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  UE-Home → Online Empire 92 → Interview-Übersicht → JUNKYARD DRIVE-Interview last update: 05.08.2022, 22:43:26  

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2014 gegründet, können die Dänen bisher auf einen bemerkenswerten Karriereverlauf blicken. Schließlich haben sie zwei überaus positiv aufgenommene Longplayer in die Umlaufbahn gewuchtet, und darüber hinaus bereits mehr als 100 Konzerte gespielt. Da diesbezüglich zuletzt logischerweise nicht viel zu machen war, legte der Vierer verstärktes Augenmerk auf die Songs des berühmt-berüchtigten dritten Albums.
Was mit »Electric Love« für JUNKYARD DRIVE zu erreichen sein wird, bleibt zwar erst einmal abzuwarten, Sänger Kris zeigt sich aber überaus optimistisch, auch wenn es zunächst eine Unklarheit zu beseitigen gab.

Etwas überraschend kommt die Tatsache, daß ihr einen prominenten neuen Gitarristen in der Band habt. Wie kam denn die Zusammenarbeit mit Oliver Hartmann zustande?

Olli ist ein begnadeter Gitarrist und Songwriter. Als Ben sich dazu entschieden hatte, daß er die Band verlassen wird, haben wir den Tip bekommen, ihn mal zu fragen, ob er interessiert wäre. Es handelt sich jedoch nicht um den bekannten deutschen Gitarristen und Sänger Oliver Hartmann, den viele von AT VANCE oder AVANTASIA her kennen, sondern um einen Dänen gleichen Namens. So prominent ist unser Olli also gar nicht. Noch nicht! [lacht]

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Alles klar. Allerdings scheint sich sein Spiel doch ein wenig von dem seines Vorgängers zu unterschieden. Worin siehst Du denn ansonsten die größten Unterschiede zwischen Eurem neuen und den früheren Alben?

Da sich die Band im Laufe der Jahre gut entwickelt hat, würde ich sagen, es gibt Veränderungen in vielen Belangen. Das Songmaterial hat nun wesentlich mehr Tiefgang, ebenso die Texte. Dazu hat mit Sicherheit auch beigetragen, daß wir nie zuvor dermaßen fokussiert arbeiten konnten als dieses Mal.

Wann habt Ihr mit Schreiben der Songs für »Electric Love« begonnen?

Die ersten Songideen haben wir schon 2019 aufgenommen. Allerdings haben wir dann unerwartet die Chance erhalten, auf Tournee zu gehen, und haben die Aufnahmen entsprechend liegengelassen. Erst ab Mitte 2020, und im letzten Jahr haben wir dann alles unternommen, um das Album fertigstellen zu können.

Hat sich denn das Schreiben der Songs seit den Anfängen verändert?

Auf jeden Fall! Einer der wesentlichsten Punkte ist, daß wir inzwischen ein eigenes Studio eingerichtet haben, und dadurch viel eigenständiger arbeiten können. Sämtliche Vorproduktionen konnten also im Alleingang gestemmt werden, wodurch für den eigentlichen Aufnahmeprozeß nur noch das Feintuning der Tracks nötig war. Das ersparte uns Zeit und Kosten. Das war wichtig, weil wir eben nicht kontinuierlich aufgenommen haben, sondern immer nur stückweise, und "unseren" Olli erst einmal in den Arbeitsprozeß integrieren mußten.

Wie darf man sich das Songwriting bei Euch denn generell vorstellen?

Nicht sonderlich spektakulär. An Ideen mangelt es nicht, die kommen einem zu allen möglichen, aber leider auch unmöglichen Zeiten in den Sinn. Die Kunst ist, die Ideen dann in Erinnerung zu behalten, um sie entsprechend umsetzen zu können. Schließlich hat man nicht immer ein Instrument, oder zumindest ein Notebook zur Hand. [lacht]

JUNKYARD DRIVE-Bandphoto 1

Gilt das auch für die Texte? Woher beziehst Du die Inspirationen dafür?

Vom Prozedere her ist es gleich. Auch wenn es einfacher ist, einzelne Zeilen kurzfristig festzuhalten als eine Melodie. Ich bin zwar nicht der große Poet, schaffe es aber mittlerweile ganz gut, aus diversesten Alltagsgeschehnissen oder persönlichen Angelegenheiten Texte zu formulieren. Manchmal reichen einzelne Wörter aus einer Konversation als Grundbausteine, um einen Text zu erarbeiten.

Apropos Inspiration: Auch aus Eurem neuen Album meine ich erneut LED ZEPPELIN, AC/DC, GUNS N' ROSES und RIVAL SONS als solche herauszuhören. Liege ich richtig, und habe ich weitere Szenegrößen vergessen?

Die erwähnten Bands waren für unsere Entwicklung sehr wichtig, und sind es auch immer noch. Wir beziehen unsere Einflüsse aus unterschiedlichen Epochen der Rockmusik, weil wir mit unterschiedlichen Bands aufgewachsen sind. Die klassischen Hard Rock-Formationen der 70er Jahre waren und sind aber doch die wichtigsten Inspirationsquellen. So gesehen darf, nein, eigentlich muß, man auf jeden Fall auch DEEP PURPLE und BLACK SABBATH nennen. Und zwar nicht nur was den Sound, die Performance und die Musik an sich betrifft, sondern durchaus auch im Hinblick auf die Texte.

Seid Ihr mit JUNKYARD DRIVE ausreichend beschäftigt, oder habt Ihr auch noch etwaige Nebenprojekte am Laufen?

Unser Fokus ist zwar klar auf JUNKYARD DRIVE gerichtet, das heißt aber nicht, daß wir nicht auch noch anderwärtig beschäftigt sind. Ich selbst bin bei der lokalen Classic Rock-Band EGOTRIP tätig, die Songs in Dänisch vorträgt, und Olli spielt für die Sängerin Selma Higgins. Unser Drummer Claus ist ein sehr begehrter Studiomusiker, und auch unser Basser hat mit der Punk-Truppe ORGANISERET STØJ eine weitere Spielwiese, auf der sich so richtig auszutoben vermag.

http://www.junkyard-drive.com/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photos: Mikkel Krogsholm

JUNKYARD DRIVE im Überblick:
JUNKYARD DRIVE – Electric Love (Rundling-Review von 2022)
JUNKYARD DRIVE – ONLINE EMPIRE 92-Interview
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