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Schon ein Blick auf das edle Covermotiv des aktuellen Scheibchen namens »Metal Hurricane« der Italiener FROZEN TEARS reicht, um zu erahnen, welche Art von Musik den Hörer erwartet. Das Quintett erinnert auf seinem mittlerweile dritten Werk an traditionell britische KlĂ€nge im Fahrwasser "alter Helden" wie JUDAS PRIEST oder SAXON. Vor allem die "Priester" haben auf die Jungs nachhaltig Eindruck hinterlassen, erfreuen FROZEN TEARS ihre Fans neben neun sauberen Eigenkompositionen auch mit einer gelungenen Coverversion von â€șSome Heads Are Gonna Rollâ€č.
FROZEN TEARS bestehen in der aktuellen Besetzung Alessio Taiti (v), Leonardo Taiti (g), Massimiliano Diongi (b), Lapo Torrini (g) und Emanuele Vignozzi (d) erst seit knapp zwei Jahren, dennoch ist »Metal Hurricane« weder ein Debut, noch handelt es sich bei der Band um GrĂŒnschnĂ€bel. Um den Jungs die Chance zu geben, sich auch in unseren Breitengraden etablieren zu können, baten wir sie zum Interviewtermin, den Leonardo und Massimiliano wahrgenommen haben.

Schon nach den ersten DurchlĂ€ufen von »Metal Hurricane« wird der Hörer quasi im Sturm erobert. Eure musikalischen Vorlieben und EinflĂŒsse liegen dabei klar auf der Hand. Wie kommt es denn, daß so junge Musiker derart von "Oldies" wie JUDAS PRIEST oder SAXON inspiriert werden? Oder tĂ€usche ich mich nur in der AlterseinschĂ€tzung?

Leonardo: Ich interessiere mich bereits seit dem Ende der 80er Jahre fĂŒr Metal. Die InitialzĂŒndung war seinerzeit »Seventh Son Of A Seventh Son« von IRON MAIDEN. Seit damals bin ich schwer dem Metal verfallen und höre keine andere Musik. Das gleiche getraue ich mir, auch fĂŒr den Rest der Band zu sagen. Massimiliano und ich sind zwar um einige Jahre Ă€lter als die anderen Jungs, aber vom musikalischen Interesse her, bestehen kaum Unterschiede.

FROZEN TEARS existieren seit 1997 und bislang habt ihr auch schon zwei CDs veröffentlichen können. Wie verlief denn die Entwicklung der Band bis heute?

Leonardo: Ich bin mit der bisherigen Entwicklung sehr zufrieden. Immerhin haben wir in unserer relativ kurzen Existenz von sieben Jahren bereits drei Alben eingespielt. Die ersten beiden CDs, »Mysterious Time« und »Way Of Temptation«, auf denen wir noch in unterschiedlichen Besetzungen aktiv waren, wurden ĂŒber das brasilianische Label MEGAHARD veröffentlicht. Erst seit kurzer Zeit sind wir bei STEELHEART/ADRENALINE RECORDS unter Vertrag. Im Vorfeld der Veröffentlichung zu »Metal Hurricane« war dadurch einiges leichter zu organisieren, da unser Label ebenfalls aus Italien stammt. Musikalisch hat sich seit den Anfangstagen aber ziemlich viel geĂ€ndert. Auf unserem Debut klangen wir noch ein wenig nach jener Art von Musik, die in Europa als "Power Metal" bezeichnet wird. Allerdings haben wir uns kurz danach von unserem Keyboarder getrennt, wodurch FROZEN TEARS eher nach traditionellem Heavy Metal klingen. Daran hat sich allerdings bis heute nichts mehr geĂ€ndert. Speziell aus Deutschland erhielten wir fĂŒr »Way Of Temptation« ein paar positive Kritiken und unsere wahrscheinlich grĂ¶ĂŸten Erfolge bisher waren ein Auftritt beim "1001 Watt"-Festival in Norwegen, sowie ein Konzert in London im Jahre 2003.

FROZEN TEARS (I)-Headline

An »Metal Hurricane« ist ja nicht nur die Musik Metal in reinster Form, auch das Cover könnte den Inhalt nicht verleugnen. Metal scheint Euch wohl wesentlich mehr zu bedeuten, als "nur" Musik?

Massimiliano: Klar ist Metal in erster Linie Musik, aber es gehört eben noch viel mehr dazu. Es ist ein Teil unseres Lebens, wobei wir natĂŒrlich die gesamte Bandbreite, die zum Leben eines Metallers gehört, genauso lieben wie unsere Fans. Im Grunde sind wir immer noch selber Fans und werden es immer bleiben. Was gibt es denn schöneres, als mit Kumpels den neuesten CDs der gemeinsamen Lieblingsbands zu lauschen, oder gar ein Konzert zu besuchen? Das alles ist Metal!

Genau. Dennoch seid ihr "normalen" Fans einen Schritt voraus und steht nicht nur vor der BĂŒhne, sonder auch auf dieser. Gibt es denn die Möglichkeit im Anschluß an die Veröffentlichung eures neuen Albums FROZEN TEARS auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zu sehen?

Leonardo: Eine Tournee wird es mit Sicherheit nicht geben, da die Angelegenheit zu kostspielig wĂ€re. ZunĂ€chst begnĂŒgen wir uns erst einmal damit, möglichst viele Interviews geben zu können. Eventuell besteht ja auch die Chance, auf dem einen oder anderen Festival aufzutreten, das wĂ€re eine coole Sache! Wir wĂŒrden liebend gerne in Deutschland auftreten. Mal sehen, ob sich da was machen lĂ€ĂŸt.
Außerdem werden wir demnĂ€chst auch wieder beginnen, an neuen Songs zu arbeiten, denn wenn es mit Auftritten ĂŒberhaupt nicht klappen sollte, wollen wir zumindest unseren Veröffentlichungsrhythmus beibehalten.

Wie darf man sich denn die Entstehung eines neuen Songs bei Euch vorstellen? Gibt es da ein bestimmtes "Geheimnis"?

Massimiliano: Nö, ĂŒberhaupt nicht. ZunĂ€chst kommt einer mit einer Idee, dann machen wir einen Song daraus und komponieren das StĂŒck zu Ende. Alessio beginnt im Anschluß daran, die Vokalarrangements auszuarbeiten, wĂ€hrend Leonardo die Texte dazu bereitstellt.

Leonardo: An den Arrangements arbeiten dann alle gemeinsam, was uns sehr wichtig ist. Generell sind es aber Lapo oder meine Wenigkeit, die fĂŒr die Kompositionen verantwortlich sind, die Texte hingegen schreibe ich alleine.

Und wovon handeln diese?

Leonardo: Ich muß vorausschicken, daß ich diese herkömmlichen "Fantasy-Texte" nicht besonders gerne mag. Ich bevorzuge es, ĂŒber Situationen und Begebenheiten zu singen, die der RealitĂ€t entsprechen. â€șThe Right Side Of The Worldâ€č und â€șFear Of Tomorrowâ€č basieren auf Erfahrungen die ich wĂ€hrend einer Reise durch SĂŒdamerika machen konnte, wĂ€hrend ich mich in â€șThe Evilâ€č und â€șForgotten Wordsâ€č kritisch mit unserer Gesellschaft auseinander gesetzt habe. â€șInner Visionâ€č dagegen gewĂ€hrt ein wenig Einblick in mein Seelenleben, wĂ€hrend â€șRebel Soulsâ€č am ehesten einen typischen Metal-Text hat. Generell versuche ich, so abwechslungsreich und interessant wie möglich zu schreiben, denn die Texte sollten als Teil des Gesamtwerkes gesehen werden.

FROZEN TEARS (I)-Bandphoto 1

Alben wie »Metal Hurricane« zÀhlen wohl in Eurer Heimat nicht unbedingt zu dem, was man tagtÀglich als "Metal" aufgetischt bekommt. Seht Ihr Euch denn als Teil der italienischen Szene?

Massimiliano: Es gibt keine wirklich existierende Szene in Italien. Klar, gibt es einige wirklich gute Bands, aber von einer "Szene" zu sprechen wĂ€re ĂŒbertrieben. Vor allem Bands wie FROZEN TEARS, die sich an den alten englischen Helden orientieren, nehmen einen erschreckend geringen Anteil ein.

Leonardo: Da muß ich Massimiliano klar und deutlich widersprechen. NatĂŒrlich gibt es eine sehr vitale Szene bei uns. RHAPSODY, LABYRINTH und VISION DIVINE wĂŒrde ich als Vorreiter bezeichnen. Heutzutage gibt es eine Unzahl an Formationen in diesem Fahrwasser und der Großteil davon benimmt sich auch so, daß von einer "Szene" gesprochen werden kann. Wie aber Massimiliano schon sagte, gehören FROZEN TEARS nicht dazu.

Zum Abschluß durfte ich noch ein paar Schlagworte offerieren und Leonardo konterte mit spontanen Antworten:

VANADIUM: sehr gute italienische Band aus den 80er Jahren

Fußball: meine bevorzugte Sportart, ich bin ĂŒbrigens Fiorentina-AnhĂ€nger

Deutschland: großartiges Land fĂŒr Metal mit ACCEPT, HELLOWEEN, PRIMAL FEAR und so weiter - nebenbei auch noch unser Wunschgegner im Fußball, Italien - Deutschland, da ist immer Feuer drin!

RHAPSODY: die wahrscheinlich bekannteste und populÀrste Band aus Italien, ich mag sie aber trotzdem nicht

Tim Owens: sehr guter SÀnger, der mit JUDAS PRIEST aber zwei sehr schwache Alben veröffentlicht hat

ADRENALINE RECORDS: Primo Bonali (Chef des Labels) ist jener Mann, der an uns glaubt und uns die Chance gegeben hat, »Metal Hurricane« zu veröffentlichen, dazu hat er auch noch spitzenmĂ€ĂŸige Arbeit als Produzent fĂŒr dieses Album geleistet!

Das nenne ich LoyalitĂ€t, wenn man derlei Worte fĂŒr seinen "Chef" ĂŒber hat. Aber LoyalitĂ€t ist eben im Metal auch schon immer eine Tugend gewesen.

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info@frozentears.it

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

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