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  UE-Home → History → Online Empire 50 → Interview-Übersicht → ANGELUS APATRIDA-Interview last update: 29.06.2017, 07:29:00  

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Die spanische Szene wird hierzulande trotz der Tatsache, daß schon seit den frühen 80er Jahren, als Heroen wie BARON ROJO ihre ersten Alben veröffentlichten und die Region von daher an sich durchaus am Puls der Zeit gelegen hat, immer noch vorwiegend als "exotisch" betrachtet.
Die Ursache ist schnell wie simpel erklärt: Da viele Bands nach wie vor auf ihre Muttersprache setzen, ist es eben nicht ganz so einfach, den Texten zu folgen, und von daher ist dieses "Außenseitertum" zumindest in gewisser Weise auch nachvollziehbar. Doch es geht sehr wohl auch anders, wie man am Beispiel der Burschen von ANGELUS APATRIDA erkennen kann, die mit »The Call« vor kurzer Zeit ihren vierten Silberling in die Umlaufbahn gepfeffert haben und einmal mehr unter Beweis stellen, daß Metal ein globales Phänomen ist. Das sieht auch Sänger und Gitarrist Guillermo Izquierdo so, der jede Menge an Informationen für uns parat hatte.

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Fühlt Ihr eigentlich Euch als Ausnahmeerscheinung innerhalb einer noch immer nicht wirklich gebührend akzeptierten Szene?

Das klingt doch ein bißchen übertrieben, allerdings sehe ich uns sehr wohl als eine jener wenigen Bands, die von Anfang nicht darauf reduziert werden wollten, nur im spanischsprechenden Teil der Erde Akzeptanz zu erlangen. Wir sehen uns als Vertreter einer neuen Generation spanischer Bands, die sich dem Thema Sprachbarriere erst gar nicht stellen wollen.

Nachvollziehbar und durchaus empfehlenswert für viele andere Formationen. Siehst Du daran aber auch den Schlüssel zu Eurem Erfolg?

Mag sein, allerdings höchstens zu einem bestimmten Grad. Viel entscheidender erscheint mir, daß wir uns im Vergleich zu anderen - nicht nur spanischen - Bands sprichwörtlich den Arsch abgetourt haben und uns in jedem noch so kleinen Club vor Publikum präsentiert haben. Sprache hin oder her, für mich steht fest, daß es nur so gehen kann, um eine Band auch entsprechend bekannt zu machen!

Keine Widerrede. In diesem Punkt scheint Ihr generell keinerlei Vergleich scheuen zu brauchen.

Das glaub' ich auch! Wenn man sich in Erinnerung ruft, daß wir alleine für unser letztes Album »Clockwork« knapp 90 Shows hier bei uns absolviert haben, kann man wohl mit gutem Gewissen von einer fleißigen Band sprechen. Das war aber längst nicht alles, im Prinzip sind wir nämlich schon seit 2010 nahezu permanent auf Achse und haben sowohl hier bei uns jede Chance genutzt, um uns live zu präsentieren, waren aber auch ausgiebig in anderen Teilen Europas zu sehen. Zunächst mit WARBRINGER und SKELETONWITCH, später dann auf der "Bonecrusher"-Tournee mit DYING FETUS, KEEP OF KALESSIN und anderen.

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Danke für die Überleitung. Auch wenn Ihr reinrassigen, hochklassigen Thrash Metal darbietet, dürfte Euer Sound durchaus auch bei "genrefremden" Fans ankommen, oder nicht?

Scheint so und freut uns auch. Wobei ich allerdings hinzufügen möchte, daß wir zwar allesamt Thrash-Maniacs sind, sehr wohl aber auch über den Genre-Rand hinausblicken und beispielsweise viele der alten Death Metal-Bands lieben. Was Tournee-Begleitungen betrifft, müssen wir uns im Vorfeld zwar schon einen Eindruck von den anderen Teilnehmern machen können, allerdings wären wir verrückt, wenn wir nicht jede sich bietende Chance beim Schopf packen würden. Es müßte also schon ein völlig abartiges Package sein, um abzulehnen. [lacht]

Daraus leite ich ab, daß Ihr auch das kommende Package, mit dem Ihr Euch auf der "Long Live Heavy Metal"-Tournee mit 3 INCHES OF BLOOD, GOATWHORE und HAVOK quer durch Mitteleuropa bewegen werdet, gutheißt?

Mehr als das! Wir freuen uns schon riesig darauf, denn es wird mit Sicherheit die ultimative Vollbedienung für alle Zuseher geben! Was will man mehr? Traditioneller Metal in feinster PRIEST-Machart, gefolgt von räudigen New Orleans-Sounds und dazu zwei amtlich fetzende Thrash-Truppen - viel mehr Metal geht wohl kaum, oder?

Korrekt, auch meine Wenigkeit scharrt schon ungeduldig mit den Hufen, um sich vom diesem Package die Rübe abschrauben zu lassen! Bis dahin darf sich der Interessent jedoch zunächst einmal an Eurem neuen Album »The Call« laben. Was macht denn Deiner Meinung nach dieses aus?

Es klingt zwar vielleicht überheblich und für Dich wohl auch wenig überraschend, wenn ich jetzt sage, daß wir unser bislang bestes Album abgeliefert haben, aber glaub' mir - das reicht für mich nicht einmal aus. [lacht] Ich bin nämlich felsenfest davon überzeugt, unser in allen Belangen reifstes Werk vorstellen zu dürfen!

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Und damit liegst Du - zumindest meiner Meinung nach - völlig richtig. Wobei nicht nur die einmal mehr messerscharfen, schneidenden Riffs gesondert zu erwähnen sind, sondern auch die überaus anspruchsvollen und kritischen Texte. War das ein Anliegen?

Auf jeden Fall! Schließlich wollen wir nicht bloß unterhalten, sondern haben durchaus auch etwas zu sagen. Deshalb sind uns anspruchsvolle Texte, die zumeist auch einen sehr kritischen Ansatz haben, immer schon wichtig gewesen. SACRED REICH möchte ich in diesem Zusammenhang gesondert erwähnen, weil sie uns massiv beeinflußt haben. Zwar auch musikalisch inspiriert, noch viel mehr aber wissen wir, die kritischen Texte dieser Band zu schätzen, die es verdient hätte, ganz groß zu werden. Versteht uns bitte nicht falsch: Wir wollen keineswegs politisieren, aber diverse Mißstände aufzuzeigen ist uns schon wichtig! Nichts gegen Party, aber im Leben geht es wohl um mehr.

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info@angelusapatrida.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photos: Leandro García Hernández

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ANGELUS APATRIDA im Überblick:
ANGELUS APATRIDA – Clockwork (Rundling)
ANGELUS APATRIDA – Hidden Evolution (Rundling)
ANGELUS APATRIDA – ONLINE EMPIRE 50-Interview
ANGELUS APATRIDA – ONLINE EMPIRE 51-"Living Underground"-Artikel
ANGELUS APATRIDA – ONLINE EMPIRE 57-"Living Underground"-Artikel
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Unser Coverkünstler von Ausgabe 63 war Salvatore DeVito. Die zugehörige Homepage findet Ihr
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