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  UE-Home → History → Online Empire 78 → Interview-Übersicht → L.A. GUNS [III]-Interview last update: 20.07.2024, 15:15:56  

L.A. GUNS [III]-Logo

Vor knapp zwei Jahren erschien mit »The Missing Peace« ein von den Fans sehnsüchtig erwartetes L.A. GUNS-Album. Darauf präsentierten sich Tracii Guns und Philip Lewis nämlich zum ersten Mal nach jahrelangem Streit wieder vereint. Kein halbes Jahr später folgte mit »Made In Milan« eine Livescheibe der wiedererstarkten Formation, die damit ihre Topform unter Beweis stellen konnte.
Daß die Herrschaften von der positiven Resonanz auf ihr Comeback im Übermaß motiviert sein würden, war zu erwarten. Keineswegs jedoch, daß wir mit »The Devil You Know« binnen zwei Jahren erneut ein Studioalbum bejubeln dürfen. Das klingt nicht nur Sonnenschein, im Lager der Band scheint tatsächlich alles bestens zu laufen, wie der britische Sänger mit Wohnsitz USA bestens gelaunt beim Telefoninterview zu wissen gibt.

L.A. GUNS [III]-Bandphoto 1

Ich nehme an, daß Ihr mit »The Missing Peace« durchaus zufrieden gewesen seid, oder etwa nicht?

Klar. Im Nachhinein muß man »The Missing Peace« aber dennoch eher als Aufwärmübung betrachten. Das war unsere eigentliche Absicht, als wir die Scheibe veröffentlicht haben, aber natürlich konnten wir nicht sicher sein, wie die Scheibe ankommen würde. Zu unserem Glück erhielten wir auch von unserem Label die volle Unterstützung, und so haben wir nur kurze Zeit danach schon das nächste Album fertiggestellt. Eines, das unserer Vorstellung als Band entspricht, auch wenn das vielleicht nicht für alle Fans auf Anhieb nachvollziehbar erscheint.

Auch wenn man dem Album anhört, wer dahintersteckt, läßt sich ein gehöriger Unterschied zu Euren älteren Scheiben vernehmen. War das Absicht?

Auf jeden Fall! Man sollte unsere aktuelle Formation aber nicht mit den früheren Inkarnationen vergleichen. Zwar sind mit Tracii und mir jene zwei Mitglieder dabei, mit denen viele die Band identifizierten, doch in der Zwischenzeit hat sich bei uns verdammt viel geändert. Im Prinzip haben wir mit »The Missing Peace« den Grundstein für einen Neustart gelegt und befinden uns nun in einer neuen Existenzphase. Den Namen L.A. GUNS haben wir zwar beibehalten, um nicht für zu viel Verwirrung zu sorgen, ansonsten gibt es aber jede Menge Neuerungen zu vermelden.

L.A. GUNS [III]-Headline

Euer neues Album kommt auch klangtechnisch ungewohnt roh und deftig aus den Boxen und enthält mit dem Titeltrack Eure wohl heftigste Nummer überhaupt. Raus mit der Sprache: Was hat Euch dazu animiert?

Hmmm, keine Ahnung, als wir die Nummer fertig hatten, waren wir selbst etwas überrascht. Allerdings haben wir erst viel später beschlossen, sie als Titelsong zu verwenden. Während der Entstehungsphase trug die Nummer den Arbeitstitel "SABBATH-Song". Von daher kann ich das natürlich nachvollziehen. Als wir mit dem Schreiben der Songs während unserer Tournee hier in den Staaten begonnen hatten, war überhaupt nicht abzusehen, in welche Richtung sich die Sache entwickeln würde. Da die Beiträge unserer Rhythmusabteilung Johnny Martin (b) und Shane Fitzgibbon (d) aber immer mehr geworden sind und diese zudem auch deutlich wuchtiger und rauher ausgefallen waren als unsere früheren Nummern, kristallisierte sich bald eine Abkehr von unserer eingesessenen Richtung heraus. Shane und Jonny sind wesentlich jünger als Tracii und ich und haben auch einen entsprechend anderen musikalischen Hintergrund, auf urwüchsigen, brachialen Hard Rock konnten wir uns aber recht rasch einigen.

L.A. GUNS [III]-Bandphoto 2

Die Erweiterung des Songwriting-Teams darf als Initialzündung für den nunmehr eingeschlagenen Weg verstanden werden, oder?

Auf jeden Fall! Die beiden haben uns gehörig angestachelt, Gas zu geben. Dadurch waren die Songs auch innerhalb von nur sechs Wochen fertig. Deren Spontanität sollte auch nach der Produktion beibehalten werden. Alles sollte roh und kantig klingen. Nachdem die Jungs die Instrumentalaufnahmen in L.A. fertig hatten, machte ich mich in New York ans Werk, um die Sache abzurunden. Mit dem Ergebnis sind wir nun alle zufrieden, denn die Energie der elf Tracks ist erhaltengeblieben und das Album kommt als fetter Brocken heftiger Hard Rock-Sounds in die Läden. Die Heftigkeit der Scheibe hat uns im Endeffekt auch dazu gebracht, ihr diesen Titel zu geben, wobei an der Titelfindung auch unser Manager und meine Frau involviert waren. Von unserer ursprünglichen Idee, das Album "Gravity's In Control" zu nennen, haben uns beide abgeraten. Nicht zuletzt, weil sie den Titel als zu wenig aussagekräftig, vor allem im Zusammenhang mit den Songs, empfanden. Dadurch wurde unser, zu diesem Zeitpunkt bereits live erprobter "SABBATH-Song" zum Titeltrack und meiner Gattin fiel es leichter, das entsprechende Artwork für die Scheibe zu kreieren.

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Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photos: Jason Christopher

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L.A. GUNS [III] – Online Empire 73-Interview (aus dem Jahr 2017)
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