UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
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”UNDERGROUND EMPIRE 1”-Datasheet

Contents:  LETHAL (US)-Interview

Date:  1988/'89 (created), 23.09.1999 (revisited), 20.02.2015 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 1

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue sold out! Several later issues still available; find details here!

Comment:

Sie waren die Sensation, der Newcomertip schlechthin. Bei ihrem Demo ┬╗The Arrival┬ź schien alles perfekt zu sein: Cover, Musik, Texte, Sound. Lediglich das kleine Problemchen der "QUEENSRYCHE-Verwandtschaft" tr├╝bte das makellose Bild - und sollte der Band wie ein Fluch anhaften: Zun├Ąchst erschien das Debut ┬╗Programmed┬ź erst 1990 - vier Jahre nach dem Demorelease - als die Konkurrenz, die zeitgleich gestartet war, schon an Album Nummer 2 oder 3 feilte - eindeutig zu sp├Ąt. Als LETHAL anschlie├čend probierten, ihren Stil zu modernisieren konnten sie mit dem neuen Sound nicht mehr ├╝berzeugen. So gelangen ihnen nie wieder Leistungen, die an ┬╗The Arrival┬ź bzw. ┬╗Programmed┬ź heranreichten.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

LETHAL (US)-Logo

LETHAL (US)-Headline

LETHAL (US)-Bandphoto 1

Schon rein optisch machte ihr Demo ┬╗The Arrival┬ź Appetit. Noch erfreulicher war es dann, festzustellen, da├č die Musik der Aufmachung locker standh├Ąlt. Die Band pr├Ąsentiert supermelodischen Heavy Metal in plattenreifer Qualit├Ąt. Da die Mitglieder in dieser Redaktion f├╝r solchen immer zu haben sind, quetschte Ralf die t├Âdlichen Jungs etwas aus. Hier sein Cocktail:

Was sind die wichtigsten Daten in der bisherigen Geschichte von LETHAL?

Eric Cook: Mein Bruder und ich gr├╝ndeten die Band 1982. Seit damals hatten wir zwei Gitarristen, zwei S├Ąnger und zwei Drummer. Unser momentanes Line-up wurde vollst├Ąndig als Jerry Hartman letzten Dezember als Schlagzeuger zu uns stie├č. Der Rest der Band sind Tom Mallicoat (v), Dell Hull (g), Glen Cook (b) und ich selbst ebenfalls an der Gitarre.

Wie lange habt Ihr gebraucht, um ┬╗The Arrival┬ź aufzunehmen und welche Erfahrungen habt Ihr im Studio gemacht?

Glen Cook: ┬╗The Arrival┬ź wurde in einer Zeitspanne von etwa neun oder zehn Monaten aufgenommen, aber wir waren nur etwa 35 bis 50 Stunden im Studio. Da wir alles selbst finanziert haben, reichte das Geld meist nur f├╝r sieben oder acht Stunden im Studio und dann mu├čten wir wiederum eine Zeitlang sparen, um uns wieder einige Stunden leisten zu k├Ânnen. Im Studio aufzunehmen macht immer gro├čen Spa├č. Wir waren schon vor ┬╗The Arrival┬ź ein paar Mal in verschiedenen Studios und haben ein oder zwei Songs aufgenommen einfach um etwas Erfahrung zu sammeln, aber wir waren jedes Mal wild darauf, erneut ins Studio zu gehen, weil wir dabei jedesmal viel lernen und neue Ideen bekommen.

Was f├╝r ein Gef├╝hl war es, beim ersten Gig vor 1.200 Leuten zu spielen?

Dell Hull: Unsere erste und bislang einzige Show spielten wir letzten November in Cincinnati, Ohio. Wenn man bedenkt, da├č es unser erster Gig war, lief eigentlich alles ziemlich glatt. Wir promoteten die Show so stark wie wir konnten, und hofften m├Âglichst viele Leute anzuziehen. Daher waren wir dann ziemlich aufgeregt, als wir feststellten, da├č sie ausverkauft war. Es war super mit unserer gesamten B├╝hnenshow vor so einem gro├čen Publikum zu spielen, obwohl wir doch alle etwas nerv├Âs waren.

Ihr habt ja einige Angebote von Plattenfirmen. Was hat sich da in letzter Zeit getan?

Dell Hull: Wir hoffen, da├č wir bald einen Vertrag unterzeichnen werden. Wir haben mit etlichen Plattenfirmen gesprochen und versuchten, einen Vertrag auszuhandeln, der unseren Vorstellungen entspricht. In welches Studio wir f├╝r die Aufnahmen gehen werden, h├Ąngt zu einem gro├čen Teil von der Plattenfirma ab, bei der wir unterschreiben werden, aber wir sind schon dabei einige Studios abzuchecken. Ebenso unklar ist auch noch wer der Produzent sein wird. Wir haben ┬╗The Arrival┬ź selbst produziert, aber diesesmal w├╝rden wir gern mit jemandem arbeiten, der auf diesem Gebiet etwas mehr Erfahrung hat und auch schon mit anderen Metalbands zusammengearbeitet hat.

Welche neuen Songs habt Ihr seit den ┬╗The Arrival┬ź-Tracks geschrieben?

Tom Malicoat: Wir sind sehr aufgeregt ├╝ber die neuen Songs und k├Ânnen es kaum erwarten sie aufzunehmen. Sie zeigen viele Seiten von LETHAL, die vielleicht auf dem Demo nicht so deutlich geworden sind. Wir haben den Texten sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt, da diese Aussagen die Haltung der Band reflektieren, wobei wir uns nicht f├╝rchten, ernste Probleme unserer Zeit anzusprechen. Ich glaube jeder, der das Demo gemocht hat, wird die neuen Songs um so mehr m├Âgen.

Die Texte scheinen Euch somit sehr wichtig zu sein. Wer schreibt sie, und wer ist f├╝r die Musik zust├Ąndig?

Tom Malicoat: Die Texte sind uns wirklich sehr wichtig. Nachdem jemand einen Song als Ganzes geh├Ârt hat, wird er anfangen, den Song in kleine St├╝cke zu zerlegen: Ba├č, Gitarren, Drums, etc. und eben auch Texte. Jeder dieser Parts mu├č ansprechend sein, um einen Song gut werden zu lassen und was wir auszusagen haben, ist uns ganz zweifelsohne ├Ąu├čerst wichtig. Ich selbst schreibe die Texte, w├Ąhrend die Musik mehr oder weniger durch eine Verschmelzung verschiedenster Ideen von jedem aus der Band entsteht.

H├Ârt Ihr gerne Speed, Thrash oder Hardcore?

Glen Cook: Ich h├Âre die sogenannten "Thrashbands" nicht so oft, obwohl ich METALLICA oder ANTHRAX sehr mag. Ebenso gefallen mir einige Songs von MEGADETH und SAVATAGE sehr.

Was sind Euere Lieblingsbands und was Euere Haupteinfl├╝sse?

Glen Cook: Ich h├Âre so ziemlich alles, aber meine Lieblingsbands sind IRON MAIDEN und QUEENSR┼ŞCHE. Die Einfl├╝sse betreffend, w├╝rde ich Randy Rhoads und Steve Harris als die wichtigsten bezeichnen.

Dell Hull: Ich h├Âre mir alle Musikstile und so viele verschiedene Bands an, da├č es schwer ist zu sagen, was meine Faves sind. Meine Haupteinfl├╝sse sind Bands wie THE BEATLES, LED ZEPPELIN and IRON MAIDEN und in Bezug auf das Gitarrenspielen Jimi Hendrix, Randy Rhoads, und Yngwie Malmsteen, aber ich h├Âre mir jeden, der mit Feeling spielt, gerne an.

Tom Malicoat: Meine Lieblingsbands sind zur Zeit MARILLION, U2, QUEENSR┼ŞCHE und METALLICA. Gesanglich gesehen ist mein gr├Â├čter Einflu├č Bruce Dickinson. Als ich anfing zu singen, war er f├╝r mich so etwas wie ein Gott. Auch die Art wie Rob Halford auf ┬╗Sad Wings of Destiny┬ź und ┬╗Sin After Sin┬ź gesungen hat, hat mich stark beeinflu├čt.

Jerry Hartman: Ich mag THE GRATEFUL DEAD, ANTHRAX, QUEENSR┼ŞCHE und IRON MAIDEN. Weil ich Musiker bin, h├Âre ich mir alle Arten von Musik an. Meine Haupteinfl├╝sse sind Buddy Rich, Neil Peart und John Bonham.

Eric Cook: Mir gefallen RUSH und JUDAS PRIEST und eigentlich jede Art von Musik. Meine wichtigsten Einfl├╝sse sind George Lynch und Yngwie Malmsteen.

Was denkt Ihr ├╝ber Bands wie M├ľTLEY CR├ťE, POISON oder FASTER PUSSYCAT? In Europa gibt es einen Kampf zwischen "Posern" und "Thrashern". Was haltet Ihr davon?

Glen Cook: Obwohl ich mir keine Platten von ihnen kaufe, finde ich Bands wie M├ľTLEY CR├ťE oder POISON unterhaltend - besonders ihre Videos (ÔÇ║Girls, Girls, GirlsÔÇ╣). F├╝r die Rivalit├Ąt zwischen "Thrashern" und "Posern" sehe ich keinen logischen Grund. Ich kann verstehen, wenn jemand, der zum Beispiel QUEENSR┼ŞCHE sehr mag, frustriert ist, weil er sieht, da├č es so scheint, als w├╝rden sie niemals die Publicity erhalten, die sie verdienen, w├Ąhrend eine Band wie POISON direkt an die Spitze marschiert. Es ist aber nicht gut, dar├╝ber zu diskutieren, wer der Beste ist, wir sollten vielmehr lernen, alle Arten von Musik zu tolerieren.

Erz├Ąhl uns bitte etwas ├╝ber die Kentucky/Cincinnati-Gegend. Gibt es viele neue Bands dort?

Dell Hull: Unsere Gegend ist sehr konservativ, und daher gibt es kaum Pl├Ątze, an denen Heavy Metal Bands spielen k├Ânnen. Die meisten Bands, die bei uns auftreten, kommen von anderen St├Ądten und spielen meist Coverversionen. Es gibt einige wenige junge Bands, die nicht in den Clubs spielen und ihre eigenen St├╝cke komponieren. Ebenso haben wir einige gute Musiker hier.

Glaubt Ihr, da├č LETHAL ├Ąhnlich wie QUEENSR┼ŞCHE klingen?

Eric Cook: Ich kann irgendwo schon verstehen, da├č die Leute uns mit QUEENSR┼ŞCHE vergleichen. Erstens einmal ist es inzwischen ├╝blich, alle neuen Bands mit anderen zu vergleichen und zweitens als QUEENSR┼ŞCHE zum ersten Mal auftauchten, sagte ich zu meinem Bruder, "Wow, die klingen fast so wie wir!" Obwohl QUEENSR┼ŞCHE uns beeinflu├čt haben, besitzen wir unseren eigenen Sound, und ich glaube je mehr sich die Leute uns anh├Âren, um so weniger werden sie uns mit ihnen vergleichen.

Was wi├čt Ihr ├╝ber Deutschland?

Dell Hull: In unseren Augen scheint Deutschland ein sehr interessantes und aufregendes Fleckchen Erde zu sein und wir k├Ânnen es kaum erwarteten, es einmal zu besuchen. In und um Cincinnati gibt es viele Einwanderer aus Deutschland. Unsere Nachbarn stammen sogar aus Deutschland und daher haben wir schon viele interessante Stories ├╝ber Land und Leute geh├Ârt.

Jerry Hartmann: Es bestehen zwar keine definitiven Pl├Ąne, aber wenn sich die M├Âglichkeit ergeben sollte, w├Ąren wir froh nach Deutschland kommen zu k├Ânnen, um dort zu spielen, besonders weil wir von Euch sehr viel Fanpost und gro├če Unterst├╝tzung durch die Fanzines erhalten.

Wie denken Dell und Eric ├╝ber die sogenannten neuen Gitarreng├Âtter wie Paul Gilbert, Tony MacAlpine oder Joey Tafola?

Dell Hull: Ich habe Joey Tafolla bislang noch nicht geh├Ârt, aber ich denke, da├č Paul Gilbert und Tony Macalpine Ausnahmespieler sind, von denen man viel lernen kann.

Euer Demo wurde in dem Studio aufgenommen, in dem auch schon David Chastain gearbeitet hat. Hattet Ihr Kontakt zu ihm?

Dell Hull: Die Tatsache, da├č wir im gleichen Studio waren wie David Chastain ist blo├čer Zufall. Wir nahmen einige Songs in einem anderen Studio in der Stadt auf - vor unseren Arbeiten an ┬╗The Arrival┬ź - und wir waren schlie├člich nicht so zufrieden damit, da der Sound und das Equipment in diesem Studio nicht so gut waren. Daher haben wir uns dann noch einige andere Studios in der Stadt angesehen und uns dann f├╝r das nach unserer Meinung beste entschieden. Es stellte sich dann heraus, da├č es wirklich das beste in Cincinnati war und da├č David Chastain dort arbeitete. Er kommt auch aus Cincinnati und daher haben wir ihn und seine Band des├Âfteren gesehen und auch mit ihnen gesprochen. Er hat uns sogar gefragt, ob wir mit ihm auf seinem Label, Leviathan, arbeiten wollten.

Arbeitet Ihr noch oder widmet Ihr Euch 24 Stunden am Tag LETHAL?

Glen Cook: Obwohl momentan alles sehr gut l├Ąuft und wir mit einige Plattenfirmen verhandeln, arbeiten wir immer noch, um uns besseres Equipment kaufen zu k├Ânnen, etc.

Und sonst...

Dell Hull: Wir hoffen, da├č Euere Leser sich f├╝r uns und unsere Musik interessieren. Haltet die Augen offen nach unserer Platte, die hoffentlich Ende des Jahres erscheinen wird. Wir w├Ąren froh, wenn uns jemand schreiben w├╝rde.

Vorbereitung & Interview:
Ralf Henn

Bearbeitung:
Stefan Glas

LETHAL (US) im ├ťberblick:
LETHAL (US) – Poison Seed (Rundling)
LETHAL (US) – UNDERGROUND EMPIRE 1-Interview
LETHAL (US) – ONLINE EMPIRE 31-"Living Underground"-Artikel
LETHAL (US) – ONLINE EMPIRE 32-"Living Underground"-Artikel
LETHAL (US) – News vom 04.03.2016
Playlist: LETHAL (US)-Album »Programmed« in "Jahrescharts Metal Hammer 1990" auf Platz 9 von Stefan Glas
Playlist: LETHAL (US)-Liveshow Lauda-K├Ânigshofen, "Keep It True"-Festival 14.04.2007 in "Jahrescharts 2007" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: LETHAL (US)-Liveshow Lauda-K├Ânigshofen, "Keep It True"-Festival 26.04.2014 in "Jahrescharts 2014" auf Platz 2 von Stefan Glas
andere Projekte des LETHAL (US)-Musikers Eric Cook:
siehe auch: Eric Cook verstirbt am 23. August 2012
andere Projekte des beteiligten Musikers Glen Cook:
OPEN BURN – News vom 28.12.2016
andere Projekte des beteiligten Musikers Jerry Hartman:
OPEN BURN – News vom 28.12.2016
SALEM (US, OH) – News vom 25.11.2008
andere Projekte des beteiligten Musikers Dell Hull:
OPEN BURN – News vom 28.12.2016
andere Projekte des beteiligten Musikers Thomas Edward "Tom" Mallicoat:
HEIR APPARENT – News vom 13.08.2003
KILLING RABIES – News vom 03.06.2013
┬ę 1989-2020 Underground Empire


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