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  UE-Home → History → Online Empire 74 → Editorial last update: 04.11.2018, 00:42:39  

Falsch mitten in der Gesellschaft?

Malcolm Young packt es in die Nachrichten bei Bayern 3! Unglaublich, aber wahr! Meinereiner durfte es n√§mlich neulich live am Radio miterleben. Leider war es freilich nur mit der Meldung seines Todes, aber auch damit wird letzten Endes der Stellenwert des Lebenswerk des betreffenden K√ľnstlers gew√ľrdigt. Doch nicht nur in den "Mainstream-Nachrichten" am Radio war diese Nachricht zu h√∂ren, auch die heilige Tagesschau berichtete vom Tod des AC/DC-Rhythmusgitarristen, und der Beitrag wanderte sogar in die Mediathek. Da wirkt es fast nur wie eine Fu√ünote, da√ü Malcolm auch beim Spiegel einen Nachruf erhielt, was eigentlich bei vielen relevanten Rockmusikern passiert.

Wir haben es hier also quasi mit der Fortsetzung des Editorials aus der letzten Ausgabe zu tun - was wir ja auch mit der nahezu deckungsgleichen Überschrift respektive Anrede andeuten wollen. Was aber macht dieses Extrawörtchen an eben jener Stelle?

Ganz einfach: Zugleich verdeutlicht die Bayern 3-Nachricht, da√ü die zust√§ndigen Leute eben doch nicht so viel von unserer Subkultur verstehen, denn der Nachrichtensprecher proklamierte im Brustton der √úberzeugung, da√ü Malcolm zusammen mit seinem Bruder Angus AC/DC im Jahr 1943 gegr√ľndet habe. Nun ja, Malcolm Young wurde 1953 geboren, AC/DC 1973 gegr√ľndet. Doch auch bei v√∂lliger Unkenntnis dieser Fakten h√§tte der zust√§ndige Redakteur nur bei einer groben √úberschlagsrechnung merken m√ľssen, da√ü diese Jahreszahl nicht stimmen kann. Schlie√ülich wurde in der gleichen Meldung gesagt, da√ü Malcolm 64 Jahre alt geworden sei.

Immerhin stimmten bei der Tagesschau-Nachricht dann die Fakten, wie Ihr Euch hier √ľberzeugen k√∂nnt, w√§hrend die deutlich zeitnaher gesendete Bayern 3-Meldung wohl mit etwas hei√üerer Nadel gestrickt werden mu√üte.

Wie auch immer - diese Tatsache verdeutlicht allerdings quasi symbolhaft, daß die harten Klänge zwar mitten in der Gesellschaft angekommen sind, aber dennoch fehlt dem Establishment das nachhaltige Verständnis von dieser, unserer Welt.

Oder man k√∂nnte es so interpretieren, da√ü jenen Zeitgenossen, die sich von wilden und lauten Kl√§ngen ern√§hren, einfach alles m√∂glich ist. N√§mlich nicht nur freier zu leben als die meisten anderen, sondern sogar den Lauf der Zeit zu ver√§ndern - und somit zehn Jahre vor seiner Geburt schon eine Band zu gr√ľnden. Oder anders gesagt: Rock und Metal bef√§higt uns, im Leben alles zu schaffen!

Das sollten wir immer beherzigen und halten es zum Abschluß mit der "Rocky Horror Picture Show":

Let's do the time-warp again!

Stefan Glas

P.S.: Christophe Vacher ist der Sch√∂pfer unseres aktuellen Covers. Er hat bisher zwar noch kaum als Coverk√ľnstler von Bands gearbeitet, sondern lediglich f√ľr die New Yorker Combo VLE und die bulgarische Band DARKFLIGHT gearbeitet, aber er hat schon viele Buch- und Magazincover geschaffen. Der Schwerpunkt seiner Arbeit ist allerdings im Bereich Film zu suchen, wo er schon f√ľr Disney, Dreamworks oder Universal Studios gearbeitet hat und an Filmen wie "Transformers" oder "Tarzan" beteiligt war. Auf seiner Homepage kann man einen guten Eindruck vom Schaffen Christophes gewinnen. Dort kann man auch sein Buch "Shadows and Dreams: The Art of Christophe Vacher, Volume 1" oder Prints seiner Werke erstehen.

 
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