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Mit ihrem fünften Album »By The Light Of The Northern Star« schicken sich die Folk/Viking Metaller TÝR von den Färöer Inseln in der Tat an, zur Speerspitze ihrer Szene aufzuschließen, denn die Songs sind stärker und zugleich eingängiger denn je ausgefallen. Wir ketteten TÝR-Front­mann Heri Joensen an den UE-Mast, um Details über die geplanten Beutezüge aus ihm herauszukitzeln.

Hallo, Heri! Als wir uns das letzte Mal unterhalten haben, waren TÝR noch mehr oder minder unsigned, denn Ihr hattet nur so etwas wie einen Vertriebsdeal mit dem kleinen, in Eurer Heimat ansässigen Label TUTL RECORDS, und Du warst gerade auf dem Rückweg von einem Schüler, dem Du Gitarrenunterricht gegeben hattest. Mittlerweile dürftest Du wohl kaum noch Zeit für Gitarrenunterricht haben, denn TÝR haben gerade ihr drittes neues Album bei einem internationalen Label veröffentlicht und sind wohl auch ansonsten sehr zeitintensiv geworden. Bist Du zufrieden mit der Entwicklung, die TÝR in den letzten fünf Jahren genommen haben, oder würdest Du gerne etwas verändern?

Exakt, ich arbeite nicht mehr bei der Musikschule, sondern gebe nur noch private Unterrichtsstunden. Unser Tourplan verschlingt zu viel Zeit, um noch einen normalen Job zu gestatten. Daher bin ich rundum zufrieden mit der schnellen Entwicklung von TÝR, und ich könnte mir nicht im entferntesten vorstellen, was ich im Rückblick anders machen würde.

Na, das klingt doch prächtig! Während der letzten Jahre wart Ihr mehr oder minder permanent auf Tour. Magst Du dieses Zigeunerleben oder vermißt Du Dein Zuhause? Ich kann mir nämlich kaum vorstellen, daß Du irgendwo auf der Welt etwas gesehen hast, das den Färöer Inseln nahekommt!

Natürlich vermisse ich meine Heimat, aber es gibt nichts, das mit dem Tourleben mithalten kann. Du hast übrigens recht: Ich habe noch keinen Ort gefunden, der mit Färöer vergleichbar wäre. Ich glaube, am nächsten dürfte wohl Schottland kommen. Die dortige Landschaft und die Menschen erinnern mich ein wenig an zu Hause.

Was sich durchaus erklären läßt, denn wir hatten schon beim letzten Mal erörtert, daß Färöer von Schottland aus besiedelt wurde. Dank der Musik hast Du von Färöer aus nahezu die halbe Welt bereist. Gab es irgendwelche Gegenden, die Dir besonders gut gefallen haben? Irgendwelche Momente, an die Du Dich besonders gerne erinnerst?

Das kanadische Toronto ist einer der schönsten Orte, an denen ich bislang gewesen bin. Aber generell kann ich sagen, daß ich viele wundervolle Gegenden gesehen und viele großartige Menschen getroffen habe.

Zumeist wart Ihr mit stilistisch vergleichbaren Bands auf Tour - oftmals zu solchen Festivaltourneen wie dem "Paganfest" und so weiter zusammengefaßt. Wie waren die Reaktionen, wenn Ihr vor anderem Publikum gespielt habt?

Ganz gleich, ob es nun stilistisch ähnliche oder eher unterschiedliche Bands waren, konnten wir uns eigentlich immer über gute Reaktionen freuen. Allerdings merkt man natürlich immer, wenn der überwiegende Teil des Publikums wegen einer bestimmten Band kommt, wobei diese Band übrigens von Abend zu Abend eine andere sein kann. Das ist natürlich ein gewisser Nachteil dieser Touren mit vielen Bands, aber generell hat es für uns bei all diesen Konzertreisen gut geklappt.

Die Färöer Inseln sind sehr klein, doch Ihr kommt viel in der Welt herum. Seht Ihr Euch deswegen ein wenig als Botschafter Eures Landes an? Diesbezüglich sollte man sich zudem vor Augen führen, daß Eure Musik einigen Einfluß der traditionellen färöischen Musik beinhaltet.

Oftmals hören wir von Leuten, daß sie dank TÝR zum ersten Mal im Leben etwas von Färöer gehört haben. Das gibt mir ein gutes Gefühl hinsichtlich der Aufmerksamkeit, die wir auf unsere Heimat lenken, und ich hoffe, daß wir den Leuten einen guten Eindruck vermitteln.

Wie groß ist der Anteil der traditionellen färöischen Musik bei TÝR heutzutage? Immerhin gibt es auf »By The Light Of The Northern Star« nur zwei Songs, deren Titel nicht englisch sind.

Das sagt allerdings nur etwas über den Prozentsatz von färöischen Texten aus, nicht aber über den musikalischen Einfluß. Fast alle unsere musikalischen Ideen rühren von irgendeiner traditionellen, skandinavischen Melodie her, aber dennoch schreiben wir meist englische Texte dazu, so daß also zwischen färöischen Titeln und traditionellen Melodien kein Zusammenhang besteht.

Euer Line-up hat sich in den letzten Jahren als sehr stabil erwiesen, doch 2008 mußten einige Drummer bei Euch aushelfen. Was war damals mit Eurem Trommler Kári Streymoy los?

Kári hatte einen Bandscheibenvorfall kurz nach den Aufnahmen unserer 2008er Platte »Land«. Er mußte sich operieren lassen und benötigte danach einige Zeit, um sich zu erholen. Deshalb saß beim europäischen Teil der "Paganfest"-Tour Amon Ellingsgaard, ein Schüler von Kári, an den Drums.

Ihr hattet auch Hilfe von Merlin Sutter von ELUVEITIE erhalten. Habt Ihr eine besondere Beziehung zu den Schweizern?

Da kamen einige glückliche Zufälle zusammen, denn unser Gitarrist Terji Skibenæs war für einen der ELUVEITIE-Gitarristen eingesprungen, und wir brauchten einen Drummer, so daß sich beide Band gegenseitig halfen. Generell haben wir ein sehr gutes Verhältnis zu allen ELUVEITIE-Musikern.

Welche anderen Folk- oder Viking-Bands mögt Ihr besonders?

Spontan würden mir da AMON AMARTH, WINTERSUN, MOONSORROW, BATHORY, oder ENSLAVED einfallen.

Ihr habt zu Beginn Eurer Karriere einige Videos gedreht, aber in den letzten Jahren gesellte sich lediglich der ›Sinklars Visa‹-Clip dazu. Warum waren es nicht mehr Videoclips? Wie schätzt Ihr selbst die Wichtigkeit von Videos ein? Schließlich muß man heutzutage nicht mehr bibbern, ob man die Gnade von MTV & Co. erhält, sondern das Internet bietet vielzählige Möglichkeiten, Videos auszustrahlen.

Unsere ersten Videos waren echte Low Budget-Produktionen. Doch wir sahen die Notwendigkeit, daß die Videos professioneller werden, da sich ja auch die Band weiterentwickelt. Daher liegen jetzt längere Zeiträume zwischen unseren Videodrehs, aber die Qualität der Clips wird besser. Unsere bisherigen Videos haben uns eine Menge Aufmerksamkeit via Internet beschert, und ich hoffe, daß wir an dieser Stelle in Zukunft anknüpfen können.

TÝR-Headline

In Zeiten von sinkenden CD-Verkäufen wird das Medium DVD immer wichtiger. Gibt es Pläne für eine TÝR-DVD? Immerhin seid Ihr eine sehr visuelle Band, die auf der Bühne spezielle Kleidung, die ein wenig an eine Rüstung erinnert, trägt.

Wir hoffen, daß es bald eine DVD von uns geben wird, doch zum jetzigen Zeitpunkt existieren noch keine konkreten Pläne.

Ist ein besonderes Outfit wichtig für Euch, oder würdet Ihr auch in Jeans und T-Shirt auf die Bühne gehen? Immerhin seid Ihr schon 2004, als ich Euch zum ersten Mal live sah, nicht in Straßenklamotten auf die Bühne gegangen, sondern hattet ein spezielles Outfit, das allerdings noch nicht so aufwendig war wie es mittlerweile ist.

Es ist nicht zwingend notwendig, aber es unterstützt die Wirkung, die wir gerne erzielen möchten, so daß es letztlich doch ein wichtiger Teil im Gesamtbild ist.

Euer Musikstil schränkt Euch zu einem gewissen Grad ein. Empfindet Ihr das als Problem, oder seht Ihr keine Einschränkung? Was macht Ihr mit Songideen, die nicht zu TÝR passen? Sollten wir uns auf Projekte neben TÝR einstellen?

In der Tat gibt es Pläne diesbezüglich. Ich fühle mich zwar nicht eingeengt durch unseren Stil, doch zugleich verspüre ich die Notwendigkeit, Ideen, die nicht so richtig zu TÝR passen, auf andere Weise an den Mann zu bringen.

Wie konkret sind diese Pläne? Welche stilistische Richtung willst Du einschlagen?

Sehr konkret: Ich habe schon einige Musiker gefunden, mit denen ich arbeiten werde, unter denen sich beispielsweise Amon Djurhuus befindet, der die dritte Aushilfe war, als Kári auf der "Paganfest"-Tour ausgefallen war. Derzeit komponiere ich die Musik für dieses Projekt; genauer gesagt hatte ich schon direkt nach den Aufnahmen zu »Land« damit begonnen. Die Musik wird schneller und technischer als bei TÝR ausfallen.

Meiner Meinung nach habt Ihr »By The Light Of The Northern Star« bewußt hymnenhafter gestaltet als die letzten beiden Platten. Kannst Du dem zustimmen? Seid Ihr das Songwriting heuer ein wenig anders angegangen?

Bei der neuen Platte habe ich mehr Schwerpunkt auf die Melodien gelegt - sowohl beim Gesang als auch bei der Gitarre. Es gibt mehr Refrains mit großen Chören; genauer gesagt ist das sogar bei allen Songs der Fall. Bei etlichen Songs haben wir uns dabei ertappt, daß wir progressivere Parts gestrichen haben und dafür die melodischen, mitsingbaren Parts gestärkt haben.

Normalerweise bekommen Bands bei ihren neuen Schandtaten als erstes Feedback von der Presse. Ihr habt jedoch von »By The Light Of The Northern Star« schon vor einigen Wochen die Single ›Hold The Heathen Hammer High‹ vorab auf MySpace veröffentlicht. Wie waren die Reaktionen der Fans?

Sie sind überwältigend ausgefallen. Nicht wenige Stimmen haben gesagt, daß es unser bislang bester Song sei.

Der Nord- oder Polarstern war früher enorm wichtig bei der Navigation von Schiffen, weil er einer der hellsten Sterne am Himmel ist und zudem immer die nördliche Richtung anzeigt. Warum wurde er zum Hauptdarsteller Eures neuen Albumtitels?

Der Polarstern repräsentiert jegliche vorchristliche Tradition. Mit Hilfe des Polarsterns kann jeder sein Schiff steuern - völlig unabhängig von der christlichen Weltanschauung oder den Philosophien, die andere Religionen vertreten.

Scheint so, als ob Du nicht gerade ein Freund von Religion bist. Was kritisierst Du an der Religion? Wurdest Du in einem bestimmten Glauben erzogen? Wann und warum hast Du mit der Religion gebrochen?

Ich wurde nicht sonderlich religiös erzogen, sondern war lediglich der Religion in jenem Maße ausgesetzt wie jedermann, der in einem Land mit Staatsreligion aufwächst. Ich wurde Atheist als ich etwa 19 Jahre alt war. Es gab keinen bestimmten Anlaß dafür, aber ich hatte das Gefühl, daß es auch mit der Musik zusammenhing, die ich schon Jahre zuvor begonnen hatte zu hören. Ich dachte immer sehr viel über die philosophischen Fragen des Lebens nach. Ich kann mich noch entsinnen, daß ich nach dem Abgang von einer öffentlichen Schule dachte, daß ich absolute Wahrheit finden würde, wenn ich nur den richtigen Leuten die richtigen Fragen stellen würde, was sich aber im wesentlichen als religiös geprägte Ansicht herausstellte. Ich wurde zum Atheist, als ich herausfand, daß es keine absolute Wahrheit gibt. Heute weiß ich, daß man den richtigen Leuten die richtigen Fragen stellen kann, um viele gute und wichtige Informationen zu erhalten. Man kann viel Wissen durch die Wissenschaft erlangen, aber die absolute Wahrheit gibt es nicht. Religiöse Menschen bestehen allerdings darauf, daß es sehr wohl eine absolute Wahrheit gibt und sie einzig allein Zugang dazu hätten. Das ist eine gefährlicher und spaltender Gedanke, der von vernunftgeprägten Menschen genauso viel Respekt erhalten sollte wie der Nikolaus oder die Astrologie.

Wie tief steigst Du für Deine Texte in die Materie ein? Liest Du historische Bücher, um mehr Hintergrundwissen für Deine Texte zu haben, oder begnügst Du Dich mit Phantasietexten?

Der Großteil der notwendigen Informationen ist in meinem Kopf von früheren Studien oder Nachforschungen, aber bei manchen Details muß ich auch heute noch nachschlagen.

In der Vergangenheit habt Ihr die Studioarbeit in die Hände von Jacob Hansen in Dänemark gelegt. Wo habt Ihr »By The Light Of The Northern Star« aufgenommen?

Wir haben die letzten drei Platten bei Jacob aufgenommen, doch »By The Light Of The Northern Star« ist in unserer Heimatstadt Tórshavn im "Kris Stuff"-Studio von Kristoffur Mørkøre entstanden, während Jacob den Mix erledigt hat. Ja, wir haben es sehr genossen, mit Jacob zu arbeiten, denn wir haben gut zusammengepaßt. Wir kommen immer ins Studio und haben das Songmaterial fix und fertig dabei, daher ist keine Produzententätigkeit mehr nötig, sondern es geht nur noch darum, die Songs systematisch und professionell aufzunehmen, und Jacob tut beides.

Warum habt Ihr Euch diesmal für ein anderes Studio entschieden und welche Veränderungen haben sich dadurch ergeben?

Ich glaube, daß der Sound des Albums so gut wie immer ist. Wir wollten in unserer Heimat aufnehmen, um den Aufwand und die Kosten zu senken, was uns gelungen ist. Im Vorfeld konnten wir feststellen, daß sich die färöischen Studios seit 2002 auf internationalen Standard entwickelt haben. Da dies zuvor nicht der Fall gewesen war, hatten wir bei den bisherigen Aufnahmen nie ein Studio auf Färöer ins Auge gefaßt, so daß auch unsere beiden 2002er Aufnahmen, das Debut »How Far To Asgaard« und die anschließende »Ólavur Riddararós«-Maxi, in dänischen Studios entstanden sind. Daß wir diesmal nicht Jacobs Studio genutzt haben, hat absolut nichts damit zu tun, daß wir mit seiner Arbeit unzufrieden gewesen seien, und ich kann mir gut vorstellen, daß wir in der Zukunft wieder mit ihm zusammenarbeiten werden.

Bei »Ragnarok« und der Wiederveröffentlichung von »Eric The Red« hat Jan "Örkki" Yrlund das Coverartwork gestaltet. Wer hat für »By The Light Of The Northern Star« den Zuschlag erhalten?

Die Werke von Jan Yrlund haben mir sehr gut gefallen, doch für »Land« und nun ebenso für »By The Light Of The Northern Star« haben wir mit dem Ungarn Gyula Havancsák gearbeitet. Wir gaben ihm die Musik und die Texte, und er entwickelte die Ideen für die Cover.

Artwork scheint für Euch ohnehin sehr wichtig zu sein, denn Ihr habt spezielles Merchandise zu jedem Album - auch für die Wiederveröffentlichungen - das auch heute noch erhältlich ist. Gibt es bei Euren Fans einen bestimmten Favoriten?

Soweit ich es im Moment beurteilen kann, ist das »Ragnarok«-T-Shirt, bei dem man nur das Logo auf der Frontseite sieht, das bestverkaufte Shirt, aber ich bin mir nicht ganz sicher. Laut Topsellerliste im Shop von unserer Plattenfirma NAPALM RECORDS ist die Deluxe Digipack-CD von »Land« das bestverkaufte TÝR-Produkt, wobei ich natürlich nicht weiß, wie diese Liste errechnet wird.

TÝR-Bandphoto 2

Die Wiederveröffentlichung von »Eric The Red« war Euer erster Release für NAPALM RECORDS. Nun wurde auch Euer Debut »How Far To Asgaard« wiederveröffentlicht. In den dazwischenliegenden Jahren hat sich Eure Musik durchaus verändert. Wie siehst Du diese Veränderung?

Die Band hat sich enorm verändert, wenn man unser erstes Album mit dem letzten vergleicht. Manchmal ist es schwer zu glauben, daß es die gleiche Band ist! Ich glaube, man kann sagen, daß die Musik aggressiver, schneller und heavier geworden ist und zudem mittlerweile viel besser produziert wird. Zudem denke ich, daß sich unsere Fähigkeiten als Songwriter deutlich verbessert haben.

Wie haben denn die "neuen" Fans auf die "alten" TÝR reagiert? Habt Ihr jemals daran gedacht, beim derzeit bei vielen Bands beliebten Spielchen mitzumachen und »How Far To Asgaard« neu aufzunehmen, besonders da Du nicht auf dem Album gesungen hast? Oder wollt Ihr »How Far To Asgaard« als Dokument für jene Entwicklungsphase von TÝR belassen? Bis dato habt Ihr lediglich den Song ›Hail To The Hammer‹, der die große Hymne von »How Far To Asgaard« darstellt, neu aufgenommen - und zwar sogar zweimal, wenn ich mich recht entsinne.

Wir nahmen ›Hail To The Hammer‹ nur einmal neu auf und zwar für die Limited Edition von »Land«. Davor existierten nur die Demoversion von 2000 und die Albumversion von »How Far To Asgaard« aus dem Jahr 2002. Die Demoversion war allerdings auf dem 2006er Re-Release von »Eric The Red« zu finden gewesen. Ansonsten bestehen keine Pläne, »How Far To Asgaard« nochmal aufzunehmen, denn ich bin ziemlich zufrieden mit dem Album. Man kann die Vergangenheit ohnehin nicht ändern, und es wäre einfach vergeudete Zeit, die wir viel besser in die Aufnahmen eines neuen Albums investieren können. Ich glaube nicht, daß es so interessant für die Fans wäre, eine neue Version des Albums zu hören.

Sind die Originale von »How Far To Asgaard« und »Eric The Red« mittlerweile rar geworden und zu gesuchten Sammlerstücken mutiert?

Ja, das ist in der Tat der Fall. Neulich haben mir einige deutsche Fans erzählt, daß ein Exemplar des »How Far To Asgaard«-Originals etwa das Vierfache des ursprünglichen Preises kostet.

Na, dann werdet mal schön immer erfolgreicher, und ich lege meine CDs derweil in den Tresor... Ihr pflegt Eure Homepage sehr intensiv, während viele Bands diese schon längst zugunsten der MySpace-Seite abgeschossen haben. Wie schätzt Ihr die Wichtigkeit einer normalen Webseite in diesen MySpace-Zeiten ein?

Nun ja, diesbezüglich muß ich sagen, daß wir gerade beschlossen haben, unsere normale Homepage aufzugeben und nur noch auf MySpace präsent zu sein. Diese Seiten sind einfach interaktiver, und ich glaube, daß die Fans sie lieber mögen.

Oh je, eine Bastion nach der anderen fällt dem "Thanks for the add"-Schwachsinn zum Opfer... Wie auch immer - auf Eurer derzeit noch existenten Homepage betont Ihr in der FAQ, daß Ihr keine faschistische oder rassistische Band seid. Hattet Ihr mal das Problem, daß irgendwelches braunes Gesocks in der irrigen Ansicht zu Euren Konzerten kam, daß Ihr "Waffenbrüder" wärt?

Wir haben schon länger keine mehr gesehen, doch in der Vergangenheit sind mal solche Typen aufgetaucht. Es handelt sich dabei um kein verbreitetes Problem, sondern wir haben dieses Statement wegen zwei voneinander isolierten Ereignissen veröffentlicht.

Ich vermute mal, daß es sich dabei unter anderem um die entsprechende Anschuldigung der Berliner Antifa gegen MOONSORROW im Zug der "Paganfest"-Tour 2008 handelt, die vor Unwissenheit nur so gestrotzt hatte...

Es handelte sich dabei nicht um die Antifa, wie wir herausfanden nachdem wir das Statement veröffentlicht hatten. Es war eine Organisation namens BIFFF, die von einem gewissen Peter Kratz geführt wird, die diese Anschuldigungen aufgebracht hatte. Das entsprechende Videostatement, das von MOONSORROW und uns gemeinsam stammte, wurde exakt aus diesem speziellen Anlaß angefertigt.

Ihr habt im letzten Jahr beim "Bang Your Head!!!"-Festival gespielt. Welche Erinnerungen habt Ihr daran?

Wir sind bei so vielen Festivals aufgetreten, daß es unmöglich ist, sich nach so langer Zeit an jedes einzelne zu erinnern. Wenn ich mir jedoch die Bilder anschaue, die ich hier auf meinem Laptop habe, kann ich mich dran erinnern, daß ich mich auf der Bühne sehr wohlgefühlt habe und daß es ein guter Gig war.

...und Du erinnerst Dich nicht mal mehr an den Vorfall mit dem geplatzten Backstage-Swimming Pool..?

Oh, dieses Festival... Ja, ich erinnere mich. Wir hatten eine Menge Spaß mit unseren finnischen Freunden. Aber sie wissen heutzutage einfach nicht mehr, wie man einen stabilen Swimming Pool baut...

http://www.tyr.net/

heri.joensen@hotmail.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

Photos: momo/Kristfr’ð Tyril

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