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  UE-Home → History → Online Empire 54 → Interview-├ťbersicht → MASTERSTROKE (SF)-Interview last update: 25.02.2020, 21:26:11  

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MASTERSTROKE (SF)-Headline

Vier Jahre sind ins Land gezogen, ehe uns die Finnen MASTERSTROKE endlich einen Nachfolger f├╝r ihr letztes Album ┬╗As Days Grow Darker┬ź anzubieten haben. Wer denkt, die Jungs h├Ątten es sich dabei einfach nur mal gutgehen lassen, irrt jedoch, denn auch wenn sie sich 2011 eine Pause verordnet hatten, war man alles andere als unt├Ątig im Lager der Band. Mehr noch, auf den ersten Eindruck hin k├Ânnte man fast meinen, MASTERSTROKE h├Ątten sich neu erfinden wollen, schlie├člich klingt das neue Album ┬╗Broken┬ź ungew├Âhnlich heftig und dunkel und l├Ą├čt ebenso eine bislang noch nicht dagewesene Affinit├Ąt zu technischer Herangehensweise erkennen.
Ob der Titel tats├Ąchlich als Programm zu verstehen ist oder doch nicht, und was generell so los gewesen ist bei den Finnen erkl├Ąrte mir Keyboarder Jussi Kulomaa, der meine Ansichten zum neuen Alben aber nicht ganz teilt.

MASTERSTROKE (SF)-Bandphoto 1

F├╝r mich klingt ┬╗Broken┬ź fast schon nach einem Neubeginn, zumindest aber nach einer ge├Ąnderten Direktive hinsichtlich der stilistischen Ausrichtung. Gab es denn eine Intention, wie die neuen Songs klingen sollen, als Ihr Euch an das Songwriting herangemacht habt?

Nicht wirklich. Die Songs haben sich im Prinzip im Laufe der Zeit erst in diese Richtung hineinwickelt. Ich verstehe zwar was Du meinst, allerdings sehen wir das nicht ganz so kra├č, denn eigentlich haben wir "nur" exakt dort weitergemacht, wo wir mit ┬╗As Days Grow Darker┬ź aufgeh├Ârt haben. Niko (Rauhala, S├Ąnger und Gitarrist - der Verf.) hatte schier endlos viele Ideen f├╝r Songs und Riffs, die wir dann im Kollektiv ausgearbeitet haben. Es ist allerdings korrekt, da├č sich die aktuellen Songs ein wenig anders anh├Âren. Eine Intention steckt aber wirklich nicht dahinter.

Kann es denn sein, da├č sich Eure selbstauferlegte "Pause" auf die neuen Songs ausgewirkt hat?

Auch das stimmt nicht ganz, denn ein gro├čer Teil des Songmaterials war bereits fertig, ehe wir uns zu einer Zwangspause verdonnerten. Da wir diesmal jedoch viel Zeit im Proberaum und auch im Studio verbrachten, kann man zumindest sagen, da├č wir intensiver an unserem Songmaterial gebastelt haben als je zuvor. Es ist im Nachhinein allerdings verdammt schwierig zu rekonstruieren, was sich wie auf die Songs ausgewirkt hat. Tatsache ist aber auf jeden Fall, da├č Niko in dieser "Pause" Gesangsunterricht genommen hat und die Aufnahmen f├╝r ihn die bis dato einfachsten ├╝berhaupt gewesen sind.

Kann es sein, da├č Ihr Euch in dieser "Ruhephase" eventuell auch hinsichtlich Eurer H├Ârgewohnheiten einigerma├čen an Neuland herangewagt habt und daher von bis dato noch nicht auf Eure Musik abf├Ąrbende Bands inspiriert worden seid?

Auf jeden Fall! Da wir uns nahezu rund um die Uhr mit Musik unterschiedlichster Art besch├Ąftigen, kann so etwas immer passieren. Vor allem auch deshalb, weil wir uns diesbez├╝glich keinerlei Limits auferlegen und wirklich f├╝r so ziemlich alles offen sind. Zugeben, es gibt schon so einige Neuerungen in unserem Klangbild.

Eben. Besteht denn auch ein Zusammenhang zwischen den nunmehr in erh├Âhter Anzahl vorhandenen technischen Parts und dem Umstand, da├č Ihr einfach mehr Zeit zum ├ťben hattet?

Diese Passagen sind im Laufe des Entstehungsproze├č entstanden, wobei ich zuf├╝gen m├Âchte, da├č Technik zwar gut und auch wichtig ist, aber mit Sicherheit nicht die musikalische Essenz f├╝r unsere Songs. Aber ja, es stimmt schon, da├č es phasenweise vorgekommen ist, da├č wir uns bei den Aufnahmen diverse Parts gegenseitig vorgespielt haben und die anderen Bandmitglieder - nach dem Motto, "H├Ârt mal zu, klingt das nicht cool?" - davon ├╝berzeugen wollten. ├ťbertrieben haben wir dennoch nicht. [lacht]

Das nicht, dennoch klingt Ihr nun einfach unerwartet "anders". Die Kurzfassung meines Eindrucks lautet in etwa so: ┬╗Broken┬ź beinhaltet auf jeden Fall jede Menge an eher nach NEVERMORE und Konsorten t├Ânenden Parts, die Ihr mit den f├╝r MASTERSTROKE typischen Melodien und Refrains zu einer stimmigen Mischung kombiniert habt. Darauf k├Ânnen wir uns sicher einigen, oder?

Sicher, denn man kann als Band ja nicht pl├Âtzlich etwas komplett anderes von sich geben. Es ist aber auf jeden Fall sehr spannend f├╝r uns, die Reaktionen auf ┬╗Broken┬ź mitzuverfolgen. Da wir ohne R├╝cksicht auf irgendetwas anderes an dem Album gearbeitet haben, ist es jetzt um so interessanter, die unterschiedlichen Gesichtspunkte und Meinungen von au├čen dar├╝ber zu vernehmen.

Wie w├╝rdest Du denn das neue Album im Vergleich zu Euren fr├╝heren Werken beschreiben?

Eine wirkliche Neuerung war die Verwendung von siebensaitigen Gitarren, mit denen wir zwar schon auf dem letzten Album erste Versuche unternommen hatten, die wir jedoch erst f├╝r ┬╗Broken┬ź richtig einzusetzen wu├čten. Dadurch ist es uns gelungen, die Songs d├╝sterer, heavier, aber auch atmosph├Ąrisch dichter zu gestalten. Dadurch wu├čten wir, da├č wir uns nicht in unserem angestammten Metier, dem melodischen Power Metal, festfahren w├╝rden.

Wenn es bei MASTERSTROKE mit dem Schreiben neuer Songs losgeht, gibt es welches gemeinsame Ziel?

Einen guten Song zu schreiben. Ende. That's it!

Alles klar. Habt Ihr denn eine Idee, was mit ┬╗Broken┬ź zu erreichen sein k├Ânnte?

Aber sicher doch. Wir hoffen, nun mehr Fans erreichen zu k├Ânnen und dadurch auch zu mehr Gigs zu kommen. Logisch, oder? Das tut zwar jede Band, aber nicht jede gibt es offen zu. [lacht]

MASTERSTROKE (SF)-Bandphoto 2

Gute Einstellung. Wie darf man sich den Ablauf beim Songwriting vorstellen?

Auch wenn wir uns alle irgendwie daran beteiligen, ist es immer noch so, da├č Niko f├╝r den Gro├čteil des Materials zust├Ąndig ist. F├╝r ┬╗Broken┬ź haben sich zwar auch Marko (Kolehmainen - Ba├č) und Markus (Kekoni - Gitarre) als Songwriter eingebracht, den L├Âwenanteil tr├Ągt aber immer noch eindeutig Niko bei. Zun├Ąchst sind da zumeist ein oder mehrere Riffs, auf denen wir aufbauen. Mein Beitrag als Keyboarder folgt meistens erst gegen Ende, h├Ąufig zeitgleich mit dem Aufarbeiten der Gesangsmelodien und Texte. Nur ganz selten, wie zum Beispiel bei ÔÇ║As We CrawlÔÇ╣, steht der Text bereits, auch wenn die Musik selbst erst fertiggestellt werden mu├č. Eine "Erfolgsformel" gibt es daf├╝r einfach nicht, und wichtig ist ohnehin nur das Ergebnis.

Die von dir schon kurz angesprochene dunkle Atmosph├Ąre macht f├╝r mich einen essentiellen Bestandteil von ┬╗Broken┬ź aus. Ich nehme einmal an, die ist auch erst entstanden und war nicht als "Vorgabe" vorhanden?

Sowohl, als auch. Manche Songfragmente, wie auch die Texte, haben mehr oder weniger danach verlangt, und von daher war es uns schon klar, in welche Richtung diese Nummern gehen m├╝├čten. Und da wir mit dem Ergebnis der ersten Tracks durchweg zufrieden waren, haben wir uns danach sehr wohl auch daran orientiert.

Nicht ganz so d├╝ster wirkt dagegen das Artwork. Wer hat es denn gestaltet?

Wie schon f├╝r ┬╗As Days Grow Dark┬ź JP Ahonen, ein hierzulande bekannter Comic-Zeichner. Janne (Juutinen, der Drummer der Band - der Verf.) und ich sind gro├če Fans seiner Arbeiten, und von daher war es uns eine Ehre, erneut mit JP zu arbeiten. Die Zusammenarbeit mit ihm ist wirklich fein, da pa├čt einfach alles!

Freut mich zu h├Âren, da├č es auch diesbez├╝glich rundl├Ąuft bei Euch, wie Ihr generell den Eindruck erweckt, da├č momentan alles im Lot ist. Um uns davon ├╝berzeugen zu k├Ânnen, w├Ąre es fein, wenn man MASTERSTROKE in B├Ąlde auch auf den B├╝hnen in Mitteleuropa zu sehen bekommen k├Ânnte. Geht da was?

Schwierig, weil momentan ein echtes ├ťberangebot an Tourneen herrscht und sich kaum noch jemand an Bands heranwagt, die nicht von Anfang an Erfolg garantieren. Verst├Ąndlich, denn es kostet eine Stange Geld, um eine Truppe wie uns samt Equipment ├╝ber die baltische See zu karren. Wir f├╝hlen manchmal regelrecht gefangen hier. [lacht] Aber vielleicht kann uns ja jemand "befreien".

Keine Angst. Kommt Zeit, kommt "Rettung". Und wenn vielleicht nicht direkt f├╝r MASTERSTROKE, dann eventuell ├╝ber eine andere Baustelle. Wie ist es denn diesbez├╝glich um Euch bestellt? Eine Zeitlang war ein Teil von Euch ja mit CRYSTALIC unterwegs...

Das stimmt. Niko und Janne haben irgendwann zu Beginn der 2000er Jahre bei CRYSTALIC mitgewirkt, aber das ist lange her, und die beiden haben sich entschlossen, sich nur noch auf MASTERSTROKE zu konzentrieren. In der Zwischenzeit gibt es zwar RUASTE, eine Punk-Formation bei der Janne und Niko auch mitmachen, aber dieses Projekt wird eher auf Sparflamme betrieben. Auch unsere weiteren Nebengesch├Ąfte sind aktuell eher als "Ausgleich" zu betrachten. Generell kann man festhalten, da├č MASTERSTROKE unsere absolute Priorit├Ąt genie├čt, auch wenn so mancher mit Job und Familie daf├╝r schon weniger Zeit aufbringen kann, als ihm lieb ist. Und nur so zur Info nebenbei: Auch CRYSTALIC existieren nach einer Pause wieder und haben in neuer Besetzung auch schon einen Song eingespielt!

Coole Geschichte, aber wohl noch Zukunftsmusik, ehe wir dar├╝ber berichten k├Ânnen. Apropos "Zukunft", kannst Du zum Abschlu├č bitte f├╝r uns einen Blick in die Kristallkugel wagen?

Ich sehe Gigs, viele Gigs. [lacht] Und au├čerdem jede Menge an neuen Songs, wobei einige davon auch tats├Ąchlich schon existieren! Also abwarten, was da noch auf Euch zukommt.

Das tun wir gerne und h├Âren bis dahin ┬╗Broken┬ź rauf und runter und lassen uns von den sieben Saiten in den Banger-Himmel beamen!

http://www.masterstroke.info/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photos: Markus Povelainen

MASTERSTROKE (SF) im ├ťberblick:
MASTERSTROKE (SF) – Broken (Rundling)
MASTERSTROKE (SF) – Facing The Truth (Do It Yourself)
MASTERSTROKE (SF) – Sleep (Rundling)
MASTERSTROKE (SF) – ONLINE EMPIRE 54-Interview
andere Projekte des beteiligten Musikers Janne Juutinen:
VILLIEL├äIN – News vom 23.10.2007
andere Projekte des beteiligten Musikers Marko Kolehmainen:
STATUS MINOR – The Sun (Do It Yourself)
STATUS MINOR – News vom 05.02.2008
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