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  UE-Home → History → Heavy, oder was!? 61 → Rubriken-Übersicht → ''Living Underground''-Artikel-Übersicht → TRANSATLANTIC-''Living Underground''-Artikel last update: 22.01.2023, 19:09:57  

”Y-Files”-Datasheet

Contents:  TRANSATLANTIC-''Living Underground''-Artikel

Date:  22.11.2001 (created), 31.07.2022 (revisited), 31.07.2022 (updated)

Origin:  HEAVY, ODER WAS!?

Status:  published

Task:  from paper to screen

Comment:

Es war ein außergewöhnliches Konzert und auch mein einziges Mal, bei dem ich TRANSATLANTIC live sah; allerdings kann ich mich noch an die brillante Version von ›We All Need Some Light‹ erinnern, die Neal Morse beim "Night Of The Prog" auf der Loreley spielte.

Der Abend in Karlsruhe war auch noch unter einem weiteren Aspekt besonders erfreulich: Ich traf dort Hagen und Martin von den zwischenzeitlich leider aufgelösten PAYNE'S GRAY, was wohl auch die letzte Gelegenheit war, zu der ich die beiden Jungs sah. Dieses freudige Wiedersehen war wohl auch der Grund, daß ich das PAYNE'S GRAY-Album »Kadath Decoded« wieder hervorzog und dann in meine Playlist aufnahm.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

TRANSATLANTIC

Karlsruhe, Festhalle Durlach

18.11.2001

Bislang hatte es die Prog-Superkapelle TRANSATLANTIC nur zu ein paar Einzelshows in Amerika gebracht, so daß dies die erste richtige Tour von TRANSATLANTIC darstellen sollte. Es stellt sich zudem die Frage, ob die vier unterbeschäftigten jungen Männer Neal Morse (SPOCK'S BEARD), Roine Stolt (FLOWER KINGS), Pete Trewavas (MARILLION) und Mike Portnoy (DREAM THEATER) jemals wieder die Zeit finden werden, sich zusammen in einen Tourbus zu setzen. Wenn beispielsweise in wenigen Wochen die neue DREAM THEATER-Scheibe »Six Degrees Of Inner Turbulence« erscheinen wird, wird Portnoy über ein Jahr lang mit der Firma DT-Reisen unterwegs sein.

TRANSATLANTIC-Liveshot

Verständlicherweise war man ohne Vorband unterwegs und zudem waren die vier Helden gleichberechtigt. Nicht nur, daß jeder durfte singen - gleich ob er es konnte (Morse) oder nicht (Portnoy) - sondern dies war auch beim Stageset zu beobachten: Alle vier Musiker waren auf gleicher Höhe aufgereiht, von Morse und seinen Tasten links über Stolt und Trewavas bis zu Portnoy rechts, der sein Drumset seitlich zum Publikum gedreht hatte. Lediglich den fünften und gewissermaßen inoffiziellen Mann Daniel Gildenlöw von PAIN OF SALVATION hatte man dezent nach hinten verlagert, wo er sich der Klampfe und dem Keyboard widmen durfte. Nett anzusehen war auch der "Outfit-technische Nichtangriffspakt" zwischen Portnoy und Morse: So trug Mister Morse ein DREAM THEATER-Trikot, während Drumtier Portnoy sich mit einem SPOCK'S BEARD-Leibchen geschnürt hatte.

Überhaupt gab es bei TRANSATLANTIC alles - bis hin zum Triple-Axe-Attack als Morse eine Klampfe schulterte und zusammen mit den Recken Gildenlöw und Stolt in echter Heavy-Manier mit schwingenden Hüften Saiten-Posing pur ablieferte. Die witzigste Aktion des ganzen Abends, die zugleich die gelöste Stimmung unter den Musikern widerspiegelte, war jedoch eine andere: Morse verließ plötzlich seinen Standort und flitzte zu Portnoy, um im fliegenden Wechsel dessen Job zu übernehmen. Dieser rannte nun seinerseits zunächst zu den Keyboards, um sie mit grobmotorischen Liebkosungen zu bedenken, und hiefte anschließend Basser Trewavas hoch. Dann verklickerte er dem Publikum, daß er Bock auf eine Runde Crowdsurfing habe, um alsdann einmal vor der Bühne eine Kreisbahn über den Köpfen der Zuschauer zu ziehen. Nach getaner Arbeit kehrte Portnoy wieder zu dem ihm angestammten Platz zurück, um den zuvor vollzogenen Instrumententausch mit Morse wieder rückgängig zu machen. Ähnlich extrovertiert fiel auch das BEATLES-Medley aus, das TRANSATLANTIC sich hatten einfallen lassen: Im Verlauf von einem dreißigminütigen Furioso spielte man schätzungsweise 97,3 BEATLES-Stücke an, um sie mittels Instrumentaleskapaden miteinander zu verbinden.

TRANSATLANTIC-Liveshot

Im regulären Set gab man fünf Songs zum Besten, so daß man bei der TRANSATLANTIC-typischen durchschnittlichen Songlänge erst nach zwei Stunden von der Bühne gehen konnte. Was für den Nicht-Progger pure Marter bedeutet hätte, ließ die Progfans in den höchsten Sphären der Glückseligkeit schweben. Folglich schoben die Transatlantischen flott eine Zugabe nach und schon waren zweieinhalb Stunden verstrichen. Da sich das Publikum aber immer noch nicht zufriedengeben wollte und trotz des bereits brennenden Saallichts weiter wie verrückt nach einer Zugabe verlangte, kamen die vier Helden noch mal zurück, um mit PINK FLOYDs ›Shine On You Crazy Diamond‹ das kürzeste Stück des Abends zu spielen.


Stefan Glas

Photos: Stefan Glas

TRANSATLANTIC im Überblick:
TRANSATLANTIC – Kaleidoscope (Rundling-Review von 2014 aus Online Empire 58)
TRANSATLANTIC – Live In Europe (Rundling-Review von 2003 aus Online Empire 17)
TRANSATLANTIC – Live In Europe (Rundling-Review von 2003 aus Y-Files)
TRANSATLANTIC – SMPTe (Rundling-Review von 2000 aus Online Empire 3)
TRANSATLANTIC – The Whirlwind (Rundling-Review von 2009 aus Online Empire 41)
TRANSATLANTIC – Heavy, oder was!? 61-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2002)
TRANSATLANTIC – Online Empire 86-Interview (aus dem Jahr 2021)
TRANSATLANTIC – News vom 16.04.2009
Soundcheck: TRANSATLANTIC-Album »Bridge Across Forever« im "Soundcheck Heavy, oder was!? 60" auf Platz 26
Playlist: TRANSATLANTIC-Album »We All Need Some Light« in der Kategorie "aktuelle Faves" auf Platz 2 von Stefan Glas
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