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  UE-Home → History → Online Empire 52 → Interview-├ťbersicht → SPECTRAL (D)-Interview last update: 07.03.2020, 07:33:00  

SPECTRAL (D)-Logo

In der Eifel liegt ein sagenhafter Schatz vergraben, der nur darauf wartet, von Metallern gehoben zu werden: SPECTRAL! Denn: Bedenkt man, auf welch konstant hohem Niveau die Truppe ihren Mix aus Viking, Black, Thrash und Power Metal in den letzten Jahren zelebriert, ist es unverst├Ąndlich, da├č sie nicht deutlich bekannter ist.
Da das im M├Ąrz erscheinende f├╝nfte Album ┬╗Gateway To Death┬ź das bisherige Meisterst├╝ck der Band darstellt, wollen wir mit der Hilfe von Gitarrist German "Teutonlord" Wollwert und S├Ąnger Marco "Vidar" Ewertz nochmal ausdr├╝cklich auf SPECTRAL hinweisen!

SPECTRAL (D)-Headline

Zun├Ąchst mal eine kurze Bestandaufnahme: Ihr habt nach ┬╗Evil Iron Kingdom┬ź erstmals in der Bandgeschichte einen festen Keyboarder in die Band aufgenommen. Bis dato hast immer Du, German, die Tasten gedr├╝ckt - sofern ich das richtig verstanden habe. Warum habt Ihr nun Gabbelz zu Euch genommen? Denn generell hat sich der Sound von SPECTRAL gegen├╝ber der letzten Platte nicht so extrem ge├Ąndert. Ich w├╝rde allenfalls sagen, da├č Ihr Euren Stil verfeinert habt.

German: Das ist soweit richtig. Bei Bandgr├╝ndung 1995 gab es ja damals nur mich und Destructor und dementsprechend vielmehr Instrumente, als wir spielen (oder auch beherrschen) konnten. Daher k├Ânnte man sagen, mu├čten wir aus dieser Not eine Tugend machen und alles spielen. Es war nat├╝rlich schon recht stressig, wenn ich je nach Song f├╝nfmal zwischen den Instrumenten wechseln mu├čte.
Bei den sp├Ąteren komplexeren Songs, wie beispielsweise auf dem 2004 erschienenen ┬╗Dawn Of Gods┬ź-Album, wo ich immer noch selber die Tasten bediente, konnte das Keyboard vor allem live nur noch sehr, sehr selten zum Einsatz kommen, weil ich mich ja haupts├Ąchlich auf die Gitarre konzentrieren mu├čte.
Da im Sound von SPECTRAL ein dezentes Keyboard zur Unterlegung der Songs gew├╝nscht war, lag es nat├╝rlich auf der Hand, einen neuen Keyboarder zu suchen.

Marco: Da kam uns Gabbelz gerade gelegen, da er sich eh fast jede Probe im Bandraum befand und sich betrunken hat und inzwischen schon praktisch dort wohnt. Nachdem wir herausfanden, da├č er sich nicht nur k├Âniglich betrinken, sondern auch Keyboard spielen kann, wurde er sofort verpflichtet.

SPECTRAL (D)-Bandphoto 1

Auf ┬╗Gateway To Death┬ź habt Ihr meines Erachtens gerade ein gro├čes Augenmerk auf die Gitarrenmelodien gelegt, die oft genug sehr hymnenhaft und erhaben sind. Trotzdem geht die H├Ąrte nie verloren, sondern die Platte ist sehr sch├Ân im Gleichgewicht zwischen den Polen Heavyness und Melodie ist. Verrat' uns doch mal das Songwriting-Geheimrezept von SPECTRAL!

German: Ja, das ist richtig. Generell gibt es aber kein Geheimrezept. Wir achten darauf, da├č die Songs bei aller H├Ąrte und Verspieltheit immer noch eing├Ąngig und nicht zu kompliziert klingen. F├╝r uns mu├č Heavy Metal immer headbangtauglich sein. Meistens ist es so, da├č unsere Gitarristen mit einer kompletten Songidee in den Proberaum kommen und diese Ideen dann ausgearbeitet werden.

Apropos stilistische Entwicklung: SPECTRAL haben da einen Weg von den relativ rohen und rumpligen, eher Black Metal-lastigen Fr├╝htagen zu mehr Melodie, Musikalit├Ąt und ausgefeilten Songs beschritten. W├╝rdest Du mir zustimmen, da├č Ihr mit ┬╗Stormriders┬ź "Euren" Sound gefunden habt, den Ihr jetzt - wie oben schon erw├Ąhnt - verfeinert? Oder: In welche Richtung siehst Du die zuk├╝nftige Entwicklung von SPECTRAL gehen?

German: Da hast Du recht. Ich finde auch, da├č ┬╗Stormriders┬ź f├╝r uns absolut das wichtigste Album war beziehungsweise ist. Man kann wirklich sagen, da├č wir mit diesem Album unsere grobe musikalische Richtung gefunden haben, was man beispielsweise in den Songs ÔÇ║StormridersÔÇ╣, ÔÇ║Black Viking PowerÔÇ╣ sowie auch den Party-Metal-Song ÔÇ║Bang Your HeadÔÇ╣ sehen beziehungsweise h├Âren kann.

Wie seid Ihr eigentlich zu dieser recht eigenst├Ąndigen klingenden Mixtur mit Elementen aus Black, Viking, Thrash, Power und Pagan Metal gekommen?

German: Das liegt eigentlich daran, da├č wir alle einen sehr breiten Musikgeschmack in Sachen Heavy Metal haben und dieser nat├╝rlich auch in unsere Musik einflie├čt. Wir finden es generell gut, da├č man uns nicht in eine bestimmte Sparte stecken kann, da wir so auch mehr Spielraum beim Songwriting besitzen als manch andere Band. Sowieso ist dieses "in Sparten denken" eh nur Schwachsinn unserer Meinung nach. Wir spielen, h├Âren, leben und atmen einfach nur den guten, alten Heavy Metal.

Noch einen Blick zur├╝ck in die Vergangenheit: SPECTRAL war ja anfangs ein Hobbyprojekt von Dir, German, und Eurem Drummer Destructor. Wann sollte sich herauskristallisieren, da├č aus SPECTRAL mehr werden sollte als ein Projekt von zwei Penn├Ąlern, die sich mittels etwas Krach ein wenig abreagieren wollen, sondern da├č daraus wirklich eine ernsthafte Band werden sollte? Gab es da einen magischen Moment?

German: Magischer Moment? [lacht] Also, seit ich 13 war und ich meine erste E-Gitarre hatte, war eigentlich schon klar, da├č ich mal eine Band gr├╝nden oder beziehungsweise in einer Band spielen m├Âchte. Da ich generell an anderen Instrumenten, wie Schlagzeug und E-Ba├č interessiert war und ich somit auch in den n├Ąchsten Jahren ein fast komplettes Bandequipment zusammengesammelt hatte, war dann der erste magische Moment, als mein Kumpel Meik Meiers - ja, er hei├čt wirklich so! - dann in meinen Proberaum kam und mit mir dann zum ersten Mal im Leben musizierte. Das war Magie! Seither sind wir unzertrennlich. Das daraus mal mehr werden sollte, w├╝rde ich mit der ersten Tonstudio-Produktion zu unserer '99er Demo-CD ┬╗Teutonic Symphony┬ź verbinden.

Und wie kam der Umschwung von Corpsepaint zur Wikingertracht zustande? 2001 habt Ihr auf ┬╗Barbaric Assault┬ź schon von "Black Viking Power" gesprochen, habt aber immer noch wie kleine IMMORTAL-J├╝nger ausgesehen - mit Ausnahme von Destructor, der anscheinend schon immer schminkresistent war. 2004 auf ┬╗Dawn Of Gods┬ź war dann die Maskerade verschwunden. Was war der Ausl├Âser daf├╝r?

German: [lacht] Ja, das stimmt. Meiers, ├Ąh..., Destructor sah mit Corpsepaint immer aus wie ein Eifler Bergpanda. [lacht] Da sich trotz der Grundidee von 1995, eine Black Metalband zu gr├╝nden, bereits in den ersten drei Jahren herausstellte, da├č Black Metal f├╝r uns zu eint├Ânig war, beschlossen wir mit Ausnahme unserem damaligen S├Ąnger Zerberus, kein Corpsepaint mehr zu tragen.

Was macht Ihr eigentlich falsch? Ihr habt jetzt die dritte herausragende Platte in Folge vollbracht, mit der Ihr nicht nur den Gro├čteil der stilistisch ├Ąhnlich ausgerichteten Konkurrenz in Deutschland, sondern auch international gesehen, meilenweit hinter Euch la├čt. Trotzdem w├╝rde ich fast noch davon sprechen, da├č Ihr immer noch eine Underground-Band seid. Wie kommt dieses Mi├čverh├Ąltnis zwischen Eurer musikalischen Leistung und dem daraus resultierenden Status der Band zustande?

Marco: Wir m├╝ssen gestehen, da├č wir alle in der Vergangenheit etwas faul waren in Sachen Promotion, Konzertbewerbungen etc. Teilweise haben wir sogar bei unseren Auftritten verpeilt, unser Merchandise mitzunehmen. [lacht] Unser neues Album ┬╗Gateway To Death┬ź wollen wir nat├╝rlich so oft wie m├Âglich live pr├Ąsentieren und haben schon bei ein paar Festivals angefragt, wobei hier noch nichts wirklich spruchreif ist. Neuigkeiten hierzu geben wir auf unserer Homepage bekannt.

German: Was Marco sagt, ist sicherlich alles richtig. Dazukommt aber auch, da├č wir hier in der Vulkaneifel weitab von allem sitzen. Es gibt zwar ein paar Bands, mit denen wir uns gut verstehen und wo man sich mal aushilft. Das war es aber auch schon. Es gibt hier keine "Infrastruktur" von Magazinen, Labels, Mailordern, Clubs, Kneipen etc., wo man mal hingehen und sich mit Gleichgesinnten, die auch im Musikbusiness arbeiten, austauschen kann. Bei solchen "Treffen" ergibt sich oft das ein oder andere. Uns fehlt schlicht und einfach auch jegliches Vitamin B oder auch nur die M├Âglichkeit, mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Seid Ihr dennoch zufrieden mit der Entwicklung der Band, und wo liegen die Ziele f├╝r SPECTRAL in Zukunft?

German: Zufrieden sind wir vor allem mit der musikalischen Entwicklung von SPECTRAL. Was das Songwriting sowie auch das generelle Soundgewand betrifft, was wir nach inzwischen sechs Ver├Âffentlichungen vorzuweisen haben, sind wir mehr als zufrieden. Auf dem Livesektor bin ich selbst noch etwas unzufrieden, weil wir vielmehr Gigs spielen k├Ânnten, wenn wir uns denn nur mal irgendwo bewerben w├╝rden. [lacht] 90 Prozent von unseren Auftritten kommen dadurch zustande, da├č die Veranstalter direkt bei uns anfragen, nicht aber weil wir uns beworben h├Ątten.
Unsere Ziele werden sicherlich darin liegen, weiterhin regelm├Ą├čig gute Songs zu schreiben und auch mal wichtige Touren zu spielen.

Ein Problem ist sicherlich, da├č die Band live nicht gen├╝gend pr├Ąsent ist - was Ihr gerade auch schon angeschnitten habt. Ich m├Âchte mal die These in den Raum stellen, da├č Ihr - entsprechende Livequalit├Ąten vorausgesetzt - bei einer "Paganfest"-Tour locker mithalten k├Ânntet und sogar etliche Bands an die Wand spielen w├╝rdet. Allerdings taucht Ihr eben bei keiner "Paganfest"-Tour auf, sondern hangelt Euch von Einzelgig zu Einzelgig. Liegt das daran, da├č Euch aus privaten Gr├╝nden mehr nicht m├Âglich ist, oder haben die zust├Ąndigen Leute einfach noch keine Notiz von SPECTRAL genommen?

Marco: Eine "Paganfest"-Tour mitzuspielen w├Ąre schon ziemlich geil! Allerdings m├╝├čte man hier auch alle Mitglieder unter einen Hut bekommen, da wir alle berufst├Ątig oder Studenten sind. Aber das d├╝rfte sich in Anbetracht einer ersten Tour f├╝r uns mit Sicherheit irgendwie regeln lassen!
Zudem ist es gut m├Âglich, da├č die zust├Ąndigen Leute, die solche Touren organisieren, noch nichts von uns geh├Ârt haben, was sich ja aber vielleicht mit ┬╗Gateway To Death┬ź ├Ąndern k├Ânnte. Wir werden sehen. Wir h├Ątten jedenfalls nichts dagegen, zumal wir so unsere Musik einem gr├Â├čeren Publikum pr├Ąsentieren k├Ânnten. Allerdings machen uns die Einzelgigs h├Âllisch Laune, da diese meistens in kleineren Clubs stattfinden und von richtigen Metal Maniacs organisiert werden. Bei so was merkt man richtig das Herzblut dahinter, was bei gr├Â├čeren Touren meist nicht der Fall ist.

Interessanterweise tummeln sich bei SPECTRAL Musiker, die sonst nirgendwo in Erscheinung treten. Es gibt keine Zweitbands, Nebenprojekte oder sonstiges. Ebenso scheint SPECTRAL f├╝r alle Musiker die erste "Band-Liebe" zu sein, da sie zuvor bei keinen anderen bekannteren Bands aufgetaucht sind.
Ergo: Ist Euch diese Konzentration der Kr├Ąfte auf SPECTRAL wichtig? Und bedeutet das, da├č es in der Eifel au├čer SPECTRAL keine anderen ernstzunehmenden Bands gibt?

German: Das ist so nicht ganz richtig! Zumindest ich selbst und unser Keyboarder Gabbelz haben seit 2008 eine weitere Band namens RANDIR, welche im gleichen Proberaum wie SPECTRAL ihr Lager hat. Die Musik von RANDIR kann man durchaus von SPECTRAL beeinflu├čt nennen. Es kam dazu, weil bei SPECTRAL zu dieser Zeit wenig M├Âglichkeit f├╝r Proben bestand, da zwei von uns Studenten sind, die zu diesem Zeitpunkt aus lerntechnischen Gr├╝nden nicht proben konnten. Man k├Ânnte also sagen, RANDIR ist aus reiner "Langeweile" gegr├╝ndet worden. [lacht] Mit dieser Band gehen wir ├╝brigens im Mai diesen Jahres zwei Wochen ins "Gernhart Studio" in Siegburg, um auch hier zu zeigen, wo der (Thors) Hammer h├Ąngt.
Es gibt dann hier in der Eifel noch weitere Metalbands, die seit l├Ąngerer Zeit aktiv sind, wie beispielsweise TORMENT OF SOULS und EDGE OF THORNS.

SPECTRAL (D)-Bandphoto 2

Erstaunlicherweise macht Ihr nicht das ├╝bliche Gewese um Eure Pseudonyme. Bei manchen Black Metallern ist fast Weltuntergang angesagt, wenn man den b├╝rgerlichen und K├╝nstlernamen in einem Atemzug aussprecht. Bei Euch findet man beide sogar ganz friedlich vereint auf der Homepage. Warum habt Ihr Euch f├╝r Pseudonyme entschieden, warum aber seht Ihr sie nicht so verkniffen wie manch' andere Band?

Marco: Die Pseudonyme gibt es glaub ich schon seit der Bandgr├╝ndung. Generell geh├Âren diese zu dem Gesamten dazu, damit alles eine stimmige Einheit bildet. Okay, Exkrementor ist schon ein ziemlich beschissenes Pseudonym. [lacht]

German: Und unser Keyboarder hat eigentlich gar kein Pseudonym: Er hei├čt mit Nachnamen G├Âbels, und er wollte auf einer unserer Bandraumpartys im Suff jemandem erkl├Ąren, wie er mit Nachnamen hei├čt, und dieser verstand aber nicht "G├Âbels" sondern "Gabbelz". Seitdem hei├čt Gabbelz weltweit einfach nur Gabbelz. Okay, wir haben mal kurzeitig ├╝berlegt ihm das Pseudonym Gabbelzebub zu geben, aber das fanden wir dann doch selber zu albern. [lacht]

Kl├Ąr' uns doch mal ├╝ber das "Kinderschreck-Intro" von ÔÇ║Forces Of EvilÔÇ╣ auf: Was passiert da am Anfang dieses Songs, und wovon handelt die Nummer?

German: Dieses Intro basiert ganz allein auf der Idee von Destructor. Die Handlung des in der Tat recht abstrakten Intros geht darum, da├č ein kleines M├Ądchen was fr├Âhlich im Wald spazierengeht, wo es dann aber von einer Art Alptraumkreatur ├╝berfallen wird, man h├Ârt Schreie, irgendwo dann eine Klinge, und was dann folgt ist, sagen wir mal, eine ├╝berraschende Wende des Schicksals... [kichert] Es ist schon sehr schwierig, das so zu erkl├Ąren, am besten h├Ârt ihr Euch das selbst mal an! Die Stimme des kleinen M├Ądchens im Intro stammt sogar von Destructor. Sie wurde im Studio nat├╝rlich noch hochgepitcht und ver├Ąndert. Wenn dieses Intro nicht genommen worden w├Ąre, h├Ątte er wohl m├Âglich die Band verlassen. [lacht] In unserem kleinen Studioreportvideo kann man Destructor beim Aufnehmen des Intro sehen.

Du k├Ânntest Dich noch ein wenig mehr ├╝ber die Texte von ┬╗Gateway To Death┬ź auslassen. In Sachen ÔÇ║Tank AttackÔÇ╣ scheinst Du wohl von Deinem Bruder Kai, ehemaliger Herausgeber des UNITED FORCES-Fanzines und heute freier Mitarbeiter beim HEAVY-Magazin, und seinem Faible f├╝r Panzer aus dem 2. Weltkrieg angefixt worden zu sein, oder? Dann mu├čt Du mir allerdings erkl├Ąren, wie Panzer und Wikinger zusammenpassen! :-)

German: Der Song ÔÇ║Tank AttackÔÇ╣ ist ├╝berhaupt der einzigste Song, wo ich selbst am Text mitgearbeitet habe. Alle anderen Texte sind von unserem S├Ąnger Ewald, ├Ą├Ą├Ąhm..., beziehungsweise Vidar. Und es stimmt auch, da├č ich und mein Bruder Kai seit Kindesalter vernarrt in Panzer sowie die generelle Waffentechnik des 2. Weltkriegs sind. Nat├╝rlich passen Wikinger und Panzer mit Verbrennungsmotoren nicht zusammen, aber SPECTRAL machen alles m├Âglich! Wobei ich pers├Ânlich ja sehr gerne mal ein Cover f├╝r eine SPECTRAL-Ver├Âffentlichung aufnehmen w├╝rde, wo eine ganze Armee von Germanen beziehungsweise Wikingern inklusive Deutschen Tigerpanzern auf den Betrachter zust├╝rmen. Mal abwarten...

Au├čerdem: Warum eigentlich Odin und nicht Thor? Warum Wikinger und nicht Teutonen - gerade weil bei Dir, German, Dein richtiger Name als auch Dein Pseudonym ja schon in diese Richtung deuten! Ihr hattet fr├╝her ja auch immer Eure Bandphotos im Wald gemacht, und der Wald ist bekanntlich auch etwas, das f├╝r die Deutschen sehr wichtig ist. Anders formuliert: Warum habt Ihr Euch nicht der germanischen Mythologie angenommen, sondern setzt wie die meisten Bands, die ins Viking-Genre fallen, auf die nordische Mythologie?

German: Diese Frage kann ich so gar nicht wirklich beantworten. Zum einen hast Du v├Âllig recht damit, da├č wir uns auf die nordische Mythologie konzentrieren, da wir fr├╝her einfach nicht drauf gekommen sind, uns den Germanen beziehungsweise Kelten zu widmen. Odin war einfach schneller. Aber man kann schon sagen, da├č wir zwar dieses Thema weiterhin als einen Kernpunkt beibehalten werden, wir uns allerdings keineswegs als hundertprozentige Viking-Band sehen, siehe den Song ÔÇ║Tank AttackÔÇ╣. Die ganze Wikinger-Thematik sollte man bei SPECTRAL auch nicht ├╝berbewerten. Wir waren niemals eine reine Viking-Band und werden dies auch nie sein. Es ist eine, aber eben nur eine, Facette unseres Sounds, die wir m├Âgen, und die wird auch erhalten bleiben.

H├Ąngt das eventuell auch damit zusammen, da├č Vorw├╝rfe, man sei eine Nazi-Band, dann oft nicht weit sind? Immerhin hattet Ihr im ┬╗Barbaric Assault┬ź-Booklet ein deutliches Statement gegen jede Form von politischen Extremismus abgedruckt. Hatte Ihr mal Problem in dieser Hinsicht?

German: Ja, es stimmt schon, da├č man als deutsche Band leider aufpassen mu├č, wenn man mit Elementen aus Viking, Pagan oder Heathen Metal arbeitet. Die Deutschen haben eben ein gest├Ârtes Verh├Ąltnis zu ihrem Land, daran wird sich zu unseren Lebzeiten wohl auch nichts mehr ├Ąndern. Aber Probleme hatten wir nie gehabt, was vielleicht auch durch unser damaliges Statement zur├╝ckzuf├╝hren ist, da├č wir uns auf keinen Fall in irgendeine politische Richtung entwickeln, weil wir politisch einfach nichts zu sagen haben!

Wie passen eigentlich Deine musikalischen Faves, die laut Deiner MySpace-Seite von NOCTURNUS und BATHORY ├╝ber CHROMING ROSE und SCANNER bis zu GUNS N' ROSES reichen, zusammen? Inwiefern reflektieren sich diese Vorlieben auch in der Musik von SPECTRAL?

German: Ja gell? Das ist mal eine schr├Ąge Mischung. Aber ich kann wirklich sagen, da├č vor allem GUNS N' ROSES und NOCTURNUS mein Leben extrem beeinflu├čt haben. Bei SPECTRAL allerdings spiegelt sich von diesen beiden Bands ├╝berhaupt nichts wieder. Lediglich von der Viking-Phase von BATHORY kann man Spuren bei SPECTRAL entdecken. Zu meinen Faves geh├Âren inzwischen auch noch Slash, BAL SAGOTH und STEEL PANTHER. Pa├čt auch alles auch nicht zusammen, aber ich find's geil!

Gibt es irgendwas, das ich vergessen habe, zu fragen, das Ihr aber unbedingt loswerden wollt? Dann haltet Euch nicht zur├╝ck!

German: Es lebe das San Dimas-Footballteam! Nein, im Ernst. Vielen Dank f├╝r das sehr nette Interview, und wir hoffen einige Eurer Leser auf unseren Konzerten auf ein Bier anzutreffen! And we hope you all enter the Gateway to Death!

http://www.spectral-metal.de.vu/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

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