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  UE-Home → Online Empire 92 → Interview-Übersicht → SEVENTH WONDER-Interview last update: 05.08.2022, 22:43:26  

SEVENTH WONDER-Logo

Da sich die Band in den letzten beiden Dekaden doch einigermaßen rargemacht hatte, kommt es fast überraschend, daß mit »The Testament« nur knapp vier Jahr nach dem letzten Dreher schon wieder ein neues Album zur Veröffentlichung ansteht.
Es gab also ausreichend Grund bei den schwedischen Prog-Recken SEVENTH WONDER ein wenig nachzufragen. Bassist Andreas Blomqvist nahm die Einladung zur Zoom-Konferenz an, und gab bereitwillig Auskunft.

SEVENTH WONDER-Bandphoto 1

Zwischen »The Great Escape« und »Tiana« sind acht Jahre ins Land gezogen. Für »The Testament« habt nur halb so lange gebraucht. Ging es damals unerwartet langsam, oder hattet Ihr es dieses Mal etwa eilig?

Nein, eilig hatten wir es nicht. Abgesehen davon, fühlte sich der Zeitraum zwischen »The Great Escape« und »Tiana« überhaupt nicht so lange an. Unserem Empfinden nach lagen maximal zwei Jahre dazwischen, auch wenn uns manche Fans sehr wohl etwas anderes mitgeteilt haben.
Tatsache war jedenfalls, daß wir eigentlich schon 2017 fertig gewesen sind, aufgrund diverser anderer Verpflichtungen sowie der für Herbst 2019 anberaumten Tournee den Veröffentlichungszeitpunkt aber nach hinten schieben mußten. Ganz so langsam waren wir also gar nicht. [lacht]
Dieses Mal ist es aber dennoch wesentlich zackiger gegangen. Zum einen, weil sich sämtliche Tournee-Angelegenheiten in den letzten anderthalb Jahren ohnehin von selbst erledigt hatten. Und zum anderen, weil wir dieses Mal keine Konzeptgeschichte vertont haben, wie das bei »Tiana« der Fall gewesen ist.

SEVENTH WONDER-Headline

Wie lange habt Ihr denn an »The Testament« gearbeitet?

So in etwa zwei Jahre, wobei wir aber nicht am Stück gearbeitet haben. Zwei Tracks sind sogar schon während der Tournee 2019 entstanden, mit den anderen waren wir dann nahezu das gesamte Jahr 2020 beschäftigt. Da unser Sänger Tommy kurz vor der Fertigstellung noch eine Tournee mit KAMELOT zu absolvieren hatte, sind zwar doch noch Verzögerungen entstanden, darauf waren wir aber vorbereitet.
Nach so langer Zeit im Geschäft, ist uns natürlich bewußt, daß SEVENTH WONDER eine vergleichsweise kleine Nummer im Business ist. Das hat den Vorteil, daß wir uns von niemandem etwas reinreden lassen müssen.

Gab es denn eine bestimmte Intention, wie das Album klingen sollte?

Ausnahmsweise gar nicht. Wir hatten uns von Anfang an lediglich darauf geeinigt, unseren Ideen freien Lauf zu gewähren, und die Songs einfach entstehen zu lassen. Es mag zwar eigenartig klingen, aber so spontan wie dieses Mal, haben wir noch bei keinem Album agiert. Dieser Schritt war nötig, denn auf ein weiteres dermaßen opulentes wie detailreiches Werk wie »Tiana« wollten wir uns dieses Mal erst gar nicht einlassen.
Das hat überraschenderweise gut funktioniert. Da aber ebenso rasch zu erkennen war, daß wir uns auch bei dieser Arbeitsweise stilistisch nicht allzu weit von den früheren Alben entfernen würden, bestand zu keinem Zeitpunkt Diskussionsbedarf.

Das überrascht doch ein wenig. Denn zumindest nach den ersten Höreindrücken hätte ich zumindest auf ein loses Konzept getippt, das die Songs zusammenhält. Hab' ich da schlecht hingehört?

Nein, gar nicht. Zumindest von den Texten her liegst Du sogar richtig. Schließlich haben alle Texte in gewisser Weise etwas mit persönlichen Situationen und Emotionen zu tun. Die Nummern handeln von unterschiedlichen Gefühlen wie Angst, Wut, Verzweiflung und Liebe, und sind dadurch sehr wohl zu einem gewissen Grad verbunden.
Ein Konzept im Sinne einer durchgehenden, strukturierten Story bekommt man auf »The Testament« aber nicht zu hören. Trotzdem muß erwähnt werden, daß die Texte erneut sehr viel Zeit in Anspruch genommen haben.

SEVENTH WONDER-Singleshot: Andreas Blomqvist

Manche davon klingen zwar nachdenklich, lassen aber eine gewisse Hoffnung sehr wohl erkennen. Phasenweise hat man aber doch den Eindruck, daß die Band melancholisch wie nie zuvor klingt. Täuscht dieser Eindruck?

Nein, leider nicht. Da in den letzten Jahren zu viele Dinge passiert sind, die mich nicht unbedingt positiv gestimmt haben, ist es mir relativ leichtgefallen, entsprechend geartete Texte zu formulieren. Die Pandemie hat es zwar bestimmt nicht einfacher gemacht, war aber definitiv nicht ausschlaggebend.

Die erwähnten "Hoffnungsschimmer" geben aber zu erkennen, daß Ihr zumindest einigermaßen positiv in die Zukunft blickt, oder?

Auf jeden Fall! Zum einen, weil es uns ja immer noch sehr viel Spaß bereitet, zusammen als Band aktiv zu sein. Und zum anderen, weil es ja auch jede Menge an Tätigkeiten abseits von SEVENTH WONDER gibt, die gehörig motivieren. Mein Einstieg bei ZERO HOUR etwa, wo ich vor zwei Jahren den Baß übernommen habe.
Aber auch meine Rolle als vierfacher Vater. Dieses Dasein genieße ich wirklich sehr. Okay, bei mir zu Hause ist es nicht unbedingt leise, am Arbeiten hindert mich das aber nicht, denn mein Homestudio ist gut schallisoliert. [lacht]

http://www.seventhwonder.se/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photos: Stefano Vecchiati & Tim Dardis, editing by Giannis Nakos

SEVENTH WONDER im Überblick:
SEVENTH WONDER – Become (Rundling-Review von 2005)
SEVENTH WONDER – Temple In The Storm (Do It Yourself-Review von 2004)
SEVENTH WONDER – The Testament (Rundling-Review von 2022)
SEVENTH WONDER – Tiara (Rundling-Review von 2018)
SEVENTH WONDER – Welcome To Atlanta - Live 2014 (Rundling-Review von 2016)
SEVENTH WONDER – ONLINE EMPIRE 92-Interview
SEVENTH WONDER – News vom 24.08.2010
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ZERO HOUR (US, CA) – Agenda 21 (Rundling-Review von 2022)
ZERO HOUR (US, CA) – News vom 26.11.2021
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FIRECRACKER – Born Of Fire (Rundling-Review von 2011)
KAMELOT – ONLINE EMPIRE 52-"Living Underground"-Artikel
KAMELOT – ONLINE EMPIRE 75-Interview
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