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GHOST MACHINERY-Headline

Am Anfang war ein Song mit dem Titel ›Temples Of Gold‹. Nein, hier ist nicht von VICTORY die Rede, sondern von einer finnischen Kollaboration namens GHOST MACHINERY. Besagter Song wurde von einem gewissen Pete Ahonen geschrieben, war aber zum Zeitpunkt seines Entstehens für Petes Band­kollegen von BURNING POINT nicht wirklich brauchbar. Da BURING POINT damals bereits ausreichend packende Nummern für ihr Album »Feeding The Flames« beisammen hatten, wollte Pete einigen Kumpels ›Temples Of Gold‹ überlassen, doch es bestand kein Bedarf. Pete wollte diesen Song aber auf keinen Fall verkümmern lassen und da nach der Veröffentlichung von »Feeding The Flames« bei BURNING POINT ohnehin nicht viel am Laufen war, kontaktierte er die beiden WILDCARD-Musiker Tapsa Pelkonen (b) und Jussi Ontero (d, k, in der Zwischenzeit auch bei BURNING POINT mit an Bord) um gegen Ende des Jahres 2002 GHOST MACHINERY aus der Taufe zu heben. Nach einigen Proben kam man zum Entschluß, eine ernstzunehmende Sache daraus zu machen. Neben zwei neuen Songs wurde auch ›Temples Of Gold‹ in überarbeiteter Form endlich aufgenommen und landete auf dem 3-Track-Demo »Ghosts In The Castle«. Der übliche Versuch, einen Deal zu ergattern, konnte sehr schnell positiv abgeschlossen werden, denn schon kurze Zeit später hatten GHOST MACHINERY bei SOUND RIOT RECORDS unterschrieben. Letztes Jahr erschien als erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit »Haunting Remains«. Die darauf verewigten 13 Songs setzen sich aus jenen vom Demo, neun neuen Eigenkompositionen und einer Coverversion von Gary Moores ›Out In The Fields‹ zusammen.
Trotz manch eher kritischer Pressestimmen läßt sich Pete keineswegs davon abhalten, fortan zweigleisig unterwegs zu sein, weitere Details zu GHOST MA­CHI­NE­RY sind seinen Worten zu entnehmen:

GHOST MACHINERY-Bandphoto 1

Die Frage mag nerven, dennoch muß gleich zu Beginn festgehalten werden, ob es sich bei GHOST MACHINERY um eine Band oder doch nur um ein "Projekt" handelt?

GHOST MACHINERY sind definitiv eine Band! Ich werde von jetzt an eben in zwei Bands spielen. Alle Pläne werden sich so koordinieren lassen, daß es zu keinen Terminkollisionen kommen wird. Ich habe derart viel Herzblut in die Sache investiert, daß ich keinen Grund darin sehe, die Sache nur als Projekt zu behandeln.

Ist klar. Die Entstehung dieser Band haben wir ausschließlich der Tatsache zu verdanken, daß bei BURNING POINT kein "Platz" mehr für ›Temples Of Gold‹ war, oder war noch etwas?

Na ja, so hat die Sache zwar angefangen, aber das war längst nicht alles. Im Endeffekt gab es mehrere Songs, die nicht zu BURNING POINT gepaßt hätten. Da ich aber überzeugt davon war, daß es diese Stücke wert waren, aufgenommen zu werden, gab es kaum brauchbare Alternativen, als eine neue Band ins Leben zu rufen.

Auf den Fortbestand von BURNING POINT und WILDCARD wird die Gründung von GHOST MACHINERY aber keinen Einfluß haben, oder?

Nein, überhaupt nicht. Tapsa und Jussi sind es quasi gewohnt, auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Da keine unserer Bands besonders groß im Geschäft ist, wird es vorerst zumindest auch dabei bleiben. WILDCARD haben erst vor kurzer Zeit ein neues Demo aufgenommen und was BURNING POINT betrifft, kann ich schon verraten, daß es nicht mehr allzu lange dauern wird, bis unser drittes Album, das »Burned Down The Enemy« heißen wird, fertig ist.

Klingt nach reichlich Arbeit. Aber viel Arbeit hast Du ja auch schon in »Haunting Remains« investiert. Auffällig an der Scheibe ist die breitgefächerte Mischung an musikalischen Einflüssen. Entspricht das Deinen Vorlieben?

Ja, ich wollte ein möglichst breites Spektrum an musikalischer Abwechslung bieten. Du findest schnelle Songs ebenso wie epische Passage oder melodiöse, eingängige Refrains. Es geht mir nicht unbedingt darum, eine bestimmte Fanschicht zu bedienen, sondern eher Fans unterschiedlicher Stile ansprechen. Es geht mir selbst ja auch so, daß ich zwar meine Vorlieben habe, mich allerdings je nach Stimmung für ein bestimmtes Album entscheide. Meine Wurzeln liegen eindeutig in den 80er Jahren, aber zu meinen Favoriten zählen IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST genauso wie TOTO, FOREIGNER, EUROPE oder BON JOVI. Zudem muß ich gestehen, ein Riesenfan von Yngwie Malmsteen zu sein. Yngwie rules!!! An neueren Sachen gibt es auch viele richtig geile Bands, ich denke nur an EDGUY, NOCTURNAL RITES oder AT VANCE.

Die Vorliebe für die genannten Bands hört man Euch zum Teil an. Die Texte scheinen in keinem direkten Zusammenhang zu stehen, sondern eher in Richtung "G'schichterln" zu gehen, oder habe ich mich verhört?

Die Texte handeln je nach Song von wahren Begebenheiten oder entstammen meiner Phantasie. Ich denke, mir ist eine ausgewogene Mischung aus realen und fiktiven Texten gelungen. Allerdings entsteht zumeist ein Song zuerst, zu dem ich dann einen passenden Text hinzufüge. Abhängig ist dabei nicht nur die Grundstimmung der Nummer an sich, auch etwaige Melodiebögen müssen berücksichtigt werden.

GHOST MACHINERY-Bandphoto 2

Sehr gelungen sind das Cover und das Artwork. Besteht eigentlich ein Zusammenhang zwischen dem Cover, dem Albumtitel oder einem einzelnen Song?

Nein, es gibt keinerlei Zusammenhang. Als ich das Motiv zum ersten Mal sah, war ich aber auf Anhieb begeistert. Mattias Noren hat wieder einmal einen perfekten Job abgeliefert, aber Qualität ist man von diesem Herrn gewöhnt. Er hat es geschafft, die Stimmung der Scheibe perfekt umzusetzen. Nicht umsonst hat er ja auch schon für EVERGREY oder Derek Sherinian gearbeitet. Für das Layout war Chrille Andersson verantwortlich und auch diesbezüglich gab es keinen Grund zu lästern.

Um auf die Stimmung des Albums zurückzukommen, fällt mir auf, daß GHOST MACHINERY sehr "unfinnisch" klingen.

Was soll ich sagen? Ich liebe das Leben an sich zu sehr, als daß ich darüber singen möchte, wie es wäre, wenn ein Strick um meinen Hals geknüpft wäre. [lacht] Unsere Texte handeln aber nicht immer nur von den schönen Seiten des Lebens. Wahrscheinlich bin ich aber einfach nur zu wenig melancholisch veranlagt, um ein "finnisches" Album aufzunehmen. [lacht]

Interessant. Im Moment kommen wohl nahezu wöchentlich junge hungrige Bands aus Finnland mit neuen Alben aus dem Quark, die reichlich Melancholie versprühen. Gibt es einen Grund weshalb gerade Formationen Eurer Heimat zur Zeit so angesagt sind?

Ich glaube, daß sich die Szene hier bei uns in den letzten Jahren enorm verbessert hat. Gerade bei Euch in Mitteleuropa weiß man die Qualität finnischer Musiker zu schätzen. Es kam ja nicht von heute auf morgen, daß wir Finnen unsere Instrumente erlernt haben. Einige wenige Bands mußten vor ein paar Jahren den Weg ebnen und nun können junge, hungrige Formationen den Erfolg einheimsen, weil Metal aus Finnland zu einem Qualitätsmerkmal geworden ist.

Qualität erhoffen wir uns auch von Dir und Deinen Bands. Auf Silberling klappt das ja schon ganz gut, wie aber sieht es denn mit Aktivitäten auf den Bühne dieser Welt aus?

Im Moment kommen wir zwar über unsere Grenzen nicht hinaus, aber vielleicht schaffen wir es eines Tages auch zu Euch. Was Tourneen betrifft, haben wir nichts geplant, allerdings wäre es auch ein ungünstiger Zeitpunkt, da mich sowohl das dritte BURNING POINT-Album, als auch ein weiteres GHOST MACHINERY-Werk zur Zeit vollständig vereinnahmen.

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ghost@ghostmachinery.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

GHOST MACHINERY im Überblick:
GHOST MACHINERY – Evil Undertow (Rundling-Review von 2015)
GHOST MACHINERY – Haunting Remains (Rundling-Review von 2005)
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BURNING POINT – Arsonist Of The Soul (Rundling-Review von 2021)
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