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U.D.O.
SUCKCEED
VALSANS

Wien, Szene

18.01.2010

Auch wenn es im Vorfeld leichte Verunsicherung herrschte und sogar kurzzeitig zu befürchten war, daß der Wien-Abstecher von U.D.O. aufgrund von widrigen Straßenbedingungen bei der Anreise abgesagt werden müßte, blieb uns ein solches Desaster zum Glück erspart, und so erfolgte der Startschuß für die Traditionsbanger in die Konzertsaison 2010 dann doch planmäßig. Auch wenn es zu Beginn der Veranstaltung nicht unbedingt danach ausgesehen hatte, folgte eine durchaus respektable Menge dem Ruf von "Onkel Udo", um sich eine gepflegte Portion klassischen Heavy Metal in Kombination mit dröhnenden Ohren abzuholen.

VALSANS-Liveshot

Pünktlich um 20.00 Uhr enterten zunächst einmal die Jungs von VALSANS die Bühne, um die Zuseher entsprechend aufzuwärmen. Das Quintett schlug sich dabei mehr als nur beachtlich und konnte mit einigen Tracks ihrer mittlerweile ausverkauften Debut-Scheibe »Dawn Of Metal« (von der zumindest zwei Tracks auf der Webpräsenz vollständig als Download zur Verfügung stehen) für gute Stimmung sorgen. Offenbar war auch ein Großteil der bereits Anwesenden mit dem Songmaterial der Niederösterreicher vertraut, denn die Stimmung stieg förmlich im Minutentakt. Zusätzlich muß man den Burschen attestieren, bereits ein überaus feines Gespür für griffigen Heavy Metal in Kombination mit zwingenden Melodien zu besitzen, denn vor allem das brandneue, vom irgendwann im Laufe dieses Jahres zu erwartenden, neuen Album stammende ›Eyes Of A Viper‹ entpuppte sich als Kracher und hat wohl nicht nur bei mir jetzt schon das Interesse an besagtem Silberling geweckt. Also, bitte ein wenig Gas geben, die Herren! Auf der Bühne wußten die Jungs - allen voran Frontwusel Andi Barna - genau das zu tun und entließen nach sehr kurzweiligen 30 Minuten zufriedene, gut aufgewärmte Zuschauer.

SUCKCEED-Liveshot

Danach wurde es nicht minder traditionell, wenn auch weniger "echtmetallisch" (selbst wenn im Klangbild der Band reichlich davon zu vernehmen ist) als vielmehr erdig-rockig mit SUCKCEED weiter. Die Jungs konnten in den letzen Monaten reichlich Bühnenerfahrung sammeln und wußten, diese auch ordentlich umzusetzen. Spaß und Spielfreude waren einmal mehr regelrecht ansteckend, und zudem hat die Band einige wirklich amtliche Live-Granaten im Talon. Allen voran knallte einmal mehr der Mega-Ohrwurm ›Save My Soul‹, aber auch der Titeltrack ihres aktuellen Drehers »Sonication 24/7« sowie das mörderisch bratende ›This Flaming Heart‹ verfehlten ihre Wirkung nicht und wurden vom dankbaren Publikum gut angenommen. Die Partystimmung nutzte Sänger Franky dann gleich auch noch dazu, um seiner anwesenden Gattin Iris zusammen mit dem Publikum ein Geburtstagsständchen zu bringen. Eine nette Idee, die perfekt zur guten Laune vor und auf der Bühne paßte. Als besondere Überraschung gab es zum Abschluß dann einmal mehr einen Klassiker in SUCKCEED-Version zu vernehmen. Waren es beim VICIOUS RUMORS-Gig im letzten November noch SAXON, denen in Form von ›Power & The Glory‹ Tribute gezollt wurde, widmeten SUCKCEED ihren "Rauswurf" an diesem Abend allen "Daysleepers" im Publikum. Coole Sache, die dänischen Rock'n'Roller D-A-D aus dem Hut zu zaubern und ›Sleeping My Day Away‹ darzubieten, auch wenn die Reaktionen doch nicht ganz so euphorisch wie erhofft ausgefallen ist, da diese Nummer offenbar doch nicht mehr ganz so geläufig zu sein scheint. Aber egal, es war einmal mehr eine überaus kurzweilige halbe Stunde mit den Jungs, die sich erneut als geeigneter Opener für jedwede traditionell orientierte Größe der Szene beweisen konnten.

U.D.O.-Liveshot 1

Nach einer gut zwanzigminütigen Umbaupause enterten Meister Dirkschneider und seine Mannschaft um 21.40 Uhr pünktlich wie die Maurer die Bühne, um mit ›The Bogeyman‹, dem Opener ihres aktuellen Albums »Dominator«, den Set zu eröffnen. Mit dem Titeltrack davon ging es auch gleich nahtlos weiter, wobei bereits zu diesem Zeitpunkt zu erkennen war, daß es doch noch zahlreiche Fans in die "Szene" geschafft haben, um sich von U.D.O. eine amtliche Dosis gepflegtes Schwermetall abzuholen. Die Stimmung stieg förmlich mit jedem Song, wobei die Band auch Geschick in Sachen Songauswahl beweisen konnte. Klar haben Herr Dirkschneider und seine Kumpanen eine ganze Wagenladung an Alltime-Klassikern im Programm, ohne die ein Konzert nicht vollkommen wäre, aber dennoch wußten U.D.O., einige eher überraschende, unerwartete Kamellen auszupacken. Beispiele gefällig? Bitte schön: ›I Don't Wanna Be Like You‹ (von »Objection Overruled«), ›X-T-C‹ (vom 1989er Album »Eat The Heat«, dem - bisher - einzigen in der ACCEPT-Historie, auf dem Udo nicht zu hören war), oder auch ›Living On A Frontline‹ (vom dritten U.D.O.-Epos »Faceless World« aus dem Jahr 1990) hatte zumindest ich nicht erwartet, wie auch mit ›In The Darkness‹ vom U.D.O.-Debut »Animal House« nicht wirklich zu rechnen war. Speziell dabei zeigte das Duo Stefan Kaufmann/Igor Gianola, was es bedeutet, gefühlvoll in die Saiten zu greifen. Sehr, sehr fein, meine Herrschaften! Auf bewährte U.D.O.-Kracher wurde aber selbstredend ebensowenig verzichtet, wie auch auf Solo-Einlagen. Aus dem Fundus der Band wurden im weiteren Verlauf des Abends unter anderem ›Thunderball‹, ›Mission No. X‹, ›Man And Machine‹, sowie ›Animal House‹ dargeboten, wie auch der ›Mastercutor‹ noch seinen Auftritt erhielt. Trotz der überaus professionellen Darbietung der Herrschaften war die Spielfreude der Band zu jeder Sekunde zu vernehmen, nachzuvollziehen nicht zuletzt in motiviert dargebotenen Solo-Einlagen. Igor mimte gekonnt desöfteren den Gitarrenhelden, wie auch sein klampfender Mitstreiter Stefan, der sich zudem auch noch auf seine Vergangenheit besann und als "Teilnehmer" des Drum-Solos von Francesco Jovino agierte. Synchron-Rhythmik vom Allerfeinsten, hat bloß noch gefehlt, daß Udo als Stepptänzer eine heiße Sohle dazu aufs Parkett gelegt hätte, so ganz im Sinne einer schwermetallischen "Riverdance"-Performance.

U.D.O.-Liveshot 2

Aber auch ohne eine solche Einlage wurden die seit ACCEPT-Tagen bekannten "Ballett-Einlagen", wie auch die Soli selbst vom Publikum abgefeiert und letztgenannte teilweise sogar mitgesungen. Speziell der Klassiker ›Princess Of The Dawn‹ ist ja dafür bekannterweise prädestiniert und kristallisierte sich einmal mehr als unverzichtbar für U.D.O. heraus. Daß bei einem Track wie diesem die ohnehin schon wunderbare Stimmung ihren Höhepunkt erreicht, wissen all jene Zuseher längst, die ACCEPT und/oder U.D.O. bereits mehrfach erlebt haben. Über reichlich "Konzert-Erfahrung" dürfte der Großteil des Publikums fraglos verfügt haben, wobei aber sehr wohl erwähnt werden muß, daß sich auch zahlreiche kuttentragende "Jungspunde" im Auditorium befanden, um sich nach gut eineinhalb Stunden klassischer Schwermetall-Kost den finalen Gnadenstoß in Form des grandiosen ›Metal Heart‹ abzuholen.

U.D.O.-Liveshot 3

›Holy‹ leitete dann den Zugabenblock ein, gefolgt von einer ausgedehnten Version von ›Balls To The Wall‹, bei der das Publikum ein letztes Mal aufgefordert wurde, ordentlich mitzusingen, was sich als nicht allzu schwierig für die Band herausstellte, denn die Sangeskräfte der Fans konnten bis zum Ende problemlos mobilisiert werden. Mehr noch, Wien brüllte sich sogar noch in den Genuß weiterer Zugaben, und je länger der Abend wurde, desto fetziger ging in den ersten Reihen die Post ab. Kein Wunder, denn U.D.O. konnten auch mit den "Golden Oldies" ›Burning‹ und ›I'm A Rebel‹ punkten. Doch auch das reichte der Meute nicht, und deshalb wurde nach einmal nachgesetzt und mit einem brachial zelebrierten ›Fast As A Shark‹ (inklusive dem, von Udo und Publikum in bester Volksfest-Variante gegrölten Intro) ein würdiger Schlußpunkt gesetzt.

U.D.O.-Liveshot 4

Satte zwei Stunden beste Metal-Unterhaltung waren es im Endeffekt, die den Fans geboten wurden, ehe allesamt glückselig ihren Heimweg antraten und sich in einem einig waren: Einmal Udo, immer Udo!


Walter Scheurer

Photos: Walter Scheurer [VALSANS, SUCKCEED], Paul Bossenmaier [U.D.O.]

SUCKCEED im Überblick:
SUCKCEED – Sonication 24/7 (Do It Yourself-Review von 2010 aus Online Empire 42)
SUCKCEED – Suckceed (Do It Yourself-Review von 2007 aus Online Empire 30)
SUCKCEED – This Side Up (Do It Yourself-Review von 2014 aus Online Empire 58)
SUCKCEED – Online Empire 41-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2009)
SUCKCEED – Online Empire 42-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2010)
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U.D.O. im Überblick:
U.D.O. – 24/7 (Rundling-Review von 2005 aus Online Empire 23)
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U.D.O. – Decadent (Rundling-Review von 2015 aus Online Empire 62)
U.D.O. – Dominator (Rundling-Review von 2009 aus Online Empire 41)
U.D.O. – Faceless World (Re-Release-Review von 2001 aus Online Empire 7)
U.D.O. – Live In Russia (Rundling-Review von 2002 aus Online Empire 10)
U.D.O. – Man And Machine (Re-Release-Review von 2003 aus Online Empire 15)
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U.D.O. – Steelhammer - Live In Moscow (Rundling-Review von 2014 aus Online Empire 59)
U.D.O. – Timebomb (Re-Release-Review von 2001 aus Online Empire 8)
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U.D.O. – Online Empire 16-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2003)
U.D.O. – Online Empire 20-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2004)
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U.D.O. – Online Empire 24-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2005)
U.D.O. – Online Empire 26-Special (aus dem Jahr 2006)
U.D.O. – Online Empire 40-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2009)
U.D.O. – Online Empire 42-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2010)
U.D.O. – Online Empire 48-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2011)
U.D.O. – Online Empire 56-Interview (aus dem Jahr 2013)
U.D.O. – News vom 08.01.2005
U.D.O. – News vom 04.08.2007
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VALSANS im Überblick:
VALSANS – Sword (Do It Yourself-Review von 2010 aus Online Empire 44)
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VALSANS – Online Empire 42-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2010)
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