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VINTUNDRA

Urnacht

(4-Song-CD-R: € 3,-)

Schon gewußt? Es gibt eindeutige Beweise dafĂŒr, daß sich die Wikinger auch im Saarland niedergelassen haben. Zwar sind nach wie vor keinerlei Hinweise auf "Erik den Roten" entdeckt worden, sehr wohl aber welche auf Johann Hegg und seine Mannschaft. Die aus jener Ecke stammenden VINTUNDRA haben sich nĂ€mlich dem Viking Death Metal verschrieben und kredenzen diesen der AuthentizitĂ€t halber auch in schwedischer Sprache. Allerdings nur zum Teil, da man sich auch der Muttersprache bedient, um die Texte an den Zuhörer zu vermitteln. Interessant, wie auch ideenreich dieser Ansatz, Ă€hnliches lĂ€ĂŸt sich aber auch fĂŒr die Musik des Quartetts feststellen, denn man agiert im Verlauf der Spielzeit weit abwechslungsreicher als bloß im Windschatten des skandinavischen Flaggschiffs AMON AMARTH, auch wenn man sich doch an deren Urgewalt zu orientieren scheint.

Zwar kommen auch in den weniger mĂ€chtigen Passagen vorwiegend EinflĂŒsse jener Region zum Vorschein, doch der Göteborg-Anteil hĂ€lt sich in Grenzen und kommt lediglich hinsichtlich des Ohrwurmfaktors zum Tragen. Überaus positiv fĂ€llt auf, daß sich die vier Jungs keineswegs davor scheuen, sĂ€mtliche Ideen zu einzelnen Songs auch in diesen unterzubringen. Daher klingt selbst der ĂŒberraschend lange Opener â€șDas Heulen der DĂ€monen ĂŒber der WĂŒste von Thuleâ€č keineswegs langatmig, sondern weiß, durch AtmosphĂ€re ebenso zu ĂŒberzeugen wie durch sein bretthartes heftiges Fundament. Zwar lĂ€ĂŸt dieser Titel - wie auch jener des Abschlußtracks, der da lautet: â€șDie wiederkehrenden Geister der ehrlosen Toten am Fuße des Berges der MorgendĂ€mmerungâ€č - schlimmsten Kitsch erwarten, doch auch diesbezĂŒglich erweisen sich VINTUNDRA als ĂŒberaus sattelfest und vermeiden jeglichen Griff in die Kitsch-Kiste. Allerdings muß diesbezĂŒglich doch auch erwĂ€hnt werden, daß SĂ€nger Kevin zumeist "stimmlichen Abgrund" zum besten gibt und es generell schwerfĂ€llt seinen Worten zu folgen. Doch das ist nicht durchgehend so, und von daher lĂ€ĂŸt sich die textmĂ€ĂŸige Kitschfreiheit sehr wohl eruieren. DiesbezĂŒglich fallen mir als Vergleich am ehesten die Magdeburger ABROGATION ein, deren heftiger Death Metal ja auch in Deutsch gesungen gut zur Wirkung kommt.

Abschließend sei auch noch darauf hingewiesen, daß man sich weder an etwaigem Pagan-Kram, noch an jeglichen Folklore-Zutaten versucht, sondern - trotz zahlreicher AusflĂŒge in Richtung atmosphĂ€rischen Anspruchs - schlicht und ergreifend den Death Metal in griffiger Version hochhĂ€lt. Ein netter Vier-Tracker in Summe, der Lust auf mehr macht!

http://myspace.com/vintundra

Wikingerfunde im Saarland


Walter Scheurer

 
VINTUNDRA im Überblick:
VINTUNDRA – Urnacht (Do It Yourself)
© 1989-2019 Underground Empire



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