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  UE-Home → History → Online Empire 88 → Interview-Übersicht → LIQUID STEEL-Interview last update: 18.06.2022, 10:01:29  

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»Mountain Of Madness« nennt sich das mittlerweile dritte Album der Tiroler Metal-Maniacs LIQUID STEEL und ist schon auf den ersten Blick ein Gewinn für jedes Archiv. Doch nicht nur die Hülle ist den Burschen tadellos gelungen, auch am Inhalt ihrer jüngsten Veröffentlichung gibt es nichts zu meckern.
Alles Wissenswerte zu ihrer neuesten Scheibe sowie einiges zum bisherigen Werdegang der Band, haben uns Sänger Fabio Carta und Bassist Domink Lercher in einem Zoom-Gespräch mitgeteilt.

LIQUID STEEL-Bandphoto 1

Seit dem letzten Dreher sind inzwischen fast fünf Jahre vergangen. Okay, Ihr seid wirklich viel unterwegs und entsprechend oft auf einer Bühne zu sehen gewesen, aber so wirklich gestreßt habt Ihr Euch damit auch nicht, oder?

Dominik: Nein, wir haben ganz bewußt so lange an den Songs gebastelt, bis wir alle damit zufrieden waren. Mit dem Schreiben der Songs und den Aufnahmen haben wir eigentlich schon in der ersten Jahreshälfte 2019 begonnen, doch das Ausarbeiten, Arrangieren und Aufnehmen hat dann doch noch einmal sehr viel Zeit in Anspruch genommen.

Fabio: Und dann, na ja, dann kam uns auch noch dieses Virus dazwischen. Das hat unsere Pläne auch nochmal ein wenig über den Haufen geworfen. Was Konzerte betrifft, war ohnehin nicht allzu viel geplant für 2020/2021, von daher war es für uns auf diesem Sektor nicht ganz so schlimm. Außerdem konnten wir bisher noch alle Gigs ins nächste Jahr verschieben. Was das Album betrifft, war es jedenfalls Glück für uns, daß wir mit Jay Hundert nicht nur einen Top-Produzenten haben, sondern auch einen, dessen Studio sich in unserer Nähe befindet.

Das Warten hat sich für die Fans aber definitiv gelohnt. Gesondert hervorheben möchte ich neben dem düsteren, atmosphärischen Titelsong, der von ersten Sekunde an Gänsehaut garantiert, die irgendwie an MANOWARs ›Defender‹ erinnernde, dem berühmten "Mann aus dem Eis" gewidmete Hymne ›Alpine Warrior‹. Damit hat Tirol eine neue Landeshymne! Okay, erst mal ein bißchen auf dem Teppich geblieben: Die Nummer wird ein Fixpunkt im Liveprogramm, oder?

Dominik: Zunächst einmal danke für den Vergleich und für das Lob! Den Song ins Liveprogramm aufzunehmen, planen wir auf jeden Fall. Allerdings ist das inzwischen generell nicht mehr ganz so einfach, eine Setliste zu erstellen. Wenn man drei Platten zur Auswahl hat, ist es für eine 45-minütigen Gig schon eine Herausforderung, welche Songs man wählt, um allen Ansprüchen gerechtzuwerden.

Fabio: Zurück zum ›Warrior‹: Einfach ist uns diese Nummer wahrlich nicht gefallen, weil sie nur stückweise entstanden ist. Irgendwann stellten wird fest, daß wir inzwischen bei weit mehr als sechs Minuten waren, aber noch lange nicht fertig. Es folgten zig Versuche, den Song anders zu strukturieren, doch im Endeffekt haben wir uns gar nicht allzu weit von der ursprünglichen Version entfernt. Ihr könnt Euch also in etwa vorstellen, warum es lange gedauert hat, bis die fast siebenminütige Albumversion fertig, und alle glücklich damit waren.

LIQUID STEEL-Headline

Vorstellen muß man den "jungen Mann" zwar längst nicht mehr, ein dermaßen inniges Verhältnis zum "Ötzi" haben aber wohl doch nur Tiroler, oder? Nix für ungut. Wer hat denn eigentlich den gesprochenen Teil übernommen?

Fabio: Der Text selbst stammt gar nicht von uns, sondern aus einem Gedicht von Sharon Talbot. Das Thema hat uns einfach fasziniert und paßt auch ganz gut zum Titel. Für den gesprochenen Teil haben wir mit Mike Young zusammengearbeitet. Einem Briten, der seit langen Jahren in Tirol lebt. Er war bereits auf unserem ersten Album mit dabei. In ›Samurai‹, da hört man auch seine Erzählerstimme.

›Alpine Warrior‹ könnte Euch auch auf internationalem Terrain weiterhelfen, schließlich kennt man den Titelhelden überall. International etwas zu reißen, scheint bei Euch generell ein Thema zu sein. Eine Eurer früheren Konzertreisen hat Euch bis nach Kroatien, Serbien und Bulgarien geführt. Habt Ihr das im Alleingang organisiert?

Dominik: Nein, da haben wir uns mit unseren Kumpels von DIAMOND FALCON zusammengetan. Die haben die Konzerte gecheckt und den Großteil des Organisatorischen übernommen. Wir sind mehr oder weniger mitgefahren. Die Erfahrung war es auf jeden Fall wert. Auch wenn man mitunter nicht wußte, ob das, wo wir spielen sollten, tatsächlich eine Bühne ist. Aber es ist alles gut gegangen, auch wenn es ganz schön eng war im blitzblauen D4-Bulli, mit dem wir unterwegs waren.

DIAMOND FALCON waren neben Euch auch auf dem ersten »Austrian Heavy Metal Alliance«-Sampler vertreten. Das ist zwar inzwischen einige Jahre her, brachte die Namen der vertretenen Bands aber einigermaßen ins Gerede. Eine unterstützenswerte Aktion, die Fortsetzung finden sollte, oder?

Fabio: Auf jeden Fall! Zum einen, weil durch die Zusammenarbeit mit den anderen Bands auf persönlicher Ebene einiges entstanden ist. Zum anderen aber auch, weil es uns gezeigt hat, daß wir als "Szene" zusammengewachsen sind und uns als Bands gegenseitig unterstützt haben.

Dominik: Für uns war es eine spezielle Situation, denn wir waren ja die einzige Band aus dem Westen Österreichs. Es gab aber keinerlei "regionalen" Konflikte. Im Gegenteil, wir konnten zu allen Bands (neben LIQUID STEEL und DIAMOND FALCON waren ROADWOLF, HIGH HEELER und WITCHHUNT auf der Compilation vertreten - der Verf.) ein überaus freundschaftliches Verhältnis aufbauen. Außerdem gab es durch den Sampler für alle Beteiligten die Möglichkeit, in Ländern auf sich aufmerksam zu machen, die ansonsten wohl nur schwer zu "erobern" gewesen wären. Die Scheibe gab es beispielsweise auch in Indonesien zu kaufen, von wo uns Fanzuschriften erreicht haben. Unterstützenswert ist die Sache also auf jeden Fall. Es wäre fein für jüngere Bands, wenn die Samplerreihe eine Fortsetzung finden könnte.

Welche Erwartungshaltung habt Ihr denn für »Mountain Of Madness«? Ihr wißt ja, was man vom dritten Album einer Band sagt?

Fabio: Natürlich könnten wir sagen, "uns taugt das Album", das genügt. Aber ganz ehrlich, jeder der das sagt, liefert wohl nicht die ganze Wahrheit. So wie jede andere Band auch, haben wir den Anspruch, damit einen weiteren Schritt nach vorne zu machen. Ob uns die dritte Scheibe entscheidend weiterbringt, läßt sich nicht vorhersagen. An die alte Binsenweisheit von "make it or break it" glauben wir nicht wirklich.

http://www.liquidsteel.at/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photo: Flo Glatzl

LIQUID STEEL im Überblick:
LIQUID STEEL – Fire In The Sky (Rundling-Review von 2014)
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