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Die Sensation aller Sensationen ist perfekt! Die einzigartigste Prog-Band der Metalgeschichte hat wieder zusammengefunden: ADRAMELCH. Die Italiener hatten 1988 in »Irae Melanox« ein Album veröffentlicht, das ein Unikat, ein Meilenstein für diese Stilrichtung ist, lösten sich jedoch kurze Zeit danach auf. Als nun die Nachricht die Runde machte, daß dieser Diamant wieder zu funkeln begonnen habe, konnte uns nichts mehr aufhalten: Wie Hannibal mit seinen Elefanten fielen wir in Italien ein, um der Band alles Wissenswerte zu entreißen.

ADRAMELCH-Headline

Von dem klassischen »Irae Melanox«-Line-up sind nur noch Vittorio Ballerio (v), Gianluca Corona (g) und Franco Avalli (b) verblieben. Wer sind die Neuzugänge?

Franco: "Wir haben drei neue Musiker: Der erste ist Sigfrido Percich, ein unglaublich powervoller Drummer, der schon in etlichen Bands gespielt hat."

Sigfrido: "Ich bin schon seit Jahren in der Underground-Szene Mailands aktiv und spielte bei den Prog Metal-Bands ACRON und ARKHÉ, aber auch bei Crossover- und Nu Metal-Projekten wie INDASTRIA oder K-AGAIN. Außerdem hatte ich einige Seitenprojekte mit Musikern von DOOMSWORD und VALAS laufen und war als Session-Drummer für TIME MACHINE tätig."

Vittorio: "Ich lernte ihn allerdings kennen, als wir mit DWARF NEBULA spielten, einer traditionellen Prog Rock-Band, die Songs von UK, GENESIS oder YES covert. Er hat uns mit Sicherheit den nötigen Push für einen energiegeladenen Neustart gegeben. Kommen wir nun zur zweiten Gitarre: Hier hilft uns Andrea Volontà aus."

Andrea: "Ich muß zugeben, daß ich bis vor sechs Monaten noch nichts von ADRAMELCH gehört hatte. Ich hatte meinen Freund Franco, mit dem ich übrigens auch in einem Jazz-Trio spiele, gebeten, einige Songs meiner Band FRATELLI CALAFURIA zu begutachten, mit der wir experimentellen Noise-Rock spielen und bei der ich sogar singe. Wir trafen uns also in unserem Proberaum und hörten an diesem Abend auch das erste ADRAMELCH-Demo und Franco erzählte mir, daß er damals 18 Jahre alt gewesen sei. Da mir die Musik sehr gefiel, bot mir Franco an, bei ADRAMELCH mitzuarbeiten, da die Jungs ohnehin gerade einen Sessiongitarristen suchten. In der Vergangenheit spielte ich bei INSANE und verschiedenen Hardcore-Bands, doch mittlerweile habe ich mich eher auf Jazz spezialisiert. Außerdem habe ich ein Studium als Tontechniker absolviert."

Vittorio: "Es wäre etwas untertrieben, unseren letzten Neuling, Davide Doviti, nur als Keyboarder zu bezeichnen. In Wirklichkeit ist er klassischer Pianist, der schon viele Konzerte in berühmten Häusern gespielt hat. Ich lernte ihn kennen als ich eine kleine Rolle in Andrew Lloyd Webbers Musical 'Jesus Christ Superstar' spielte."

Davide: "Mein musikalischer Background ist die Klassik, da ich schon seit 20 Jahren Piano spiele. Ich habe aber auch großes Interesse am Jazz, wobei ich dann allerdings Saxophon spiele. Im Moment bin ich darüber hinaus Teil einer Truppe, die Musicals in Szene setzt."

Warum sind die beiden Originalmitglieder Luca Moretti und Sandro Fremiot nicht mit von der Partie?

Gianluca: "Sandro hat über all die Jahre weitergespielt und sogar Jazzgitarre studiert. Er hat sich jedoch entschieden, daß er bei unserem Comeback nicht beteiligt sein möchte. Luca lebt seit 1992 in Rom und aufgrund der Entfernung wäre es unmöglich gewesen, bei ADRAMELCH mitzumischen."

ADRAMELCH-Bandphoto 1

Warum habt Ihr ADRAMELCH wieder ins Leben zurückgeholt?

Vittorio: "Um stinkreich zu werden! Überrascht? Ernsthaft - in Wirklichkeit ist diese Frage verdammt schwer zu beantworten. Wir hatten einige Songs, die fast fertig waren und eigentlich nur darauf gewartet hatten, gespielt zu werden. Wir, der ursprüngliche ADRAMELCH-Kern bestehend aus Gianluca, Franco und mir, hatten über die Jahre ein gute Beziehung zueinander gewahrt."

Welche Erwartungen habt Ihr an die Reunion?

Vittorio: "Keine übersteigerten, unrealistischen Erwartungen. Wir würden gern unsere Musik hinaustragen zu den alten Fans, die unsere Musik geliebt haben und uns die Treue gehalten haben, und zu neuen Fans, die uns noch nie zuvor gehört haben."

Haben ADRAMELCH heute eine größere Chance als während der ersten Episode ihrer Bandkarriere?

Vittorio: "Wer weiß das schon? Hast du eine Kristallkugel? Es existiert ein gewisser Kult rund um »Irae Melanox« - das kann eine große Chance sein, aber kann auch das absolute Gegenteil bewirken."

Franco: "Wir hoffen auf jeden Fall, daß wir ein wenig Erfolg haben werden, der uns neue Chancen eröffnen wird."

Was können die Fans von den neuen ADRAMELCH erwarten?

Franco: "Wir arbeiten an einem Konzeptalbum, das Songs enthalten wird, die direkt nach »Irae Melanox« geschrieben wurden, ebenso wie ganz neues Material."

Ihr arbeitet nun mit einem festen Keyboarder. Inwiefern wird das die Musik von ADRAMELCH verändern?

Gianluca: "Es wird bestimmt Veränderungen in der Klangfülle mit sich bringen. Das Keyboard wird aber nicht nur als Background-Instrument fungieren, sondern wird Themen und musikalische Ideen übernehmen, die wichtig für die Struktur der Songs sind."

Wie wird das neue ADRAMELCH-Album klingen? Und bis wann können wir es erwarten?

Vittorio: "Es wird unverkennbar nach ADRAMELCH klingen, denn Gianlucas Songwritingstil ist unverwechselbar. Aber es ist viel Zeit vergangen, manche Dinge haben sich (glücklicherweise) verändert und darüber hinaus sind wir alle erwachsener geworden. Wir hören ganz unterschiedliche Musik und experimentieren eine Menge. Außerdem werden unsere "Neuen" ihren Beitrag leisten. Daher stellt unsere derzeitige Musik eine Mixtur aus »Irae Melanox« und unseren aktuellen Einflüssen dar, kombiniert mit "heavy" Lyrics. Das Album wird neun völlig unterschiedliche Songs enthalten, die teils schnell, teils kraftvoll-episch und teils balladesk sein werden. Die einzelnen Stücke werden durch instrumentale Überleitungen verbunden sein. Im Moment planen wir den Release des Albums für das Jahresende 2004."

Ihr werdet beim "Headbangers Open Air" spielen. Worauf dürfen wir uns gefaßt machen?

Franco: "Wir freuen uns darauf, beim "Headbangers Open Air" zu spielen, denn dort werden viele von den Leuten sein, die dazu beigetragen haben, daß ADRAMELCH wieder existieren. Im Moment sieht unser Plan vor, daß wir sechs neue Songs spielen werden sowie ›Fearful Visions‹ und ›Zephirus‹ von »Irae Melanox«."

Nur zwei Songs von »Irae Melanox«? Ist das nicht zu wenig?

Vittorio: Ich hoffe, daß Du falsch liegst! Immerhin haben die beiden Songs eine Gesamtlänge von 16 Minuten und werden somit einen bedeutenden Teil unserer Spielzeit ausmachen. Wir sind uns sicher, daß die Fans neugierig sein werden wie das neue Material klingt. Es mag gewiß ein Risiko bedeuten, das wir jedoch bewußt eingehen. Wenn ADRAMELCH eine Zukunft haben soll, müssen wir unser Hauptaugenmerk auf die neuen Songs legen. Wir sind überzeugt, daß wir auf dem Metalsektor immer noch für Innovation sorgen können.

Werdet Ihr die alten Stücke exakt wie auf der Platte spielen oder werdet Ihr sie umarrangieren, was schlicht Blasphemie wäre..?

Vittorio: "Wir werden uns natürlich am Original orientieren. Da wir heute jedoch einen Keyboarder haben, wird er auch bei den alten Songs zum Zuge kommen. Aber keine Sorge, sie werden den ursprünglichen Versionen sehr ähnlich sein, aber eben nicht identisch, denn die Zeit soll ja nicht ohne Grund vergangen sein."

Auf »Irae Melanox« hat Vittorio oft sehr hoch gesungen. Schafft er das auch heute noch?

Franco: "Diese Antwort mußt Du Dir selbst geben sobald Du ihn gehört hast..."

Vittorio: "Ich sage nur, wir sehen uns beim "Headbangers Open Air"..."

Die ersten Gigs hat das neue Line-up schon bestanden. Wie waren die Reaktionen?

Vittorio: "Wir hatten nicht viel Aufhebens um die ersten Auftritte gemacht, da sie ein erster Test sein sollten. Trotzdem waren die Reaktionen enthusiastisch."

Wie oft seid Ihr früher aufgetreten?

Vittorio: "Nicht oft genug. ADRAMELCH waren eine Band, die mit Sicherheit zu jung gestorben ist."

Warum hatte Ihr Euch eigentlich für den Namen ADRAMELCH entschieden?

Es gibt mehrere Ansätze, um den Namen zu entschlüsseln: Historiker sehen in Adramelch eine phönizische Gottheit. In mittelalterlichen Schriften wurde Adramelch als einer der Würdenträger am Hofe Satans beschrieben, den Ketzern erwähnten, während sie von der Inquisition in die Mangel genommen wurden. Für uns und in unseren Texten ist Adramelch ein tyrannischer König.

Gianluca, warum bist du in den Anfangstagen von ADRAMELCH vom Schlagzeug auf Gitarre umgestiegen?

Gianluca: "Ich wechselte, weil es für mich als Komponist besser funktioniert hat. Ich konnte meine Ideen auf der Gitarre besser umsetzen. Ich habe seither kein Schlagzeug mehr gespielt."

1987 habt Ihr Euer erstes Demo veröffentlicht und einige Zeit später tauchte die Nummer ›Adramelch‹ auf dem »Heavy Rendez Vous«-Sampler auf. Wie kam es dazu?

Franco: "Unser Demo enthielt neben dem Intro ›Portals‹, die Songs ›Adramelch‹, ›Fearful Visions‹, ›Irae Melanox‹ und ›Was Called Empire‹. Wir hatten es unter anderem auch an LM RECORDS geschickt, die sich ›Adramelch‹ für ihren »Heavy Rendez Vous«-Sampler aussuchten."

Hat Euch Eure erste Veröffentlichung ein wenig Aufmerksamkeit beschert?

Franco: "Nicht im geringsten! Die Italiener interessierten sich damals nicht die Bohne für ADRAMELCH."

Warum habt Ihr ›Adramelch‹ nicht für »Irae Melanox« aufgenommen? Gibt es noch andere unveröffentlichte Songs aus diesen Tagen?

Franco: "Die Rechte für ›Adramelch‹ lagen bei LM, so daß wir ihn nicht verwenden konnten. Es gab darüber hinaus noch ein Instrumental, das wir nie aufgenommen haben."

Warum habt ihr die Demosongs für »Irae Melanox« teilweise überarbeitet?

Gianluca: "Eigentlich haben wir nicht viel an den Songs geändert, sondern sie mit einigen zusätzlichen Parts angereichert. Bei ›Was Called Empire‹ haben wir allerdings den Refrain ausgetauscht."

Hattet Ihr je daran gedacht, daß »Irae Melanox« sich zu einem solchen Kultalbum entwickeln würde?

Gianluca: "Wir hatten es gehofft, denn wir haben sehr an das Album geglaubt."

Vittorio: "Damit gerechnet hatten wir selbstverständlich nicht. Wir waren uns der "inneren Werte" der Platte bewußt, doch niemand hätte vorhersehen können, daß die Platte ganz allein - ohne daß wir dabei mithelfen konnten - einen solch' weiten Weg zurücklegen würde. Außerdem sollte man nicht vergessen, daß wir damals nicht nur positives Feedback von der Presse erhielten. Doch immerhin erhielten wir vom KERRANG, das damals die Metalbibel war, 4,5 von 5 Punkten und ein brillantes Review."

Was denkt Ihr heute über »Irae Melanox«? Objektiv betrachtet waren Sound und Produktion unter allen Kanonen...

Vittorio: "Wir sind natürlich sehr stolz auf die Platte. Einige der Songs muten für mich heute eher "altertümlich" an, während andere so klingen, daß sie auch auf unserem kommenden Album stehen könnten. Diese Tracks gefallen mir heute am besten."

Gianluca: "Die soundtechnischen Probleme ergaben sich durch verschiedene Umstände: Wir hatten ein geringes Budget, unser Equipment war nicht besonders gut, außerdem waren wir ziemlich nervös, weil wir zum ersten Mal in einem "normalen" Studio waren. Letztendlich mußte vieles zu überhastet gemacht werden."

Heute könnte man sich »Irae Melanox« allerdings mit keinem anderen Sound vorstellen. Hattet Ihr je den Wunsch, die Songs neu aufzunehmen?

Franco: "Im Moment sind wir stark mit dem neuen Material beschäftigt, so daß es keine Pläne gibt, alte Songs neu aufzunehmen."

Vittorio: "Ich habe ein paar Gedanken daran verschwendet. Ich glaube, das könnte sehr viel Spaß machen. Aber andererseits: Wer sollte das kaufen wollen?"

Was bedeutet der Titel »Irae Melanox«?

Man könnte ihn mit "Die schwarze Nacht des Zorns" übersetzen. Der Titel setzt sich aus den lateinischen Worten "ira" (=Zorn) und "nox" (=Nacht) sowie dem griechischen Präfix "melan-" (=schwarz) zusammen.

ADRAMELCH-Bandphoto 2

Wie kam der ADRAMELCH-Stil zustande? Bis heute ist keine Band diesem Stil auch nur im Geringsten nahegekommen.

Vittorio: "Ich stimme Dir voll und ganz zu. Das war und ist unsere Stärke. Alles lag hauptsächlich in Gianlucas Hand, der der Songschreiber war. Hinzu kamen die Elemente, die wir anderen beisteuern konnten."

Gianluca: "Es gibt kein Geheimrezept, sondern es entstand aus der Magie des Augenblicks heraus. Wir sind glücklich, daß wir etwas einzigartiges geschaffen haben. Wir haben das Album seither bestimmt tausendmal angehört und es ist uns bewußt, daß wir ein kleines Wunder geschaffen haben. Allerdings wissen wir auch, daß die Platte nicht einfach zu hören ist und für die allermeisten schlicht unverdaulich ist."

Das Cover von »Irae Melanox« zeigt Gianlucas Gemälde "The Realms Of Mist". Auf dem CD-Re-Release via WARLORD RECORDS erschien es plötzlich in Blau. Wie sah das Original aus?

Gianluca: "Das Gemälde zeigt das Schloß von König Adramelch, das völlig von Nebel umhüllt ist. Mein Gemälde ist in Ocker-, Grau- und Blautönen gehalten. Für die LP wurde es nur schwarzweiß abgedruckt, weil unser Label kein Geld hatte. Die blaue Version war eine eigenmächtige Entscheidung der Graphiker von WARLORD."

Wie seid Ihr zu den äußerst ungewöhnlichen Themen gekommen, von denen die »Irae Melanox«-Texte handeln?

Gianluca: "Wir waren fasziniert von mittelalterlichen Schriften, von den Geheimnissen, den Widersprüchlichkeiten, der Unsicherheit, der ständigen Präsenz des Todes, die die Menschen umgaben. Wir zogen unsere Inspiration ebenfalls aus Filmen, die sich mit dieser Zeit beschäftigten."

»Irae Melanox« hatte einen intellektuellen Touch. Hattet Ihr dies beabsichtigt?

Gianluca: "Falls dieser Eindruck entstand, geschah es nicht absichtlich. Jeder von uns war vielseitig interessiert und leidenschaftlich auf der Suche nach allen nur erdenklichen künstlerischen Ausdrucksformen."

Seid Ihr damals Studenten gewesen?

Gianluca: "Wir waren gerade dabei, die Schule abzuschließen."

Vittorio: "Ja, danach waren wir Studenten - mit einer Leidenschaft für Kunst und Literatur."

Franco: "Ja, heute sind wir Studenten - mit einer Leidenschaft für Kunst und Literatur."

In der Thanks-Liste auf »Irae Melanox« erwähnt Ihr Künstler wie Vivaldi, Wagner, da Vinci, Shakespeare oder Dante. Sind sie auch heute noch wichtig für Euch?

Gianluca: "Sie waren wichtige Begleiter auf unserer Reise, die uns als Menschen und als Künstler bereichert haben. Heute sind sie fast noch wichtiger, da wir die Tiefe und die Wichtigkeit ihrer Werke noch mehr durchschauen.

Damals hattet Ihr eine neue Platte in der Mache, die den Titel »Aeternam« hätte tragen sollen. Gab es schon irgendwelche Aufnahmen?

Gianluca: "Das Songmaterial war im Grunde fast komplett. Es gab Songs, die eine natürliche Weiterentwicklung des »Irae Melanox«-Stils bedeuteten; andere waren etwas wenig komplexer, steckten aber dennoch voller zahlloser Ideen. Die Stücke wurden allerdings nie aufgenommen, sondern es existieren nur die Arbeitsdemos, die ich für die anderen angefertigt habe. Ich weiß nicht, was mit diesen Songs geschehen wird, zumal ich momentan Material für etwa zwei Alben fertiggestellt habe."

Warum hatten ADRAMELCH sich aufgelöst?

Franco: "Jetzt, da die Band wieder zusammen ist, wen interessiert da noch die Vergangenheit?

Ich denke sehr wohl, daß es viele interessieren wird...

Vittorio: "Im Grunde gibt es nicht viel dazu zu sagen. Wir waren eine quasi komplett unbekannte Band, die ein Album veröffentlicht hatte. Es war damals verdammt schwierig, in Italien Auftrittsmöglichkeiten zu finden. Als dann Franco, unser guter Geist, seinen Militärdienst versehen mußte und ein Jahr lang quasi weg vom Schuß war, fiel die Band auseinander.

Nach ADRAMELCH hattet ihr, Gianluca, Franco und Vittorio, eine Band namens ZEFIRO, die völlig anders als ADRAMELCH ausgerichtet war.

Gianluca: "Es war die Phase als ich Songs mit italienischen Texten schrieb. Ich bat Franco und Vittorio, bei den Aufnahmen mitzuwirken. Allerdings wurde ZEFIRO ebenso wie später INCANTO nach relativ kurzer Zeit ad acta gelegt, weil der echte Antrieb fehlte und sich das richtige Feeling nicht einstellen wollte. Daher gibt es außer einigen Demos keine Aufnahmen."

Habt Ihr seither bei anderen Bands mitgewirkt?

Franco: "Es gab einige andere Projekte, mit denen wir auch Platten aufgenommen haben. Diese gingen allerdings eher in die Jazz- oder Progressive-Richtung."

Vittorio: "Sie unterschieden sich sehr von ADRAMELCH. Ich will die beiden wichtigsten Beispiele nennen, an denen Franco und ich beteiligt waren: ENTER war eine Prog Rock-Band ohne Gitarre. Wir spielten ein 6-Song-Demo ein, auf dem nur Gesang, Keyboards, Baß und Schlagzeug zu hören sind. Außerdem nahmen wir eine Platte mit der Jazz/Prog-Jazz-Band COLUMBUS' EGG auf, bei der auch Instrumente wie Saxophon oder Klarinette zum Zug kamen."

1999 wurde »Irae Melanox« als CD von dem Label WARLORD RECORDS. Wußtet Ihr darüber Bescheid?

Franco: "Alex Vicini von WARLORD hat die Rechte an »Irae Melanox«, die er von METAL MASTER erworben hat, die das Vinyl damals veröffentlicht hatten."

Als ADRAMELCH auf der Bildfläche auftauchten, stand Italien im Ruf, kaum interessante Metalbands zu beheimaten. Wie seht Ihr Eure heimische Szene von gestern zu heute?

Vittorio: "Es gab früher sehr wohl interessante italienische Bands, die die unterschiedlichsten Stile spielten, wie beispielsweise ELEKTRADRIVE (eine wundervolle AOR-Band mit einem unglaublichen Sänger), SABOTAGE (eine klassische Metalband mit einem ebenfalls großartigen Sänger), REVENGE, CRYING STEEL oder STEEL CROWN. Heute ist meine Lieblingsband aus Italien QUINTORIGO, die allerdings keinen Metal machen. Darüber hinaus mag ich DOOMSWORD und LACUNA COIL."

Gianluca: "HOCCULTA sind die italienische Band, die ich am meisten bewundert habe. Leider haben sie nur eine, aber wunderschöne Platte gemacht."

Franco: "Mein Geschmack hat sich ein wenig gewandelt und ich stehe zum Beispiel auf die Noise-Band TRHEE SECOND KISS."

Wußtet Ihr, daß Ihr einen Fast-Namenskollegen habt: die finnische Black Metal-Band ADRAMELECH?

Vittorio: "Wir wußten von deren Existenz, haben aber nie etwas von ihnen gehört, da wir Black Metal nicht mögen."

Es gibt zwei ADRAMELCH-Covers: Eddy Antonini hat ›Was Called Empire‹ und WHITE SKULL ›Adramelch‹ nachgespielt. Wie gefallen Euch diese Versionen?

Gianluca: "Wir haben WHITE SKULLs ›Adramelch‹ gehört und es klang nicht schlecht."

Vittorio: "Du hast ›Zephirus‹ vergessen, das von HELREIDH gecovert wurde. Es ist immer etwas komisch, deine eigene Musik zu hören, die von jemand anderem gesungen und anders arrangiert wurde. Aber irgendwie mag ich das und sehe es als eine große Ehre an.
Ich weiß nicht, ob Du gehört hattest, daß es ein italienisches Label gab, das ein ADRAMELCH-Tribute-Album aufnehmen wollte. Doch leider wurde das Projekt letztendlich nicht verwirklicht."

Ist Euch bewußt, daß das »Irae Melanox«-Vinyl mittlerweile für Preise um 150 Euro gehandelt wird?

Vittorio: "Das ist uns bewußt. Der Preis ist mittlerweile sogar schon auf über 200 Euro gestiegen. Das ist einfach unglaublich!"

Welche Ziele habt Ihr Euch für die "neuen" ADRAMELCH gesteckt?

Gianluca: "Unser einziges Ziel ist es, Spaß zu haben, unsere Musik zu spielen und aufzunehmen. Wir werden all' unsere Energie in unsere Musik hineinstecken."

http://www.adramelch.com/

band@adramelch.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

Photos: Studio Dalik

ADRAMELCH im Überblick:
ADRAMELCH – Broken History (Rundling)
ADRAMELCH – Irae Melanox (Rundling)
ADRAMELCH – Irae Melanox (Deluxe Edition) (Re-Release)
ADRAMELCH – UNDERGROUND EMPIRE 2-Special
ADRAMELCH – UNDERGROUND EMPIRE 3-Special
ADRAMELCH – ONLINE EMPIRE 4-"Cult Complete"-Artikel
ADRAMELCH – ONLINE EMPIRE 19-Interview
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ADRAMELCH – ONLINE EMPIRE 32-"Living Underground"-Artikel
ADRAMELCH – News vom 21.01.2004
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andere Projekte des ADRAMELCH-Musikers Gianluca A. Corona:
siehe auch: Gianluca A. Corona als Coverkünstler für ONLINE EMPIRE 64
andere Projekte des beteiligten Musikers Luca Sigfrido "Sig" Percich:
HEART OF SUN – Heart Of Sun (Rundling)
HEART OF SUN – News vom 13.07.2007
MOON OF STEEL – News vom 19.02.2017
TIME MACHINE (I) – Reviviscence - Liber Secundus (Rundling)
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