geschrieben haben. Das kann es doch auch nicht sein!
Egal wer auch immer daf├╝r zust├Ąndig sein mag, es ist im Endeffekt der Song, um den es geht!

Da es mir bislang nicht verg├Ânnt war, eine der bisher genannten Bands jemals live zu sehen, wollte ich wissen, ob denn die Chance besteht, ANGER AS ART hier in Europa zu Gesicht zu bekommen?

Die M├Âglichkeit besteht zwar, aber um ehrlich zu sein, wird es nicht wirklich leicht zu bewerkstelligen sein, da wir einen solchen Trip selbst finanzieren m├╝├čten! Wir haben Angebote auf dem Tisch liegen, doch um die finanziellen Angelegenheiten m├╝├čten wir uns selbst k├╝mmern. Dazu sollten wir zun├Ąchst einmal reichlich Tontr├Ąger absetzen, damit der Name ANGER AS ART auch etabliert w├Ąre. Wir haben zwar schon eine ganz gute Fanbase in Italien und den Niederlanden aufbauen k├Ânnen, aber auch dorthin ist eine Tournee im Moment ohne die n├Âtige Finanzspritze von au├čen leider nicht m├Âglich. Ideal w├Ąre diesbez├╝glich mit Sicherheit ein Festivalauftritt, oder aber, wir w├Ąren als Supportact bei einer gro├čen Band untergebracht; das w├Ąre auch denkbar. Im Moment wage ich es aber nicht, Zusagen zu machen, denn mit Ausnahme der Angebote ist ja noch nichts vorhanden. Ein Trip nach Europa kann f├╝r eine Band wie uns auch den absoluten Bankrott bedeuten, deshalb sind wir sehr vorsichtig.

Vielleicht l├Ą├čt sich zumindest das mit dem Festivalauftritt irgendwie einf├Ądeln. ANGER AS ART sollten bis zur n├Ąchsten Festivalsaison zumindest einigerma├čen bekannt sein.
Wer sind die anderen Herrschaften, die bei ANGER AS ART mit von der Partie sind? Begonnen hat die Sache ja als Dein Soloprojekt.

Ich wei├č, was du meinst. Das ANGER AS ART-Debut erschien zuvor ja bereits unter meinem Namen, aber im Laufe der Zeit ist eine Band daraus geworden. Ich liebe diese Jungs einfach! Sie sind alle schon sehr lange in der Szene aktiv, aber dennoch nicht wirklich bekannt. Sie haben in all den Jahren nicht nur gelernt, perfekt mit ihren Instrumenten umzugehen, sondern wissen auch sehr viel ├╝ber das Business an sich. Bei ANGER AS ART gibt es weder Alkohol- noch Drogenprobleme, und das ist schon einmal sehr positiv. Ich war jahrelang mit sogenannten "Rockstars" unterwegs, f├╝r die ich im Endeffekt den Babysitter spielen mu├čte, da sie nicht einmal das Verantwortungsbewu├čtsein hatten, eine solide Performance abzuliefern, sondern es vorzogen, sich schon vor der Show vollaufen zu lassen. Davon habe ich die Schnauze gestrichen voll!
Mars (d) und Javier Maruffo (b) kenne ich bereits seit den Anfangstagen von BLOODLUST, also seit mehr als 20 Jahren. Javier spielte in einigen mehr oder weniger bekannten Bands hier in L.A. und auch Mars hat schon reichlich Erfahrung, auf Alben gespielt und war sehr h├Ąufig auf Tour. Die wohl bekannteste Band, bei der er aktiv war, nannte sich COFFIN TEXTS. William Rustrum, unser Leadgitarrist, konnte sich mit HANGAR 18, einer MEGADETH-Tribute-Band, einen guten Namen hier in L.A. machen. Diese Besetzung spielt nun bereits einige Zeit zusammen. Der Ursprung kann mit 2003 zu DREAMS OF DAMNATION-Zeiten festgelegt werden.

Wie l├Ą├čt sich denn die musikalische Entwicklung von ANGER AS ART am einfachsten beschreiben?

Ich wei├č nicht, ob die Antwort, die ich parat habe, jene ist, die Du erwartest, aber ich sehe mich irgendwie als "├ťberlebenden". Mir sind meine Schw├Ąchen und St├Ąrken als S├Ąnger bewu├čt, und ich arbeite hart daran. Zudem hatte ich mir auch eine Zeitlang den Ba├č umgeschnallt, da ich einfach genug hatte von all den Typen, die nichts anderes im Sinn hatten, als einen auf Billy Sheehan zu machen, um mit ihrem Ba├čspiel den Song zu verunstalten. Nichts gegen derlei Kl├Ąnge, aber nicht bei mir!
Ich meine mit Geezer Butler, Ian Hill, Cliff Williams oder Peter Baltes, die immerzu perfekt Ba├č gespielt haben, sollte man die richtigen Vorbilder auf diesem Instrument gefunden haben. Au├čerdem habe ich mir auch in recht kurzer Zeit das Gitarrespielen beigebracht. Bei DRAMS OF DAMNATION entdeckte ich, da├č der Gitarrist, den ich immer gesucht hatte, ich selbst war. Allerdings sehe ich mich in erster Linie dennoch als Songwriter. Es ist nicht so, da├č ich auf Biegen und Brechen versuche, Songs zu verfassen; sie kommen einfach aus mir heraus. Ein Song kann nicht auf eine andere Art entstehen, als da├č jede Menge Emotionen im Spiel sind. Und genau da sehe ich die "Entwicklung" der Band. Ich mu├č noch nicht einmal dar├╝ber nachdenken, ob denn meine Gef├╝hle ausreichend Inspirationen f├╝r ein neues St├╝ck Musik sein k├Ânnten. Aus tiefstem Herzen kommen bei mir immer wieder jene Emotionen, die einen neuen Song entstehen lassen.

Sehr pers├Ânlich klingen bei Dir aber nicht nur die Songs selbst, sondern auch die Texte.

Und genau so pers├Ânlich sind sie auch. Ein guter Song ist ohne den dazu passenden Text ebenso wenig vollst├Ąndig wie umgekehrt. Es mu├č einfach alles zusammenpassen. Wenn ein Text besonders garstig ist, klingt auch das Riff des Songs wesentlich heftiger und b├Âsartiger. Zu meinen Texten inspiriert mich immer wieder das Alltagsgeschehen. Obwohl ich mittlerweile nicht mehr der J├╝ngste bin, bemerke ich, da├č meine Texte immer b├Âsartiger werden und das nur, weil ich mir nun einfach wesentlich mehr Gedanken ├╝ber all das, was mir tagt├Ąglich widerf├Ąhrt, mache. Als bestes Beispiel sei hier der Rausschmei├čer >Still I Hate< genannt, der im Prinzip eine Autobiographie von mir darstellt.

Auch das Cover deutet auf diese vorhandene Aggression hin. Wer hat es denn gezeichnet?

Eddie Mize. Ich habe ihn vor etwa zwei Jahren kennengelernt. Auch in seiner Arbeit steckt jede Menge an Herzblut und Emotion. Au├čerdem haben wir sehr viele Parallelit├Ąten in unserem Leben festgestellt. Deshalb habe ich auch einen Link zu seiner Webpage auf unsere Site gestellt. Seht euch sein Schaffen an, es ist phantastisch!

Gab oder gibt es denn neben ANGER AS ART auch Bestrebungen, eine Deiner vorherigen Bands neu aufleben zu lassen?

Ich wei├č nicht, ob ihr da dr├╝ben mitbekommen habt, was hier in letzter Zeit abgegangnen ist. ABATTOIR gibt es bereits seit 1999 wieder und die Band ist auch schon auf Tournee gewesen. Zudem existiert ein Livealbum mit dem Titel ┬╗No Sleep 'Til Kalamazoo┬ź aus dem Jahre 2001 und ein im Jahre 2004 in Eigenregie ver├Âffentlichtes Album namens ┬╗From The Ashes┬ź, das eigentlich ┬╗Evil Incarnate┬ź h├Ątte hei├čen sollen, jedoch einem technischen Overkill im Studio zum Opfer gefallen ist. ABATTOIR gibt es also wieder, im Moment ist die Band jedoch ein wenig im Ruhezustand, da weder Juan Garcia noch ich wirklich Zeit haben, um uns darum zu k├╝mmern.
Auch BLOODLUST gibt es wieder und nachdem wir einige Gigs gespielt haben, sind wir gerade dabei, einige Aufnahmen f├╝r Re-Releases freizugeben. Es beseht also eine gro├če Chance zumindest eine dieser Bands auch auf der B├╝hne zu sehen, vorl├Ąufig jedoch noch nicht in Europa, denn diesbez├╝glich konzentriere ich mich auf ANGER AS ART. Ein Festivalorganisator hatte gar die famose Idee BLOODLUST zu buchen, jedoch mit der Bedingung, da├č wir ABATTOIR-Songs spielen w├╝rden!
So geht es auch nicht! Man kann mich als schlechten Musiker bezeichnen, mir mitteilen, da├č meine Songs schei├če w├Ąren, aber an meiner Einstellung braucht kein Mensch zu zweifeln! Ich w├╝rde meine Freunde niemals f├╝r Geld verraten!

Verstanden. Da Du ein sehr vielbesch├Ąftigter Typ bist, w├Ąre es interessant zu erfahren, wie lange die Aufnahmen f├╝r ┬╗Callous And Furor┬ź gedauert haben.

Wenn es sich einrichten h├Ątte lassen, da├č ich die Aufnahmen in einem St├╝ck h├Ątte machen k├Ânnen, w├Ąre das Album innerhalb von wenigen Wochen fertig gewesen. Aber es hat im Endeffekt doch mehrere Monate gedauert. Eine spontane und hurtige Arbeitsweise liegt mir eher, weil dann das Ergebnis genauso klingt. Ich bin zu lange in diesem Gesch├Ąft, um mich auf langfristige Studioarbeiten einzulassen.
Immerhin haben wir es mit ABATTOIR geschafft, zweieinhalb Jahre an einem Album zu arbeiten, das dann nie erschienen ist. Aber auch BLOODLUST waren diesbez├╝glich nicht viel besser: Mit dieser Band brauchten wir knappe zwei Jahre f├╝r gerade einmal zwei Songs. Auch DREAMS OF DAMNATION waren geradezu ├╝berambitioniert als es darum ging, Songs zu schreiben, doch ├╝ber eine Vorproduktion kamen wir ebenfalls nicht hinaus. Das alles brauche ich nicht mehr!
F├╝r das erste ANGER AS ART-Album brauchte ich gerade einmal 16 Stunden, mit mir als Einzeldarsteller wohlgemerkt! Es bedarf keiner langatmigen Produktionszeiten, es kommt immer auf die Emotionen der Songs an sich und die Intensit├Ąt an, mit der man die Songs aufnehmen will.

Kann ich nachvollziehen. ANGER AS ART genie├čen also im Moment bei Dir ganz eindeutig Priorit├Ąt. Bist Du ├╝berhaupt noch bei anderen Bands involviert?

Oh doch. Obwohl ABATTOIR im Prinzip auf Eis gelegt sind und sich bei BLOODLUST mit Ausnahme der Re-Release-Geschichte auch nicht allzu viel tut, habe ich neben ANGER AS ART eine recht unterhaltsame Nebenbaustelle. Ich spiele seit einiger Zeit Ba├č bei BITCH, und es macht gro├čen Spa├č, Betsy und die Jungs zu begleiten!

Kann ich mir gut vorstellen, zumal Konzerte von BITCH immer hohen Unterhaltungswert haben.
Was waren denn die Highlights Deiner bisherigen Laufbahn, wenn wir ├╝ber Konzerte generell sprechen?

Meinst Du Konzerte, die ich gesehen habe, oder jene die ich gegeben habe? Egal, zu den besten Gigs, die jemals gesehen habe, geh├Âren auf jeden Fall KISS auf ihrer Reunion-Tour von zehn Jahren. Eine bessere Show kann es nicht geben! Ich habe JUDAS PRIEST achtmal und IRON MAIDEN f├╝nfmal gesehen und es war immer super! Von SLAYER glaube ich, an die 20 Konzerte gesehen zu haben, und sie haben es auch immer geschafft, mich zu begeistern. Besser waren nur noch MOT├ľRHEAD, die ich mir jedes Mal, wenn sie irgendwo in der Gegend waren, angeschaut habe. Ich kann mich an keine einzige schlechte Show von Lemmy und Co. erinnern.
Abgesehen davon hatte ich die Ehre zusammen mit Bands wie METALLICA, MEGADETH, ANTHRAX, SLAYER, TESTAMENT, OVERKILL, EXODUS und MOT├ľRHEAD die B├╝hne teilen zu d├╝rfen, das alles waren Highlights! F├╝r mich gibt es nichts besseres als auf die B├╝hne zu kommen, um live zu spielen, jeder Auftritt ist ein Highlight, denn ich kann das machen, was ich liebe!

Glauben wir Dir aufs Wort! ANGER AS ART klingen ja auch geradezu nach "B├╝hne". Generell scheint der Thrash Metal in letzter Zeit ein Comeback gefeiert zu haben, diese Tatsache sollte doch auch Dich zufriedenstellen?

Ich besch├Ąftige mich nicht wirklich damit, ob unsere Musik bekannt ist oder gar im Trend liegt, aber es kann durchaus sein, da├č eine neue Generation an Thrash Metal-Fans und -Musikern herangewachsen ist, die "Kinder" der alten Garde quasi. Ich w├╝rde allerdings diese Musik genauso von mir geben, wenn keine Menschenseele daran interessiert w├Ąre, denn sie ist nun einmal in mir und zwar f├╝r immer.

Gerade hier in Mitteleuropa hat Thrash Metal aus den USA immer noch ein sehr gro├čes Following. Was macht denn Deiner Meinung nach die Qualit├Ąt von amerikanischen Bands aus?

Ich wei├č nicht, ob das etwas ├╝ber die Qualit├Ąt der Musik aussagt. Vielleicht ist es aber gerade in diesem Bereich einfach die Hingabe, mit der die Musiker zu Werke gehen, die auch die Fans sp├╝ren. Es freut mich nat├╝rlich, da├č vor allem in Europa diese Art von Musik gesch├Ątzt wird, weshalb das so ist, vermag ich aber nicht zu deuten. Ich w├╝rde mich und ANGER AS ART auch gerne bei Euch pr├Ąsentieren k├Ânnen. Sagt Euren Lesern einfach, sie m├Âgen alle Festival-Verantwortlichen mit Mails bombarideren und nach ANGER AS ART verlangen. [lacht]

Und los geht's! ANGER AS ART stammen aus L.A. und dort flog bekanntlich in den 80er Jahren Metal-m├Ą├čig die Kuh. Wie sieht es denn heute aus?

L.A. ist leider sehr trendverseucht, weshalb Metal dort nur noch Randgruppenprogramm ist. Allerdings mu├č ich auch sagen, da├č sich die Fans, die zwar nicht mehr so zahlreich vorhanden sind wie fr├╝her, daf├╝r wesentlich intensiver mit der Sache besch├Ąftigt. Es gibt immer noch eine, wenn auch verh├Ąltnism├Ą├čig kleine Szene hier, aber diese ist gefestigt und ich bin sehr stolz darauf, ein Teil davon zu sein.

Zu Hause seid Ihr also fest in die Szene integriert, wo auf dieser Erdkugel haben ANGER AS ART denn sonst ihre Fans?

Dazu mu├č ich anmerken, da├č OSM, unser Label, sehr gut f├╝r uns in Europa arbeitet. Wir haben offenbar viele Fans in den Niederlanden, Deutschland, Italien und Schweden. Aber hier in den Staaten haben wir landesweit auch ein recht gutes Following, deshalb werden sich die Touraktivit├Ąten wohl nicht zuletzt aus logistischen und finanziellen Gr├╝nden zun├Ąchst auf die Staaten beschr├Ąnken.

Wie ist der Kontrakt bei OSM ├╝berhaupt entstanden?

Ich habe ├╝ber meinen Freund Marco Lima vor einigen Jahren Patrick Ramseier kennengelernt. Wir sp├╝rten sofort, da├č uns nicht nur musikalisch etwas verbindet. Als ANGER AS ART gegr├╝ndet wurden, bot er sofort seine Unterst├╝tzung an. Er war es auch, der uns mit den Organisatoren des "Thrash Against Cancer"-Festivals im Juli 2005 in San Francisco in Kontakt brachte. Dieser Auftritt war sehr wichtig f├╝r uns und zudem war das Festival eine gro├čartige Sache. Patrick und ich blieben fortan in Kontakt, zu diesem Zeitpunkt war mir nicht einmal bewu├čt, da├č der Kerl mit OSM sogar ein Label am Laufen hatte. Doch im November 2005 flattere uns ein Kontrakt ins Haus und seit damals haben wir bereits zwei Alben ├╝ber OSM ver├Âffentlichen k├Ânnen und hoffentlich werden noch viele folgen.

Gute Idee, vielleicht bekommen wir ja sogar noch ├Ąlteres Material als Re-Release, was ja mit Sicherheit keine schlechte Idee w├Ąre.

Wie schon erw├Ąhnt, arbeiten BLOODLUST gerade an solchen Re-Releases, ich pers├Ânlich habe mich jedoch aus s├Ąmtlichen Verhandlungen herausgehalten. Ich denke, im Laufe des Jahres sollten die Verhandlungen abgeschlossen und diesbez├╝glich alles klar sein. Was ABATTOIR betrifft kann ich nur sagen, da├č die ersten beiden Alben 1999 von CENTURY MEDIA wiederver├Âffentlicht wurden und ich damals auch nicht in die Sache involviert war. Ich wei├č auch, da├č jemand Geld dadurch gemacht hat, aber definitiv niemand aus der Band.

Harren wir also der Dinge, die uns von BLOODLUST im Laufe des Jahres zu Geh├Âr kommen werden. Was sollte denn von ANGER AS ART an Neuigkeiten in der n├Ąchsten Zeit noch dazu kommen?

Na ja, zun├Ąchst wollen wir nat├╝rlich unser aktuelles Album so gut es geht an den Fan bringen. Das Geld ben├Âtigen wir dringend, um ├╝ber weitere Aufnahmen ├╝berhaupt nachdenken zu k├Ânnen. Wir hoffen nat├╝rlich auch, auf Tour gehen zu k├Ânnen, um unseren Fans die Songs auch live pr├Ąsentieren zu k├Ânnen, aber auch dazu ist das n├Âtige Kleingeld unabdingbar.
Au├čerdem wollten wir uns bei den Fans f├╝r die Unterst├╝tzung bedanken! Es tut gut, wenn man f├╝r seine Musik respektiert wird!

http://www.angerasart.com/

band@angerasart.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

ANGER AS ART (vorhergehende Besetzung) im ├ťberblick:
ANGER AS ART – Anger As Art (Rundling)
ANGER AS ART – Callous And Furor (Rundling)
ANGER AS ART – Hubris Inc. (Rundling)
ANGER AS ART – ONLINE EMPIRE 31-Interview
ANGER AS ART – News vom 15.06.2005
ANGER AS ART – News vom 10.10.2007
ANGER AS ART – News vom 24.04.2008
ANGER AS ART – News vom 22.04.2009
ANGER AS ART – News vom 11.06.2009
ANGER AS ART – News vom 02.02.2011
ANGER AS ART – News vom 10.01.2012
ANGER AS ART – News vom 05.07.2013
andere Projekte des beteiligten Musikers Marce "Mars" Castro:
COFFIN TEXTS – News vom 19.06.2001
DEMOLITION (US, CA) – News vom 10.03.2007
MX MACHINE – News vom 01.12.2008
andere Projekte des beteiligten Musikers Steve Gaines:
ABATTOIR (US, Los Angeles) – Vicious Attack (Re-Release)
ABATTOIR (US, Los Angeles) – ONLINE EMPIRE 39-"Living Underground"-Artikel
ABATTOIR (US, Los Angeles) – News vom 04.09.2001
ABATTOIR (US, Los Angeles) – News vom 30.03.2003
ABATTOIR (US, Los Angeles) – News vom 17.03.2009
BITCH (US, CA) – News vom 27.07.2007
BITCH (US, CA) – News vom 02.02.2011
BLOODLUST (US, CA) – ONLINE EMPIRE 26-"Known'n'new"-Artikel
DREAMS OF DAMNATION – News vom 14.01.2004
Steve Gaines – ONLINE EMPIRE 22-"Known'n'new"-Artikel
PAGAN WAR MACHINE – News vom 06.03.2003
andere Projekte des beteiligten Musikers William Rustrum:
HANGAR 18 – News vom 22.03.2009
RAVEN MAD – News vom 19.09.2001
RAVEN MAD – News vom 29.10.2001
┬ę 1989-2017 Underground Empire


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