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KHALLICE – The Journey

MAGNA CARTA/ROUGH TRADE

Obwohl der Name KHALLICE hierzulande noch nahezu gĂ€nzlich unbekannt ist, muß gleich anfangs erwĂ€hnt werden, daß keiner der Musiker dieser Band ein AnfĂ€nger ist und KHALLICE auch nicht mehr zu den Newcomern gezĂ€hlt werden können.

Die Band existiert nĂ€mlich bereits seit mehr als zehn Jahren und startete zunĂ€chst, wie viele andere auch, als Coverband. Im Gegensatz zu zahlreichen ihrer Mitstreitern in der Szene war bei KHALLICE jedoch schon aufgrund der Tatsache, daß man sich bereits in den Anfangstagen an Fremdkompositionen von PINK FLOYD, RUSH oder DEEP PURPLE versuchte, problemlos die weitere stilistische Orientierung festzustellen. Es gibt mit Sicherheit einfachere Songs, als jene von RUSH, die man in jungen Jahren als Musiker versucht nachzuspielen.

Zudem muß festgehalten werden, daß alle fĂŒnf Musiker dieser Band im Hauptberuf als Musiklehrer ihr Geld verdienen. Gitarrist und Bandleader Marcelo Barbosa leitet so nebenbei auch noch das "GTR Guitar and Music Instiute" in Brasilien und ist zudem auch noch ein Kollege der schreibenden Zunft. Bei »The Journey« handelt es sich im Prinzip um eine Zusammenstellung von Eigenkompositionen, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben und unter diesem Titel bereits im Jahre 2003 in Brasilien als CD veröffentlicht wurden, aber erst jetzt ĂŒber die Plattenfirma auch fĂŒr den Rest der Welt ohne Import-Zuschlag zu erstehen sind. Die Musik auf »The Journey« lĂ€ĂŸt sich also als progressiver Metal bezeichnen, wobei die Bedeutung des Wortes "progressiv" hier zum grĂ¶ĂŸten Teil zwar auf frickelig und abgefahren liegt, aber dennoch hinzugefĂŒgt werden muß, daß KHALLICE immerzu als "Band" zu Werke gehen. Vor allem das Zusammenspiel von Marcelo und seinem Bandkumpanen Bruno Wambier an den Tasten braucht internationale Vergleich nicht zu scheuen, ebenso wenig die immerzu auf Groove bedachte Rhythmusabteilung Cesar Zolhof (d) und Michel Marciano (b). Irgendwo zwischen DREAM THEATER und SHADOW GALLERY sollte im Prog-Land auf jeden Fall auch ein hĂŒbsches PlĂ€tzchen fĂŒr die Kompositionen von KHALLICE frei sein.

Neben der technisch hervorragenden und kompositorisch einwandfreien Leistung der Musiker muß man aber auch den Gesang von Alirio Netto gesondert hervorheben. Generell verfĂŒgt der Mann ĂŒber eine erhabene und ausdrucksstarke Stimme, doch Alirio vermag ebenso mit geschrieenen Passagen zu ĂŒberzeugen und schafft es so, den Songs den benötigten Ausdruck zu verleihen. Nicht zuletzt dadurch stechen KHALLICE auch aus dem Großteil der Veröffentlichungen im Prog Metal hervor, denn einen "Schreihals" haben in diesem Genre wahrlich nur sehr wenige Bands im Line-up. Auch wenn es nicht unbedingt ein einfaches Unterfangen ist, KHALLICE bei ihrem musikalischen Vortrag zu lauschen, schaffen es die Brasilianer spielerisch, den Fan durch ihre sehr abwechslungsreich gestalteten Tracks zum Verharren vor den Boxen zu verdammen, um sich »The Journey« am StĂŒck anzuhören. Lediglich das Mysterium rund um den Bonustrack blieb mir verborgen. WĂ€hrend auf der CD ein Song namens â€șStuckâ€č als solcher genannt ist, wird auf der Website der Band â€șMadman Lullabyâ€č als Bonustrack erwĂ€hnt, welcher wiederum im Infozettelchen als elfter und fĂŒr den Fan ĂŒber die Website zu beziehender Song genannt wird. Na, wie jetzt, was jetzt?

Wie auch immer, »The Journey« hat auf jeden Fall alles zu bieten, was des Proggies Herz begehrt!

http://www.khallice.com.br/

beeindruckend 12


Walter Scheurer

 
KHALLICE im Überblick:
KHALLICE – The Journey (Rundling)
andere Projekte des beteiligten Musikers Marcelo Barbosa:
ALMAH – Fragile Equality (Rundling)
ALMAH – News vom 06.09.2007
ALMAH – News vom 14.03.2008
ALMAH – News vom 07.04.2012
ALMAH – News vom 17.04.2012
ALMAH – News vom 25.05.2012
ALMAH – News vom 03.02.2013
ANGRA – Ømni (Rundling)
ANGRA – News vom 23.09.2015
REC/ALL – News vom 17.04.2017
andere Projekte des beteiligten Musikers Cezar Zolhof:
HARLLEQUIN – News vom 08.01.2007
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