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Contents:  Sampler Special-Special

Date:  25.03.1991 (created), 30.05.2010 (revisited), 09.10.2012 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 5

Status:  published

Task:  from paper to screen

Comment:

Ja, es war jener Oliver Hahn, den wir als CRACK BUSTER-Manager kennengelernt hatten, und der heute bei der Plattenfirma SPV arbeitet, der in der Einleitung als Initiator dieser Story erwÀhnt wird; war schon immer ein Mann mit Weitblick und Visionen, der Gute...

NatĂŒrlich haben wir auch das schicke Titeldesign, das ich damals zusammengebastelt hatte verwendet. Leider ist die Originaldatei nicht mehr aufzufinden, so daß ich auf einen Scan zurĂŒckgreifen mußte. Von diesen nach links und rechts verlaufenden Balken ging dann nach unten eine weitere Rasterlinie aus, die seitlich unter dem Text lag und ihm einen Rahmen verpaßte - und zudem Wolfgang, Mister Repro in unserer Druckerei, fast in den Wahnsinn trieb, da dort noch die Cover drĂŒbermontiert werden mußten, was nahezu unmöglich ohne Unterstrahlungen machbar war...

P.S.: Eigentlich wĂ€re beim »Metal Massacre I« interessanter gewesen, die RĂŒckseite abzubilden, wo bei der ersten Auflage eine Combo namens METTALLICA mitgewirkt hatte...

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

''Sampler Special''-Design 1

Zu dieser Story hat Oliver Hahn aus Hannover angeregt, und ich fand seine Idee spontan sehr gut, so daß sie im neuen Heft realisiert werden soll.

»Metal Massacre I«-CoverEs gibt wirklich eine Menge heute bekannter Bands, die auf Samplern zum ersten Mal auf sich aufmerksam machen konnten. So gibt es zum Beispiel einige Samplerserien, die eine wahre Fundgrube fĂŒr junge Talente darstellen. Dabei ist selbstverstĂ€ndlich zuerst METAL BLADEs »Metal Massacre«-Samplerserie zu nennen. Auf dem ersten Sampler dieser Reihe fand beispielsweise der Startschuß fĂŒr die Karriere von METALLICA statt. Aber auch seit diesem Zeitpunkt waren auf »Metal Massacre« unglaublich viele klangvolle Namen zu finden, wie beispielsweise ARMORED SAINT, OVERKILL, SLAYER, SACRED BLADE, METAL CHURCH, FATES WARNING, HADES bis hin zu OLIVER MAGNUM.

»U.S. Metal II«-CoverDoch auch einige andere Sampler-Serien sollte man nicht vergessen. Unser Gitarrengott-Ausbuddler Mike Varney beteiligte sich von 1981 bis '84 auch am Compilationspiel und veröffentlichte mit der »U.S. Metal«-Reihe vier Sampler mit Betonung auf Bands mit hervorstechenden Gitarristen. Auch wenn diese Bands qualitativ sehr unterschiedlich waren, so gab es in CULPRIT, VIRGIN STEELE, HAWAII, WILD DOGS, KEEL oder VICIOUS RUMORS doch einige verdammt coole Acts. Sehr bemÀngelswert sind allerdings die beschissenen militanten Cover der »U.S. Metal«-Collection.

Weitere erwĂ€hnenswerte Sampler-Serien wĂ€ren beispielsweise »Metal Meltdown« von EVER RAT RECORDS, die mit GYPSY KYSS, KIL D'KOR, MAX PLÄNCK, COVEN, LETHAL DOSE und D.C. LACROIX ihre Highlights hatte, oder auch die »Iron Tyrants«-Trilogie von AZRA/IRON WORKS, auf der man besonders Bands wie NASTY SAVAGE, MORDOR, NOT FRAGILE oder ALIAS hervorheben muß.

»»Eastern Front - Live At Ruthie's Inn«-CoverDesweiteren sollte man unbedingt einige Sampler anfĂŒhren, die heute schon ins Reich der Kultveröffentlichungen entschwunden sind. Dank der beiden HADES-Songs ist dies der Fall beim »Born To Metalize«-Sampler, den MEGAFORCE auf den Markt brachten. Qualitativ noch viel besser bestĂŒckt waren da beispielsweise der »Cleveland Metal«-Sampler, bei dem sich mit BREAKER, CEREBUS und SHOK PARIS die Highlights geradezu verfolgten. Der Oberhit in dieser Beziehung nennt sich allerdings »Eastern Front - Live At Ruthie's Inn«, auf dem wirklich nur geile Bands zu finden waren. Ein kleiner Auszug aus dem Programm: HEATHEN, DEATH ANGEL, LEGACY, BLIND ILLUSION, TYRRANICIDE, VIOLENCE, D.R.I. und die göttlichen RUFFIANS.

»Roxcalibur«-CoverWollen wir nun einige Jahre zurĂŒckgehen und mal einige Sampler nennen, die schon etwas in die Jahre gekommen sind, aber auch heute noch frisch und unverbraucht klingen. Da gab es beispielsweise in New Wave Of British Heavy Metal-Anfangszeiten einige Kollektionen, mit der sich selbige Welle etwas Eigenauftrieb verpaßte. Ich möchte drei besonders erwĂ€hnen: »Metal For Muthas« mit IRON MAIDEN, SAMSON, PRAYING MANTIS und ANGELWITCH, »The Friday Rock Show«, von Tommy Vance initiert, mit DEMON, SWEET SAVAGE oder DIAMOND HEAD und schließlich »Roxcalibur« mit tollen Acts wie SATAN oder BATTLEAXE, um nur die bekanntesten zu nennen.

»New York Metal -84«-CoverAber auch jenseits des großen Teichs in Amerika war man in dieser Beziehung nicht faul, sondern lieferte einige goile Sampler ab. Allen voran ist hier die »New York Metal-84"-Compilation zu nennen, die in OVERKILL, VIRGIN STEELE und CITIES drei unschlagbare Juwelen enthielt; die "Blood Metal Donors" hatten auf diesem Vinyl gar ihren ersten "offiziellen" Auftritt.

Keinesfalls unter den Tisch kehren sollte man das »Pacific Metal Project«, das mit HEIR APPARENT, MYTH und MISTRUST beachtlich zuschlug.

»Northwest Metalfest«-CoverAuch der »Northwest Metalfest«-Sampler war super bestĂŒckt, jedoch nur eine Band, METAL CHURCH nĂ€mlich, konnte sich selbst den Weg zum spĂ€teren Erfolg ebnen - schade um tolle Bands wie OVERLORD, OPEN FIRE, STRIKE oder LIPSTICK.

Mehr oder minder good, aber auf jeden Fall old Germany war da nicht ganz so aktiv: In Form von »Rock From Hell« oder »Death Metal« gab es zwar einige Sampler, die auch ĂŒber einige interessante Bands verfĂŒgten (HELLOWEEN, RUNNING WILD, RATED X, GRAVE DIGGER oder HELLHAMMER), aber so richtig bekannt wurde nur der »Death Metal«-Sampler, da aufgrund seines Covers sich die Zensurbehörde Gedanken um die Moral der SprĂ¶ĂŸlinge aller Deutschen machte - Ansteckungsgefahr mit Epidemiefolge nicht auszuschließen...

Etwas mehr GlĂŒck hatte da das hollĂ€ndische Label RAVE-ON RECORDS mit ihrer ersten Veröffentlichung »Metal Clogs«, der schon sehr bald einen legendĂ€ren Ruf in der Szene innehatte, auch wenn die vier Bands CROSSFIRE, IMPACT, GILGAMESJ und FRANKENSTEIN gewiß keine Offenbarungen waren.

Das Samplerbasteln ist auch eine sehr beliebte TĂ€tigkeit bei Fanzines und Magazinen. So war beispielsweise lange Zeit von mir ein UNDERGROUND EMPIRE-Sampler geplant, welchen ich dann aber doch nicht realisierte. Einen beispielhaften Sampler dieser Art unter dem Titel »Teutonic Invasion« stellte das ROCK HARD in Zusammenarbeit mit ROADRUNNER zusammen, der mit XANDRIL, PARADOX, MINOTAUR, VIOLENT FORCE oder MORGAN LE FAY einige sehr hoffnungsvolle Acts enthielt. Daß im Endergebnis bis heute erfolgsmĂ€ĂŸig keine richtig den Arsch hochgekriegt hat, ist ein anderes Thema.

»Break Out«-CoverEtwas Ă€hnliches veranstaltete auch das BREAK OUT, das den Sampler gleichzeitig als Talentwettbewerb benutzte. Leider war ein Großteil der Bands qualitativ ziemlich durchwachsen. Mit PRISONER, UNITED FORCES und SEVEN WISHES gab es aber doch drei sehr gute Acts auf dieser Collection.

Momentan ist auch der METAL HAMMER fleißig beim Samplerzusammenstellen, die aber nur Sammlungen von bereits veröffentlichten Songs von LPs bekannter Bands darstellen, weshalb sie fĂŒr uns in diesem Artikel nur von minderem Interesse sind.

Der geilste Sampler aus Zineproduktion, den ich kenne, ist allerdings der »Epicus Doom Tapesampler«, der von WATCHTOWER angefangen bis hin zu DISJECTA MEMBRA oder PYROMANIA fast nur die absoluten Granaten enthielt.

Auf die gleiche Stufe ist auch der »The METALLINE Files Part 1 - Speed And Thrash« zu stellen, der vor etwas einem halben Jahr mit einem lĂŒckenlosen Programm glĂ€nzen konnte und nur tollen Bands enthielt (wie beispielsweise STYGIAN, ICE AGE, TYNATOR, ARMOURED ANGEL und tausend andere).

»Moronic Joke-Demo-Sampler«-CoverDesweiteren gab es da mal ein Zine namens EVIL CUNT, das sich dann in MORONIC umnannte und genau unter diesem Namen veröffentlichten die Jungs den definitiven Funcore-Sampler, der praktisch Anfang, Höhepunkt und zugleich Ende dieser Welle darstellte - von minimalen Ausnahmen mal abgesehen. Auch wenn ich bis heute das GefĂŒhl nicht loswerden kann, daß 99 Prozent dieser Bands mit Jochen Graf & Co. gleichzusetzen sind, so Ă€ndert das nichts an der Tatsache, daß der »Moronic Joke-Demo-Sampler« mit dem StĂŒck »Wildsau« von WILDSAU PARTY den absoluten Kultsong enthĂ€lt.

»60 Minute Plus Heavy Metal Compilation«-CoverDa diese drei letzten erwĂ€hnten Sampler auf Kassette erschienen sind, ist der nun folgende Sprung nicht allzu gewagt, denn es erschienen ĂŒber die Jahre einige beachtenswerte Tape-Sampler, die hier nicht unerwĂ€hnt bleiben sollen. Mit diesem Sampler begab sich das englische NEAT-Label, welches ĂŒber die Jahre stark am Aufbau verschiedener englischer Bands beteiligt war, auf das Feld der Kassettenveröffentlichungen, jedoch war dieses Tape nur fĂŒr Promozwecke zusammengestellt worden. Auf »60 Minute Plus Heavy Metal Compilation« gab es einen guten Überblick, was die englische Szene außer PRIEST, SAXON, MAIDEN, LEPPARD und Ă€hnlichen noch zu bieten hatte. Die bekanntesten Namen dieser Kassettenkollektion sind sicher RAVEN und VENOM, doch auch mit JAGUAR, HELLANBACH, PERSIAN RISK, WHITE SPIRIT oder FIST sollten einige unter Euch etwas anfangen können.

Mit der hĂ€rteren Musik sind immer auch Kassettenlabel eng verknĂŒpft. So hat NOISE seinen Ursprung in dem Kassettenlabel AGGRESSIVE ROCKPRODUKTIONEN, das im letzten Jahr reaktiviert wurde.

»The Wild Bunch«-CoverEines der bekanntesten amerikanischen Tapelabel ist ROIR, das 1985 in Zusammenarbeit mit dem HIT PARADER-Magazin unter den Titel »The Wild Bunch« einen umwerfenden Sampler produzierte. Auch wenn der ein oder andere DurchhÀnger auf »The Wild Bunch« zu finden war, gab sich auf 90 Minuten die creme de la creme der damaligen Szene die Ehre: JAG PANZER, SHOCK PARIS, SLAYER, ANTHRAX, MEGADETH, AGENT STEEL und eine ganze Menge mehr.

Auf den gleichen Spuren wandelt auch Oliver Jung mit seinem DEMOLITION-Tapelabel, der Anfang dieses Jahres auch einen tollen Kassettensampler mit etlichen hervorragenden Underground-Bands veröffentlicht hat. Titel der ganzen Angelegenheit »Out Of The Shadow... Into The Light«, wie wahr...

Nicht unerwĂ€hnt sollen solche Sampler wie »Doomsday News« oder »Free For All« bleiben, die von Plattenfirmen erstellt werden, um ihre Bands zu pushen. Folglich findet man auf sĂ€mtlichen »Doomsday News« ausschließlich Bands von NOISE oder aber auf »Free For All« der ein Promosampler der deutschen NEW RENNAISANCE-Niederlassung war, ausschließlich Bands von ... na, Ihr wißt schon.

»Kleeblatt 22«-CoverSchließlich und endlich wollen wir noch einen Blick auf die AktivitĂ€ten der Ex-DDR, der fĂŒnf neuen BundeslĂ€nder (oder wie auch immer Ihr es nennen wollt), vor dem Fall der Mauer werfen. Dort, wo Musik auch eine Angelegenheit war, die in planwirtschaftliche Schablonen gezwĂ€ngt wurde und wo sich die Auswahl der Bands, die gesignt wurden, primĂ€r an "Staatstreue" und Stand der Sonne orientierte, gab es zwei mir bekannte Samplerserien: die »Kleeblatt«- und die »Rockbilanz«-Serie. Soweit ich informiert bin, war »Kleeblatt« fĂŒr Newcomeracts aller Stilrichtungen zustĂ€ndig, wĂ€hrend auf der »Rockbilanz« dem Titel getreu Bilanz ĂŒber die Vinylveröffentlichungen des Jahres gezogen wurde. Ich kann Euch diese Angabe allerdings nicht mit hundertprozentiger Sicherheit mitteilen, da meine Informationen primĂ€r mĂŒndlicher Natur sind. Sollte ich also gerade grĂ¶ĂŸeren Blödsinn erzĂ€hlen, bei dem sich jeder Heavy-Fan aus dem Ostteil Deutschland vor Lachen windet, so möchte ich ihn bitten, mir einen aufklĂ€renden Brief zu schicken. Auf jeden Fall war »Kleeblatt Nr. 22« ein reiner Metalsampler, auf dem sich die Bands PLATTFORM, MCB und COBRA befinden. Außerdem ist mir eine dieser »Rockbilanz«en bekannt, auf der eine der vier Seiten der Doppel-LP der hĂ€rteren Musik geopfert wurde. Dort finden sich beispielsweise BIEST, MCB, MERLIN, ROCHUS oder CHARLIE. Über weitere AktivitĂ€ten auf dem Gebiet der Sampler ist mir allerdings nichts bekannt, jedoch muß man klar feststellen, daß sich unter diesen Bands etliche befanden, die mit den unsrigen locker konkurrenzfĂ€hig sind. Momentan dĂŒrfte es dort jedoch grĂ¶ĂŸere Probleme als talentierte Newcomer geben.

Somit haben wir den Schluß unseres Sampler Specials erreicht. Wie Euch sicher aufgefallen ist, habe ich von den verschiedenen Samplern primĂ€r bekannte Bands erwĂ€hnt, was selbstverstĂ€ndlich am naheliegendsten ist. Andererseits will ich nicht verschweigen, daß es auf praktisch all diesen Samplern Bands gibt, die zu diesem Zeitpunkt weitaus besser klangen als jene, die heute ziemlich bekannt sind. Jedoch war ihnen wohl das GlĂŒck nicht besonders hold. So, nur als Beispiel, ist der Song â€șThrow The Stoneâ€č von RANSOM ein wahrlich perfekter Riff-Metal-Song, der mich jederzeit total anfetzt, jedoch von der Band hat man nie wieder etwas gehört.

Ich hoffe, daß Euch diese Idee ebenso wie meine Umsetzung zusagen. Ich denke, es sollte klargeworden sein, daß man bei Samplern nie vor Überraschungen sicher sein kann, weshalb ich sie mir in der Regel sehr interessiert reinziehe. Solltet es Euch nun unbĂ€ndig zu einem der vorgestellten StĂŒcke ziehen, dann muß ich Eure Euphorie gleich etwas bremsen, denn die meisten Sampler dĂŒrften praktisch nicht mehr zu finden sein, außer vielleicht bei spezialisierten HĂ€ndlern oder auf Plattenbörsen, und dann dĂŒrft Ihr finanziell wahrscheinlich ziemlich bluten.

Sicher, Ihr habt ja recht - der allumfassende Rundumschlag und KomplettĂŒberblick war dieser Artikel nicht, was aber wohl nicht möglich ist, denn schließlich wollten wir kein Sampler Special-Heft herausbringen - wĂ€re doch wohl etwas eintönig gewesen...

Außerdem gĂ€be es neben diesen nicht erwĂ€hnten Samplern auch noch Videosampler, aber, wie schon erwĂ€hnt, wĂŒrde bei Miteinbeziehung dieser, der Artikel zu sehr ausufern, was nicht in unserem Sinne lag. Das Problem ist ohnehin, daß es sich hierbei um ein schier unendliches Feld handelt, das man nie und nimmer ganz behandeln kann. So fehlen hier beispielsweise komplett die Grindcore-Sampler von EARACHE oder die sich wie Karnickel vermehrenden Death Metal-Sampler von verschiedenen Plattenfirmen (die Leute merken eben auch, womit sich einfach Geld machen lĂ€ĂŸt...). Außerdem gibt es immer wieder lokale Initiativen, die Sampler zusammenstellen, so daß dieser Artikel nur einen groben Überblick geben kann, Euch aber hoffentlich trotzdem gefallen hat.


Stefan Glas

''Sampler Special''-Design 2

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