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  UE-Home → History → Online Empire 38 → Review-Überblick → Do It Yourself-Review-Überblick → MIDNIGHT REIGN – Â»Never Look Back«-Review last update: 27.09.2020, 23:00:01  

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MIDNIGHT REIGN

Never Look Back

(10-Song-CD-R: 14,99 US-Dollar)

Der Pomp und Glamour ihrer Heimat Hollywood scheint fĂŒr diese illustre Truppe ungemein inspirierend zu sein, denn schon hinsichtlich des optischen Erscheinungsbildes paßt die Formation perfekt in dieses Umfeld. Doch wer jetzt "Poser" schreit, oder auch ausschließlich regional typischen Glam/Sleaze Rock erwartet, liegt definitiv falsch, denn schon die Besetzungsliste, die neben dem Mastermind Joseph Michael lediglich aus einem Schlagzeuger, sowie einer Cellistin und einer Violinistin besteht, dĂŒrfte Aufschluß darĂŒber geben, worauf man sich hier einlĂ€ĂŸt.

MIDNIGHT REIGN scheint zwar in erster Linie das "Kind" des Musikers und KĂŒnstlers Joseph Michael sein, der auf »Never Look Back« auch fĂŒr sĂ€mtliche Kompositionen und Texte, sowie fĂŒr den Gesang, die Gitarren und einige weitere Instrumente zustĂ€ndig war, doch an der Umsetzung seiner musikalischen Ideen waren die beiden Damen maßgeblich beteiligt, um dieses Album auch zur Wirkung zu bringen. Als Basis von »Never Look Back« ist zwar eindeutig der glamouröse Rock'n'Roll festzustellen, doch erst durch die unzĂ€hligen klassischen und symphonischen Zutaten können MIDNIGHT REIGN eine ĂŒberaus mĂ€chtige Portion EigenstĂ€ndigkeit an den Tag zu legen. Das eigenwillige GebrĂ€u aus hartem Rock, Glamour, einer gesunden Portion Dreck und der erhabenen Schönheit der klassischen Musik funktioniert in Summe nĂ€mlich vorzĂŒglich und sogar dann, wenn hinsichtlich des Rock-Aspekts eine ordentliche Dosis Moderne hinzugefĂŒgt wird.

Bestes Beispiel dafĂŒr ist der mĂ€chtige Opener â€ș666 (Is My Area Code)â€č, der sich als mĂ€chtiger Ohrwurm entpuppt, was aber auch die einzige Gemeinsamkeit mit den weiteren Tracks darstellt, denn dermaßen "modern" gehen es MIDNIGHT REIGN in Folge nicht mehr an. Im Gegenteil, danach wird mit â€șThe Hollywood Rxâ€č erst einmal die "alte Schule" bedient, denn besagte Nummer ist schlicht und ergreifend als massiver, hart rockender Groover zu betrachten, der unter Beweis stellt, wo die Wurzeln des Herrn Michael dingfest zu machen sind. Recht simpel zwar, aber ungemein effektiv.

Geradezu als Stilbruch muten dann die beiden folgenden Tracks an, auch wenn hier essentielle Elemente des Gesamterscheinungsbildes erst so richtig zur Geltung kommen. â€șBreathe On Me...â€č weiß vor allem durch das klassische Instrumentarium fĂŒr GĂ€nsehaut zu sorgen, auch wenn die AtmosphĂ€re dieser Nummer wohl auch ohne diese durchaus zum Tragen gekommen wĂ€re. Ein wahres Sahneschnittchen von erhabener Eleganz, im Gegensatz zur Ballade â€șThe Mourning After...â€č, bei der die Kitsch-Kiste viel zu weit geöffnet wurde. Schwierig ist es fĂŒr die Formation aber dennoch nicht, sich wieder aus dem Schmalz zu befreien, denn das folgende Epos â€șFar Awayâ€č kredenzt in knapp neuen Minuten Spielzeit ein sehr reichhaltiges Potpourri an unterschiedlichen Zutaten, wobei der Track phasenweise sogar an neuere SAVATAGE, aber auch an THERION denken lĂ€ĂŸt. Ein geradezu klassischer Hard Rocker mit Sleaze-Schlagseite namens â€șXXX (Playground)â€č setzt den Reigen fort, bevor fast schon WHITE ZOMBIE-mĂ€ĂŸiges Material auf dem Programm steht. In â€șKiss The Flamesâ€č schleppt sich die Truppe allerdings eher durch die Spielzeit als zu rocken und kann damit nicht wirklicht imponieren. Genau das schaffen Meister Michael nebst Begleitmannschaft aber sehr wohl mit der symphonisch angelegten Halbballade â€șGoodbyeâ€č, die ich mir durchaus auch bei MTV auf Dauerrotation vorstellen könnte (unter der fiktiven Annahme, es gĂ€be tatsĂ€chlich noch Musik auf diesem Sender...). Das etwas sperrige â€șThe Last Songâ€č bringt dann erneut ein wenig Schatten ins Geschehen, doch dafĂŒr weiß der abschließende Titelsong um so heller zu erstrahlen. Mit diesem zeitgemĂ€ĂŸen, vielschichtigen Rocker, der zudem ein amtlicher Ohrwurm geworden ist, verabschieden sich MIDNIGHT REIGN aus dem Geschehen und hinterlassen in Summe einen sehr positiven Gesamteindruck.

Ungewöhnlich, irgendwie versponnen, dafĂŒr aber sehr originell, so prĂ€sentiert sich diese Truppe auf ihrem Debutalbum und ist deshalb einer breitgefĂ€cherten Zielgruppe zu empfohlen.

http://www.midnightreign.com/

info@midnightreign.com

mit Glamour-Faktor


Walter Scheurer

 
MIDNIGHT REIGN im Überblick:
MIDNIGHT REIGN – Never Look Back (Do It Yourself)
andere Projekte des beteiligten Musikers Joseph Michael:
DESERT DRAGON – News vom 24.03.2016
MIDNIGHT SILHOUETTE – News vom 01.06.2014
MIDNIGHT SILHOUETTE – News vom 17.10.2014
OMERY RISING – News vom 11.04.2015
OMICIDA – News vom 21.09.2014
OMICIDA – News vom 30.03.2015
OMICIDA – News vom 10.08.2015
SANCTUARY (US, WA) – News vom 12.01.2018
SANCTUARY (US, WA) – News vom 22.02.2018
Paul Sternquist – News vom 25.10.2016
WHITE WIZZARD (US) – News vom 01.08.2012
WHITE WIZZARD (US) – News vom 06.10.2013
WHITE WIZZARD (US) – News vom 11.10.2013
WITHERFALL – A Prelude To Sorrow (Rundling)
WITHERFALL – ONLINE EMPIRE 73-Interview
WITHERFALL – News vom 17.10.2014
WITHERFALL – News vom 21.09.2017
andere Projekte des beteiligten Musikers Paul Sternquist:
RISING (US) – News vom 13.05.2009
Paul Sternquist – News vom 25.10.2016
siehe auch: Paul Sternquist verstirbt am 24. MĂ€rz 2020
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