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  UE-Home → History → Online Empire 2 → Rubriken-Ãœbersicht → Online Empire 2-''Shirt Story''-Artikel last update: 25.05.2019, 10:10:08  

Titel: Shirt Story
Dekolinie

Während in Paris die Prêt-à-porter-Präsentationen laufen, wollen wir nicht hintenanstehen und die reizvollste Kombination der drei großen "M" präsentieren: Mode, Models & Metal.
Einzige Veränderung zur letzten Ausgabe liegt in der Größendimension: Statt unser Modell neunmal vor einen Background zu quetschen, haben wir die Shirtzahl reduziert, so daß die Details nicht mehr so sehr im Kosmos der JPG'schen Komprimierroutine verschwinden.

Shirt Story I/2000: Frontseite

Wer hätte seinerzeit gedacht, daß es die letzte "real" METALLICA-Tour sein würde, als man "Gerechtigkeit für alle" einklagte. Zwar hatte zugehörige Platte schon leichte Verschleißerscheinungen gezeigt, aber live meuchelten die vier Recken wie eh' und je. Daß man zudem mit QUEENSRŸCHE einen Support im Gepäck hatte, der Abend für Abend in Sachen musikalischer Qualität schiere Wunderdinge leistete, machte diese Tour zu einem der besten Packages des Jahres 1988: Power und Filigranität vereint zu einem einmaligen Konzerterlebnis.
Passend zum Giftgrün des Logos trägt unsere Madame einen kurzen, kanariengelben Rock von Chloe und mit Falten für alle Fälle und hat die Haare zu einem Zopf drapiert.

Sehr viel bodenständiger und bescheidener geht es beim nächsten Shirt zu: Es war eine Eigenproduktion aus dem Hause CONCEPTION, die die Skandinavier zur Feier ihres Debut »The Last Sunset« zurechtgelötet hatten. Die Qualität des Shirts sowie des Drucks waren zwar nur mässig, jedoch ist die Textilie noch rarer als das zugehörige Original des Albums.
Lackhosen von S&M schienen die geeigneten Beinkleider für unsere femme fatal zu sein, um den Schmerz zu porträtieren, der die Erinnerung an die vor etwas mehr als Jahresfrist stattgefundene Auflösung der Band hervorruft.

Es ist, als wäre es gestern geschehen. Doch dabei sind mehr als zehn Jahre ins Land gezogen, als Langhaarige im Freibad die umherliegenden Grillhühner und -hähne mit WEHRMACHT terrorisierten. Besonders die Non-Stop-Wiederholung der Kotzorgie á la WEHRMACHT ließ den Eklat in greifbare Nähe rücken. Als die Amis den »Shark Attack« beendet hatten und die Rekrutierung der »Biermacht« starteten, hatten sie bereits solchen Kultstatus, daß man dieses Shirt bei allen hiesigen Vertrieben ordern konnte, was mein ehemaliger Kollege Jörg Richard auch tat. Für die "Shirt Story" baggerte er dieses Schätzchen ebenso wie das METALLICA-Oberhemd aus den Tiefen seines Kleiderschranks hervor.
Zum Dank trägt unser Girl einen weißen Minirock'n'roll von Dior und einen gar grimmigen Blick.

Es war eine Tour der deutschmetallischen Gründertage: Mit RUNNING WILD und SINNER waren zwar Bands unterwegs, die recht unterschiedliche Musik spielten, aber beide als große Hoffnungen für die deutsche Newcomerszene gewertet wurden. Daß diese Einschätzung nicht völlig falsch war, zeigt sich daran, daß beide Bands auch heute noch aktiv sind, wenngleich bei beiden Bands nur die Steuermänner ihre Position behaupten konnten und der Rest der Crew mehr als einmal ausgetauscht wurde. Ob Rock'n'Rolf beziehungsweise Mat Sinner bei jenen Shows der vom METAL HAMMER präsentierten Tour die Vorschußlorbeeren rechtfertigen konnten, entzieht sich meiner Kenntnis: Mangels eines fahrbaren Untersatzes respektive der zugehörigen "license to drive" mußte sich meinereiner mit einem der Shirts zufriedengeben, die damals an die Mitglieder des METAL HAMMER-Fanclubs verteilt wurden.
Bei so viel wildem Rumgerenne wegen der Invasion der Sünder waren Blue Jeans aus dem Hause Noir und schwarze soxx für unsere lady in black obligat, die ansonsten ganz relaxt ihre Arme hinter'm Kopf verschränkt.

Zum krönenden Abschluß was selbstgestricktes: CREMATORY hatten gerade ihr erstes Demo veröffentlicht und nahmen dies zum Anlaß, gleichfalls ihr erstes Shirt erstehen zu lassen. Sieben Jahre und einen »Act Seven« später sind massenhaft andere Textilien hinzugekommen, die jedoch allesamt in diesem weißen Shirt ihren Stammvater haben.
Wilde, braune Lederpants, die sitzen wie maßgeschneidert, hat sich unser Modell zu diesem Anlaß als farblichen Kontrast ausgewählt.

Shirt Story I/2000: Rückseite

Während wir unter lautem Knirschen den Rückwärtsgang reingerührt haben, wird es Zeit, in den Rückspiegel zu blicken: "Face The Unknown" so das Motto, das CREMATORY ihrem Shirt gaben und das neben dem doppelten Logochen sowie einem Design aus der Monsterküche Platz auf der Textillitfaßsäule fand.

Neben den Logos der beiden teilnehmenden Bands sowie den Tourdates zeigt das Shirt auf der Rückseite auch das Logo der "German Metal Attack Tour". Unter dieser Flagge stand nicht nur der Konzerttrip, sondern es erschien ebenfalls ein Sampler mit dem nahezu gleichlautenden Titel »Metal Attack I«, der parallel zur Tour Veröffentlicht wurde und neben RUNNING WILD und SINNER auch WARRANT, HELLOWEEN, GRAVE DIGGER und CELTIC FROST zu Gehör brachte. Desweiteren läßt der verblasste Aufdruck besonders im Bereich des sündigen Logos den Schluß zu, daß häufiges Tragen und schlechte Druckqualität nicht miteinander harmonieren. Irgendwann wurde das Hemd jedoch zu klein, so daß es zum Schrankdasein verdammt wurde, was ihm das Leben rettete.

Es raubt mir jedesmal aufs neue den Atem, die Weisheiten zu sehen, die in Form von Farbe auf das WEHRMACHT-Shirt gebündelt wurde. Es ist weniger das Plattencover der gleichnamigen Scheibe, das auf der Frontseite zu sehen ist, als vielmehr der Sinnspruch, der uns auf der Rückseite den Tag erleuchtet: "We are the Biermacht, Biermacht, Biermacht, Biermacht, Biermacht, Biermacht." Es wird nicht einfach nur die Zugehörigkeit zu jener Vereinigung proklamiert, sondern mittels einer wohldurchdachten, klarkalkulierten Repetition die Message vertieft, quasi für alle Zeiten in Stein gemeißelt bzw. auf Stoff gedruckt. Sie sind wahrhaftig die einzig echte und wahre "Biermacht, Biermacht, Biermacht, Biermacht, Biermacht, Biermacht."

Neben dem mächtig wehrhaften Shirt mußte zwangsläufig ein T. plaziert werden, dessen Rücken unbedruckt ist, da die vorangehende Message imaginär ebenfalls diesen Raum erfüllt. Doch dafür ist die Frontseite um so interessanter: »The Last Sunset« war bekanntlich die erste Scheibe von CONCEPTION, und das Shirt zeigt das Originalcover der CD beziehungsweise des Vinyls, die beide nur in einer geringen Stückzahl gepreßt wurden. Daher durfte man sich freuen, daß CONCEPTION einen Deal mit NOISE abschlossen, die ihrerseits nach der Veröffentlichung des zweiten Werkes »Parallel Minds« den letzten Sonnenuntergang nochmals auflegten. Das Cover zeigte dann allerdings ein stimmungsvolles Gemälde statt des Bandphotos.

Es ist der Standard, den man nahezu bei jedem Konzert am Merchandisestand erspäht, was METALLICA zu ihrer '88er Tour mitgebracht hatten: Logo, Albumcover, Tourdates und ein bißchen zusätzlicher Schnickschnack reichten aus, um dieses Shirt abzurunden. Aber vielleicht könnte es ein guter Anlaß sein, sich auf diesem Sektor in der METALLICA-Historie etwas weiter zurückzuarbeiten.

Unser Modell - Ihr habt sie sicher alle erkannt - ist niemand geringes als CREMATORY-Keyboarderin Katrin Goger, die das Shirt ihrer Combo aus ihrem eigenen Fundus beigesteuert hat. Doch damit nicht genug, denn wer beim Thema CREMATORY bleiben möchte, braucht nur zum entsprechenden Special in dieser Ausgabe zu hüpfen.

Gute Landung wünscht

Ihr Modezar und Starphotograph Don Diego Glaso


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