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  UE-Home → History → T5 06/1995 → Rubriken-Übersicht → Special-Übersicht → Kolumne Daniela Hoffmann-Special last update: 18.06.2022, 10:01:29  

”Y-Files”-Datasheet

Contents:  Kolumne Daniela Hoffmann-Special

Date:  1995 (created), 25.06.2022 (revisited), 25.06.2022 (updated)

Origin:  T5

Status:  published

Task:  from paper to screen

Comment:

Nicht wundern: Wir haben hier keinen Artikel geklaut, sondern es gibt dazu eine skurrile Geschichte, an der ich beteiligt war und zufällig zu meiner ersten Quasi-Mitarbeit am T5 führte.

Es begab sich bei der MOTÖRHEAD-Show im Mai 1995, wo ich das GRIP INC.-Interview führte. Backstage lernte ich dabei eben jene Daniela Hoffmann kennen, von der untenstehender Artikel stammt. Während sie auf ihr Interview mit Lemmy wartete, kamen wir ins Gespräch. Sie erzählte mir - wie auch aus diesem Artikel hervorgeht - daß sie quasi keine Ahnung von Heavy Metal habe. Zudem gestand sie, daß ihr Englisch sehr schlecht sei, weshalb sie einen Freund mitgebracht hatte, der für sie übersetzen sollte. Dieser Freund war aber irgendwie leicht, ähem, überdreht und hüpfte wie ein Ping Pong-Ball durch die Gegend. Dabei war er immer wieder minutenlang verschwunden - und zwar auch genau in diesem Moment, als die Tür zum Backstageraum von Lemmy aufging und Daniela hereingebeten wurde. Dann ging alles blitzschnell: Daniela fragte mich, ob ich Englisch sprechen würde, was ich bejahte. Also griff sie mich kurzerhand am Arm und zerrte mich mit in den Raum, in dem Lemmy saß. Daniela erteilte mir den Befehl, daß ich gefälligst das Interview für sie führen solle und drückte mir einen Schmierzettel mit ein paar Fragen in die Hand drückte. Darauf erspähte ich solch großartige Fragen wie "Ich habe gehört, daß Du unheimlich viel Alokohol trinkst. Ist das richtig?", so daß ich mich sofort zu schämen begann, eine lebende Legende wie Lemmy mit einem solchen Dünnpfiff zu belästigen. Also erklärte ich Lemmy kurz die Zwickmühle in der ich steckte, was er mit einem breiten Grinsen und einem schallenden "Harr-harr-harr" quittierte. Also stellte ich die hochgeistigen Fragen auf dem Schmierzettel, ging jedoch schnell dazu über, Lemmy ein paar improvisierte Fragen zu stellen, die ein wenig gehaltvoller waren. Wenn Daniela in ihrem Artikel über Lemmy schreibt, daß viel sinnvolles nicht aus ihm herauszuholen sei, dann läßt sich dies einfach erklären. Wer Lemmy kennt, weiß, daß er bei Interviews sehr viel zu sagen hatte und dabei auch sehr in die Tiefe ging, sofern die Chemie mit dem Interviewpartner stimmte. In diesem Fall war er natürlich etwas anders gestimmt, woran ich mit meiner "Performance" natürlich kaum etwas ändern konnte. Seine Retourkutsche gegenüber Daniela sah so aus, daß er sie sich krallte und auf seinen Schoß setzte und in den "Infight" mit ihr ging, während er meinen Fragen immer weniger Beachtung schenkte.

Obwohl man dennoch etwas aus dem Interview hätte herausholen können, ignorierte es Daniela komplett und benutzte für die auf der nächsten Seite zu lesenden Story (grandiose Überschrift: "Ich bin ja auch dick"...) nur das Interview mit Hansi Kürsch von BLIND GUARDIAN benutzte.

Na ja, da ich mein Diktiergerät wegen des GRIP INC.-Interviews griffbereit und auch noch eine leere Kassette hatte, nahm ich das Interview mit Lemmy auf; ich muß mal nachsehen, ob ich das Tape noch habe. Dann würde ich das Interview nämlich noch bearbeiten, denn es würde mit Sicherheit eine interessante Story ergeben...

Supervisor:  Stefan Glas

 
 


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Kolumne Daniela HoffmannWenn ich heute über alle musikalischen Ereignisse in der Saar/Pfalz-Musikszene berichten würde, die uns der Wonne-Monat Mai gebracht hat, hätte Euch zumindest die Saarland-Ausgabe sonst nichts mehr zu bieten. Deshalb habe ich mir einige Rosinen rausgepickt, mit denen Ihr hoffentlich zufrieden seid. Dabei beschränke ich mich fast ausschließlich auf ein Musik-Segment, das mir, ehrlich gesagt, ziemlich fremd ist, nein: war, denn bevor ich mir in der Völklinger Sporthalle BLIND GUARDIAN mit Special Guest NEVERMORE und MOTÖRHEAD mit Special Guest GRIP INC. angesehen hatte, machte ich mich mit der Materie "Schwermetall" bekannt, lauschte in die aktuellen Alben der beiden Bands »Imagination From The Other Side« (BLIND GUARDIAN) und »Sacrifice« (MOTÖRHEAD) und informierte mich bei "Metal-Freaks" über die Kult-Figur Lemmy Kilminster und die Unterschiede zwischen "Trash" [sic!], "Heavy", "Speed" und "Black"-Metal. Noch ganz wirr im Kopf habe ich mir dann innerhalb einer Woche die zwei "Heavy-Gigs" angesehen und festgestellt, was Kenner schon vor mir wußten und Lemmy immer wieder betont: "Wir spielen weder Trash- [sic!] noch Heavy Metal, wir spielen Rock'n'Roll!" - nur etwas lauter! Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit den Backstage-Erlebnissen (gier, lechz - Der Säzzer), und Photos, die ihr zum Teil hier wieder findet (Anm. d. Säzzers: Oder auch nicht, bei Deiner Schlamperei!), können vielleicht dazu beitragen, daß Ihr vielleicht ein etwas anderes Bild von den ach so "harten, versoffenen und verkoksten" Jungs der Heavy-Szene" bekommt. Gerade was Lemmy betrifft, geben die Journalisten den Fans immer ein ganz bestimmtes Bild wieder, das einer schlecht gekleideten, versoffenen, verkoksten, verschlampten und rülpsenden Kult-Figur, die allerdings den Begriff Trash-Metal [sic!] für sich prägte, lange bevor es ihn gab, und die ein genialer Musiker ist. Dieses Image, das er sich selbst wohl auch so ausgesucht hat, nehmen die Fans natürlich gerne an. Außerdem sprechen die Interviews mit Lemmy für sich, viel sinnvolles ist nicht aus ihm herauszuholen. Da bin ich doch froh, daß ich Gelegenheit hatte, das andere Ich kennenzulernen. Liebenswert, gutgelaunt, sehr offen und herzlich gab sich der "Bad-Man" in einem einstündigen Interview mit BLIND GUARDIAN.


Daniela Hoffmann


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