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DRAUGNIM – Northwind's Ire

SPIKEFARM RECORDS/SOULFOOD

Vor fast zehn Jahren startete der finnische Musiker Morior das Unternehmen DRAUGNIM als Soloprojekt. Nachdem er in Chimedra einen Mitstreiter am Mikro finden konnte, wĂ€hrend sich Morior selbst um sĂ€mtliche Saiteninstrumente und das Programming kĂŒmmerte, gaben sich diese beiden Herrschaften dem Songwriting hin, das ihnen offenbar recht hurtig von der Hand ging, denn DRAUGNIM haben in den ersten Jahren ihres Bestehens bereits einige Demos, wenn auch nicht unbedingt in großer Auflage, in Umlauf bringen können. Zwischen 2002 und 2007 war ein klein wenig "Pause" angesagt, nicht zuletzt verursacht durch einen fatalen Wassereinbruch im Proberaum des Chefs. Doch anstelle frustriert das Handtuch zu werfen ging Morior offenbar in sich und prĂ€sentierte seinen Kumpels Chimedra und Turms, der in Folge zum Bassisten der Band werden sollte, neue Songideen, die das Feuer erneut entfachten und DRAUGNIM abermals an den Start gehen ließen.

Im letzten Jahr wurde von den Burschen aus dem finnischen Espoo ein weiteres Demo aufgenommen, produziert von Henri Sorvali (MOONSORROW), der auch fĂŒr das vorliegende Album die Regler bediente. Unter dem "Schwur", es mit diesem Unternehmen nicht weiter zu versuchen, sollte sich nicht annehmbarer Erfolg einstellen, startete Morior seine Intention ein letztes Mal, und siehe da, schon nach kurzer Zeit hatte eines der fĂŒhrenden finnischen Labels die FĂŒhler nach DRAUGNIM ausgestreckt. Die vier Tracks jenes, »Sworn To Waves« betitelten Demos sind logischerweise auch Bestandteil des Debuts geworden, das es in Summe, trotz der augenscheinlich nur spĂ€rlichen Anzahl von sieben Tracks auf mehr als 45 Minuten Spielzeit bringt. Diese kommen in sehr atmosphĂ€rischer Art und Weise aus den Boxen und wissen den Zuhörer in vollem Umfang auf eine sehr packende musikalische Reise mitzunehmen. Wie auch immer man die Musik dieser Band bezeichnen mag, die vorherrschende AtmosphĂ€re wirkt unterkĂŒhlt, aber dennoch ungemein stimmungsvoll. Auf ihrem musikgewordenen Trip lassen die Finnen zwar ihre Inspirationshilfen sehr wohl erkennen, schaffen es aber immerzu, epische Hymnen mit hohem Wiedererkennungswert und reichlich EigenstĂ€ndigkeit zu kredenzen. Auch wenn Henri Sorvali erneut "nur" als Produzent im Studio Platz genommen hat, lassen sich MOONSORROW als Einfluß hier definitiv nicht verleugnen, wenngleich DRAUGNIM weniger brachial aus den Boxen kommen. Beim Eintauchen in die Soundtiefen von DRAUGNIM verspĂŒre ich ein Ă€hnliches GefĂŒhl, wie es PRIMORDIAL bieten, allerdings wirken die Finnen im direkten Vergleich nicht ganz so zugĂ€nglich und weniger aggressiv. Ein Name der bei derlei Sounds, wenn sie in dermaßen intensiver Form dargeboten werden wie es hier der Fall ist, keineswegs fehlen darf, ist definitiv BATHORY. Ich bin sicher, Quorthon wĂ€re sehr erfreut gewesen ĂŒber die Leistung dieser Finnen. Die mitunter pechschwarz anmutende stilĂŒbergreifende Melange lĂ€ĂŸt den Zuhörer jedoch keineswegs in den AbgrĂŒnden der musikalischen Darbietung versinken, feinsĂ€uberlich arrangierte Details verstĂ€rken die Wirkung ihrer Songs noch weiter und werden zu regelrecht hypnotisierenden Epen. Zudem sorgen einige - dezente und keineswegs feuchtfröhliche - folkloristische Passagen nicht nur fĂŒr Abwechslung, sondern kommen in Kombination mit den atmosphĂ€risch dichten Keyboard-KlĂ€ngen sehr erhaben aus den Boxen, wodurch auch die ohnehin schon reichlich vorhandene Epik noch ein wenig intensiviert werden konnten.

In Summe ist »Northwind's Ire« ein wahres Monumentalepos geworden, das vor allem durch seinen Tiefgang besticht und zudem schwer abhÀngig macht.

http://www.draugnim.com/

info@draugnim.com

gut 11


Walter Scheurer

 
DRAUGNIM im Überblick:
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