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MARBIN

Shreddin' At Sweetwater

(10-Song-Digital-Release: 10,- US-Dollar)

Eigentlich befand sich die Band in den ersten Monaten des letzten Jahres auf ausgedehnter US-Tournee, und wollte diese einfach nur zu Ende spielen. Doch auch MARBIN waren COVID-19-bedingt abrupt zur Untätigkeit gezwungen. Anstelle der gut 250 Gigs, die man üblicherweise pro Jahr spielt, reichte es 2020 daher nur zu mageren 27. Jene, an sich mit 40 Konzerten angesetzte Gastspielreise, die ihr jähes Ende in South Carolina fand, stellt zudem auch die letzte Live-Aktivität von MARBIN überhaupt dar.

Denn unmittelbar im Anschluß an den Tourstopp gab es für acht Monate nicht einmal die Chance, gemeinsam zu proben. Als es schließlich doch wieder soweit war, und man zumindest zusammen ein Studio entern durfte, buchten MARBIN kurzfristig das "Sweetwater Studio" in Fort Wayne, Indiana, um dort ein improvisiertes Livekonzert mitzuschneiden. Da es wohl auch schnell gehen mußte, nahmen sich Danny Markovitch (Saxophon), Dani Rabin (Gitarre), Jon Nadel (Baß) und Drummer Everette Benton Jr. zehn Exponate ihres Schaffens erneut zur Brust, und verewigten die während der Tage im Studio entstandenen Neufassungen ohne großartige Nachbearbeitung auf Tonträger.

Die Herren scheinen sich dabei so richtig ausgetobt zu haben, denn trotz der an sich eher unauffälligen Instrumentierung, verstehen sie es blendend, sich querbeet durch unterschiedliche Genres zu "ackern". So gibt man sich im eröffnenden ›Messy Mark‹ noch eher dem Jazz in Reinkultur hin, doch schon im anschließenden ›Whiskey Chaser‹ sind erstmals auch Klezmer-Klänge heraushören. Die gibt es in weiterer Folge immer wieder und überhaupt changiert die Formation nahezu permanent zwischen unzähligen Genres. Vom eleganten Jazz geht es gerne mal hin zum Blues (›The Way To Riches‹), mitunter aber auch zum Funk, wie etwa im locker-flockig tänzelnden ›Escape From Hippie Mountain‹.

Doch auch Progressive Rock in abgefahrener Manier gibt es zu vernehmen, allen voran im atmosphärisch angelegten ›Electric Zombieland‹. Die Kunst, dabei den "roten Faden" nicht zu verlieren, beherrscht das Quartett offenbar locker. Schließlich klingen die Nummern allesamt - und seien sie auch noch so abgefahren - in sich stimmig.

Dennoch fällt bei all der Stilvielfalt auf, daß die Gitarre von Dani Rabin das Geschehen dominiert. Dadurch werden MARBIN nicht nur dem Titel dieser Scheibe absolut gerecht, der gute Mann, der die Saiten durchaus auch mal in Manier knallharter Thrash Metal-Sixstringer zum Glühen bringt, sollte durch sein Spiel auch bei bislang ausschließlich dem Rock zugewandten Musikliebhabern auf offene Ohren stoßen.

http://www.marbinmusic.com/

von Klezmer bis Thrash Metal


Walter Scheurer

 
MARBIN im Überblick:
MARBIN – Fernweh (Do It Yourself-Review von 2021 aus Online Empire 87)
MARBIN – Shreddin' At Sweetwater (Do It Yourself-Review von 2021 aus Online Empire 88)
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