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  UE-Home → History → Online Empire 21 → Interview-├ťbersicht → THUNDERSTORM (I, Bergamo)-Interview last update: 04.07.2020, 00:03:53  

THUNDERSTORM (I, Bergamo)-Logo

F├╝r den traditonsbewu├čten Doomer sieht es im Moment gar nicht so rosig aus: CANDLEMASS sind, zumindest in der Besetzung mit Messiah Marcolin, wohl endg├╝ltig Geschichte, und bei SOLITUDE AETURNUS und TROUBLE geht zurzeit offensichtlich auch nicht wirklich etwas.
Doch es gibt einen Lichtstrahl am Ende des dunklen Doom-Tunnels. Mit der Ver├Âffentlichung ihres mittlerweile dritten Albums ┬╗Faithless Soul┬ź stehen die Zeichen f├╝r das italienische Trio THUNDERSTORM sehr gut, den verwaisten Thron einnehmen zu k├Ânnen. Wie schon auf den ersten beiden Scheiben ┬╗Sad Symphony┬ź und ┬╗Witchunter Tales┬ź zelebrieren die Herrschaften auf eindrucksvolle Art und Weise schwermetallischen Doom, der sich vor den genannten Referenzformationen wahrlich nicht zu verstecken braucht. Bassist Omar Roncalli war so freundlich, die ├╝bermittelten Fragen - unter Mithilfe von S├Ąnger und Gitarrist Fabio "Thunder" Bellan - in kurzer Zeit zu beantworten.

Die Doom-Gemeinde bejubelt Euer aktuelles Werk. Aber noch immer gibt es zahlreiche Unwissende da drau├čen, denen der Name THUNDERSTORM nicht gel├Ąufig ist. K├Ânnt Ihr den Lesern die Geschichte der Band in Kurzfassung n├Ąher bringen?

Omar: Es ging 1999 richtig mit THUNDERSTORM los: Damals nannten wir - Fabio, unser damaliger Drummer Massimo Tironi und ich - uns aber noch SAD SYMPHONY. Nach der Ver├Âffentlichung unseren einzigen Demos namens ┬╗Signed┬ź konnten wir einen Deal beim kleinen, aber feinen, italienischen Label NORTHWIND RECORDS einheimsen. Wir erhielten die Chance, ein komplettes Album aufzunehmen, welches ┬╗Sad Symphony┬ź genannt wurde, allerdings erst nachdem wir die Band in THUNDERSTORM umbenannt hatten. Fabio war zuvor schon in einer Formation dieses Namens aktiv und hatte den Namen vorgeschlagen. Nach recht guten Resonanzen aus ganz Europa - so schafften wir es unter anderem in die "Dynamit"-Abteilung beim ROCK HARD - erg├Ąnzten wir das Line-up um einen zweiten Gitarristen namens Sandro Mazzoleni. Im Jahre 2001 verlie├č uns Massimo und wir mu├čten unser zweites Album ┬╗Witchunter Tales┬ź mit Hilfe unseres Bekannten Cristian Fiorani einspielen. Es war schier unm├Âglich, einen geeigneten Drummer f├╝r Doom Metal in Italien zu finden. Sehr zu unserer Freude wurde auch diese Scheibe mit durch die Bank euphorischen Kritiken versehen, wobei wieder das ROCK HARD erw├Ąhnt werden mu├č, denn wir schafften einen dritten Platz im Soundcheck. Im Jahre 2003 verlie├č uns Sandro, weshalb wir uns dazu entschlossen haben, fortan als Trio zu fungieren. Letztes Jahr hatten wir die Ehre, auf dem "Doom Shall Rise" aufzutreten, ein Gig, der mit zu den gr├Â├čten Ereignissen in unserer bisherigen Karriere zu z├Ąhlen ist. Nach langer Suche hatten wir endlich das Gl├╝ck, in Attilio Coldani einen f├Ąhigen Drummer rekrutieren zu k├Ânnen. Tja, da sind wir nun nach erfolgreich absolvierten Auftritten bei diesj├Ąhrigen Festivals, wie dem "Rock Hard-Open Air" oder dem "Headbangers Open Air", und haben bereits das dritte Album fertig. Auch daf├╝r haben wir bislang ausschlie├člich positive Kritiken erhalten. Es scheint also ganz gut f├╝r uns zu laufen.

THUNDERSTORM (I, Bergamo)-Headline

Im Moment bleibt es also bei einer klassischen Besetzung als Trio. Ist denn die Sache auf der B├╝hne nicht zu anstrengend, wenn man sich zeitgleich auf die Gitarre und den Gesang konzentrieren mu├č?

Fabio: Am Anfang war das schon sehr stressig, aber in der Zwischenzeit stellt es kein besonderes Problem mehr f├╝r mich dar. Man gew├Âhnt sich eben recht schnell an bestimmte Umst├Ąnde.

Und an bestimmte Neuerungen: Auf ┬╗Faithless Soul┬ź sind, meiner Meinung nach, von euch nie zuvor geh├Ârte Power Metal-Anteile zu vernehmen, speziell ÔÇ║Forbidden GatesÔÇ╣ h├Ątte auch auf jeder Power Metal-Scheibe seine Berechtigung. Hat das einen bestimmten Grund?

Omar: Um ehrlich zu sein, geht ein gro├čer Teil dieser Einfl├╝sse auf die Kappe unseres Schlagzeugers, der eben aus dieser Richtung kommt. Wir versuchen immer wieder, unseren Sound mit "fremden" Einfl├╝ssen zu garnieren, allerdings bleibt unser Stil auf ewige Zeiten wohl der Doom. Wir nehmen uns die Freiheit, genau jene Art von Musik zu spielen, die uns am besten gef├Ąllt und k├╝mmern uns kein bi├čchen um eventuelle kommerzielle Erfolge oder gar Trends. ÔÇ║Forbidden GatesÔÇ╣ ist genauso entstanden, wie alle anderen Songs. Wir haben nicht versucht, einen "Knaller" zu komponieren, viel eher waren wir von unseren F├Ąhigkeiten selbst ├╝berrascht, haha. Wir haben schlie├člich auch unsere "Metal-Vergangenheit".

Gibt es ein Konzept hinter der aktuellen Scheibe?

Omar: Nein, ein Konzept im Sinne einer einzigen Geschichte, die auf der gesamten CD besungen wird, hat die Scheibe nicht. Allerdings gibt es, wie schon auf den Alben zuvor, ein Hauptthema. S├Ąmtliche Songs auf ┬╗Faithless Soul┬ź handeln im weitesten Sinn von der Psyche des Menschen. ÔÇ║The Fragility Of The Human NatureÔÇ╣ beispielsweise handelt davon, da├č auch der st├Ąrkste Charakter seine Achillesferse hat. In ÔÇ║Hidden FaceÔÇ╣ geht es um einen Menschen, der seinen Zielen sehr nahe gekommen ist, knapp vor dem Erreichen aber feststellen mu├č, da├č alles nur eine Illusion gewesen ist. Etwas abgefahrener dagegen ist die Geschichte hinter ÔÇ║My House Of MiseryÔÇ╣. Dabei wird der Kampf zwischen einer Person und deren Psyche im leeren Raum, der aber nichts anderes ist als die Gef├Ąngnismauern, in denen er eingeschlossen ist, beschrieben. Der Typ k├Ânnte fliehen, tut es aber nicht, da er vor der Welt "da drau├čen" gro├če Angst hat.

Hat der alte IRON BUTTERFLY-Gassenhauer ÔÇ║In A Gadda Da VidaÔÇ╣ einfach perfekt zu den anderen Songs gepa├čt, oder gibt es einen anderen Grund, weshalb ihr diese Nummer mit auf das Album gepackt habt?

Omar: Nein, es gibt keinen bestimmten Grund, aber eine sehr unterhaltsame Geschichte: W├Ąhrend der Aufnahmen haben wir uns dazu entschlossen, einen Klassiker aus den 60ern oder 70ern zu verwursten und auf der Scheibe zu verewigen. Wir hatten allerdings keinen blo├čen Schimmer, welchen Song wir verwenden sollten. Eines Abends als Fabio und ich bei mehreren Bierchen ├╝ber Gott und die Welt philosophierten, fragte ich ihn, ob er sich denn an jenen Song, den ich ihm kurz vorgesungen hatte, erinnern k├Ânnte. Auf IRON BUTTERFLY sind wir sofort gekommen, aber den Titel konnten wir uns erst ein paar Drinks sp├Ąter in Erinnerung rufen. Wir entschlossen uns spontan, diesen Klassiker zu covern und nach einigen Proben stellten wir fest, da├č er gar nicht schlecht mit den anderen Songs harmoniert.

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Weil wir gerade bei "Klassikern" sind. Ich bin zwar absolut kein Kunstkenner, aber ich bilde mir ein, das Covermotiv von ┬╗Faithless Soul┬ź zu kennen. Ich bitte um ein wenig Licht in meine k├╝nstlerische Dunkelheit!

Omar: Es stammt von einem fl├Ąmischen Maler namens Yan Mandyn, der im 16. Jahrhundert gelebt hat. Vielleicht hast Du das Bild ja auf einer Ausstellung gesehen, denn soweit ich informiert bin, geh├Ârt es der Sammlung Rau und diese war quer durch den europ├Ąischen Kontinent in den unterschiedlichsten Kunsth├Ąusern zu bestaunen. Unter anderem auch in Italien, wo ich das Bild gesehen habe.

Nein, das war's nicht, auch egal. Scheinbar haben Doomer aber sehr viel f├╝r Covermotive aus diesem Bereich ├╝brig. Wie kommt's?

Omar: Ich wei├č nicht, ob da ein direkter Zusammenhang besteht. Au├čer uns fallen mir auf Anhieb auch nur CANDLEMASS ein, deren Cover aber weniger detailverliebt gewesen sind. Ich k├Ânnte mir aber vorstellen, da├č es einfacher ist, den Fans die Gef├╝hle einer Scheibe mit Gem├Ąlden zu vermitteln als irgendwelche Graphiken zu verwenden.

Das macht Sinn, schlie├člich greifen ja auch Bands aus anderen Genres auf die bildenden K├╝nste zur├╝ck, um schon beim Betrachten des Albums einen Einblick in die auf CD verewigte Gef├╝hlswelt der Herren Musiker zu erhalten. Was wird denn die Fangemeinde in n├Ąherer Zukunft von den Herren von THUNDERSTORM erwarten d├╝rfen?

Omar: Das wei├č wohl noch kein Mensch! Wir warten erst einmal ab und lassen das Schicksal entscheiden. Unser Hauptaugenmerk liegt aber ganz klar auf eventuellen Live-Auftritten. Trotz aller guter Kritiken und dem Spa├č, den uns eine Studioscheibe beschert, haben sich THUNDERSTORM immer als Band f├╝r die B├╝hne betrachtet!
Wir hoffen auf eine kleine Europa-Tournee und gegen ein paar Festival-Gigs h├Ątten wir ebenfalls nichts einzuwenden. [lacht] La├č' eure Leser auf jeden Fall unser aktuelles Motto wissen, das da lautet: "Let There Be Doom"!

Kein Problem, schlie├člich wissen die ja auch, wie die Zeile weiterlauten mu├č: "And There Was Doom"!

http://www.thunderstorm-doom.com/

thunderstormlair@tin.it

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

THUNDERSTORM (I, Bergamo) im ├ťberblick:
THUNDERSTORM (I, Bergamo) – As We Die Alone (Rundling)
THUNDERSTORM (I, Bergamo) – ONLINE EMPIRE 15-"Living Underground"-Artikel
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THUNDERSTORM (I, Bergamo) – ONLINE EMPIRE 20-"Living Underground"-Artikel
THUNDERSTORM (I, Bergamo) – ONLINE EMPIRE 21-Interview
THUNDERSTORM (I, Bergamo) – ONLINE EMPIRE 23-"Living Underground"-Artikel
THUNDERSTORM (I, Bergamo) – News vom 12.03.2011
Playlist: THUNDERSTORM (I, Bergamo)-Album »As We Die Alone« in "Jahrescharts 2007" auf Platz 4 von Walter Scheurer
Playlist: THUNDERSTORM (I, Bergamo)-Album »Faithless Soul« in "Jahrescharts 2004" auf Platz 5 von Walter Scheurer
andere Projekte des beteiligten Musikers Fabio "Thunder" Bellan:
TEMPLE OF PAIN – News vom 27.11.2009
andere Projekte des beteiligten Musikers Attilio Coldani:
MOONLITE DRIVE – News vom 29.07.2017
andere Projekte des beteiligten Musikers Omar Roncalli:
MOONLITE DRIVE – News vom 29.07.2017
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